{"id":5767,"date":"2026-04-21T03:04:17","date_gmt":"2026-04-21T03:04:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/5767\/"},"modified":"2026-04-21T03:04:17","modified_gmt":"2026-04-21T03:04:17","slug":"afrinic-regierung-von-mauritius-schreitet-ein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/5767\/","title":{"rendered":"Afrinic: Regierung von Mauritius schreitet ein"},"content":{"rendered":"<p>              Afrinic: Regierung von Mauritius schreitet ein<\/p>\n<p>    close notice<\/p>\n<p class=\"notice-banner__text a-u-mb-0\">\n      This article is also available in<br \/>\n        <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/en\/news\/Afrinic-Government-of-Mauritius-intervenes-10503644.html\" class=\"notice-banner__link a-u-inline-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">English<\/a>.<\/p>\n<p>      It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.\n    <\/p>\n<p class=\"notice-banner__link a-u-mb-0\">\n    Don\u2019t show this again.\n<\/p>\n<p>Die annullierte Vorstandswahl der afrikanischen IP-Adressvergabestelle Afrinic zieht nun eine offizielle Untersuchung der mauritischen Regierung nach sich. Auf Antrag von Premierminister Navin Ramgoolam hat Pr\u00e4sident Dharam Gokhool Ende vergangener Woche einen Richter des Obersten Gerichtshofs damit beauftragt, die Vorg\u00e4nge bei Afrinic zu untersuchen.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Das betrifft nicht nur die <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Vorstandswahl-bei-Afrinic-Schwere-Vorwuerfe-der-Unregelmaessigkeiten-10459901.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">nach Unregelm\u00e4\u00dfigkeiten annullierte Vorstandswahl<\/a>, sondern auch ihre Vorgeschichte. Afrinic ist durch zahlreiche Rechtsstreitigkeiten mit dem Adressh\u00e4ndler Cloud Innovation und seinen Partnern seit drei Jahren ohne Vorstand, nahezu handlungsunf\u00e4hig und steht unter Zwangsverwaltung.<\/p>\n<p>Missbrauch der Gerichte?<\/p>\n<p>Ausl\u00f6ser des Streits war der Versuch der Registry, an Cloud Innovation zugeteilte IP-Adressen wieder zur\u00fcckzuziehen, nachdem das Unternehmen diese an internationale Kunden weitervermietet hatte. Seither versuchen Cloud Innovation und Partner, die Kontrolle \u00fcber ihren Adresspool vor Gericht zu erstreiten.<\/p>\n<p>Diese Verfahren seien nach Ansicht der Regierung &#8222;rechtlich fragw\u00fcrdig&#8220; und k\u00f6nnten &#8222;Ergebnis eines Missbrauchs der Gerichte&#8220; sein, schreibt Pr\u00e4sident Dharambeer Gokhool in dem Einsetzungsbescheid f\u00fcr die Untersuchung, der heise online vorliegt. Seit November 2024 k\u00f6nne die Registry keine IP-Adressen f\u00fcr den gesamten Kontinent mehr vergeben. Das habe das Ansehen von Mauritius international besch\u00e4digt.<\/p>\n<p>Richter Nicholas Oh San-Bellepeau soll die Aff\u00e4re von Anfang an untersuchen und dabei m\u00f6gliche strafbare Handlungen von Cloud Innovation, seinen Partnerunternehmen und auch der auf Antrag von Cloud Innovation eingesetzten Zwangsverwalter aufdecken.<\/p>\n<p>Der Jurist soll sich unter damit befassen, ob die Eintragung von Cloud Innovation als Afrinic-Anteilseigner im Fr\u00fchjahr rechtens war, und ob Cloud Innovation sich &#8222;irgendwelcher missbr\u00e4uchlicher oder konzertierter Aktionen bedient, um Afrinic zu l\u00e4hmen&#8220;.<\/p>\n<p>Cloud Innovation hatte kurz nach der Vorstandswahl noch versucht, das Ergebnis anerkennen zu lassen. <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Abwicklung-von-Afrinic-beantragt-Afrikas-IP-Adressverwaltung-vor-Gericht-10485096.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Inzwischen betreibt das Unternehmen die Aufl\u00f6sung Afrinics<\/a>. Offenbar ruht der Antrag auf Zwangsliquidation der Registry angesichts der von der Regierung eingeleiteten Untersuchung.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Afrikanische Regierungen wenden sich an China<\/p>\n<p>Auch die Regierungen in anderen afrikanischen Staaten sind mittlerweile auf den Barrikaden. Unternehmen in ihren L\u00e4ndern k\u00f6nnen aktuell keine neuen IP-Adressen erhalten. Nach einer Krisensitzung haben 40 Regierungen und 60 Unternehmen in einer <a href=\"https:\/\/smartafrica.org\/smart-africa-statement-on-the-coordinated-continental-response-safeguarding-africas-digital-sovereignty\/\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">gemeinsamen Stellungnahme<\/a> vor den Effekten der von Cloud Innovation beantragten Zwangsschlie\u00dfung von Afrinic gewarnt. Dies w\u00fcrde die Kontrolle Afrikas \u00fcber die IP-Adressvergabe auf dem Kontinent gef\u00e4hrden.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber wenden sich die afrikanischen Staaten und Unternehmen nun auch an Chinas Regierung, um die Gefahr f\u00fcr die Institution Afrinic &#8222;zu deeskalieren&#8220;. Die geopolitische Dimension des Streits war bislang allenfalls von einzelnen hinter vorgehaltener Hand angesprochen worden. Chinesische Firmen geh\u00f6ren zu den Nutznie\u00dfern der Adressleihe und -vergabe durch Cloud Innovation und dem Partnerunternehmen Larus.<\/p>\n<p>Neue Wahlvorbereitungen<\/p>\n<p>Parallel zu den diplomatischen Entwicklungen laufen Vorbereitungen f\u00fcr einen weiteren Versuch, der angeschlagenen Registry durch eine ordentliche Wahl doch noch einen handlungsf\u00e4higen Vorstand zu geben. In der vergangenen Woche hat Afrinic ein neues Nominierungskomitee angek\u00fcndigt und dieses am Montag <a href=\"https:\/\/elections.afrinic.net\/news\/announcement\/constitution-of-new-afrinic-nomination-committee-2025\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">vorgestellt<\/a>.<\/p>\n<p>Statt britischer Anw\u00e4lte sitzen nun fast ausschlie\u00dflich Vertreter von Telekommunikations- und Digitalministerien aus den afrikanischen Mitgliedsstaaten in dem Komitee. Unter dieser Aufsicht soll die Wahl am 29. August rein elektronisch wiederholt werden.<\/p>\n<p>ICANN fordert Ausschluss von Wahlbetr\u00fcgern<\/p>\n<p>Die Aufkl\u00e4rung der Wahlmanipulationen fordert seit einiger Zeit auch die ICANN. In einem <a href=\"https:\/\/www.icann.org\/sites\/default\/files\/documents\/lindqvist-to-ramtohul-dabee-16jul25-en.pdf\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Brief an den Telekommunikationsminister von Mauritius<\/a> hatte die Selbstverwaltung f\u00fcr das Domain-Name-System und H\u00fcterin der globalen IP-Adress-Resourcen geschrieben, dass die Annullierung eine umf\u00e4ngliche Untersuchung keineswegs \u00fcberfl\u00fcssig mache.<\/p>\n<p>Die ICANN fordert, dass an Manipulationen beteiligte Afrinic-Mitglieder vom Nominierungsprozess und der Wahl ausgeschlossen werden. Ob sie weiter ihre IP-Adressen behalten k\u00f6nnen, solle zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt diskutiert werden. F\u00fcr eine rein elektronische Wahl r\u00e4t sie dringend zu soliden Absicherungsma\u00dfnahmen.<\/p>\n<p>Die ICANN beh\u00e4lt sich \u00fcberdies eine \u00dcberpr\u00fcfung vor, ob die Afrinic insgesamt den <a href=\"https:\/\/www.icann.org\/resources\/pages\/new-rirs-criteria-2012-02-25-en\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">ICP-2 Regeln<\/a> entspricht, welche die Grundlage f\u00fcr die Gr\u00fcndung von regionalen Registries bilden. Im Antrag auf Zwangsliquidation sieht die ICANN mittlerweile den Versuch eines einzelnen Mitglieds, die Kontrolle \u00fcber die Registry zu \u00fcbernehmen und damit eigene kommerzielle Interessen zu befriedigen.<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:vbr@heise.de\" title=\"Volker Briegleb\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">vbr<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. Jetzt eine Woche unverbindlich testen \u2013 ohne Verpflichtung!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Afrinic: Regierung von Mauritius schreitet ein close notice This article is also available in English. 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