{"id":7478,"date":"2026-04-22T15:24:47","date_gmt":"2026-04-22T15:24:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/7478\/"},"modified":"2026-04-22T15:24:47","modified_gmt":"2026-04-22T15:24:47","slug":"mauritius-entdecken-jenseits-der-resort-mauern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/7478\/","title":{"rendered":"Mauritius entdecken &#8211; jenseits der Resort-Mauern!"},"content":{"rendered":"<p>        Indischer Ozean<br \/>\n      Verknallt in Mauritius: Die Honeymoon-Insel jenseits der Resortmauern<\/p>\n<p>            Kopiere den aktuellen Link<\/p>\n<p>          Zur Merkliste hinzuf\u00fcgen<\/p>\n<p>Mauritius gilt als eine Art XXL-Club f\u00fcr Frischverliebte und Flitterw\u00f6chler. Dabei wartet abseits der Luxushotels erst der wahre Honeymoon. Selbst Hardcore-Singles verlieben sich hier garantiert neu \u2013 und zwar in die Insel selbst<\/p>\n<p class=\"typo-body-md typo-body-lg@lg is-initial\">Im Pampelmousses Botanical Garden hat es uns dann doch erwischt. Gerade noch hatte uns der beflissene Parkf\u00fchrer den Unterschied zwischen F\u00e4cher- und\u00a0Talipotpalme (&#8222;Bl\u00fcht nur einmal in 40 Jahren!&#8220;) erkl\u00e4rt, als er uns kurzerhand zwischen zwei Palmen bugsierte und aufforderte, zwei Zweige so zusammenzubiegen, dass sie ein Herz bilden. &#8222;And now: kiss!&#8220;, befahl er und z\u00fcckte sein Handy, genau so, wie er es vermutlich tagt\u00e4glich mit Dutzenden Urlauberpaaren anstellte. Widerstand: zwecklos. Motiv: superkitschig. Unser Foto-Gesichtsausdruck: Etwa so, als h\u00e4tten wir uns beim mitt\u00e4glichen Fishcurry \u00fcbel den Magen verrenkt.<\/p>\n<p class=\"typo-body-md typo-body-lg@lg\">Genau deswegen waren wir nicht hergekommen. Meine Frau und ich sind bereits eine wunderbare Ewigkeit zusammen und waren nicht zum Honeymoon-Hotspot gereist, um jeden Urlaubstag mit einem Candle-Light-Dinner zu beschlie\u00dfen. Wir waren auch nicht auf der Flucht vor einer Hochzeitsgesellschaft, sondern lediglich vor dem deutschen Winter. Und nachdem wir mit unseren Kindern viele Ferien in Klubs und anderen Bespa\u00dfungseinrichtungen verbracht hatten, die \u00fcberaus praktisch sind, wenn man eine vielk\u00f6pfige Familie in Schach und bei Laune halten muss, sehnten wir uns jetzt nach einem entdeckungsreichen, entspannten Ziel in der w\u00e4rmeren H\u00e4lfte der Erde, das wir auf eigene Faust erkunden konnten. Unser Plan: Mauritius, ganz ohne Resort, Reiseleiter und Romantikduselei. Was nat\u00fcrlich in etwa so ist wie Venedig ohne Markusplatz, Dogenpalast und Gondelfahrt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"image-element__image image\" fetchpriority=\"auto\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/mauritius-m-2ebae7c.jpg\"  style=\"aspect-ratio: 1.7778; background-color: #979400;\" alt=\"Wie ist die Lage? Normalerweise bestens! Mauritius\u2019 Standortvorteil ist immer glasklar gewesen: t\u00fcrkisfarbenes Wasser, das an eine rund 330 Kilometer lange Traumk\u00fcste schwappt, etwa bei Le Morne im S\u00fcdwesten\u00a0oder Centre de Flacq im Osten. Im August aber zerbrach ein \u00d6lfrachter ausgerechnet in diesem Paradies. Ein Desaster, von dem sich Korallen, Mangroven und Seepferdchen bis heute erholen\" title=\"Indischer Ozean: Wie ist die Lage? Normalerweise bestens! Mauritius\u2019 Standortvorteil ist immer glasklar gewesen: t\u00fcrkisfarbenes Wasser, das an eine rund 330 Kilometer lange Traumk\u00fcste schwappt, etwa bei Le Morne im S\u00fcdwesten oder Centre de Flacq im Osten. Im August aber zerbrach ein \u00d6lfrachter ausgerechnet in diesem Paradies. Ein Desaster, von dem sich Korallen, Mangroven und Seepferdchen bis heute erholen\"\/><\/p>\n<p>Wie ist die Lage? Normalerweise bestens! Mauritius\u2019 Standortvorteil ist immer glasklar gewesen: t\u00fcrkisfarbenes Wasser, das an eine rund 330 Kilometer lange Traumk\u00fcste schwappt, etwa bei Le Morne im S\u00fcdwesten\u00a0oder Centre de Flacq im Osten. Im August aber zerbrach ein \u00d6lfrachter ausgerechnet in diesem Paradies. Ein Desaster, von dem sich Korallen, Mangroven und Seepferdchen bis heute erholen<\/p>\n<p>\u00a9\u00a0mauritius images \/ Artem Firsov \/ Alamy \/ Alamy Stock Photos<\/p>\n<p class=\"typo-body-md typo-body-lg@lg\">Es war, wie sich herausstellen sollte, eine der besten Entscheidungen seit unserer Eheschlie\u00dfung. Das wurde uns wieder einmal bewusst, als wir bei Roger de Sp\u00e9ville auf den Hof rollten. Obwohl das, zugegeben, nicht ganz einfach ist: Um zu Rogers \u00d6ko-Lodge &#8222;La Vieille Chemin\u00e9e&#8220; im wilden S\u00fcdwesten der Insel zu gelangen, muss der Gast nach einer kilometerlangen Kurvenfahrt durch den Black River Gorges National Park ein sich surrend \u00f6ffnendes Farmgatter passieren und weitere Serpentinengurkerei \u00fcber steile Feldwege hinter sich bringen, bis unser schlammbespritzter Mietwagen schlie\u00dflich vor einem verwitterten Holzschild mit der Aufschrift &#8222;Rezeption&#8220; zum Stehen kam.<\/p>\n<p>          \u00dcbernachten<\/p>\n<p>La Vieille Chemin\u00e9e<\/p>\n<p>Die 80 Hektar gro\u00dfe \u00d6ko-Farm hat sechs Selbstversorger-Lodges und eine Handvoll Pferde, die f\u00fcr Ausritte bereitstehen. Wer mag, kann bei der Ananas- und Bananenernte helfen. Chamarel, Black River National Park, lavieillecheminee.com, DZ ab 140 \u20ac<\/p>\n<p>The Bay<\/p>\n<p>Direkt am Strand \u00fcbernachten? Dieses kleine Boutiquehotel an der Westk\u00fcste macht\u2019s m\u00f6glich. Zwischen G\u00e4stezimmern und Strand liegen nur wenige Meter, ein Outdoor-Restaurant mit Fusion-K\u00fcche und ein kleiner Pool. Ideal zum An- und Runterkommen auf der Insel. La Preneuse, Westk\u00fcste, thebay.mu, DZ ab 120 \u20ac<\/p>\n<p>Otentic Eco<\/p>\n<p>In den zw\u00f6lf Zelten dieses \u00d6ko-Camps f\u00fchlt sich Glamping richtig nachhaltig an. Zum Fr\u00fchst\u00fcck gibt\u2019s Obst aus dem \u00d6ko-Garten, die Energie kommt von der Sonne. Deux Fr\u00e9res, Ostk\u00fcste, otentic.mu, Zelt ab 150 \u20ac<\/p>\n<p>Le Jardin de Beau Vallon<\/p>\n<p>Ehemalige Plantagenverwaltervilla, f\u00fcnf Autominuten vom Flughafen. Auf der Veranda werden hervorragende vegetarische Currys serviert. F\u00fcnf einfache Pavillons f\u00fcr G\u00e4ste. Mahebourg, Ostk\u00fcste, DZ 70 \u20ac<\/p>\n<p class=\"typo-body-md typo-body-lg@lg\">In den B\u00e4umen schnatterten Sittiche, eine Handvoll Geckos verdr\u00fcckte sich raschelnd im Geb\u00e4lk, als wir die Rezeptionsklingel bet\u00e4tigten, und hinter dem Haus grasten frei laufende Pferde, die uns in den n\u00e4chsten Tagen in unserer Unterkunft immer wieder einen Besuch abstatten sollten. Die entpuppte sich als eine von einem tropischen Garten umwucherte Remise, geschmackvoll eingerichtet und h\u00f6chst luxuri\u00f6s, sofern man selbst gepfl\u00fcckte Bananen zum Fr\u00fchst\u00fcck, einen Regenwasserpool in Fu\u00dfmarschentfernung und ein wild gr\u00fcnes Tal drum herum, das sich zu Fu\u00df oder auf dem Pferder\u00fccken durchqueren l\u00e4sst, als Luxus empfindet. So wie wir. Kurzum: &#8222;La Vieille Chemin\u00e9e&#8220; war die denkbar authentische Antithese zur durchorganisierten Welt der Resorts, die sich an Mauritius\u2018 Nordwestk\u00fcste aneinanderreihen wie die Korallen eines El-Ni\u00f1o-verschonten Riffs.<\/p>\n<p class=\"typo-body-md typo-body-lg@lg\">Kurioserweise ist der Gastgeber selbst ein Kind dieser Klubwelt. Roger de Sp\u00e9ville \u2013 Basecap, verschwitztes T-Shirt, Gummistiefel, Abk\u00f6mmling einer alteingesessenen mauritischen Familie \u2013 war fast vier Jahrzehnte lang Marketingmanager bei der lokalen &#8222;Beachcomber&#8220;-Resortkette. &#8222;Wenn meine Frau und ich privat gereist sind, haben wir aber immer in kleinen Hotels und Pensionen gewohnt&#8220;, erkl\u00e4rt der mittlerweile pensionierte &#8222;Vieille Chemin\u00e9e&#8220;-Chef. Nebenbei legten sich die de Sp\u00e9villes eine 80 Hektar gro\u00dfe verlassene Zuckerrohrfarm zu, auf der sie 2000 B\u00e4ume pflanzten, Wander- und\u00a0Reitwege zogen, Schafe, H\u00fchner und G\u00e4nse ansiedelten und sich am \u00d6ko-Landbau versuchten. &#8222;Das Ganze ist ein gro\u00dfes, fortlaufendes Experiment&#8220;, sagt der schlaksige Jungfarmer, und als Gast in einer der sechs komfortablen Selbstversorger-Bungalows ist man ein Teil der Versuchsanordnung.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"image-element__image image\" fetchpriority=\"auto\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/mauritius-gorges-m-m561fy.jpg\"  style=\"aspect-ratio: 1.7778; background-color: #437b86;\" alt=\"Ein Makake am Viewpoint des Black River Gorges National Park\" title=\"Indischer Ozean: Ein Makake am Viewpoint des Black River Gorges National Park\"\/><\/p>\n<p>Ein Makake am Viewpoint des Black River Gorges National Park<\/p>\n<p>\u00a9\u00a0mauritius images \/ Zoonar GmbH \/ Alamy<\/p>\n<p class=\"typo-body-md typo-body-lg@lg\">Wer hier nicht selbst kochen mag, kann sich von Frauen aus dem benachbarten Dorf Tabletts mit farmeigener Ananas und &#8222;Rougail Saucisses&#8220;, der kreolischen Schwester der Currywurst, vor die H\u00fcttent\u00fcr stellen lassen. Meist ist man danach so satt, dass man sich nur m\u00fchsam zum Lodge-Pool schleppt, der auf dem h\u00f6chsten Punkt des Anwesens thront. Wer es schafft, wird dort mit einem spektakul\u00e4ren Ausblick \u00fcber eine gr\u00fcne, selten sch\u00f6ne Insel belohnt.<\/p>\n<p class=\"typo-body-md typo-body-lg@lg\">Mauritius ist ja bekannt f\u00fcr Dinge, die selten (Mauritiusfalke), sehr selten (Briefmarken mit Fehldruck) oder sogar komplett verschwunden sind wie der flugunf\u00e4hige Dodo, der gar nicht so schnell wegwatscheln konnte, wie ihm ausgehungerte holl\u00e4ndische Seefahrer im 17. Jahrhundert den Vogelhals umdrehten. Und auch wir lernen das einsame Eiland f\u00fcr einiges sch\u00e4tzen, das hier Seltenheitswert genie\u00dft: Der sonst unvermeidliche Plastikteppich im Meer und an Land, Malariam\u00fccken oder andere fiese Viecher, vor denen man sich in Acht nehmen m\u00fcsste, fliegende H\u00e4ndler, die einem permanent etwas ab- oder\u00a0aufschwatzen wollen, offensichtliche Armut und damit das ebenso ungute wie berechtigte Gef\u00fchl, als europ\u00e4ischer Reisender irgendwie fehl am Platz zu sein: Fehlanzeige. Im Wohlstandsindex der Vereinten Nationen belegt Mauritius nach den Seychellen den h\u00f6chsten Rang aller afrikanischen Staaten; die Lebenserwartung der 1,2 Millionen Mauritier ist die h\u00f6chste aller L\u00e4nder s\u00fcdlich der Sahara, die Geburtenrate die niedrigste. Zu seiner Natur wie zu seinen Menschen, so unser Eindruck, verh\u00e4lt sich der Inselstaat ausgesprochen freundlich.<\/p>\n<p>          Essen<\/p>\n<p>Cabane de la prisedu pecheur<\/p>\n<p>In einer H\u00fctte am Strand von Trou aux Biches kochen zwei Freundinnen lokale Spezialit\u00e4ten wie Garnelen mit kreolischer So\u00dfe. Gegessen wird auf Klappst\u00fchlen im Schatten eines Baumes, der ebenso gro\u00df ist wie die Kochkunst der Inhaberinnen. Strand von Trou aux Biches, Nordwestk\u00fcste<\/p>\n<p>Wapalapam<\/p>\n<p>Klingt wie ein Witz: Er\u00f6ffnet ein slowenischer Ex-Snowboard-Profi zu F\u00fc\u00dfen des Le Morne ein l\u00e4ssiges Bar-Restaurant mit kreolisch-indischer K\u00fcche. Spezialit\u00e4t: Thunfisch-Salat mit Seesternrogen. K\u00f6stlich! Kein Witz. La Gaulette, S\u00fcdwestk\u00fcste<\/p>\n<p class=\"typo-body-md typo-body-lg@lg\">F\u00fcr Besucher wie uns bedeutet das, dass sie sich voll und ganz auf das Besuchen konzentrieren k\u00f6nnen. Die sympathische Entspanntheit der Insulaner hatten wir schon auf dem Weg zu Roger kennengelernt, als wir bei unserer Serpentinenfahrt durch den Black River Gorges National Park pl\u00f6tzlich Flughunde in den B\u00e4umen ausmachten. W\u00e4hrend ich unseren Mietwagen Richtung Flughunde lenkte, setzte sein Chassis pl\u00f6tzlich mit verd\u00e4chtigem Knurks auf dem hohen Fahrbahnrand auf. Mit frei drehendem Vorderrad hingen wir bewegungsunf\u00e4hig fest wie eine auf den R\u00fccken gedrehte Schildkr\u00f6te. Viel Zeit f\u00fcr Vorw\u00fcrfe zwischen Fahrer und Ehepartnerin blieb allerdings nicht, denn bereits wenig sp\u00e4ter parkte eine Handvoll vorbeikommender Bus- und\u00a0Taxifahrer ihre Wagen neben unserem und machte sich mit Wagenhebern und leisen Kommandos an ihm zu schaffen. Alles ebenso selbstverst\u00e4ndlich wie fachkundig (offensichtlich war ich nicht der Erste, der sich so d\u00e4mlich anstellte). Abweisend wurden unsere Helfer nur ein einziges Mal, als ich nach gegl\u00fcckter Befreiung unseres Wagens das Portemonnaie z\u00fccken wollte. &#8222;Mauritische Gastfreundschaft!&#8220;, wehrten sie ab, stiegen in ihre Autos und verschwanden freundlich l\u00e4chelnd hinter der n\u00e4chsten Serpentine.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"image-element__image image\" fetchpriority=\"auto\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/mauritius-island-m-06167699.jpg\"  style=\"aspect-ratio: 1.7778; background-color: #3e4500;\" alt=\"Eine Woche Mauritius kann leicht so viel wie ein Kleinwagen kosten. Muss aber nicht. Im &quot;Angsana Balaclava&quot;\u00a0und erst recht jenseits der Resorts liegt man deutlich darunter\" title=\"Indischer Ozean: Eine Woche Mauritius kann leicht so viel wie ein Kleinwagen kosten. Muss aber nicht. Im &quot;Angsana Balaclava&quot; und erst recht jenseits der Resorts liegt man deutlich darunter\"\/><\/p>\n<p>Eine Woche Mauritius kann leicht so viel wie ein Kleinwagen kosten. Muss aber nicht. Im &#8222;Angsana Balaclava&#8220;\u00a0und erst recht jenseits der Resorts liegt man deutlich darunter<\/p>\n<p>\u00a9\u00a0mauritius images \/ Hemis.fr \/ MONTICO Lionel<\/p>\n<p class=\"typo-body-md typo-body-lg@lg\">Was f\u00fcr eine eigene Welt die abgelegene Exkolonie \u2013 1800 Seekilometer vom afrikanischen Festland, fast ebenso viele von den Seychellen entfernt \u2013 bildet, wurde uns ein paar Tage sp\u00e4ter erneut bewusst. Wir waren inzwischen in den &#8222;Jardin de Beau Vallon&#8220; umgezogen, eine ehemalige Plantagenverwaltervilla im S\u00fcdstaaten-Stil, in deren weitl\u00e4ufigem Garten f\u00fcnf Holzh\u00fctten f\u00fcr \u00dcbernachtungsg\u00e4ste bereitstehen. Von hier aus waren wir ein St\u00fcck die K\u00fcste hochgefahren, um mit einer kleinen Truppe Neugieriger ins Mauritius der vorkolonialen Zeit zur\u00fcckzukehren. Ein Motorboot der Mauritian Wildlife Foundation brachte uns hinaus auf die \u00cele Aux Aigrettes, die seit 1985 von den Wildh\u00fctern der Naturschutzorganisation gepflegt wird. Die hatten zun\u00e4chst ortsfremde Pflanzen, Ratten und Katzen ausgesiedelt, um die 26 Hektar kleine Insel sodann mit allerlei Pflanzen- und\u00a0Tierarten zu besiedeln, die auf dem Festland vom Aussterben bedroht sind. Dass ausgerechnet in der N\u00e4he ein japanischer Frachter zerbrach, tonnenweise \u00d6l ins Meer lief \u2013 ein gr\u00f6\u00dfter anzunehmender Unfall. Denn eigentlich ist die \u00cele Aux Aigrettes etwa so, wie man sich Mauritius vorstellen darf, als hier 1598 der erste Europ\u00e4er ans Ufer stapfte: komplett menschenleer, daf\u00fcr voller Mauritius-Brillenv\u00f6gel und Weberv\u00f6gel, Rosentauben und Flughunden. \u00c4ltester Inselbewohner ist eine Aldabra-Riesenschildkr\u00f6te namens George, die deutlich mehr als 100 Jahre auf dem Panzer hat und sich von uns geduldig t\u00e4tscheln lie\u00df. F\u00fcr einen 53-J\u00e4hrigen wie mich h\u00f6chst erfreulich: Endlich mal jemand, der noch \u00e4lter und noch langsamer ist \u2013 und gerade deshalb von allen bewundert wird. Wenn man mit der Gelassenheit einer Riesenschildkr\u00f6te auf die Welt blickt, ist man auch gleich viel zuversichtlicher, was die Folgen einer Tankerkatastrophe angeht.<\/p>\n<p>          Erleben<\/p>\n<p>\u00cele aux Aigrettes<\/p>\n<p>Auch die Mauritian Wildlife Foundation ist durch den \u00d6lunfall im Gro\u00dfeinsatz. Sie kann durch Spenden unterst\u00fctzt werden \u2013 und organisiert Touren zum Wildlife-Reservat. Startpunkt: der Anleger Pointe J\u00e9rome. www.mauritian-wildlife.org<\/p>\n<p>Le Morne<\/p>\n<p>Der charakteristische Fels ist im ganzen S\u00fcdwesten (und gef\u00fchlt auf jeder zweiten Mauritius-Postkarte) zu sehen. Mindestens so eindrucksvoll wie sein An-blick ist der Ausblick. Besteigen kann man den 556 Meter hohen Felsen auf eigene Faust oder in Begleitung der F\u00fchrer von Yanature. trekkingmauritius.com<\/p>\n<p>Pamplemousses Botanical Garden<\/p>\n<p>Angeblich die beste Gr\u00fcnanlage der Welt nach Kew Gardens, definitiv ein Touristen-Hotspot, dennoch einen Besuch wert. Must-see sind die Amazonas-Riesenseerosen. Da es kaum schriftliche Infos gibt, am besten vor Ort einen Guide buchen.<\/p>\n<p class=\"typo-body-md typo-body-lg@lg\">In den folgenden drei Wochen vollf\u00fchrten wir einen gro\u00dfen Bogen um die Touristenzentren von Grand Baie im Norden und Bel Ombre im S\u00fcdwesten, lie\u00dfen Resorts, Rumdestillerien und auch die Hauptstadt Port Louis links liegen. Es gab ja so viel anderes zu tun. Wir schnorchelten in der Lagune von La Preneuse mit Dr\u00fccker- und\u00a0Doktorfischen, Mur\u00e4nen und silbergl\u00e4nzenden Nadelfischen, die vor uns in die Korallen abflitzten. Wir a\u00dfen die wohl abwechslungsreichsten Currys unseres Lebens. Wir schnauften auf den Le Morne Brabant hinauf, den 556 Meter hohen Hausberg der Insel \u2013 und zwar, wie es sich f\u00fcr Touristen geh\u00f6rt, in der Mittagshitze. Die folgenden Tage verbrachten wir daher mit dem Versuch, unsere durchgeschwitzten Klamotten zu trocknen, was bei 80 Prozent Luftfeuchtigkeit und h\u00e4ufigen Regeng\u00fcssen total aussichtslos war.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"image-element__image image\" fetchpriority=\"auto\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/ornate-taggecko-mauritius-m-06233918.jpg\"  style=\"aspect-ratio: 1.7778; background-color: #324d3d;\" alt=\"Ein schillernder Ornament-Taggecko auf der\u00a0\u00cele aux Aigrettes\" title=\"Indischer Ozean: Ein schillernder Ornament-Taggecko auf der \u00cele aux Aigrettes\"\/><\/p>\n<p>Ein schillernder Ornament-Taggecko auf der\u00a0\u00cele aux Aigrettes<\/p>\n<p>\u00a9\u00a0mauritius images \/ Loop Images \/ Eric Nathan<\/p>\n<p class=\"typo-body-md typo-body-lg@lg\">Die sonnigeren Tage unserer Reise verplemperten wir im &#8222;The Bay&#8220;. Das schneewei\u00dfe Boutiquehotel an der Lagune von La Preneuse im S\u00fcdwesten der Insel erf\u00fcllte perfekt unsere Bedingung Nr. 1 an eine Strandunterkunft: Man gelangt barfu\u00df vom Bett ins Meer und zur\u00fcck. Abends sa\u00dfen wir hier fachsimpelnd mit den Fischern am Strand, blickten dem Sonnenuntergang hinterher und lie\u00dfen uns von ihnen erkl\u00e4ren, was wir gerade schnorchelnd gesehen, aber nicht erkannt hatten. Als alles gesagt war, liehen wir uns ihr Seekajak f\u00fcr eine Spritztour durch die Lagune.<\/p>\n<p class=\"typo-body-md typo-body-lg@lg\">Im t\u00fcrkisblauen Wasser d\u00fcmpelnd, fragten wir uns, wieso man sich eigentlich an irgendeinem Resortpool um Liegen rangelt, wenn man doch den weitl\u00e4ufigsten aller Pools vor der Haust\u00fcr haben kann.<\/p>\n<p>\n    Erschienen in GEO Saison Nr.05 (2021)\n  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Indischer Ozean Verknallt in Mauritius: Die Honeymoon-Insel jenseits der Resortmauern Kopiere den aktuellen Link Zur Merkliste hinzuf\u00fcgen Mauritius&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":7479,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[22],"tags":[392],"class_list":{"0":"post-7478","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-mauritius","8":"tag-mauritius"},"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7478","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7478"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7478\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7479"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7478"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7478"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7478"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}