{"id":6587,"date":"2026-04-21T19:23:02","date_gmt":"2026-04-21T19:23:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/6587\/"},"modified":"2026-04-21T19:23:02","modified_gmt":"2026-04-21T19:23:02","slug":"westliches-militaer-in-sahelzone-niger-und-der-westen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/6587\/","title":{"rendered":"Westliches Milit\u00e4r in Sahelzone: Niger und der Westen"},"content":{"rendered":"<p class=\"bodytext paragraph first  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-1\" pos=\"1\">   Niger gilt derzeit als wichtigster demokratischer Stabilit\u00e4tsanker im Sahel. Das Land kooperiert unter dem 2021 gew\u00e4hlten Pr\u00e4sidenten Mohamed Bazoum eng mit westlichen Staaten. In Mali und <a href=\"https:\/\/taz.de\/Neuer-Militaermachthaber-in-Burkina-Faso\/!5882255\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Burkina Faso<\/a> hingegen suchen die aus mehreren Milit\u00e4rputschen hervorgegangenen \u00dcbergangsregierungen immer offensiver den Schulterschluss mit Russland, jedenfalls im Rahmen des Antiterrorkampfes. Doch wer sich mit Menschen in Niger austauscht, bekommt ganz andere T\u00f6ne zu h\u00f6ren. Allenthalben ist von Machtmissbrauch, Korruption und Straflosigkeit die Rede, vor allem das dominante Gebaren der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich wird massiv angeprangert.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-2\" pos=\"2\">Besonders heftig f\u00e4llt die Kritik in Agadez aus, der einst von Tuareg gegr\u00fcndeten Handelsmetropole am S\u00fcdrand der Sahara. Das hat mit Nigers Antimigrationsgesetz \u201e2015\/036\u201c zu tun. Verabschiedet auf Druck der EU, richtet es sich offiziell gegen Menschenhandel, de facto kriminalisiert es jegliche Unterst\u00fctzungsleistungen f\u00fcr Migrant:innen. Die W\u00fcstenpassage Richtung Norden wurde dadurch komplizierter, teurer und gef\u00e4hrlicher, zudem musste Agadez empfindliche \u00f6konomische Verluste hinnehmen, wie selbst der zur Zur\u00fcckhaltung verpflichtete Sultan emp\u00f6rt schildert.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-4\" pos=\"3\">Hauptleidtragende sind all jene, die zuvor f\u00fcr die j\u00e4hrlich mehr als 100.000 Tran\u00adsit\u00admi\u00adgran\u00adt:in\u00adnen Dienstleistungen erbrachten, also Transport, Unterbringung oder Verpflegung. Insgesamt sollen rund 9.000 Menschen ihre Existenzgrundlagen verloren haben, manche sind sogar im Gef\u00e4ngnis gelandet.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-5\" pos=\"4\">Versch\u00e4rfend kam hinzu, dass die Zentralregierung nur vereinzelt die von der EU als Trostpflaster finanzierten Ausgleichszahlungen weitergeleitet hat. Statt neuer Gesch\u00e4ftsgr\u00fcndungen explodierte die Arbeitslosigkeit und mit ihr der Drogenkonsum. In vielen Wohnvierteln wirken die breiten sandbedeckten Stra\u00dfen ab 21 Uhr wie ausgestorben. Angst vor Kriminalit\u00e4t bestimmt mittlerweile den Alltag vieler Menschen, bis vor Kurzem undenkbar in Agadez.<\/p>\n<p>      \u201eDer Regierung ist es gelungen, Angst zu sch\u00fcren\u201c<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-7\" pos=\"6\">Die restriktive Migrationspolitik ist lediglich eines von vielen Beispielen, wie im Gespr\u00e4ch mit Laouel Abari deutlich wird, dem Vorsitzenden des Zusammenschlusses zivilgesellschaftlicher Organisationen in Agadez. Das r\u00fccksichtslos durchgesetzte Migrationsgesetz, sagt er, illustriere die Verachtung der Zentralregierung f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung in entfernten l\u00e4ndlichen Regionen. Nigers Kommunen verf\u00fcgten bis heute weder \u00fcber administrative noch finanzielle Vollmachten, alle wesentlichen Entscheidungen w\u00fcrden in Niamey gef\u00e4llt.<\/p>\n<p>Deutscher Besuch in Niger und Mali<\/p>\n<p class=\"bodytext first paragraph\">Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius und Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze (beide SPD) brechen am Mittwoch zu einer mehrt\u00e4gigen Reise nach Niger und Mali auf. Es soll um eine st\u00e4rkere Vernetzung von Deutschlands Entwicklungs- und Sicherheitspolitik in der afrikanischen Sahelzone gehen.<\/p>\n<p> minHeightToScrollBackOnCloseReadmore){<br \/>\nsetTimeout(function() {<br \/>\n$el.closest(&#8218;.module&#8216;).style.scrollMarginTop = &#8217;47px&#8216;;<br \/>\n$el.closest(&#8218;.module&#8216;).scrollIntoView({ block: &#8217;start&#8216; });<br \/>\n}, readMoreAnimationTime);<br \/>\n};<br \/>\n&#8220; class=&#8220;link icon-link-wrapper textlink show_hide is-align-items-center is-flex mgt-medium typo-link-grey-onpage&#8220; aria-controls=&#8220;accordion-panel-5a2ljspgafu&#8220; :class=&#8220;{ &#8217;show true&#8216;: show  === true, &#8217;show false&#8216;: show  !== true  }&#8220; id=&#8220;accordion-header-5a2ljspgafu&#8220;&gt;<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph last\">Der bevorstehende R\u00fcckzug der Bundeswehr aus der UN-Mission in Gao (Mali) und die Einrichtung einer EU-Ausbildungsmission in Niger mit deutscher Beteiligung markieren einen Schwenk der deutschen Aufmerksamkeit von Mali auf Niger. Dorthin hat bereits Frankreich seine Anti-Terror-Eingreiftruppen der \u201eOperation Barkhane\u201c, deren Hauptquartier sich in Tschad befindet, zur\u00fcckgezogen. Aus Tschad wurde am Wochenende der deutsche Botschafter ausgewiesen.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-9\" pos=\"7\">Besonders verh\u00e4ngnisvoll scheint d<a href=\"https:\/\/taz.de\/Nigers-Praesident-im-taz-Interview-2021\/!5782261\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">ie Pr\u00e4sidentschaft von Mahamadou Issoufou<\/a> zwischen 2011 und 2021 verlaufen zu sein. Der aus der politischen Linken stammende Bergbauingenieur sei mit viel Vorschusslorbeeren ins Amt gelangt, so Abari. Alle h\u00e4tten einen entschiedenen Antikorruptionskampf erwartet. Doch vom ersten Tag an sei die ohnehin krasse Korruption eskaliert. Issoufou habe politische Gegner rigoros verfolgt, darunter auch ehemalige Mitstreiter:innen, und unliebsame B\u00fcr\u00adger\u00admeis\u00adte\u00adr:in\u00adnen absetzen lassen, etwa in Niamey, Bilma und Diffa. Immerhin r\u00e4umte Issoufou verfassungsgem\u00e4\u00df nach zwei Amtszeiten seinen Stuhl, eine Seltenheit in der Region, aber am Ende habe Niger den drittletzten Platz im UN-Index der menschlichen Entwicklung belegt.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-10\" pos=\"8\">Dass Europa eine derart fragw\u00fcrdige Regierungsbilanz guthei\u00dft, l\u00e4sst Menschen wie Abari entgeistert zur\u00fcck. \u201eDer Regierung ist es gelungen, Angst zu sch\u00fcren\u201c, blickt er auf die zehn Jahre Issoufou zur\u00fcck. \u201eSie hat das Leben einflussreicher Pers\u00f6nlichkeiten zerst\u00f6rt. Das haben die Menschen gesehen, danach haben sie den Mund gehalten, denn sie m\u00fcssen ja ihre Familien versorgen. Klar ist aber, dass die Frustration eines Tages explodieren wird.\u201c<\/p>\n<p>      Die allermeisten fordern den Abzug ausl\u00e4ndischer Truppen<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-12\" pos=\"10\">Ein weiterer Stein des Ansto\u00dfes ist die milit\u00e4rische Pr\u00e4senz westlicher L\u00e4nder. In Agadez unterh\u00e4lt die US-Armee eine gro\u00dfe Drohnenstation, doch etliche Menschen berichten, dass die lokale Bev\u00f6lkerung bis heute nicht wisse, wen die st\u00e4ndig startenden und landenden Drohnen \u00fcberhaupt beobachten.<\/p>\n<p><a class=\"slides icon maximize_opahov large pswp-slides pl-0\" href=\"https:\/\/taz.de\/picture\/6200419\/1200\/grafik-Niger-02-2.webp\" data-pswp-width=\"1200\" data-pswp-height=\"1232\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/grafik-Niger-02-2.webp\" height=\"683\" type=\"image\/webp\"\/><\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-14\" pos=\"11\">Noch angespannter ist <a href=\"https:\/\/taz.de\/Gewalt-bei-Protesten-in-Niger\/!5815696\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">die Situation mit Frankreichs Armee<\/a>. 1.000 franz\u00f6sische Sol\u00adda\u00adt:in\u00adnen sind in Niger stationiert, ohne dass die Regierung den Inhalt der einschl\u00e4gigen Vertr\u00e4ge mit Frankreich je ver\u00f6ffentlicht h\u00e4tte. Parallel spitzt sich die Sicherheitslage insbesondere in der westlich gelegenen Region Tillab\u00e9ri zu, was Spekulationen geradezu provoziert. Viele sind davon \u00fcberzeugt, dass die franz\u00f6sische Armee \u00fcber alle erforderlichen Waffen und Ger\u00e4te verf\u00fcgte, um Terroristen binnen k\u00fcrzester Zeit auszuschalten.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-15\" pos=\"12\">Dass dies nicht geschehe, zeige unmissverst\u00e4ndlich, dass die ehemalige Kolonialmacht das Land destabilisieren und so seine eigene, von Rohstoffinteressen geleitete Anwesenheit rechtfertigen wolle. Andere gehen noch einen Schritt weiter: Sie meinen, dass Frankreichs Armee die territoriale Aufspaltung Malis und Nigers vorantreibe, um in der rohstoffreichen W\u00fcste einen eigenst\u00e4ndigen, von Paris gesteuerten Tuareg-Staat gr\u00fcnden zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-16\" pos=\"13\">Auf Au\u00dfenstehende m\u00f6gen solche weit verbreiteten Verschw\u00f6rungserz\u00e4hlungen irritierend wirken. Gleichwohl greift die in Europa viel zitierte Erkl\u00e4rung zu kurz, wonach <a href=\"https:\/\/taz.de\/Russische-Propagandasender-in-Afrika\/!5909500\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">russische Trollfabriken f\u00fcr antifranz\u00f6sische Propaganda verantwortlich seien<\/a>. Deren Existenz ist zwar unstrittig, aber Kritik an franz\u00f6sischer Interessenpolitik gibt es auch ohne russischen Einfluss.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-18\" pos=\"14\">So kam es schon 2015 in Niamey und Zinder wegen der franz\u00f6sischen Satire-Zeitschrift Charlie Hebdo zu Ausschreitungen mit mindestens zehn Toten. Anders als in westlichen Medien dargestellt, richteten sich die Proteste weniger gegen die in der Zeitschrift abgedruckten Mohammed-Karrikaturen. Vielmehr wurde es als unpassend empfunden, dass Pr\u00e4sident Issoufou an den Trauerfeierlichkeiten f\u00fcr die von Islamisten ermordeten Charlie Hebdo-Mit\u00adar\u00adbei\u00adte\u00adr:in\u00adnen in Paris teilgenommen hatte.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-19\" pos=\"15\">Denn das Verh\u00e4ltnis zwischen Frankreich und Niger galt in jener Zeit als \u00e4u\u00dferst angespannt \u2013 unter anderem wegen Rohstofffragen. <a href=\"https:\/\/taz.de\/Niger\/!5198271\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Frankreich bezog jahrzehntelang Uran zu unschlagbar g\u00fcnstigen Preisen aus Niger<\/a>, doch selbst der 2014 von Issoufou neu vereinbarte Steuersatz von 12 Prozent lag deutlich unter den 18,5 Prozent in Kasachstan.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-21\" pos=\"16\">Djamila Azizou, eine 29-j\u00e4hrige Umweltwissenschaftlerin, l\u00e4sst keinen Zweifel: \u201eF\u00fcr die nigrische Jugend ist Frankreich die Basis unserer Krise. Demgegen\u00fcber tut China wirklich etwas f\u00fcr unsere Entwicklung \u2013 die Stra\u00dfen, die Br\u00fccken und so weiter. Frankreich hingegen ist nur wegen Uran, Gold oder \u00d6l da. Wir haben noch nie geh\u00f6rt, dass Frankreich irgendetwas Sinnvolles f\u00fcr die Entwicklung unseres Landes getan hat.\u201c<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-22\" pos=\"17\">Die Schlussfolgerung ist ebenso unzweideutig: Die allermeisten fordern den Abzug ausl\u00e4ndischer Truppen. Lediglich Ausbildungsprogramme f\u00fcr die eigenen Sicherheitskr\u00e4fte erfreuen sich einer gewissen Akzeptanz.<\/p>\n<p>      Eine neue multipolare Weltordnung<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-24\" pos=\"19\">Moctar Dan Yay\u00e9 hat bereits in mehreren westafrikanischen L\u00e4ndern gelebt. Er ist Webdesigner und Pressesprecher der in Niger ans\u00e4ssigen Menschenrechtsorganisation Alarme Phone Sahara. Erst die sozialen Medien h\u00e4tten es den Menschen erlaubt, in einen direkten, h\u00e4ufig transnational gepr\u00e4gten Austausch \u00fcber solche Fragen zu treten, sagt er. Resultat sei ein \u201egemeinsam vollzogener Bewusstseinswandel\u201c, der daf\u00fcr sorgen w\u00fcrde, dass \u00fcberall im Sahel der Slogan \u201egagner-gagner\u201c aufgekommen sei, \u201eWin-Win\u201c auf franz\u00f6sisch \u2013 gleichsam als Chiffre f\u00fcr eine neue multipolare Weltordnung, in der afrikanische Regierungen nicht nur mit europ\u00e4ischen L\u00e4ndern, sondern auch mit China, Russland oder der T\u00fcrkei zusammenarbeiten.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-25\" pos=\"20\">Moussa Tchangari geh\u00f6rt zu den Veteranen der nigrischen Demokratiebewegung, er ist Generalsekret\u00e4r der \u201eAlternative Espaces Citoyens\u201c, einer Menschenrechtsorganisation, die unter anderem in Niamey ein viel geh\u00f6rtes Radio betreibt. Tchangari war in den letzten Jahren zweimal mehrere Monate unter fadenscheinigen Gr\u00fcnden inhaftiert, seine Haltung umweht ein Hauch von Alterspessimismus. Denn die antifranz\u00f6sischen Narrative h\u00e4lt er f\u00fcr den Ausdruck eines \u201ekolonialen Komplexes\u201c. Die Menschen k\u00f6nnten sich ein Scheitern westlicher Armeen schlicht nicht vorstellen \u2013 mit der Konsequenz, dass sie dahinter blo\u00dfes Kalk\u00fcl vermuten.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-26\" pos=\"21\">Auch \u201egagner-gagner\u201c findet Tchangari fragw\u00fcrdig: \u201eEs hat eine deutliche Schlagseite ins Autorit\u00e4re und Nationalistische. Die Menschen verstehen Souver\u00e4nit\u00e4t als St\u00e4rkung staatlicher Macht, nicht als selbstbestimmte Wahrnehmung eigener Interessen. Es ist keineswegs zuf\u00e4llig, dass sich Seyni Kountch\u00e9 wieder gr\u00f6\u00dferer Beliebtheit erfreut.\u201c Kountch\u00e9 regierte Niger als Milit\u00e4rdiktator von 1974 bis 1987.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-27\" pos=\"22\">Zwar fordert in Niger kaum jemand einen Milit\u00e4rputsch \u2013 trotz st\u00e4ndiger positiver <a href=\"https:\/\/taz.de\/Reaktionen-auf-den-Putsch-in-Mali\/!5827935\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bezugnahmen auf Mali<\/a> und Burkina Faso. Favorisiert wird stattdessen ein tiefgreifender, aber abgefederter Bruch mit \u00fcberkommenen Strukturen, zumal viele Pr\u00e4sident Mohamed Bazoum f\u00fcr weniger korrupt und repressiv halten als Issofou. Doch war nicht schon 2012 in Europa das Erstaunen gro\u00df, als die vermeintliche Musterdemokratie Mali nach einem Aufstand im Norden und einem Putsch im S\u00fcden wie ein Kartenhaus kollabierte? Re\u00adpr\u00e4\u00adsen\u00adtan\u00adt:in\u00adnen aus dem Westen w\u00e4ren gut beraten, das offene und unvoreingenommene Gespr\u00e4ch mit der nigrischen Bev\u00f6lkerung zu suchen, anstatt Stabilit\u00e4t zu behaupten, wo keine ist.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph last  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-28\" pos=\"23\">\n        Olaf Bernau war von Januar bis M\u00e4rz in Mali und Niger. 2022 erschien sein Buch \u201eBrennpunkt Westafrika. Die Fluchtursachen und was Europa tun sollte\u201c\n      <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Niger gilt derzeit als wichtigster demokratischer Stabilit\u00e4tsanker im Sahel. 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