{"id":7132,"date":"2026-04-22T07:47:08","date_gmt":"2026-04-22T07:47:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/7132\/"},"modified":"2026-04-22T07:47:08","modified_gmt":"2026-04-22T07:47:08","slug":"g-7-gipfel-der-westen-macht-sich-in-afrika-laecherlich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/7132\/","title":{"rendered":"G-7-Gipfel: Der Westen macht sich in Afrika l\u00e4cherlich"},"content":{"rendered":"<p>Frankreich zieht eine Einladung an S\u00fcdafrika f\u00fcr den n\u00e4chsten G-7-Gipfel zur\u00fcck \u2013 offenbar auf Druck der USA. Der Vorgang schadet den Bem\u00fchungen des Westens, im Ringen um Einfluss in Afrika gegen\u00fcber China aufzuholen.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Die Verantwortlichen versuchten, ihren diplomatischen Affront als Allt\u00e4glichkeit herunterzuspielen. Eine angebliche Ausladung S\u00fcdafrikas vom n\u00e4chsten <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/g-7-gipfel\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/g-7-gipfel\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">G-7-Gipfel<\/a> im Juni auf Druck der USA habe es nicht gegeben, behauptete der Gastgeber Frankreich in Person eines Beraters von Pr\u00e4sident Emmanuel Macron. Und aus dem Wei\u00dfen Haus hie\u00df es, die G7-L\u00e4nder h\u00e4tten \u201ekollektiv bestimmt\u201c, dass Kenia als Gast die afrikanische Perspektive vertreten solle.<\/p>\n<p>Aus Pretoria klingt das ganz anders. Dort teilte der Sprecher von Pr\u00e4sident Cyril Ramaphosa verstimmt mit, dass dieser im November pers\u00f6nlich <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article6922c40ab524e0ce7f1c5572\/weltordnung-zweifeln-sticheln-boykottieren-der-g-20-gipfel-zeigt-wie-gespalten-die-weltpolitik-ist.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article6922c40ab524e0ce7f1c5572\/weltordnung-zweifeln-sticheln-boykottieren-der-g-20-gipfel-zeigt-wie-gespalten-die-weltpolitik-ist.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">beim G-20-Gipfel in Johannesburg<\/a> von Macron zum Gipfel im Juni eingeladen worden sei. Dies sei dann auch, anders als von franz\u00f6sischer Seite dargestellt, offiziell bekr\u00e4ftigt worden. Die Kehrtwende sei auf Druck der USA passiert, die mit einem Boykott des anstehenden G-7-Treffens gedroht h\u00e4tten, so der Sprecher; das sei von franz\u00f6sischer Seite so mitgeteilt worden. Bei derartigen Gipfeln bestimmte bislang in erster Linie der Gastgeber, wer zu dem Treffen der \u00f6konomischen Schwergewichte der westlichen Staaten hinzusto\u00dfen darf.<\/p>\n<p>Bei drei der vergangenen vier G-7-Treffen geh\u00f6rte S\u00fcdafrika dazu, das mit Abstand wichtigste Land Afrikas, das bekanntlich immer wieder Zielscheibe von <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article255336412\/Suedafrika-Hier-ist-Trumps-Einmischung-willkommen.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article255336412\/Suedafrika-Hier-ist-Trumps-Einmischung-willkommen.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Verbalattacken durch Donald Trump wird<\/a>. Stattdessen st\u00f6\u00dft nun erstmals Kenia dazu, das auf Bitten der USA zuletzt Hunderte Polizisten nach Haiti schickte und nebenbei enge Verbindungen zu Israel pflegt.<\/p>\n<p>Allzu glaubw\u00fcrdig klang es dementsprechend nicht, als die franz\u00f6sische Seite zuletzt eilig betonte, man habe an anderer Stelle die USA ja aufgefordert, das G-20-Mitglied S\u00fcdafrika doch zum Gipfel dieses Forums in Miami Ende des Jahres einzuladen. Die Ausladung eines G-20-Gr\u00fcndungsmitglieds sei \u201eunakzeptabel\u201c, lie\u00df man einen Diplomaten mitteilen, anonymisiert und damit irgendwie verstohlen. Und wohl wissend, dass die Chancen dazu so gering sind, dass man es als Symbolik werten kann. Zumal die Arbeitsgruppentreffen der G20 l\u00e4ngst begonnen haben.<\/p>\n<p>Sicher, S\u00fcdafrika hat sich mit seiner Au\u00dfenpolitik, die sowohl <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article6967b783587b0b1176afbd68\/manoever-bei-kapstadt-mit-dieser-marineuebung-setzt-suedafrika-seine-wirtschaftliche-existenz-aufs-spiel.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article6967b783587b0b1176afbd68\/manoever-bei-kapstadt-mit-dieser-marineuebung-setzt-suedafrika-seine-wirtschaftliche-existenz-aufs-spiel.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">dem Iran als auch Russland vergleichsweise wohlgesonnen ist<\/a>, zuletzt nicht gerade als Gast der westlichen G-7-Staaten aufgedr\u00e4ngt. Doch die Genese der Ausladung best\u00e4tigt die weit verbreitete Wahrnehmung in Afrika, dass es sich bei den gebetsm\u00fchlenartig wiederholten Statements europ\u00e4ischer Politiker zu \u201eBegegnungen auf Augenh\u00f6he\u201c mit Afrika um wenig mehr als Lippenbekenntnisse handelt.<\/p>\n<p>Die gro\u00dfen Gesten der Einigkeit beim G-20-Gipfel in Johannesburg, als die teilnehmenden Pr\u00e4sidenten h\u00e4ndchenhaltend ein Symbol gegen den Boykott durch die USA setzten, sind eben nur das: Gestik. Damals hatte der deutsche Botschafter in Pretoria, Andreas Peschke, als einziger europ\u00e4ischer Vertreter einer G-20-Nation sofort klar Stellung bezogen: \u201eS\u00fcdafrika wird am Verhandlungstisch ben\u00f6tigt\u201c, schrieb er auf X. Immerhin \u00e4u\u00dferte sich im Anschluss Bundeskanzler Friedrich Merz \u00e4hnlich, anders als viele andere Regierungschefs. Von echtem Druck aber kann keine Rede sein.<\/p>\n<p>Trumps Aversion gegen S\u00fcdafrika war schon im November bekannt. Wenn Frankreich in dieser heiklen Situation eine Einladung an S\u00fcdafrika ausspricht (sicherlich nicht ohne Absprache mit anderen G-7-L\u00e4ndern), dann ist eine R\u00fccknahme ein beispielloser Affront, der den Multilateralismus schw\u00e4cht \u2013 und auch die Bem\u00fchungen des Westens, im geopolitischen Ringen um Einfluss in Afrika gegen\u00fcber China aufzuholen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Frankreich zieht eine Einladung an S\u00fcdafrika f\u00fcr den n\u00e4chsten G-7-Gipfel zur\u00fcck \u2013 offenbar auf Druck der USA. 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