{"id":6689,"date":"2026-04-21T21:50:06","date_gmt":"2026-04-21T21:50:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/6689\/"},"modified":"2026-04-21T21:50:06","modified_gmt":"2026-04-21T21:50:06","slug":"wie-koennen-sich-mitte-rechts-parteien-in-afrika-behaupten-auslandsinformationen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/6689\/","title":{"rendered":"Wie k\u00f6nnen sich Mitte-rechts-Parteien in Afrika behaupten? &#8211; Auslandsinformationen"},"content":{"rendered":"<p>Auf einen Blick<\/p>\n<p>Die Demokratien Afrikas und mit ihnen die demokratischen politischen Parteien des Kontinents stehen vor gro\u00dfen Herausforderungen. Wenngleich die Demokratie mehrheitlich als die bevorzugte Staatsform gesehen wird, schwindet das Vertrauen in die L\u00f6sungskompetenz der gew\u00e4hlten Regierungen. Gleichzeitig befinden sich Afrikas Autokraten, teilweise ermutigt durch j\u00fcngere geopolitische Entwicklungen, auf dem Vormarsch.<br \/>\nAuch die Mitte-rechts-Parteien stehen verst\u00e4rkt unter Druck und mussten bei j\u00fcngsten Wahlen Macht abgeben oder wurden Opfer autorit\u00e4rer Regierungsf\u00fchrung und rechtswidrig daran gehindert, Regierungsverantwortung zu \u00fcbernehmen.<br \/>\nSie reagieren darauf mit einer st\u00e4rkeren regionalen Vernetzung, um Erfahrungen auszutauschen, die Stimme der politischen Mitte auf dem Kontinent zu st\u00e4rken und die Resilienz der h\u00e4ufig fragilen Demokratien in Afrika zu verbessern. Dabei nimmt die Democracy Union of Africa (DUA) eine wichtige Rolle ein.<br \/>\nDas DUA-Forum 2025 in Nairobi bietet Anlass zu der Hoffnung, dass die Organisation ihre Rolle als Austauschplattform und Ideengeberin k\u00fcnftig effektiver wahrnehmen wird; insbesondere das Thema Finanzierung bleibt aber ein Problem.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Afrika<a href=\"#endnote-001\">1<\/a> befindet sich in einem dynamischen politischen Wandel, der durch ver\u00e4nderte geopolitische Einfl\u00fcsse und eine junge, zunehmend politisch engagierte Bev\u00f6lkerung gepr\u00e4gt ist. Auch Mitte-rechts-Parteien stehen vor der Herausforderung, sich in einem Umfeld zu behaupten, das durch den R\u00fcckgang demokratischer Normen und internationaler Standards sowie eine wachsende Unzufriedenheit der Jugend gekennzeichnet ist. Dabei ist festzustellen, dass trotz Coups, Kriegen und zahlreichen Krisen die Mehrheit der Menschen auf unserem Nachbarkontinent demokratische Regierungsformen weiterhin bevorzugt. Angesichts der wirtschaftlichen Probleme vieler Staaten, der fast \u00fcberall hohen Arbeitslosigkeit und der weitverbreiteten Korruption ist dies eine bemerkenswerte Tatsache. In vielen Staaten Afrikas werden demokratische Strukturen jedoch zur\u00fcckgedr\u00e4ngt, Wahlen manipuliert und Verfassungen ge\u00e4ndert, um den Machterhalt der bestehenden Eliten zu sichern. Unabh\u00e4ngige Medien werden zum Schweigen gebracht und demokratische Oppositionspolitiker get\u00f6tet, verhaftet oder anderweitig unterdr\u00fcckt. Ob in Ost-, in West-, in Nordafrika oder im s\u00fcdlichen Afrika: \u00dcberall sind die Autokraten auf dem Vormarsch, ermutigt durch ein geopolitisches Umfeld, in dem Freiheit, Demokratie und Menschenrechte in den Hintergrund gedr\u00e4ngt werden.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Hegemonie statt Demokratie<\/p>\n<p>Seit Donald Trump im Januar 2025 ins Wei\u00dfe Haus zur\u00fcckgekehrt ist, geht es Washington haupts\u00e4chlich um Deals und Rohstoffe, nicht um Frieden und die Einhaltung internationaler Standards, nicht um Demokratie und Recht. Die weitgehende Abschaffung US-amerikanischer Entwicklungshilfe, begleitet von erheblichen K\u00fcrzungen auch europ\u00e4ischer Geber, hat Subsahara-Afrika besonders hart getroffen. Dies ist bei der Unterst\u00fctzung zivilgesellschaftlicher Initiativen und demokratischen Engagements ebenfalls deutlich bemerkbar. W\u00e4hrend es noch bis vor Kurzem vielf\u00e4ltige F\u00f6rderprogramme f\u00fcr Organisationen und einzelne Akteure gab, die sich f\u00fcr Demokratie, Menschenrechte und Meinungsfreiheit einsetzten, ist die Zahl der Institutionen aus dem Westen, die hierf\u00fcr finanzielle Hilfen und Knowhow bereitstellen, \u00fcberschaubar geworden. Die deutschen politischen Stiftungen sind hier einer der wenigen verbleibenden verl\u00e4sslichen Partner.<\/p>\n<p>Gleichzeitig ist das politische Umfeld f\u00fcr demokratische Akteure in Afrika deutlich schwieriger geworden. Der Einfluss traditioneller westlicher Akteure\u00a0\u2013 allen voran der EU und der USA\u00a0\u2013 ist r\u00fcckl\u00e4ufig, w\u00e4hrend China, Russland, die T\u00fcrkei und andere verst\u00e4rkt wirtschaftliche und politische Interessen durchsetzen. Diese Staaten verfolgen pragmatische, ressourcenorientierte Ans\u00e4tze, die im Zweifelsfall auch autorit\u00e4re Machtstrukturen festigen und ihren eigenen Einfluss auf dem Kontinent steigern. Das bewerkstelligen sie durch intensivierte wirtschaftliche Zusammenarbeit, die verschiedene Bereiche wie die Rohstoffgewinnung (China) und Infrastrukturprojekte (China, T\u00fcrkei, Vereinigte Arabische Emirate) betrifft, aber auch Bildung (die T\u00fcrkei betreibt insbesondere in Westafrika zahlreiche Schulprojekte) und milit\u00e4rische Unterst\u00fctzung (Russland und T\u00fcrkei) sowie Desinformation (Russland). Letztere dienen nachweislich dem Ziel, den westlichen Einfluss in den afrikanischen Gesellschaften zur\u00fcckzudr\u00e4ngen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Wahlmanipulationen und Gewalt \u2026 und kaum Kritik<\/p>\n<p>Die Wahlen in verschiedenen afrikanischen L\u00e4ndern haben unl\u00e4ngst ein Schlaglicht auf die Zur\u00fcckdr\u00e4ngung demokratischer Strukturen, auf die Missachtung demokratischer Standards und auf die Verfolgung der demokratischen Opposition geworfen. In der Elfenbeink\u00fcste konnte Pr\u00e4sident Ouattara durch eine fragw\u00fcrdige Verfassungs\u00e4nderung f\u00fcr eine vierte Amtszeit kandidieren und hat durch den Ausschluss der st\u00e4rksten Oppositionskandidaten seine Macht f\u00fcr die n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahre gesichert.<a href=\"#endnote-002\">2<\/a> In Tansania h\u00e4lt die Regierung den Oppositionsf\u00fchrer Tundu Lissu seit April vergangenen Jahres in Haft und hat ihn wegen Hochverrats angeklagt.<a href=\"#endnote-003\">3<\/a> W\u00e4hrend der Wahlen Ende Oktober 2025 wurden Proteste brutal niedergeschlagen und hunderte Demonstranten get\u00f6tet, nachdem die Stimmabgabe selbst offenbar massiv manipuliert worden war. In Mosambik wurden ebenfalls Proteste gegen Wahlf\u00e4lschungen zugunsten der seit der Unabh\u00e4ngigkeit regierenden FRELIMO zerschlagen und es bestehen erhebliche Zweifel an der G\u00fcltigkeit des offiziellen Wahlergebnisses.<a href=\"#endnote-004\">4<\/a><\/p>\n<p>Die USA haben sich von einer wertebasierten Au\u00dfenpolitik verabschiedet und treten nicht mehr weltweit f\u00fcr Demokratie und Menschenrechte ein. Auch andere westliche Akteure fordern\u00a0\u2013 nicht zuletzt angesichts ver\u00e4nderter geopolitischer Rahmenbedingungen\u00a0\u2013 immer seltener \u00f6ffentlich die Einhaltung demokratischer und rechtsstaatlicher Prinzipien ein. Die Reaktionen auf die Wahlmanipulationen und die Gewalt in den genannten F\u00e4llen fielen verhalten aus, was auch durch das Bestreben zu erkl\u00e4ren ist, die Beziehungen zu den jeweiligen Regierungen nicht zu gef\u00e4hrden.<a href=\"#endnote-005\">5<\/a><\/p>\n<p>Aber auch afrikanische Staaten mischen sich in der Regel nicht in die Wahlprozesse ihrer Nachbarn ein, egal, wie stark demokratische Standards verletzt und Menschen unterdr\u00fcckt werden. Im Gegenteil: Die regionalen Organisationen, die \u00fcblicherweise Wahlbeobachter senden, stellten in der Vergangenheit h\u00e4ufig einen \u201ePersilschein\u201c aus. Umso bemerkenswerter ist der Wahlbericht der Regionalorganisation SADC zu Tansania, der in deutlichen Worten feststellte, dass die W\u00e4hler keine freie Wahl unter den Kandidaten hatten.<a href=\"#endnote-006\">6<\/a> Es gibt allerdings keine Hinweise darauf, dass die regionale oder internationale Staatengemeinschaft die Regierung Tansanias und deren Pr\u00e4sidentin f\u00fcr die Wahlmanipulationen und Menschenrechtsverletzungen zur Verantwortung zieht. Eine allgemeine Atmosph\u00e4re der Straflosigkeit scheint sich \u00fcber Tansania, Mosambik und der Elfenbeink\u00fcste auszubreiten. Gleiches gilt f\u00fcr den Putsch des Milit\u00e4rs in Madagaskar, der bisher zu keinen gr\u00f6\u00dferen Ver\u00e4nderungen hinsichtlich der Beziehungen Europas oder der Nachbarl\u00e4nder zu dem Inselstaat gef\u00fchrt hat. Wird die Demokratie zum Auslaufmodell?<\/p>\n<p>Immer mehr junge Menschen mobilisieren sich gegen Korruption, Arbeitslosigkeit und mangelnde staatliche Leistungen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Die Generation\u00a0Z fordert Mitsprache und politische Rechenschaftspflicht<\/p>\n<p>Auch wenn aktuelle Umfragen noch best\u00e4tigen, dass die Menschen in Afrika die Demokratie allen anderen Staatsformen vorziehen: Die Unzufriedenheit der B\u00fcrger w\u00e4chst\u00a0\u2013 \u00fcber manipulierte Wahlen, \u00fcber eingeschr\u00e4nkte Freiheiten, aber vor allem \u00fcber mangelnde wirtschaftliche Entwicklung und pers\u00f6nliche Perspektiven. Die Proteste der Generation\u00a0Z, die urspr\u00fcnglich von Kenia ausgehend mittlerweile viele Teile des afrikanischen Kontinents erfasst haben, machen auf ihre jeweils l\u00e4nderspezifische Weise deutlich, dass die politische und wirtschaftliche Entwicklung in vielen L\u00e4ndern Subsahara-Afrikas nicht zukunftsf\u00e4hig ist. \u00dcberall w\u00e4chst der Anteil der Jugendlichen, die weder Chancen f\u00fcr wirtschaftliches Vorankommen noch f\u00fcr eine effektive politische Mitbestimmung erkennen k\u00f6nnen. Deshalb mobilisieren sich immer mehr junge Menschen mithilfe digitaler Vernetzung gegen Korruption, Arbeitslosigkeit und mangelnde staatliche Leistungen. Die aus ihrer Sicht unzureichende Repr\u00e4sentation ihrer Interessen im politischen System f\u00fchrt dazu, dass sie sich vermehrt au\u00dferparlamentarisch engagieren\u00a0\u2013 sei es durch soziale Medien, Stra\u00dfenproteste oder zivilgesellschaftliche Initiativen.<\/p>\n<p>Diese Dynamik stellt die politischen Parteien, auch Mitte-rechts-Parteien, vor die Herausforderung, neue politische Angebote zu schaffen und die Jugend einzubinden. Die Diskrepanz zwischen einer (sprichw\u00f6rtlich) alten Elite und der jungen Mehrheitsbev\u00f6lkerung ist das zentrale Feld, auf dem sich die Zukunftsf\u00e4higkeit der politischen Parteien und der Demokratie entscheiden wird. In diesen gegenl\u00e4ufigen Trends\u00a0\u2013\u00a0einerseits die Zur\u00fcckdr\u00e4ngung demokratischer Strukturen und Prozesse von Seiten der oft langj\u00e4hrigen Machthaber zugunsten des eigenen Machterhalts, andererseits die Zunahme von Rufen nach politischer und wirtschaftlicher Teilhabe durch die jugendliche Bev\u00f6lkerung\u00a0\u2013\u00a0kristallisiert sich ein Wendepunkt f\u00fcr die politischen Parteien des Kontinents. Es ist eine Chance, insbesondere f\u00fcr die mehrheitlich oppositionellen Mitte-rechts-Parteien, ihre Funktion als zentrales Instrument der politischen Willensbildung wahrzunehmen, um verkrustete politische Machtstrukturen aufzubrechen. Die Verj\u00fcngung der Parteien und die Modernisierung ihrer Entscheidungsstrukturen durch eine sinnvolle Einbeziehung der Generation\u00a0Z haben das Potenzial, die Demokratie auf unserem Nachbarkontinent zukunftsf\u00e4hig zu machen. Die Chance liegt besonders bei den Parteien des Mitte-rechts-Lagers, da die demografisch jungen afrikanischen Gesellschaften weiterhin konservativ gepr\u00e4gt sind.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Konservative Werte\u00a0\u2013 linke Politik<\/p>\n<p>Wenn man nach grundlegenden Werten in afrikanischen Gesellschaften sucht, trifft man zweifellos auf solche, die nach den g\u00e4ngigen Definitionen als \u201ekonservativ\u201c bezeichnet werden. Dazu z\u00e4hlt die besondere Bedeutung, die der Familie beigemessen wird, dazu geh\u00f6ren aber auch die Religiosit\u00e4t und die Bewahrung von Traditionen, um nur einige zu nennen. Politischen Parteien des Mitte-rechts-Spektrums in Afrika gelingt es allerdings nicht ausreichend, diese Werteorientierung f\u00fcr ihre politische Arbeit zu nutzen. Bisher \u00fcberwiegt im \u00f6ffentlichen Diskurs sowie in der politischen Rhetorik und Programmatik eher linkes Denken. Dieses versteht den Staat als Wohlfahrtsstaat, der stark in die Wirtschaft eingreift und f\u00fcr Arbeitspl\u00e4tze sorgt. Damit verbunden ist eine latente Abneigung gegen den Markt, gegen private Unternehmen und gegen freien Wettbewerb. Dem konservativen Verst\u00e4ndnis nahestehende Ideale wie individuelle Verantwortung, Selbsthilfe und Subsidiarit\u00e4t kommen in diesem Denken weniger vor.<\/p>\n<p>Der politische Wettbewerb scheint vor allem zwischen sozialistischen und liberalen Ideen stattzufinden.<\/p>\n<p>Diese L\u00fccke zwischen gesellschaftlichen Werten und politischer Ideologie wird teilweise als Folge der Geschichte vieler afrikanischer Staaten gesehen, die von Kolonialismus, Ausbeutung und ungleicher Ressourcenverteilung gepr\u00e4gt war. Nach der Erlangung der Unabh\u00e4ngigkeit war die soziale Ungleichheit hoch, breite Bev\u00f6lkerungsschichten lebten in Armut. Linke Politikans\u00e4tze, die Umverteilung, staatliche Intervention und soziale Gerechtigkeit betonen, scheinen in solchen Kontexten attraktiver als konservative oder liberale Ans\u00e4tze, die auf Marktmechanismen und individuelle Verantwortung setzen. In vielen afrikanischen L\u00e4ndern ist der Staat der wichtigste Akteur f\u00fcr Infrastruktur, Bildung und Gesundheitsversorgung, weil private M\u00e4rkte schwach entwickelt sind. Linke Parteien versprechen staatliche Investitionen, Subventionen und Schutz f\u00fcr die \u00e4rmsten Bev\u00f6lkerungsschichten. Das spricht W\u00e4hler an, die in prek\u00e4ren Situationen leben und unmittelbare Verbesserungen ihrer Lebensbedingungen erwarten.<\/p>\n<p>Es sei au\u00dferdem daran erinnert, dass viele afrikanische Befreiungsbewegungen enge Verbindungen zu sozialistischen Staaten des ehemaligen Ostblocks hatten, was zur nachhaltigen Verankerung von sozialistischem Gedankengut in ihrer Politik f\u00fchrte.<\/p>\n<p>Hinsichtlich der Dominanz von \u201elinkem\u201c Gedankengut in der afrikanischen Politik weniger diskutiert wird der Umstand, dass es keine ausreichenden Angebote von politischen Kr\u00e4ften des Mitte-rechts-Lagers gibt, welche auf der konservativen Werteorientierung der Bev\u00f6lkerung aufbauen. Der politische Wettbewerb scheint vor allem zwischen sozialistischen und liberalen Ideen stattzufinden. Ausnahmen wie die ghanaische New Patriotic Party (NPP) oder die s\u00fcdafrikanische Inkatha Freedom Party best\u00e4tigen die Regel.<\/p>\n<p>Diese Lage findet ihren Ausdruck in der noch immer geringen Zahl von Mitte-rechts-Parteien in Regierungsfunktion. Parteien wie die NPP in Ghana oder die Malawi Congress Party (MCP) mussten nach den j\u00fcngsten Wahlen ihre Macht abgeben.<a href=\"#endnote-007\">7<\/a> Andere herausragende Mitte-rechts-Parteien wie die oppositionelle PDCI-RDA der Elfenbeink\u00fcste oder CHADEMA in Tansania wurden, wie bereits beschrieben, zuletzt Opfer autorit\u00e4rer Regierungsf\u00fchrung und rechtswidrig daran gehindert, Regierungsverantwortung zu \u00fcbernehmen. Auch parteiinterne Konflikte, wie in der mosambikanischen RENAMO, der ugandischen Democratic Party und dem ebenfalls ugandischen Forum for Democratic Change (FDC), haben das afrikanische Mitte-rechts-Lager zuletzt geschw\u00e4cht.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Democracy Union of Africa<\/p>\n<p>Vor fast 30 Jahren haben sich Mitte-rechts-Parteien in Afrika entschlossen, ihre Zusammenarbeit auszubauen, um die Stimme der politischen Mitte auf dem Kontinent zu st\u00e4rken, Erfahrungen auszutauschen und die Resilienz der h\u00e4ufig fragilen Demokratien in Afrika zu verbessern. Dazu wurde im Jahr 1997 die Democracy Union of Africa (DUA, fr\u00fcher: Democratic Union of Africa) gegr\u00fcndet. Sie agiert als eine Allianz afrikanischer Mitte-rechts-Parteien, die sich f\u00fcr Demokratie, Freiheit und Wohlstand einsetzen. Die DUA versteht sich dabei als F\u00f6rderer guter Regierungsf\u00fchrung, pers\u00f6nlicher Freiheit und Marktwirtschaft, die sie als Schl\u00fcssel f\u00fcr nachhaltige Entwicklung und Stabilit\u00e4t in Afrika sieht. Diese Ziele verfolgt die DUA durch j\u00e4hrlich stattfindende Foren, Workshops und Wahlbeobachtermissionen. Sie ist Mitglied der International Democracy Union (IDU), des weltweiten Verbands von Mitte-rechts-Parteien, dem auch die Europ\u00e4ische Volkspartei (EVP) angeh\u00f6rt. Die IDU hat die Entwicklung der DUA von Beginn an stark gef\u00f6rdert und sich intensiv in deren Entscheidungsprozesse eingebracht. Wichtigster ausl\u00e4ndischer F\u00f6rderer war lange die britische Westminster Foundation, inzwischen ist es die Konrad-Adenauer-Stiftung, welche die DUA \u00fcber das Regionalprogramm Politischer Dialog Subsahara-Afrika unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>Die Entwicklung der DUA verlief nach ihrer Gr\u00fcndung schleppend und kam zwischenzeitlich gar zum Erliegen. Im Jahr 2019 wurde jedoch eine von der IDU getragene Initiative gestartet, um die DUA neu zu beleben. Leider beendete diese Initiative die Krise der DUA zun\u00e4chst nicht. Der damals neu gew\u00e4hlte Vorstand konnte zwar ein Konzept f\u00fcr die weitere Entwicklung der Organisation erarbeiten, welches unter anderem die institutionellen Kapazit\u00e4ten der DUA verbessern, die Partnerschaft der beteiligten Parteien st\u00e4rken und die DUA als Verfechterin demokratischer Prinzipien in Afrika positionieren sollte, die Umsetzung dieses Konzepts gelang aber nur ansatzweise. Eine bei den Vorstandswahlen im Jahr 2022 gew\u00e4hlte Doppelspitze funktionierte mehr schlecht als recht, da die F\u00fchrungsverantwortung nur von einem der Vorsitzenden wahrgenommen wurde. Seit den j\u00fcngsten Vorstandswahlen von 2024 verf\u00fcgt die DUA mit der ghanaischen Politikerin Louisa Atta-Agyemang \u00fcber eine junge Vorsitzende, die ihre Aufgaben w\u00e4hrend ihres zweij\u00e4hrigen Mandats mit klaren Zielen und guter Kommunikation erf\u00fcllt. Sie kann dabei auf die Unterst\u00fctzung durch ihre Partei NPP bauen, die eine der tragenden Kr\u00e4fte der DUA ist und mit dem ehemaligen ghanaischen Staatspr\u00e4sidenten Nana Addo Dankwa Akufo-Addo einen prominenten und schlagkr\u00e4ftigen Unterst\u00fctzer hat.<\/p>\n<p>Die DUA zeigte sich bei ihrem j\u00fcngsten Forum solidarisch mit Demokraten, die in ihren L\u00e4ndern Repressionen ausgesetzt sind.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Neue F\u00fchrung, neue Dynamik, klares Bekenntnis<\/p>\n<p>Einen Eindruck dieser neuen Dynamik vermittelte das DUA-Forum im Oktober 2025 in Nairobi. Es stand unter dem Titel \u201eNavigating Africa\u2019s Strategic Position in a Multipolar World\u00a0\u2013 Towards Equitable and Mutually Beneficial Partnerships\u201c und diente der selbstbewussten Verortung Afrikas in einer sich ver\u00e4ndernden Welt, gleichzeitig aber auch der weiteren Vernetzung der Mitgliedsparteien. Einen Themenschwerpunkt bildete die k\u00fcnftige Anbindung Afrikas an die westliche Wertegemeinschaft, zweifellos eine der zentralen geopolitischen Zukunftsfragen des afrikanischen Kontinents, aber auch Europas. Die DUA positionierte sich in diesem Forum klar auf der Seite der Demokratie: Sie zeigte sich solidarisch mit den Demokraten, die in ihren L\u00e4ndern Repressionen ausgesetzt oder aufgrund ihres politischen Engagements inhaftiert sind, wie mit dem tansanischen Oppositionsf\u00fchrer Tundu Lissu und dem ugandischen Oppositionspolitiker Kizza Besigye. Wichtig f\u00fcr die weitere Entwicklung der Organisation war auch die Erarbeitung einer neuen Satzung, die institutionelle Prozesse beschreibt, durch die viele bisherige Konflikte vermieden werden k\u00f6nnen, welche die DUA-Arbeit in der Vergangenheit erschwerten. Dazu z\u00e4hlt die Einf\u00fchrung eines regional rotierenden Vorsitzes, durch den auch die Parteien, die aus schw\u00e4cher in der DUA vertretenen Regionen kommen, die Aussicht haben, die Organisation zu f\u00fchren. Die Entwicklung der DUA wurde auch von Beobachtern der Konferenz in Nairobi, wie der Generalsekret\u00e4rin der IDU, als eindeutig positiv bewertet.<a href=\"#endnote-008\">8<\/a> Die positiven Signale aus Nairobi sollen aber keineswegs dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass die Organisation weiterhin vor gro\u00dfen Herausforderungen steht. Dazu geh\u00f6ren die Erweiterung der Mitgliederzahl, die Vertiefung der Zusammenarbeit und die Reduzierung der Abh\u00e4ngigkeit von ausl\u00e4ndischer Unterst\u00fctzung.<\/p>\n<p>Die DUA verf\u00fcgt aktuell \u00fcber 21 Mitgliedsparteien.<a href=\"#endnote-009\">9<\/a> Sie liegt im Vergleich zu den anderen afrikanischen Parteienfamilien damit deutlich hinter den Liberalen (Africa Liberal Network, 42 Parteien), aber vor der Centrist Democrat International (IDC-CDI, 19 Parteien) und der Afrikanisch Sozialistischen Internationalen (15\u00a0Parteien), wobei die Sozialistische Internationale in Afrika \u00fcber 37 Mitglieder verf\u00fcgt.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Ausbleibende Wahlerfolge der DUA-Mitglieder<\/p>\n<p>Von den 21 DUA-Mitgliedsparteien sind derzeit nur noch drei in Regierungsverantwortung (Istiqlal in Marokko, Unity Party in Liberia und Inkatha Freedom Party in S\u00fcdafrika). Die kenianische KANU bereitet derzeit den Eintritt in die Regierungskoalition vor. Der Status der oppositionellen Democratic Party in Uganda ist unklar, da der Parteivorsitzende als Justizminister der Regierung angeh\u00f6rt. Damit ist die DUA nach den Wahlverlusten der NPP 2024 in Ghana und der MCP 2025 in Malawi afrikaweit nur noch sehr schwach an Regierungen beteiligt. Hinzu kommt, dass einige DUA-Mitglieder bei realistischer Betrachtung aufgrund des Gewichtes der Partei oder der politischen Situation im jeweiligen Land kurz- und mittelfristig auch keine Machtoption haben.<\/p>\n<p>Die DUA hat mit der im Jahr 2025 beschlossenen Satzung nun aber Gestaltungsspielraum geschaffen, um die Mitgliederzahl zu erh\u00f6hen. So wurde neben der Vollmitgliedschaft eine assoziierte Mitgliedschaft f\u00fcr Parteien aus L\u00e4ndern, in denen es bereits zwei DUA-Mitgliedsparteien gibt, eingef\u00fchrt. Bisher wurde die Aufnahme von mehr als zwei Parteien pro Land nicht akzeptiert. Zudem wurde eine akkreditierte Mitgliedschaft f\u00fcr Parteien geschaffen, die nicht alle Kriterien f\u00fcr eine Mitgliedschaft erf\u00fcllen. Diese Kategorie erm\u00f6glicht auch die Mitgliedschaft gesellschaftlicher Organisationen. Zur Heranf\u00fchrung k\u00fcnftiger Vollmitglieder an die Organisation wird nun \u00fcberdies ein Beobachterstatus f\u00fcr Parteien erm\u00f6glicht, die noch kein Mitglied sind. Dabei st\u00fctzt sich die DUA bei der Auswahl k\u00fcnftiger Mitglieder auf eher vage Kriterien wie eine programmatische Orientierung an den Idealen des politischen Mitte-rechts-Lagers und ein Bekenntnis zur Demokratie. Vollmitglieder m\u00fcssen ihre Teilnahme an demokratischen Wahlen in ihrem Land nachweisen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die notwendige Vertiefung der Arbeit der DUA betrifft vor allem die Intensivierung der politisch-inhaltlichen Arbeit sowie die St\u00e4rkung der Organisation als Interessenvertretung des politischen Mitte-rechts-Lagers. Auch wenn es sich bei der DUA um einen Verbund sehr unterschiedlicher Parteien mit h\u00e4ufig eher pragmatischem als programmatischem Politikverst\u00e4ndnis handelt, k\u00f6nnte die Organisation als Impulsgeberin f\u00fcr die politisch-inhaltliche Arbeit der Mitgliedsparteien wichtige Hilfestellung geben, um diese programmatisch besser aufzustellen, sie so st\u00e4rker in der Gesellschaft zu verankern und damit auch ihre Wahlchancen zu verbessern.<\/p>\n<p>Die fehlende Struktur der DUA ist vor allem ein Ergebnis fehlender Finanzmittel.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Was noch zu tun ist<\/p>\n<p>Allerdings sind die Vertiefung und Erweiterung der Arbeit der DUA ohne eine funktionierende Struktur nicht m\u00f6glich. Die DUA verf\u00fcgt derzeit \u00fcber kein Sekretariat, die Hauptlast der Arbeit liegt bei der Vorsitzenden, die sich f\u00fcr die Durchf\u00fchrung von Veranstaltungen Unterst\u00fctzung von au\u00dferhalb der Organisation beschafft und sie teilweise selbst finanziert. Der derzeitige, ehrenamtliche Generalsekret\u00e4r ist hauptberuflich Wahlkampfleiter seiner Partei und sitzt Tausende Kilometer entfernt vom nominellen Sitz der DUA in Accra. Diese fehlende Infrastruktur wird der wachsenden politischen Bedeutung der DUA nicht gerecht. Bisher steht und f\u00e4llt die DUA daher mit dem F\u00fchrungswillen und dem pers\u00f6nlichen Engagement ihrer Leitung.<\/p>\n<p>Die fehlende Struktur ist vor allem ein Ergebnis fehlender Finanzmittel. Zwar sieht die DUA-Satzung die Erhebung von Mitgliedsbeitr\u00e4gen vor, die Einforderung dieser Beitr\u00e4ge erfolgte in der Vergangenheit aber nicht, sodass die Organisation \u00fcber keine nennenswerten Eigenmittel verf\u00fcgt. Die wichtigste Ma\u00dfnahme der DUA, das j\u00e4hrliche DUA-Forum, wird haupts\u00e4chlich von Partnern und Sponsoren getragen, wobei einige DUA-Mitgliedsparteien \u00fcber ausreichende Finanzmittel verf\u00fcgen, um DUA-Foren zu unterst\u00fctzen, die in ihrem jeweiligen Land stattfinden. Die Finanzierung des DUA-Sekretariats hingegen ist weiter ungekl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Die Krise der Demokratie in Afrika erfordert eine st\u00e4rkere Zusammenarbeit von Demokratien und Demokraten. Mit dem R\u00fcckzug traditioneller externer Akteure der Demokratief\u00f6rderung und dem Erstarken von Akteuren, die autorit\u00e4re Gesellschaftsmodelle bef\u00f6rdern, haben sich die Rahmenbedingungen f\u00fcr die Zusammenarbeit der Demokraten in Afrika verschlechtert. Der Grund f\u00fcr die Krise der afrikanischen Demokratien liegt aber nicht in erster Linie in diesen externen Entwicklungen. Er liegt zuvorderst in dem Umstand, dass afrikanische Demokratien nicht in einem ausreichenden Ma\u00dfe politische Stabilit\u00e4t und Wohlstand schaffen, welche f\u00fcr das Vertrauen der B\u00fcrger in den Staat und in die Demokratie zentrale Voraussetzungen sind. Politische Parteien sind h\u00e4ufig Teil des Problems, weil sie inhaltlich und organisatorisch nicht ausreichend gut aufgestellt und nicht ausreichend in der Gesellschaft verankert sind. Gerade f\u00fcr die wichtige Zielgruppe junger W\u00e4hler sind politische Parteien in zu geringem Ma\u00dfe attraktiv. Es ist daher wenig \u00fcberraschend, dass junge Afrikaner ihre Interessen zunehmend \u00fcber die Stra\u00dfe und nicht \u00fcber die Parteien artikulieren.<\/p>\n<p>Die DUA hat sich in der j\u00fcngeren Vergangenheit klar an der Seite der Demokraten und Demokratien positioniert. So hat sie in \u00f6ffentlichen Stellungnahmen auf die kritische Lage in Tansania hingewiesen, wo im Umfeld der Wahlen 2025 mit der Oppositionspartei CHADEMA ein DUA-Mitglied massiven Repressionen ausgesetzt war. Die politische Entwicklung in der Elfenbeink\u00fcste, wo der Pr\u00e4sidentschaftskandidat des DUA-Mitglieds PDCI-RDA von den Wahlen ausgeschlossen wurde, wurde ebenso zum Gegenstand kritischer DUA-Stellungnahmen wie die rechtswidrige Inhaftierung des Oppositionspolitikers Kizza Besigye in Uganda.<a href=\"#endnote-010\">10<\/a> Es gelang der DUA dabei, diese Mobilisierung \u00fcber die IDU auch in die internationale politische Debatte einzuspeisen, was im Fall CHADEMA dazu f\u00fchrte, dass die EVP im Europ\u00e4ischen Parlament erfolgreich eine Resolution einbrachte, die sich kritisch mit der politischen Entwicklung in Tansania besch\u00e4ftigt.<\/p>\n<p>Das politische Gewicht der DUA sollte\u00a0\u2013 gerade auch im Vergleich zu den Verb\u00e4nden der anderen politischen Familien in Afrika\u00a0\u2013 durch die Aufnahme weiterer Mitglieder erh\u00f6ht werden. Bei der Erweiterung der Mitgliedschaft sollte die DUA allerdings den Fehler anderer internationaler Parteienverb\u00e4nde vermeiden, neue Mitglieder nicht ausreichend auf ihre Demokratietreue zu pr\u00fcfen.<\/p>\n<p>Im Zuge dieser Erweiterung w\u00e4re es auch wichtig, sich st\u00e4rker den frankophonen L\u00e4ndern des Kontinents zuzuwenden. Derzeit sind mit Marokko, der Elfenbeink\u00fcste und Togo nur drei L\u00e4nder des frankophonen Afrikas in der DUA durch Parteien vertreten. Das anglophone Afrika ist mit zehn L\u00e4ndern deutlich besser repr\u00e4sentiert. Immerhin zwei der insgesamt f\u00fcnf lusophonen L\u00e4nder Afrikas sind in der DUA vertreten. Die gesamte Region Zentralafrika findet mit der Ausnahme \u00c4quatorialguineas in der DUA nicht statt.<\/p>\n<p>Die Vertiefung der Arbeit der DUA kann einen wichtigen Beitrag zum Erfolg der Mitgliedsparteien in ihren jeweiligen L\u00e4ndern leisten. Sie sollte durch die Unterst\u00fctzung der politisch-inhaltlichen Arbeit der Mitgliedsparteien erfolgen und dort ansetzen, wo in der Gesellschaft vorhandene Werteorientierungen bisher nicht ausreichend durch Parteien aufgegriffen werden. Denkbar w\u00e4re die Schaffung eines (virtuellen) DUA-Policy-Instituts, welches Konzepte f\u00fcr Politikformulierungen erstellt, die dann f\u00fcr die Programme der Mitgliedsparteien genutzt werden k\u00f6nnen. Auch ein verst\u00e4rkter Austausch zu Erfahrungen im Wahlkampf oder zum Umgang mit autorit\u00e4ren Regimen w\u00fcrde einen Mehrwert erbringen, der eine Mitgliedschaft in der DUA attraktiver machen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Wie k\u00f6nnen sich Mitte-rechts-Parteien in Afrika behaupten?<\/p>\n<p>Demokratische Parteien stehen angesichts der politischen Entwicklung in Afrika mit einem Trend zu autorit\u00e4rer Regierungsf\u00fchrung erheblich unter Druck. Diese Situation erfordert eine st\u00e4rkere Solidarisierung von Demokratien, Demokraten und demokratischen politischen Parteien auf dem Kontinent sowie eine strukturiertere Zusammenarbeit. Die Solidarit\u00e4t afrikanischer Demokraten untereinander gewinnt angesichts des abnehmenden Engagements der internationalen Gemeinschaft in der Demokratief\u00f6rderung weiter an Bedeutung. Die Democracy Union of Africa hat das Mandat ihrer Mitgliedsparteien, aktiv an diesem Prozess mitzuwirken, und tat dies zuletzt erfolgreich. Als afrikanischer Dachverband von Mitte-rechts-Parteien und Mitglied der International Democracy Union kann die DUA \u00fcberdies Br\u00fccken in andere Kontinente bauen, um f\u00fcr Solidarit\u00e4t auch \u00fcber den afrikanischen Kontinent hinaus zu werben. Die internationale Vernetzung der DUA-Mitgliedsparteien mit anderen Parteien der IDU und die starke Partnerschaft mit Deutschland sind f\u00fcr alle beteiligten Akteure gerade in Zeiten des geopolitischen Wandels und neuer Rivalit\u00e4ten von fundamentaler Bedeutung.<\/p>\n<p>Der politische Erfolg von Mitte-rechts-Parteien in Afrika wird vor allem davon abh\u00e4ngen, ob sie Politikangebote unterbreiten, welche die Interessen der jeweiligen Bev\u00f6lkerung repr\u00e4sentieren. Dazu bedarf es einer klaren inhaltlichen Positionierung als politische Kraft, die konservative gesellschaftliche Werte vertritt und darauf aufbauend politische Programme entwickelt, die zu einer f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung f\u00fchlbaren Verbesserung ihrer Lebensverh\u00e4ltnisse f\u00fchren. Von zunehmender Bedeutung f\u00fcr den Erfolg von Mitte-rechts-Parteien wird es sein, diese Politikangebote an den Bed\u00fcrfnissen junger Menschen auszurichten und jene daf\u00fcr zu gewinnen, sich parteipolitisch zu engagieren. Wenn junge Menschen, die politisch engagiert sind, in den Parteigremien Geh\u00f6r finden, ihre Ideen in die Entscheidungsfindung und Programmformulierung einbringen und nach au\u00dfen auftreten k\u00f6nnen, erh\u00f6ht dies die Repr\u00e4sentativit\u00e4t von Parteien und st\u00e4rkt damit auch die jeweiligen Demokratien.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Austausch zu politisch-inhaltlichen Herausforderungen, aber auch zu wichtigen Fragen wie Parteiorganisation, Wahlkampfmanagement, politischer Kommunikation und dem Umgang mit autorit\u00e4ren Regierungen kann die DUA f\u00fcr ihre Mitgliedsparteien als Plattform wirken. Damit w\u00fcrde sie einen wichtigen Beitrag zur Bewahrung und F\u00f6rderung der Demokratie sowie zur St\u00e4rkung des politischen Mitte-rechts-Lagers in Afrika leisten und ihre Attraktivit\u00e4t f\u00fcr neue Mitglieder erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p align=\"left\">Dr. Holger Dix ist Leiter des Regionalprogramms Politischer Dialog Subsahara-Afrika der Konrad-Adenauer-Stiftung mit Sitz in Johannesburg.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p align=\"left\">Henri Bohnet ist L\u00e4nderreferent S\u00fcdliches Afrika, Medien, Digitales und Parteien bei der Konrad-Adenauer-Stiftung.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Die Autoren nutzen in diesem Text \u201eAfrika\u201c als vereinfachenden Begriff f\u00fcr unseren Nachbarkontinent mit seinen 54 Staaten.<a aria-label=\"Zur\u00fcck zur Textstelle\" class=\"fn-back\" href=\"#endnote-001-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><br \/>\nBrinkel, Stefanie 2026: Parlamentswahl in der C\u00f4te d\u2019Ivoire\u00a0\u2013 Machtkonsolidierung von Alassane Outtara, L\u00e4nderberichte, Konrad-Adenauer-Stiftung, 09.01.2026, in: <a href=\"https:\/\/ogy.de\/m4km\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">https:\/\/ogy.de\/m4km<\/a> [10.02.2026].<a aria-label=\"Zur\u00fcck zur Textstelle\" class=\"fn-back\" href=\"#endnote-002-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><br \/>\nEuropean Parliament News 2025: Human rights violations in Tanzania, Iran and Tunisia, 27.11.2025, in: <a href=\"https:\/\/ogy.de\/06k2\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">https:\/\/ogy.de\/06k2<\/a> [10.02.2026].<a aria-label=\"Zur\u00fcck zur Textstelle\" class=\"fn-back\" href=\"#endnote-003-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><br \/>\nGlobal State of Democracy Initiative 2024: Mozambique\u00a0&#8211; October 2024, in: <a href=\"https:\/\/ogy.de\/ngf8\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">https:\/\/ogy.de\/ngf8<\/a> [10.02.2026].<a aria-label=\"Zur\u00fcck zur Textstelle\" class=\"fn-back\" href=\"#endnote-004-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><br \/>\nDie zur\u00fcckhaltende Kritik der internationalen Staatengemeinschaft hat Beobachtern zufolge verschiedene Gr\u00fcnde. Einige davon hier: Nebe, Cai 2025: Is Western influence on African democracy fading?, Deutsche Welle, 14.10.2025, in: <a href=\"https:\/\/ogy.de\/x79a\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">https:\/\/ogy.de\/x79a<\/a> [10.02.2026]<a aria-label=\"Zur\u00fcck zur Textstelle\" class=\"fn-back\" href=\"#endnote-005-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><br \/>\nMsowoya, Richard 2025: Preliminary Statement, 03.11.2025, in: <a href=\"https:\/\/ogy.de\/twee\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">https:\/\/ogy.de\/twee<\/a> [10.02.2026].<a aria-label=\"Zur\u00fcck zur Textstelle\" class=\"fn-back\" href=\"#endnote-006-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><br \/>\nSABC News 2025: Mutharika declared Malawi\u2019s President-elect, Youtube, 24.09.2025, in: <a href=\"https:\/\/ogy.de\/wz6o\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">https:\/\/ogy.de\/wz6o<\/a> [10.02.2026].<a aria-label=\"Zur\u00fcck zur Textstelle\" class=\"fn-back\" href=\"#endnote-007-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><br \/>\nGespr\u00e4ch Holger Dix mit IDU-Generalsekret\u00e4rin Tina Mercep vom 02.02.2026.<a aria-label=\"Zur\u00fcck zur Textstelle\" class=\"fn-back\" href=\"#endnote-008-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><br \/>\nNational Union for the Total Independence of Angola UNITA; Democratic Party of C\u00f4te d\u2019Ivoire\u00a0\u2013 African\u00a0Democratic Rally (PDCI-RDA), Elfenbeink\u00fcste; Democratic Centre Union (UCD), \u00c4quatorial-Guinea; New Patriotic Party (NPP), Ghana; Kenya Africa National Union (KANU); Democratic Party of Kenya (DPK); Unity Party (UP), Liberia; Malawi Congress Party (MCP); Istiqlal Party, Marokko; Mozambican National Resistance (RENAMO); Democratic Movement of Mozambique (MDM); Popular Democratic Movement (PDM), Namibia; People\u2019s Democratic Party (PDP), Nigeria; People\u2019s Movement for Democratic Change (PMDC), Sierra Leone; National Grand Coalition Party (NGCP), Sierra Leone; African Christian Democratic Party (ACDP), S\u00fcdafrika; Inkatha Freedom Party (IFP), S\u00fcdafrika; Party for Democracy and Progress (CHADEMA), Tanzania; Forces D\u00e9mocratiques Pour La R\u00e9publique (FDR), Togo; Democratic Party (DP), Uganda; Forum for Democratic Change (FDC), Uganda.<a aria-label=\"Zur\u00fcck zur Textstelle\" class=\"fn-back\" href=\"#endnote-009-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><br \/>\nDemocracy Union of Africa 2025: The Democracy Union of Africa strongly condemns the unlawful incarceration of Dr.\u00a0Kizza Besigye, X, 20.02.2025, in: <a href=\"https:\/\/ogy.de\/9hn5\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">https:\/\/ogy.de\/9hn5<\/a> [10.02.2026].<a aria-label=\"Zur\u00fcck zur Textstelle\" class=\"fn-back\" href=\"#endnote-010-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Auf einen Blick Die Demokratien Afrikas und mit ihnen die demokratischen politischen Parteien des Kontinents stehen vor gro\u00dfen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":6690,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[918,29,3782,3783,125,3784,3101,151,1777,118,379,3781,346,3785,3787,3786,3102,1773,1782,43,179,318,1774,207],"class_list":{"0":"post-6689","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-afrika","8":"tag-918","9":"tag-afrika","10":"tag-auslandsinformationen","11":"tag-auslandsinformationen-und-kommunikation","12":"tag-cote-divoire","13":"tag-demokratie-braucht-mitwirkung","14":"tag-europa-und-internationales","15":"tag-ghana","16":"tag-hauptabteilung-europaeische-und-internationale-zusammenarbeit","17":"tag-kenia","18":"tag-madagaskar","19":"tag-malawi","20":"tag-mosambik","21":"tag-naher-osten-und-nordafrika","22":"tag-parteien-und-wahlen-weltweit","23":"tag-regionalprogramm-politischer-dialog-subsahara-afrika","24":"tag-schwerpunktthemen","25":"tag-startseite","26":"tag-subsahara-afrika","27":"tag-suedafrika","28":"tag-tanzania","29":"tag-togo","30":"tag-uebersichtsseite","31":"tag-uganda"},"share_on_mastodon":{"url":"","error":"Validation failed: Text character limit of 500 exceeded"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6689","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6689"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6689\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/6690"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6689"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6689"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6689"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}