{"id":6787,"date":"2026-04-21T23:47:30","date_gmt":"2026-04-21T23:47:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/6787\/"},"modified":"2026-04-21T23:47:30","modified_gmt":"2026-04-21T23:47:30","slug":"warum-namibia-jetzt-elefanten-versteigert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/6787\/","title":{"rendered":"Warum Namibia jetzt Elefanten versteigert"},"content":{"rendered":"<p>Eigentlich ist es ein Grund zur Freude: Innerhalb der letzten 30 Jahre ist der Bestand der Afrikanischen Elefanten in Namibia um stolze 60 Prozent gestiegen. Zu verdanken sind diese Erfolge nicht zuletzt den au\u00dferordentlichen Leistungen der L\u00e4nder des Kontinents f\u00fcr den Schutz der Tiere.<\/p>\n<p>Doch nun werden diese Zahlen von der \u00f6rtlichen Regierung als zu hoch empfunden. So ordnete Namibia j\u00fcngst, trotz internationaler Kritik, den Fang von 35 Elefanten an \u2013 um sie zu versteigern. Mit weiteren Wildf\u00e4ngen in naher Zukunft ist zu rechnen. Richtlinien und Abkommen zum Trotz genehmigt die Regierung mit Sitz in Windhoek nun zus\u00e4tzlich den Export der Tiere, beispielsweise in die Arabischen Emirate.<\/p>\n<p>Der Wert eines Elefantenlebens<\/p>\n<p>F\u00fcr das Vorgehen des Landes gibt es verschiedene Gr\u00fcnde. Grund eins: Tier- und Naturschutz kostet Geld, und die Versteigerung bringt solches ein. Bis zu 10.000 Dollar werden f\u00fcr einen Afrikanischen Elefanten geboten. Bei der j\u00fcngsten Versteigerung des Landes kamen 22 wildgefangene Exemplare \u201eunter den Hammer\u201d \u2013 und damit in den Besitz eines in Namibia ans\u00e4ssigen Wildtierz\u00fcchters. Zumindest vor\u00fcbergehend.<\/p>\n<p>Fragw\u00fcrdige und lukrative Weiterverk\u00e4ufe an den Al Ain Zoo in Abu Dhabi und einen Safaripark nahe Dubai besiegeln nun das Ende eines freien Lebens der Dickh\u00e4uter. Laut der Tierschutzorganisation Pro Wildlife e.V. waren unter ihnen auch neugeborene Jungtiere. Auskunft \u00fcber deren Gesundheitszustand und \u00fcber eine gesundheitlich angeschlagene Elefantenkuh liegen nicht vor. Tiersch\u00fctzer sind alarmiert.<\/p>\n<p>\u201eDer Fang wilder Elefanten f\u00fcr die lebenslange Gefangenschaft in Vergn\u00fcgungsparks und Zoos ist nicht nur grausam, die Ausfuhr verst\u00f6\u00dft auch gegen internationale Artenschutzbestimmungen\u201c, \u00e4u\u00dfert sich die Biologin Daniela Freyer von Pro Wildlife. Zum Beispiel gegen das Washingtoner Artenschutz\u00fcbereinkommen (CITES). Dessen <a href=\"https:\/\/www.prowildlife.de\/aktuelles\/pressemitteilung\/namibias-ausfuhr-von-22-elefanten-widerspricht-internationalem-artenschutzrecht\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">Richtlinien<\/a> sehen vor, dass namibische Elefanten ausschlie\u00dflich in andere afrikanische L\u00e4nder und lediglich zum Zwecke des Artenschutzes exportiert werden d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Doch Exporte aus dem Jahr 2021 belegen, dass es dabei eben nicht bleibt: Lediglich 15 von 57 wild gefangenen und privat ersteigerten Elefanten verblieben im Land. Unter starker Kritik genehmigt das CITES-Sekretariat Auslieferungen also unter Umst\u00e4nden nichtsdestotrotz.<\/p>\n<p>Galerie: Einblicke in die Welt der Schmuggelware (Triggerwarnung)<\/p>\n<p>Die Frage nach dem Warum<\/p>\n<p>Warum wendet sich die Namibische Regierung nun gegen den Afrikanischen Elefanten? Grund daf\u00fcr sind laut ihr die anhaltenden D\u00fcrreperioden, mit denen das Land zu k\u00e4mpfen hat. Diese machen sowohl den Menschen als auch der Tierwelt zu schaffen. Auf der Suche nach Wasser kommt es durch die gr\u00f6\u00dften Lands\u00e4ugetiere der Welt scheinbar immer wieder zu Sch\u00e4den in bewohnten Gebieten und Konflikten mit Einwohnern. Laut des namibischen Ministeriums f\u00fcr Umwelt, Forstwirtschaft und Tourismus (MEFT) kam es in den letzten drei Jahren in 923 F\u00e4llen zu landwirtschaftlichen Sch\u00e4den durch die Tiere und zu vier Todesf\u00e4llen.<\/p>\n<p>Das Reduzieren der Best\u00e4nde durch den Verkauf der Tiere soll diesen unter Umst\u00e4nden gef\u00e4hrlichen Situationen entgegenwirken. Zus\u00e4tzlich argumentiert die Regierung Namibias, dass die Erl\u00f6se wiederum f\u00fcr den Naturschutz ben\u00f6tigt werden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.ffw.ch\/de\/news\/medienmitteilung-namibia-exportiert-22-wilde-elefanten-unter-eklatanter-missachtung-des-internationalen-rechts\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">Laut der Schweizer Franz-Weber-Stiftung<\/a> begr\u00fcndet das Land seine Entscheidung jedoch mit einer umstrittenen juristischen Auslegung und vors\u00e4tzlichen Fehlinterpretationen der geltenden Bestimmungen. Das s\u00fcdwestafrikanische Land bestreitet jegliche Verst\u00f6\u00dfe gegen das internationale Tierschutzabkommen.<\/p>\n<p>Gegens\u00e4tzliche Argumente und lukrative Gesch\u00e4fte<\/p>\n<p>Der namibische Jagdverband (NAPHA) teilt mit, dass die Tierschutzorganisationen keinerlei R\u00fccksicht auf die Rechte der Gemeinschaften vor Ort nehmen w\u00fcrden und unterst\u00fctzt das Vorgehen der Regierung. Tiersch\u00fctzern zufolge gibt es in der Region von Kamanjab haupts\u00e4chlich kommerzielle Landwirtschaft und eine sehr niedrige Bev\u00f6lkerungsdichte. In offiziellen Daten finden sich in der Region kaum verzeichnete Konflikte zwischen Elefanten und Menschen.<\/p>\n<p>Im Gegenteil: Die Population von W\u00fcstenelefanten in dem von Trockenheit geplagten Gebiet im Nordwesten des Landes ist \u00e4u\u00dferst gering. Und ist von derartigen Eingriffen stark gef\u00e4hrdet. \u201eDie Begr\u00fcndung f\u00fcr diesen Deal, von dem nur einige Gesch\u00e4ftsleute profitieren, ist mehr als fadenscheinig. F\u00fcr die Menschen und Tiere in Namibia ist diese Geschichte eindeutig ein Verlustgesch\u00e4ft\u201c, so Freyer von Pro Wildlife.<\/p>\n<p>Die Regierung Namibias verweist unterdessen auf ihre Erfolge im Naturschutz und die Bem\u00fchungen, das Zusammenleben mit wilden Tieren f\u00fcr alle Parteien bestm\u00f6glich zu gestalten. Zudem fordert sie dazu auf, Vorschl\u00e4ge f\u00fcr alternative L\u00f6sungen gegen die zunehmenden Konflikte und f\u00fcr eine bessere Koexistenz zwischen Menschen und Wildtieren zu finden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Eigentlich ist es ein Grund zur Freude: Innerhalb der letzten 30 Jahre ist der Bestand der Afrikanischen Elefanten&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":6788,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[16],"tags":[414],"class_list":{"0":"post-6787","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-namibia","8":"tag-namibia"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116445370336083034","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6787","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6787"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6787\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/6788"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6787"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6787"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6787"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}