{"id":7514,"date":"2026-04-22T16:24:11","date_gmt":"2026-04-22T16:24:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/7514\/"},"modified":"2026-04-22T16:24:11","modified_gmt":"2026-04-22T16:24:11","slug":"deutscher-wissenschaftler-phaenomen-der-feenkreise-in-namibia-entschluesselt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/7514\/","title":{"rendered":"Deutscher Wissenschaftler: Ph\u00e4nomen der Feenkreise in Namibia entschl\u00fcsselt?"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/feenkreise-100.jpg\" alt=\"Feenkreise in Namibia\" title=\"Feenkreise in Namibia | picture alliance \/ dpa\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 05.04.2024 \u2022 06:13 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        Hexentanzplatz, Termitenwohnung, UFO-Landepl\u00e4tze? Um die sogenannten Feenkreise in der W\u00fcste Namibias ranken sich Legenden. Ein deutscher Wissenschaftler will die Erkl\u00e4rung f\u00fcr die kreisrunden Fl\u00e4chen gefunden haben.\n    <\/p>\n<p>                                    <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/stephan-ueberbach-112.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                        <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Stephan Ueberbach\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/ueberbach-101.jpg\"\/><br \/>\n                                    <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Vor allem von oben bietet sich ein faszinierendes Bild. Rote Kreise in der W\u00fcste Namibias, wie von Geisterhand mit dem Zirkel gezogen. Hunderte, tausende, vielleicht sind es sogar Millionen. Die Gr\u00f6\u00dfe variiert. Mal sind es drei Meter im Durchmesser, mal \u00fcber 20. Das Kreisinnere ist kahl, drumherum w\u00e4chst W\u00fcstengras.<\/p>\n<p>                    Das sieht so ein bisschen aus wie ein Schweizer K\u00e4se mit L\u00f6chern. Die Kreise sind auch sehr regelm\u00e4\u00dfig angeordnet. Das hei\u00dft: Die Abst\u00e4nde zwischen den Kreisen sind immer sehr \u00e4hnlich, zirka zehn bis 15 Meter. Und somit hat man eine Graslandschaft, die viele runde L\u00f6cher aufweist.<\/p>\n<p>Stephan Getzin, Universit\u00e4t G\u00f6ttingen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Stephan Getzin von der Universit\u00e4t G\u00f6ttingen ist Experte f\u00fcr Feenkreise und erforscht das mysteri\u00f6se Naturph\u00e4nomen schon seit vielen Jahren. In einer jetzt vorgelegten <a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S1433831924000039?via%3Dihub\" title=\"Studie Feenkreise\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">Studie<\/a> kommen er und sein Team zu dem Schluss, dass die geheimnisvollen L\u00f6cher auf Wassermangel zur\u00fcckzuf\u00fchren sind. &#8222;Die L\u00fccken im Grasland sind Ausdruck dessen, dass nicht gen\u00fcgend Wasser vorhanden ist, um eine kontinuierliche Grasdecke zu erm\u00f6glichen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Die L\u00fccken im Grasland sind Ausdruck dessen, dass nicht gen\u00fcgend Wasser vorhanden ist.\n                    <\/p>\n<p>    Warum die Flecken kreisrund sind<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">So weit, so klar. Aber warum sind die L\u00f6cher kreisrund? Und zwar alle? Die Studie liefert auch daf\u00fcr eine Erkl\u00e4rung. Und die geht, vereinfacht gesagt, so: Vor allem der obere Boden in der namibischen W\u00fcste trocknet schnell aus. Frisch gekeimte Gr\u00e4ser haben da keine Chance. Gr\u00f6\u00dfere Pflanzen dagegen k\u00f6nnen mit ihrem Wurzelsystem in den tieferen Erdschichten Wasser aufnehmen. Und jetzt, sagt der G\u00f6ttinger W\u00fcsten\u00f6kologe, kommt die Geometrie ins Spiel.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Ein Kreis hat von allen geometrischen Strukturen oder Formen das kleinste Umfang-zu-Fl\u00e4che-Verh\u00e4ltnis. Wenn die Gr\u00e4ser einen Kreis bilden und nicht etwa ein Dreieck oder ein Viereck oder ein Sechseck, dann muss sich die geringste Anzahl an Einzelpflanzen diese Wassermenge im Feenkreis teilen. Jede Pflanze maximiere so ihren Zugang zum unterirdischen Wasser. Deshalb sei ein Kreis die einzig logische Konsequenz, um das Bodenwasser aus diesen tieferen Schichten optimal nutzen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>    Forscher spricht von &#8222;Schwarmintelligenz&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Gr\u00e4ser scheinen also zu wissen, was sie da tun. Sie organisieren sich und bilden einen Ring, um bei Wasserknappheit das eigene \u00dcberleben zu sichern. Forscher Getzin spricht von einer systematischen Anpassung an extreme \u00e4u\u00dfere Bedingungen, die durchaus als Schwarmintelligenz bezeichnet werden kann. &#8222;Die Kreise entstehen dadurch, dass die Gr\u00e4ser das Wasser aus dem Kreisinneren absaugen&#8220;, so Getzin.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Andere Erkl\u00e4rungsversuche f\u00fcr die Feenkreise h\u00e4lt Forscher Getzin f\u00fcr widerlegt.\n                    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Alle anderen Erkl\u00e4rungsversuche h\u00e4lt der G\u00f6ttinger Forscher nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft f\u00fcr widerlegt. Zum Beispiel, dass giftige R\u00fcckst\u00e4nde im Boden oder bestimmte Gase f\u00fcr die Entstehung der Kreise verantwortlich sind. Auch die sehr verbreitete Theorie, wonach gefr\u00e4\u00dfige Sand-Termiten die Wurzeln der Gr\u00e4ser anfressen und dadurch die Pflanzen verk\u00fcmmern lassen, kann so nicht stimmen, sagt der Getzin. In der Namib-W\u00fcste habe er schlie\u00dflich 500 Gr\u00e4ser ausgegraben und bei der Analyse festgestellt, dass die abgestorbenen Pflanzen im Inneren des Feenkreises genauso lange Wurzeln hatten wie die intakten Gr\u00e4ser au\u00dferhalb.<\/p>\n<p>                    Jeder kann sich zu den Feenkreisen \u00e4u\u00dfern. Man kann auch behaupten, dass Ufos die machen w\u00fcrden oder kosmische Strahlung, blo\u00df: Wissenschaftliche Erkenntnis ist eben immer datenbasiert.<\/p>\n<p>Stephan Getzin, Forscher Universit\u00e4t G\u00f6ttingen<\/p>\n<p>    Mythologische Erkl\u00e4rversuche<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Nat\u00fcrlich ranken sich aber auch Mythen und Legenden um die r\u00e4tselhaften Kreise. Das Hirtenvolk der Himba, das im Norden Namibias lebt, kennt solche Erz\u00e4hlungen. Feuerspeiende Drachen kommen darin vor, Geister mit magischen Kr\u00e4ften, G\u00f6tter, die den Sterblichen auf der Erde einen Besuch abstatten und dabei ihre Fu\u00dfabdr\u00fccke hinterlassen. Oder haben sich vielleicht Zebras oder Antilopen an den immer gleichen Stellen auf dem Boden gew\u00e4lzt, um Parasiten loszuwerden?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Es gibt zwar Mythologien, wo man sagt, tanzende Feen w\u00fcrden in der Nacht gekommen sei und haben den Feenkreis gebildet. Es gibt auch die Theorie, dass irgendwelche Drachen \u00fcber die Landschaft gelaufen sind oder die Tr\u00e4nen des Drachens Feenkreise verursacht haben. Aber wenn man ehrlich mit den Himbas redet, dann \u00e4u\u00dfern die eigentlich nicht diese Theorien, die sehen das als was ganz Nat\u00fcrliches gegeben.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Rund 25 Jahre lang war der G\u00f6ttinger Forscher dem Geheimnis der Feenkreise auf der Spur. Seit 1999 hat er sich immer wieder mit dem Naturph\u00e4nomen besch\u00e4ftigt. Droht ihm jetzt, nachdem das R\u00e4tsel gel\u00f6st ist, wom\u00f6glich die wissenschaftliche Langeweile? Ganz offensichtlich nicht.<\/p>\n<p>    G\u00f6ttinger Forscher bleibt den Kreisen treu<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Aktuell ist Getzin wieder in Namibia unterwegs. Diesmal geht es um Pflanzen, die in der W\u00fcste kleine Ringe bilden, mit einem Durchmesser von bis zu einem Meter. Zw\u00f6lf verschiedene Arten hat der W\u00fcsten\u00f6kologe bereits entdeckt. Von seiner Arbeit erhofft er sich neue Erkenntnisse, wie sich Pflanzen im Zuge des Klimawandels an die Verh\u00e4ltnisse in Gebieten anpassen, die immer trockener werden. Nicht nur in Afrika, sondern, zum Beispiel, auch in Europa, etwa in den L\u00e4ndern am Mittelmeer.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Er bleibe den Kreisen treu, sagt Getzin. &#8222;Das Thema ist immer aktuell und bildet sozusagen das Fundament f\u00fcr die zuk\u00fcnftige Forschung, wie Pflanzen mit Wasserstress klarkommen.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 05.04.2024 \u2022 06:13 Uhr Hexentanzplatz, Termitenwohnung, UFO-Landepl\u00e4tze? 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