{"id":7256,"date":"2026-04-22T10:37:48","date_gmt":"2026-04-22T10:37:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/7256\/"},"modified":"2026-04-22T10:37:48","modified_gmt":"2026-04-22T10:37:48","slug":"massenabschiebung-700-sudanesen-in-die-wueste-deportiert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/7256\/","title":{"rendered":"Massenabschiebung \u2013 700 Sudanesen in die W\u00fcste deportiert"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" id=\"img309005\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/309005.jpeg\" alt=\"Die Abschiebung in die W\u00fcste erfolgte wegen angeblicher Infektionskrankheiten, irregul\u00e4rer Einreise oder Sicherheitserw\u00e4gungen.\"\/><\/p>\n<p>Die Abschiebung in die W\u00fcste erfolgte wegen angeblicher Infektionskrankheiten, irregul\u00e4rer Einreise oder Sicherheitserw\u00e4gungen.<\/p>\n<p>Foto: &#8222;Anti-Illegal-Immigration-Beh\u00f6rde&#8220;\/Facebook<\/p>\n<p>Am Freitagmorgen hat die ostlibysche \u00bbAnti-Illegal-Immigration-Beh\u00f6rde\u00ab eine gro\u00dfe Abschiebungsaktion von der Stadt Kufra im S\u00fcdosten Libyens an der Dreiecksgrenze zu Sudan, Tschad und \u00c4gypten durchgef\u00fchrt. Unter F\u00fchrung eines Generals sollen sich daran nach Angaben der Beh\u00f6rde verschiedene Einheiten beteiligt haben. <\/p>\n<p>Begr\u00fcndet wurde die Massendeportation <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/61555434834232\/posts\/pfbid05PBnC4Ao7xXNqwzjYU8fuGvxwGCQBDiziHUdSiYxVUX2i4PuGDyD4HrU53MQt7Kcl\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">auf Facebook<\/a> mit Gesundheitsbedenken: Bei einem Teil der Betroffenen seien Infektionskrankheiten wie Hepatitis oder HIV festgestellt worden. Andere seien wegen angeblich illegaler Einreise, Menschenschmuggels oder Sicherheitserw\u00e4gungen des Landes verwiesen worden. F\u00fcr andere h\u00e4tten entsprechende Gerichtsurteile bestanden.<\/p>\n<p>Es war nicht die erste Massenabschiebung aus Libyen. Im Februar wurden in dem Grenzgebiet <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1188921.brutale-folterlager-zwei-massengraeber-mit-migranten-in-libyen-entdeckt.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Massengr\u00e4ber von Gefl\u00fcchteten entdeckt<\/a>. Ende Mai dokumentierte das UN-Fl\u00fcchtlingswerk UNHCR die erzwungene R\u00fcckkehr von \u00fcber 500\u2005Sudanes*innen aus dem libyschen Kufra-Gebiet. Am Samstag meldeten die Beh\u00f6rden die Abschiebung weiterer 183\u2005Personen \u2013 diesmal \u00e4gyptische Staatsangeh\u00f6rige aus Tobruk, die ohne g\u00fcltige Dokumente aufgegriffen worden waren.<\/p>\n<p>Das \u00f6stliche Machtzentrum Libyens steht unter Kontrolle von Feldmarschall Khalifa Haftar. Dessen Libysche Nationalarmee und die Regierung der Nationalen Stabilit\u00e4t kontrollieren weite Teile des Ostens und stehen der UN-anerkannten westlibyschen Regierung in Tripolis feindlich gegen\u00fcber.<\/p>\n<p>Hintergrund der Abschiebungen sind massive Fluchtbewegungen aus dem Sudan; <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1172635.sudan-sudan-nachbarlaender-fuerchten-krieg.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">seit dem Konfliktausbruch im April 2023<\/a> betraf dies \u00fcber 12\u2005Millionen Menschen. Ein Gro\u00dfteil suchte zun\u00e4chst Schutz in Nachbarl\u00e4ndern wie Tschad und \u00c4gypten. Libyen wurde zu einem Transitland f\u00fcr jene sudanesischen Fl\u00fcchtlinge, die in Europa Schutz suchen wollen. Das UNHCR sch\u00e4tzte im Mai, dass mindestens 311\u2009000 Sudanes*innen seit Konfliktbeginn nach Libyen gekommen sind. Die UN-Beh\u00f6rden gehen davon aus, dass Sudanes*innen mittlerweile 43\u2005Prozent aller Fl\u00fcchtlinge in Libyen stellen.<\/p>\n<p>Besonders die Region um Kufra wurde zu einem wichtigen Grenz\u00fcbergang: Sch\u00e4tzungsweise 198\u2009000 Sudanes*innen gelangten allein 2024 hier nach Libyen, schreibt das Portal \u00bbInfo\u2009Migrants\u00ab. Die meisten der Ankommenden streben laut UNHCR in die K\u00fcstenst\u00e4dte, um von dort die gef\u00e4hrliche Mittelmeer\u00fcberfahrt nach Europa zu wagen. Ihre Situation bleibt auch ohne Massendeportationen prek\u00e4r: Das UN-Weltern\u00e4hrungsprogramm warnte vor Hunger und Ern\u00e4hrungsunsicherheit unter den Gefl\u00fcchteten. In den libyschen Aufnahmezentren herrschen Gewalt durch Bedienstete und \u00dcberbelegung, die medizinische Versorgung ist unzureichend.<\/p>\n<p>Die selbst organisierte Gruppe \u00bbRefugees in Libya\u00ab \u00fcbte auf der Plattform\u2005X scharfe Kritik an den Abschiebungen in die W\u00fcste. In einer Stellungnahme bezeichnete sie das Vorgehen der Beh\u00f6rden als \u00bbeindeutigen Versto\u00df gegen alle humanit\u00e4ren, moralischen und rechtlichen Standards\u00ab. Diese h\u00e4tten \u00bbkeine Erkl\u00e4rung\u00ab abgegeben, \u00bbwie 700\u2005Menschen in die W\u00fcste transportiert wurden, wie der \u00dcbergabeprozess an ihr Land stattfand oder welche Beh\u00f6rden sie empfingen\u00ab. <\/p>\n<p>Besonders kritisierte \u00bbRefugees in Libya\u00ab die Praxis, \u00bbVertriebene zu klassifizieren, die Gesunden zu akzeptieren und die Kranken auszuweisen\u00ab. Die Organisation forderte von der \u00bbAnti-Illegal-Immigration-Beh\u00f6rde\u00ab Aufkl\u00e4rung dar\u00fcber, ob die Abgeschobenen auch den Sudan erreicht haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Abschiebung in die W\u00fcste erfolgte wegen angeblicher Infektionskrankheiten, irregul\u00e4rer Einreise oder Sicherheitserw\u00e4gungen. 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