{"id":6946,"date":"2026-04-22T03:33:16","date_gmt":"2026-04-22T03:33:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/6946\/"},"modified":"2026-04-22T03:33:16","modified_gmt":"2026-04-22T03:33:16","slug":"hoffnung-fuer-europas-gaskrise-lng-aus-afrika-rohstoffeerdgas-cng-lnglieferkettesupply-chain-management-scmkonflikte-krisen-news-logistik-heute","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/6946\/","title":{"rendered":"Hoffnung f\u00fcr Europas Gaskrise: LNG aus Afrika &#8211; Rohstoffe,Erdgas (CNG, LNG),Lieferkette,Supply Chain Management (SCM),Konflikte, Krisen | News | LOGISTIK HEUTE"},"content":{"rendered":"<p>Der Iran-Konflikt hat die Produktion in Katar und den Handelsweg durch die Stra\u00dfe von Hormus stark gedrosselt. Gaspreise im Gro\u00dfhandel sind in die H\u00f6he geschnellt. Gewinnen jetzt Afrikas massive Fl\u00fcssigerdgas-Ressourcen an strategischer Bedeutung?<\/p>\n<p>Welche Rolle spielt Afrika bei der Gasversorgung Europas?<\/p>\n<p>LNG aus Afrika spielt eine wachsende Rolle. \u201eDer Kontinent deckte 2025 \u00fcber 17 Prozent des europ\u00e4ischen LNG-Bedarfs\u201c, sagt Analyst Sean Harrison von der britischen Energie-Beratungsfirma Wood Mackenzie. Die Lieferungen stammten gr\u00f6\u00dftenteils aus Algerien, Nigeria und Angola, doch gab es auch Lieferungen aus \u00c4quatorialguinea, Mauretanien\/Senegal, Kamerun und der Republik Kongo.\u00a0<\/p>\n<p>Das Potenzial ist aber wesentlich gr\u00f6\u00dfer: Afrikas Erdgasvorkommen sind laut einer statistischen \u00dcbersicht des \u00d6lkonzerns BP mit 12,9 Billionen Kubikmetern leicht gr\u00f6\u00dfer als die der USA mit 12,6 Billionen Kubikmetern. Laufende Gro\u00dfprojekte, beispielsweise in Mosambik und Tansania, sollen laut der Internationalen Energieagentur IEA bald bedeutende neue Korridore \u00f6ffnen. Afrika sei als kurzfristiger Notfalllieferant gut positioniert, aber auch, um langfristig Versorgungsprobleme zu l\u00f6sen, sagt Dhesigen Naidoo, Energieanalyst des Instituts f\u00fcr Sicherheitsstudien Afrika (ISS).<\/p>\n<p>Wie sicher ist Deutschlands Gasversorgung aktuell?<\/p>\n<p>Die Bundesnetzagentur h\u00e4lt die Gasversorgung derzeit f\u00fcr stabil, da Gas vom Persischen Golf f\u00fcr die deutsche Versorgung keine wesentliche Rolle spiele. LNG-Lieferungen beziehe man aktuell vor allem aus den USA. Allerdings k\u00f6nnten die Preiseffekte auf den Weltm\u00e4rkten laut der Beh\u00f6rde je nach Dauer des Konflikts auch in Deutschland sp\u00fcrbar sein.<\/p>\n<p>Im vergangenen Jahr kam das meiste Erdgas \u00fcber Leitungen aus Norwegen. Auch \u00fcber die Niederlande und Belgien erreichten Deutschland gr\u00f6\u00dfere Mengen. Gut zehn Prozent der Gasimporte erreichten Deutschland \u00fcber die neuen LNG-Terminals an der Nord- und Ostseek\u00fcste. Dieses Gas kam vor allem aus den USA. Kleinere Mengen kamen aber auch aus \u00c4quatorialguinea. Anfang 2026 erreichte Deutschland auch LNG aus Kamerun und aus Gasfeldern vor Westafrika.<\/p>\n<p>Welche afrikanischen LNG-Projekte sind strategisch wichtig?<\/p>\n<p>Laut der IEA ist Mosambik auf dem Weg, ein wichtiger Standort f\u00fcr den globalen LNG-Markt zu werden. Projekte von TotalEnergies und ExxonMobil versprechen dort eine Produktion von mehr als 30 Millionen Tonnen Fl\u00fcssiggas pro Jahr. Zwar hat eine volatile Sicherheitslage aufgrund islamistischer Terroranschl\u00e4ge den Produktionsbeginn schon mehrfach verz\u00f6gert; ab 2030 soll es jedoch erste Lieferungen geben. Trotz ungewisser Zeitpl\u00e4ne werden als risikoreich geltende Projekte wie in Mosambik Analysten zufolge in einem angespannten globalen Markt neu bewertet so lange langfristig gr\u00f6\u00dfere Liefermengen in Aussicht stehen.<\/p>\n<p>Im Nordwesten Afrikas, auf der Seegrenze zwischen Mauretanien und Senegal, geht gerade das von BP und Kosmos Energy betriebene Greater Tortue Ahmeyim (GTA) Offshore-Fl\u00fcssigerdgasprojekt in die Produktionsphase von bis zu 10 Millionen Tonnen LNG pro Jahr. Schwimmende LNG-Anlagen erm\u00f6glichen schnellen Einsatz und flexible Lieferung. Der Standort Westafrika bietet zudem kurze Transportzeiten nach Europa im Vergleich zu den USA.<\/p>\n<p>Auch LNG-Projekte in Angola, der Republik Kongo, Kamerun, Gabun und \u00c4quatorialguinea gewinnen f\u00fcr Europa zunehmend an Bedeutung, sagt Pranav Joshi, ein Analyst des Dienstleisters Rystad Energy.\u00a0<\/p>\n<p>Wie gro\u00df ist das Wachstumspotenzial von Afrikas LNG-Markt?<\/p>\n<p>Afrika verf\u00fcgt aktuell \u00fcber 8 bis 10 Prozent der weltweit nachgewiesenen Gasreserven. \u201eDa Erdgas auf dem Kontinent bislang nur unzureichend erkundet wurde, k\u00f6nnte dieser Anteil deutlich h\u00f6her liegen. Es besteht eine realistische Chance, dass er doppelt so hoch ist\u201c, sagt Naidoo. \u201eAfrika verf\u00fcgt \u00fcber mehr Potenzial als fast jeder andere Ort auf der Welt.\u201c\u00a0<\/p>\n<p>Laut dem Forum Gas Exportierender L\u00e4nder (GECF) k\u00f6nnte Afrika bis 2050 zudem fast ein Viertel der weltweiten Investitionen f\u00fcr den Bau von LNG-Verfl\u00fcssigungsanlagen auf sich ziehen.<\/p>\n<p>Welche Vorteile bieten Fl\u00fcssigerdgas-Exporte aus Afrika?<\/p>\n<p>Afrikanisches LNG bietet Europa Experten zufolge einige wesentliche Vorteile. Aufgrund der geografischen N\u00e4he bedeuten k\u00fcrzere Transportwege eine schnellere Lieferung im Vergleich zu Lieferanten aus den USA oder Nahost, sagt Harrison. Schwimmende LNG-Anlagen, wie beispielsweise in Senegal\/Mauretanien oder im Kongo, erm\u00f6glichen schnellen Einsatz und eine flexible Lieferung.<\/p>\n<p>Obwohl die Produktionsvolumen vergleichsweise gering sind, b\u00f6ten diese laut Harrison stabilen und schnellen Zugang zu zus\u00e4tzlichen Kapazit\u00e4ten, um saisonale Nachfrageschwankungen auszugleichen oder Versorgungsengp\u00e4sse abzufedern.<\/p>\n<p>Was f\u00fcr Risiken birgt der afrikanische LNG-Markt?<\/p>\n<p>Trotz des enormen Potenzials steht Afrika vor erheblichen Herausforderungen. Der Kontinent k\u00e4mpft laut Naidoo mit unterentwickelter Infrastruktur wie fehlenden Pipelines, Verfl\u00fcssigungsanlagen und Exportterminals, die den Ausbau von LNG-Exporten aktuell noch stark behindern. Gro\u00dfprojekte in Mosambik und Tansania erfahren aufgrund von Sicherheits- und Logistikproblemen immer wieder Verz\u00f6gerungen. In Nigerias Nigerdelta f\u00fchren Unruhen und Sabotage regelm\u00e4\u00dfig zu Unterbrechungen der Produktion.\u00a0<\/p>\n<p>Zudem sind viele potenzielle Lieferl\u00e4nder von politischer Instabilit\u00e4t, regulatorischen Unsicherheiten und Korruption gepr\u00e4gt. Afrikanische LNG-Projekte seien besonders anf\u00e4llig f\u00fcr wirtschaftliche Schwankungen und Finanzierungsprobleme, so Naidoo. (lmp)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Iran-Konflikt hat die Produktion in Katar und den Handelsweg durch die Stra\u00dfe von Hormus stark gedrosselt. 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