{"id":6250,"date":"2026-04-21T12:23:20","date_gmt":"2026-04-21T12:23:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/6250\/"},"modified":"2026-04-21T12:23:20","modified_gmt":"2026-04-21T12:23:20","slug":"wachabloesung-bei-parlamentswahl-in-namibia","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/6250\/","title":{"rendered":"Wachabl\u00f6sung bei Parlamentswahl in Namibia?"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/swapo-anhaenger-100.jpg\" alt=\"SWAPO_Anh\u00e4nger auf einer Veranstaltung in Windhoek (Namibia)\" title=\"SWAPO_Anh\u00e4nger auf einer Veranstaltung in Windhoek (Namibia) | AFP\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 27.11.2024 \u2022 06:49 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        Namibias Regierungspartei SWAPO hat den Nimbus der Befreiungsbewegung verbraucht. Zu viele Probleme belasten ihre Bilanz. Vor der Parlamentswahl macht sich bei der SWAPO Nervosit\u00e4t breit.\n    <\/p>\n<p>                                    <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/stephan-ueberbach-112.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                        <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Stephan Ueberbach\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/ueberbach-101.jpg\"\/><br \/>\n                                    <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">S\u00fcdafrika, Botswana, Mauritius: In vielen L\u00e4ndern des s\u00fcdlichen Afrikas haben die W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hler den langj\u00e4hrigen Regierungsparteien zuletzt kr\u00e4ftige Denkzettel verpasst. Der s\u00fcdafrikanische ANC ist seitdem auf Koalitionspartner angewiesen, Botswanas BNP sitzt sogar in der Opposition.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der SWAPO in Namibia wird es genauso gehen, davon ist der namibische Historiker Festus Muundjua \u00fcberzeugt. &#8222;Namibia wird sich diesem Trend nicht entziehen k\u00f6nnen. Die Zeit der Befreiungsbewegungen ist vorbei. Sie sind Vergangenheit.&#8220;<\/p>\n<p>    Von einstigen Erfolgen weit entfernt<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die SWAPO, die South West Africa People&#8217;s Organisation, hat in den vergangenen Jahren sp\u00fcrbar an R\u00fcckhalt verloren und ist von ihren fr\u00fcheren Wahlergebnissen von 60 Prozent und mehr inzwischen meilenweit entfernt. Die Gr\u00fcnde daf\u00fcr sind vielf\u00e4ltig.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ein Korruptionsskandal um die Vergabe von Fischereirechten ist immer noch nicht aufgearbeitet. Wirtschaftlich geht es im Land nur schleppend voran. Die Arbeitslosigkeit ist hoch, viele Menschen leben unter der Armutsgrenze, in einfachsten Unterk\u00fcnften am Rande der St\u00e4dte. Die extreme D\u00fcrre in diesem Jahr hat die Lage zus\u00e4tzlich versch\u00e4rft.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das Image der SWAPO als &#8222;Partei des Volkes&#8220; br\u00f6ckele, sagt auch Harald Hecht, der Vorsitzende des Forums deutschsprachiger Namibier. Er glaubt, dass sich die afrikanischen Befreiungsbewegungen wie die SWAPO zu lange auf ihren Lorbeeren ausgeruht haben.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die jungen Leute in Namibia w\u00fcrden sich f\u00fcr den Befreiungskampf nicht mehr interessieren, sondern wollten stattdessen die sogenannten &#8222;Brot- und Butter-Themen&#8220; angesprochen haben: &#8222;Sie m\u00f6chten die bestm\u00f6gliche Schulbildung f\u00fcr ihre Kinder und sie wollen sich ein Haus leisten k\u00f6nnen.&#8220;<\/p>\n<p>    Eine ganze Reihe von Problemen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Namibia und seine politische F\u00fchrung st\u00fcnden vor einer ganzen Reihe gro\u00dfer Probleme, und das nicht erst seit gestern, sondern schon seit Jahren, sagt auch der Deutsch-Namibier Wolfgang Balzar. Der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Thule-Hotels in der Hauptstadt Windhuk beklagt vor allem die schlechte Wirtschaftslage, die hohe Arbeitslosigkeit und die miserable medizinische Versorgung.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Au\u00dferdem macht er die grassierende Korruption, vor allem bei der Vergabe \u00f6ffentlicher Bauauftr\u00e4ge, und die Dauerkrise bei der Wasserversorgung daf\u00fcr verantwortlich, dass die Kritik der Menschen an der SWAPO immer lauter wird &#8211; weil die Partei nicht rechtzeitig auf die Herausforderungen reagiert und in die Infrastruktur investiert hat.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die politischen Folgen d\u00fcrften bei der anstehenden Wahl zu besichtigen sein, glaubt Balzar. Er sieht das Land vor einer Wachabl\u00f6sung. Gerade bei den jungen Leuten habe die SWAPO ihre fr\u00fchere Anziehungskraft verloren. Die Bev\u00f6lkerung fange jetzt damit an, die Regierung zu hinterfragen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Fr\u00fcher war das automatisch: Das war die Befreiungspartei und die wird gew\u00e4hlt, das macht man so aus Tradition. Da ist jetzt ein Umdenken. Vor allem die j\u00fcngere Generation sagt: Wir k\u00f6nnen das so nicht mehr einfach akzeptieren.&#8220;<\/p>\n<p>    Die SWAPO wird nerv\u00f6s<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die SWAPO macht das alles inzwischen ziemlich nerv\u00f6s, hei\u00dft es in Windhuk. Und das nicht nur, weil die W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hler in den Nachbarl\u00e4ndern den ehemaligen Befreiungsbewegungen aus Unzufriedenheit \u00fcber die wirtschaftliche Lage in diesem Jahr schon eine Reihe krachender Niederlagen verpasst haben.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Zum ersten Mal wird Namibias langj\u00e4hrige Regierungspartei n\u00e4mlich von einer ernstzunehmenden Konkurrenz herausgefordert. Die vor vier Jahren neugegr\u00fcndete Oppositionskraft IPC, &#8222;Unabh\u00e4ngige Patrioten f\u00fcr einen Wechsel&#8220;, hat der SWAPO schon ein paar wichtige B\u00fcrgermeister\u00e4mter abgejagt. Im besonders bei deutschen Touristen beliebten Urlaubsort Swakopmund an der Atlantikk\u00fcste zum Beispiel oder in den Hafenst\u00e4dten Walvis Bay und L\u00fcderitz.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Bei der Parlamentswahl werden der IPC 30 Prozent und mehr zugetraut. Die Partei will die Korruption bek\u00e4mpfen, Ministerposten streichen, B\u00fcrokratie abbauen und die Steuern f\u00fcr kleinere Unternehmen senken.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ob es f\u00fcr einen politischen Wechsel in Windhuk reicht? Vor f\u00fcnf Jahren hatte IPC-Parteichef und Pr\u00e4sidentschaftskandidat Panduleni Itula, damals noch als unabh\u00e4ngiger Bewerber, aus dem Stand knapp ein Drittel der Stimmen geholt. Diesmal hofft der 67-j\u00e4hrige Anwalt, Zahnarzt und Politiker auf deutlich mehr.<\/p>\n<p>    R\u00fcckt erstmals eine Frau an die Spitze des Staates?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Hoffnung der bisherigen Regierungspartei ist weiblich und 72 Jahre alt. F\u00fcr die SWAPO bewirbt sich Netumbo Nandi-Ndaitwah, die aktuelle Vizepr\u00e4sidentin, als Spitzenkandidatin um das h\u00f6chste Amt des Staates.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die fr\u00fchere Umwelt- und Au\u00dfenministerin sowie langj\u00e4hrige stellvertretende Regierungschefin steht eher f\u00fcr Kontinuit\u00e4t als f\u00fcr einen radikalen Wechsel, hat sich aber im Wahlkampf als konsequente Macherin pr\u00e4sentiert.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die SWAPO verspricht unter anderem 250.000 neue Jobs und den Bau von 10.000 H\u00e4usern in den n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahren. Au\u00dferdem sollen Investoren angelockt werden, um die Produktion von gr\u00fcnem Wasserstoff voranzutreiben.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">SWAPO-Spitzenkandidatin Netumbo Nandi-Ndaitwah gilt als pragmatische Realpolitikerin, als integer und prinzipienfest und &#8211; nicht immer selbstverst\u00e4ndlich &#8211; als strikte K\u00e4mpferin gegen die Korruption.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Sollte sie gew\u00e4hlt werden, w\u00e4re sie die erste Frau an der Spitze Namibias. Mit ersten Ergebnissen wird am Samstag gerechnet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 27.11.2024 \u2022 06:49 Uhr Namibias Regierungspartei SWAPO hat den Nimbus der Befreiungsbewegung verbraucht. Zu viele Probleme belasten&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":6251,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[16],"tags":[414,3630],"class_list":{"0":"post-6250","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-namibia","8":"tag-namibia","9":"tag-swapo"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116442680779707157","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6250","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6250"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6250\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/6251"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6250"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6250"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6250"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}