{"id":6369,"date":"2026-04-21T14:37:47","date_gmt":"2026-04-21T14:37:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/6369\/"},"modified":"2026-04-21T14:37:47","modified_gmt":"2026-04-21T14:37:47","slug":"nach-militaerputsch-in-niger-general-ernennt-sich-zu-neuem-machthaber","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/6369\/","title":{"rendered":"Nach Milit\u00e4rputsch in Niger: General ernennt sich zu neuem Machthaber"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/tchiani-100.jpg\" alt=\"Abdourahamane Tchiani\" title=\"Abdourahamane Tchiani | AFP\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 28.07.2023 \u2022 19:57 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        Am Donnerstag stellte sich das nigrische Milit\u00e4r auf die Seite der Putschisten &#8211; jetzt hat sich der Chef der Pr\u00e4sidentengarde als neuer Machthaber pr\u00e4sentiert. Ob General Tchiani den R\u00fcckhalt der gesamten Armee hat, ist aber unklar.\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der Chef der Pr\u00e4sidentengarde im Niger, General Omar Tchiani, hat sich selbst zum Pr\u00e4sidenten des Nationalen Rats und damit zum neuen Machthaber des Landes ernannt. Tchiani \u00e4u\u00dferte sich im nationalen Fernsehen &#8211; zwei Tage, nachdem Offiziere der Pr\u00e4sidentengarde, einer Eliteeinheit des Milit\u00e4rs, den demokratisch gew\u00e4hlten Pr\u00e4sidenten Mohamed Bazoum in seinem Palast festgesetzt und f\u00fcr entmachtet erkl\u00e4rt hatten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das Land m\u00fcsse seinen Kurs \u00e4ndern, um einen allm\u00e4hlichen und unvermeidlichen Untergang zu verhindern. Deshalb h\u00e4tten er und andere beschlossen zu intervenieren, so Tchiani. Er ist General des Heeres und wurde von Bazoums Vorg\u00e4nger Mahamadou Issoufou nach dessen Amts\u00fcbernahme 2011 an die Spitze der Pr\u00e4sidentengarde bef\u00f6rdert. Ob Tchiani den R\u00fcckhalt der gesamten Armee hat, ist noch unklar.<\/p>\n<p>    Verfassung ausgesetzt &#8211; staatliche Institutionen aufgel\u00f6st<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass sich der abgesetzte Pr\u00e4sident Bazoum in seinem Haus aufh\u00e4lt. Die Chefin des UN-Entwicklungsprogramms UNDP, Nicole Kouassi, sagte, &#8222;Er scheint in seinem Haus zu sein, und es scheint ihm gut zu gehen.&#8220; Zum Milit\u00e4r habe ihr B\u00fcro bislang keinen Kontakt gehabt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Streitkr\u00e4fte Nigers hatten sich am Donnerstag auf die Seite der rebellierenden Milit\u00e4rs gestellt. Die Putschisten warnten ausl\u00e4ndische Staaten davor, milit\u00e4risch einzugreifen und erkl\u00e4rten die Verfassung f\u00fcr ausgesetzt. Die Institutionen des Staates seien aufgel\u00f6st, sagte Oberst Amadou Abdramane im Fernsehen.<\/p>\n<p>    Scharfe Kritik an den Putschisten<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">International gab es scharfe Kritik an den Putschisten. Bundesau\u00dfenministerin Annalena Baerbock sicherte ihrem nigrischen Amtskollegen Hassoumi Massoudou am Donnerstag telefonisch die &#8222;volle Unterst\u00fctzung&#8220; Deutschlands f\u00fcr die demokratische Entwicklung in dem westafrikanischen Land zu.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der EU-Au\u00dfenbeauftragte Josep Borrell rief die Putschisten erneut zur sofortigen Freilassung des Pr\u00e4sidenten auf und drohte mit einem dauerhaften Stopp der Hilfszahlungen. &#8222;Die EU verurteilt den Putsch im Niger auf das Sch\u00e4rfste.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch die russische Regierung rief die Putschisten auf, Bazoum freizulassen. &#8222;Es ist n\u00f6tig, die verfassungsm\u00e4\u00dfige Ordnung im Niger wiederherzustellen&#8220;, sagte Au\u00dfenminister Sergej Lawrow am Donnerstag im Fernsehen. &#8222;Wir sind der Auffassung, dass der Putsch verfassungswidrig ist und wir beziehen dazu immer eine prinzipienfeste und klare Position.&#8220;<\/p>\n<p>    Bazoum wichtiger Verb\u00fcndeter des Westens<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Bazoum ist ein wichtiger Verb\u00fcndeter des Westens im Kampf gegen islamische Extremisten. Russland baut seinerseits seinen Einfluss in Afrika aus, unter anderem \u00fcber die Wagner-S\u00f6ldnertruppe, die etwa in Mali aktiv ist, wo sie im Gegenzug f\u00fcr Bodensch\u00e4tze f\u00fcr Sicherheit sorgt. Auch in Burkina Faso fasst Wagner langsam Fu\u00df.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Nach Milit\u00e4rputschen in Mali und Burkina Faso seit 2020 war der Niger das letzte der drei Nachbarl\u00e4nder in der Sahelzone, das von einer demokratisch gew\u00e4hlten Regierung gef\u00fchrt wurde.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Erst Ende 2022 hatte die EU eine Milit\u00e4rmission in Niger beschlossen, um den Terrorismus in der Region zu bek\u00e4mpfen. Der Niger ist in den vergangenen Jahren in den Mittelpunkt der westlichen Bem\u00fchungen ger\u00fcckt, dem gewaltsamen Vormarsch der Dschihadisten in Westafrika und auch dem wachsenden milit\u00e4rischen Einfluss Russlands entgegenzuwirken. Auch rund 100 deutsche Soldaten sind in dem Land, die auf einem Lufttransportst\u00fctzpunkt in Niamey arbeiten.<\/p>\n<p>    Pistorius: &#8222;Keine Gefahr f\u00fcr Bundeswehrsoldaten&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Bundesregierung hat laut Verteidigungsminister Boris Pistorius noch kein klares Bild, was der Milit\u00e4rputsch f\u00fcr die rund 100 dort stationieren Soldaten der Bundeswehr bedeutet. Dem &#8222;Spiegel&#8220; sagte der SPD-Politiker, die Lage sei dynamisch, &#8222;so ist zum Beispiel noch nicht klar, wie sich die F\u00fchrung in der Zukunft zum Engagement der westlichen Partner aufstellen wird&#8220;.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Derzeit arbeite die Bundesregierung unter Hochdruck daran, die Lage zu kl\u00e4ren. In Gespr\u00e4chen mit der nigrischen Seite werde man verdeutlichen, dass sich unsere Kr\u00e4fte aus den inner-nigrischen Angelegenheiten heraushalten. Oberste Priorit\u00e4t habe die Sicherheit der Bundeswehrangeh\u00f6rigen. Derzeit bestehe aber offenbar keine akute Gefahr f\u00fcr die am Flughafen in Niamey stationierten Soldaten. Dies sei das Ergebnis eines Gespr\u00e4chs mit dem Leiter des Lufttransportst\u00fctzpunktes.\u00a0<\/p>\n<p>    &#8222;Totalversagen der Ampelkoalition&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Unionsfraktionsvize Johann Wadephul warf der Bundesregierung ein au\u00dfenpolitisches &#8222;Totalversagen&#8220; vor. Der &#8222;Stuttgarter Zeitung&#8220; sagte der CDU-Politiker, der &#8222;letzte Pfeiler der deutschen und europ\u00e4ischen Sahel-Politik&#8220; scheine mit dem Staatsstreich weggebrochen zu sein. Die Ampelkoalition laufe den Entwicklungen in der Region konzeptlos hinterher.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 28.07.2023 \u2022 19:57 Uhr Am Donnerstag stellte sich das nigrische Milit\u00e4r auf die Seite der Putschisten &#8211;&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":6370,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[243],"tags":[366,1406],"class_list":{"0":"post-6369","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-niger","8":"tag-niger","9":"tag-putsch"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116443211496828094","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6369","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6369"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6369\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/6370"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6369"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6369"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6369"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}