{"id":7338,"date":"2026-04-22T12:07:07","date_gmt":"2026-04-22T12:07:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/7338\/"},"modified":"2026-04-22T12:07:07","modified_gmt":"2026-04-22T12:07:07","slug":"wortlaut-papst-leo-bei-der-messe-in-mongomo-aequatorialguinea","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/7338\/","title":{"rendered":"Wortlaut: Papst Leo bei der Messe in Mongomo, \u00c4quatorialguinea"},"content":{"rendered":"\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Predigt des Heiligen Vaters<\/p>\n<p>Heilige Messe<\/p>\n<p>Mongomo, Kathedrale der Unbefleckten Empf\u00e4ngnis<\/p>\n<p>22. April 2026<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Liebe Br\u00fcder und Schwestern,<\/p>\n<p>in dieser herrlichen Kathedrale, die der Unbefleckten Empf\u00e4ngnis, der Mutter des fleischgewordenen Wortes und Patronin \u00c4quatorialguineas geweiht ist, sind wir versammelt, um das Wort des Herrn zu h\u00f6ren und das Ged\u00e4chtnis zu feiern, das er uns als H\u00f6hepunkt und Quelle des Lebens und der Sendung der Kirche hinterlassen hat. Die Eucharistie umfasst wahrhaftig das gesamte geistliche Gut der Kirche: Sie ist Christus, unser Ostern, der sich uns hingibt; sie ist das lebendige Brot, das uns s\u00e4ttigt; sie ist die Gegenwart, die uns die unendliche Liebe Gottes zur gesamten Menschheitsfamilie offenbart und sein Entgegenkommen gegen\u00fcber jeder Frau und jedem Mann, auch heute.<\/p>\n<p>Ich freue mich, gemeinsam mit euch feiern zu k\u00f6nnen und dem Herrn f\u00fcr die 170 Jahre Evangelisierung in diesen Gebieten \u00c4quatorialguineas zu danken. Dies ist eine passende Gelegenheit, sich all das Gute in Erinnerung zu rufen, das der Herr gewirkt hat, und zugleich m\u00f6chte ich den vielen Missionaren, Missionarinnen, Di\u00f6zesanpriestern, Katecheten und Laien meinen Dank aussprechen, die ihr Leben in den Dienst des Evangeliums gestellt haben.<\/p>\n<p>Diese haben die Erwartungen, Fragen und Wunden eures Volkes erfasst, sie mit dem Wort des Herrn erhellt und sind so zu einem Zeichen der Liebe Gottes in eurer Mitte geworden; durch ihr Lebenszeugnis haben sie am Kommen des Reiches Gottes mitgewirkt, ohne Furcht, f\u00fcr ihre Treue zu Christus leiden zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Diese Geschichte k\u00f6nnt ihr nicht vergessen. Sie verbindet euch einerseits mit der apostolischen und universalen Kirche, die euch vorausgegangen ist und euch andererseits dabei geholfen hat, selbst aktiv das Evangelium zu verk\u00fcnden und den Glauben zu bezeugen, womit sich jene prophetischen Worte erf\u00fcllen, die Papst Paul VI. auf afrikanischem Boden ausgesprochen hat: \u00bbAfrikaner, ihr seid von nun an eure eigenen Missionare. Die Kirche Christi ist wahrhaftig in diesem gesegneten Land verwurzelt\u00ab (Predigt zum Abschluss des Bischofssymposiums in Afrika, Kampala, Uganda, 31. Juli 1969).<\/p>\n<p>In dieser Perspektive seid ihr aufgerufen, den Weg heute fortzusetzen, den die Missionare, Hirten und Laien vor euch beschritten und vorgezeichnet haben. Von allen und jedem Einzelnen ist ein pers\u00f6nliches Engagement verlangt, welches das Leben ganz miteinbezieht, damit der Glaube, der in euren Gemeinschaften und in euren Liturgien so festlich gefeiert wird, euer karitatives Wirken und die Verantwortung gegen\u00fcber dem N\u00e4chsten n\u00e4hrt, zur F\u00f6rderung des Wohls aller.<\/p>\n<p>Dieses Bem\u00fchen erfordert Ausdauer, kostet M\u00fche, manchmal Opfer, ist aber das Zeichen daf\u00fcr, dass wir wirklich die Kirche Christi sind. Die erste Lesung, die wir geh\u00f6rt haben, erz\u00e4hlt uns n\u00e4mlich in wenigen Versen, wie eine Kirche, die das Evangelium mit Freude und ohne Furcht verk\u00fcndet, auch eine Kirche ist, die m\u00f6glicherweise gerade deshalb verfolgt wird (vgl. Apg 8,1-8). Andererseits sagt uns die Apostelgeschichte jedoch, dass, w\u00e4hrend die Christen zur Flucht gezwungen werden und sich zerstreuen, sehr viele dem Wort des Herrn n\u00e4herkommen und mit eigenen Augen sehen k\u00f6nnen, wie k\u00f6rperlich und geistig Erkrankte geheilt werden. Das sind die wunderbaren Zeichen der Gegenwart Gottes, die in der ganzen Stadt gro\u00dfe Freude hervorrufen (vgl. V. 6\u20138).<\/p>\n<p>So, liebe Br\u00fcder und Schwestern, k\u00f6nnen wir, auch wenn die pers\u00f6nlichen, famili\u00e4ren und gesellschaftlichen Umst\u00e4nde, die wir erleben, nicht immer g\u00fcnstig sind, auf das Wirken des Herrn vertrauen, der den guten Samen seines Reiches auf uns unbekannte Weise keimen l\u00e4sst, selbst wenn alles um uns herum karg erscheint und sogar in Zeiten der Finsternis. Mit diesem Vertrauen, das mehr in der Kraft seiner Liebe als in unseren Verdiensten gr\u00fcndet, sind wir aufgerufen, dem Evangelium treu zu bleiben, es zu verk\u00fcnden, es in seiner F\u00fclle zu leben und mit Freude davon Zeugnis zu geben. Gott wird uns die Zeichen seiner Gegenwart nicht vorenthalten, und wieder einmal wird er, wie Jesus uns im eben geh\u00f6rten Evangelium gesagt hat, f\u00fcr uns \u201eBrot des Lebens\u201c sein, das unseren Hunger stillt (vgl. Joh 6,35).<\/p>\n<p>Welchen Hunger versp\u00fcren wir? Und wonach hungert dieses Land heute? Das Motto meines Besuchs lautet: \u00bbChristus, Licht \u00c4quatorialguineas auf dem Weg in eine Zukunft der Hoffnung\u00ab, und vielleicht ist genau dies heute der gr\u00f6\u00dfte Hunger: Es gibt einen Hunger nach Zukunft, aber nach einer Zukunft, die von Hoffnung erf\u00fcllt ist, die eine neue Gerechtigkeit hervorbringen kann, die Fr\u00fcchte des Friedens und der Geschwisterlichkeit tragen kann. Und es handelt sich nicht um eine unbekannte Zukunft, auf die wir passiv warten m\u00fcssen, sondern um eine Zukunft, die gerade wir gerufen sind, mit Gottes Gnade aufzubauen. Die Zukunft \u00c4quatorialguineas gestaltet ihr mit euren Entscheidungen mit. Sie ist eurem Verantwortungsgef\u00fchl und eurem gemeinsamen Einsatz f\u00fcr den Schutz des Lebens und der W\u00fcrde jedes Menschen anvertraut.<\/p>\n<p>Es ist daher notwendig, dass sich alle Getauften in das Werk der Evangelisierung miteinbezogen f\u00fchlen und zu Aposteln der N\u00e4chstenliebe und Zeugen einer neuen Menschlichkeit werden.<\/p>\n<p>Es geht darum, mit dem Licht und der Kraft des Evangeliums an der ganzheitlichen Entwicklung dieses Landes, an seiner Erneuerung und seiner Umgestaltung teilzunehmen. Zahlreich sind die nat\u00fcrlichen Reicht\u00fcmer, mit denen der Sch\u00f6pfer euch ausgestattet hat: Ich ersuche euch, gemeinsam darauf hinzuwirken, dass sie allen zum Segen gereichen. Der Herr helfe euch, dass ihr immer mehr zu einer Gesellschaft werdet, welche die Ungleichheit zwischen Privilegierten und Benachteiligten \u00fcberwindet, indem jeder sich gem\u00e4\u00df der ihm \u00fcbertragenen Verantwortung f\u00fcr das Gemeinwohl einsetzt und nicht f\u00fcr Einzelinteressen. M\u00f6gen R\u00e4ume der Freiheit wachsen, m\u00f6ge die W\u00fcrde des Menschen stets gewahrt bleiben: Ich denke an die \u00c4rmsten, an die Familien in Not; ich denke an die Gefangenen, die oft gezwungen sind, unter besorgniserregenden hygienischen und sanit\u00e4ren Bedingungen zu leben.<\/p>\n<p>Br\u00fcder und Schwestern, es braucht Christen, die das Schicksal \u00c4quatorialguineas in die Hand nehmen. Deshalb m\u00f6chte ich euch ermutigen: Habt keine Angst, das Evangelium zu verk\u00fcnden und zu bezeugen! Baut mit an einer Zukunft der Hoffnung, des Friedens und der Vers\u00f6hnung und setzt das Werk fort, das die Missionare vor 170 Jahren begonnen haben.<\/p>\n<p>Die Unbefleckte Jungfrau Maria begleite euch auf diesem Weg. Sie trete f\u00fcr euch ein und mache euch zu gro\u00dfherzigen und freudigen J\u00fcngern Christi.<\/p>\n<p>(vatican news)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u00a0 Predigt des Heiligen Vaters Heilige Messe Mongomo, Kathedrale der Unbefleckten Empf\u00e4ngnis 22. 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