{"id":5773,"date":"2026-04-21T03:12:40","date_gmt":"2026-04-21T03:12:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/5773\/"},"modified":"2026-04-21T03:12:40","modified_gmt":"2026-04-21T03:12:40","slug":"warum-die-rueckgabe-der-benin-bronzen-aus-sachsen-stockt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/5773\/","title":{"rendered":"Warum die R\u00fcckgabe der Benin-Bronzen aus Sachsen stockt"},"content":{"rendered":"<p class=\"text\">\nIm Grassi Museum f\u00fcr V\u00f6lkerkunde in Leipzig sind f\u00fcnf Benin-Bronzen ausgestellt \u2013 rund 500 Jahre alt und von hohem kulturellem Wert. Diese stammen aus einer Sammlung, die britische Soldaten nach einem Massaker in Benin City mitnahmen. Viele dieser Objekte gelangten \u00fcber Auktionen in Museen weltweit.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nJuliane Heinze, die sich mit R\u00fcckgaben von Raubkunst besch\u00e4ftigt, erkl\u00e4rt, dass sich aktuell noch 259 Objekte in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden befinden. Drei wurden bereits vor drei Jahren zur\u00fcckgegeben \u2013 seitdem gab es keine weiteren R\u00fcckgaben. Heinze verweist auf das Ausw\u00e4rtige Amt \u2013 das f\u00fchre die Verhandlungen mit Nigeria. &#8222;Aus meiner Erfahrung ist das ein sehr langwieriger Prozess. Es braucht sorgf\u00e4ltige Verhandlungen, eine vertrauensvolle Beziehungspflege \u2013 und auch die Partnerl\u00e4nder m\u00fcssen sich mit der Situation auseinandersetzen und sich entsprechend vorbereiten&#8220;, sagt Heinze.\n<\/p>\n<p>Bef\u00fcrchtung: Bronzen verschwinden in privatem Palast<\/p>\n<p class=\"text\">\nDoch es gibt Hinweise, dass andere Gr\u00fcnde die R\u00fcckgabe verz\u00f6gern. Ein Wendepunkt war 2023, als der nigerianische Pr\u00e4sident Muhammadu Buhari einige zur\u00fcckgef\u00fchrte Bronzen direkt dem Oba von Benin, das traditionelle k\u00f6nigliche Oberhaupt der Region \u00fcbergab, sagt der Afrikawissenschaftler J\u00fcrgen Zimmerer von der Universit\u00e4t Hamburg. Das f\u00fchrte zu Kritik, da bef\u00fcrchtet wurde, die Kunstwerke k\u00f6nnten im privaten Palast verschwinden. Laut Zimmerer hat dies die R\u00fcckgabebereitschaft von kolonialen Objekten politisch gebremst.\n<\/p>\n<p>Sachsen wei\u00df nicht, wo Bronzen sind<\/p>\n<p class=\"text\">\nIn Sachsen scheint das Interesse an einer aktiven Zusammenarbeit mit Nigeria gering. Bemerkenswert: Die Kunstsammlungen wissen nicht, wo sich die drei bereits zur\u00fcckgegebenen Bronzen aktuell befinden. Das Museum of West African Art (MoWAA) in Nigeria teilte auf MDR-Anfrage mit, dass derzeit keine Ausstellungen geplant seien \u2013 weder mit Bronzen, die Sachsen zur\u00fcckgegeben hat, noch mit anderen Bronzen.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nZimmerer spricht von einem unausgereiften Prozess. &#8222;Man sieht jetzt das Ergebnis, dass das Museum er\u00f6ffnet, ohne seinem eigentlichen Zweck gerecht zu werden, n\u00e4mlich Benin-Bronzen auszustellen.&#8220; Wo werden die Bronzen aus Sachsen k\u00fcnftig landen?  Der Oba von Benin k\u00fcndigte inzwischen ein eigenes Museum an, in dem die Bronzen m\u00f6glicherweise k\u00fcnftig gezeigt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Im Grassi Museum f\u00fcr V\u00f6lkerkunde in Leipzig sind f\u00fcnf Benin-Bronzen ausgestellt \u2013 rund 500 Jahre alt und von&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":5774,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[240],"tags":[360,1910,1278,1449,2687,269,3436,632],"class_list":{"0":"post-5773","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-benin","8":"tag-benin","9":"tag-kolonialismus","10":"tag-kultur","11":"tag-mdr","12":"tag-museum","13":"tag-nachrichten","14":"tag-raubkunst","15":"tag-sachsen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116440514081829080","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5773","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5773"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5773\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5774"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5773"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5773"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5773"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}