{"id":7516,"date":"2026-04-22T16:25:38","date_gmt":"2026-04-22T16:25:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/7516\/"},"modified":"2026-04-22T16:25:38","modified_gmt":"2026-04-22T16:25:38","slug":"ekvw-vertreterinnen-bei-internationaler-tagung-in-ruanda-zu-gast-evangelisch-in-westfalen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/7516\/","title":{"rendered":"EKvW-Vertreter*innen bei internationaler Tagung in Ruanda zu Gast\u00a0 :: Evangelisch in Westfalen"},"content":{"rendered":"<p>Vom 6. bis 10. Oktober fand im G\u00e4stehaus der Presbyterianischen Kirche in Karongi am Kivusee (Ruanda) die hochrangig besetzte internationale Tagung \u201eKolonialismus, Mission und Verantwortung f\u00fcr die Zukunft am Beispiel der Region der Gro\u00dfen Seen in Zentralafrika\u201c statt.<\/p>\n<p>Das Thema hatte es in sich und die Zusammensetzung der Teilnehmenden aus Ruanda, Tansania, S\u00fcdafrika, Madagaskar, DR Kongo, Finnland, Schweden, \u00d6sterreich, Schweiz, Niederlande, Nigeria und Deutschland lie\u00df von Anfang an intensive Diskussionen erwarten.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>Die Evangelische Kirche von Westfalen war vertreten durch Dr. Nathalie Eleyth (Bochum), Dr. Alena H\u00f6fer (Villigst) und Pfarrerin Dr. Leita Ngoy (G\u00fctersloh), Dr. Albrecht Philipps, LKA \u00d6kumenedezernat, Prof. Dr. Traugott J\u00e4hnichen (Bochum) Pfr. i.R. Martin Domke und Pfr. Ingo Stucke (Bielefeld). Martin Domke hat Anfang der neunziger Jahre mit seiner Frau im Ostkongo, damals Za\u00efre, im Auftrag der VEM gearbeitet.\u00a0<\/p>\n<p>Menschen bekommen bis heute fast \u00fcberall die Folgen des Kolonialismus zu sp\u00fcren. So mussten auch ehemalige \u201eMissionare und Missionarinnen\u201c sich diesen Fragen stellen, konnten aber von der Zeit des \u00dcbergangs der Vereinten Evangelischen Mission von einer traditionellen Missionsgesellschaft hin zu einer internationalen Kirchengemeinschaft erz\u00e4hlen. Es wurde deutlich, dass die Rolle der Mission und der Missionar*innen in den Zeiten des deutschen Kolonialismus l\u00e4ngst nicht so einseitig \u201ekolonial\u201c gewesen ist, wie es die meisten wahrscheinlich annehmen.\u00a0<\/p>\n<p>Koloniales Denken und unreflektiertes Reden \u00fcber \u201eAfrika\u201c bestimmen allerdings noch immer den wissenschaftlichen Diskurs, kirchliches Leben und den Alltag. Wie k\u00f6nnen wir das in Zukunft vermeiden? Was muss sich \u00e4ndern, gerade auch im kirchlichen Leben und im theologischen Diskurs?\u00a0<\/p>\n<p>Angesichts der zum Teil hoch emotionalen Themen waren die Tage durch sachliche, ruhige und tiefgehende Diskussionen gepr\u00e4gt. Eine Ausnahme machte lediglich die Debatte um die Lage in Israel-Pal\u00e4stina, nach einem ausf\u00fchrlichen Vortrag von Bischof a. D. Heinrich Bedford-Strohm \u00fcber die aktuellen Themen im Weltkirchenrat. Hier kam es zu einem sehr robusten Austausch der unterschiedlichen Positionen.\u00a0<\/p>\n<p>Bildung als ein wesentlicher Teil des Lebens hat sich im Postkolonialismus ebenfalls vor allem durch die vielf\u00e4ltigen internationalen Kontakte ver\u00e4ndert. Zwar werden im globalen S\u00fcden immer noch alte, europ\u00e4isch gepr\u00e4gte Schulformen und Erziehungsmodelle angewendet. Aber Bildung und Erziehung bieten in neuen, international anerkannten Systemen jungen Menschen inzwischen \u00fcberall die Chance auf ein alters- und situationsbezogenes Lernen.\u00a0<br \/>Wo die kolonialen Strukturen \u00fcberwunden werden, die Lehrpl\u00e4ne und Unterrichtsformen an den entsprechenden Kontext angepasst und die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in den jeweiligen Kirchen mehr Priorit\u00e4t bekommen, sind die \u00dcberwindung kolonialer Haltungen \u2013 auf beiden Seiten! \u2013 und die \u00dcbernahme von Verantwortung f\u00fcr die Zukunft m\u00f6glich. Das gilt explizit auch f\u00fcr den deutschen Bildungssektor. Allen ist klar, diese Prozesse sind weder in Kirche noch im Bildungssektor zu Ende.\u00a0<\/p>\n<p>Pfingstkirchen haben (nicht nur) in Afrika inzwischen die meisten Mitglieder. Waren von Anfang an immer nur lokale Leitungspersonen berufen, hatten allerdings die geldgebenden Kirchen vor allem aus dem Norden nat\u00fcrlich ebenfalls ein koloniales Weltbild, das sich zum Teil bis heute durchzieht. K\u00f6nnte es sein, dass die so genannten \u201etraditionellen Missionskirchen\u201c mit ihren Hierarchien, die \u00fcber Jahrzehnte von Europ\u00e4er*innen dominiert wurden, nur schwer Ver\u00e4nderungen umsetzen k\u00f6nnen, w\u00e4hrend die Pfingstkirchen hier wesentlich flexibler sind? Gibt es \u00dcberschneidungen und gegenseitige Erfahrungen, die auszutauschen sich lohnen w\u00fcrde, um Kolonialismus und Rassismus zu \u00fcberwinden und ein grenz\u00fcbergreifendes christliches Zeugnis auf den Weg zu bringen?\u00a0<\/p>\n<p>Die Abschlusserkl\u00e4rung unterstreicht die dringend notwendige Aufarbeitung kolonialer Verhaltensmuster und ihrer Ursachen in allen Lebensbereichen und auf allen Seiten. Im Blick auf die zuk\u00fcnftige Verantwortung f\u00fcr kommende Generationen geht die Erkl\u00e4rung noch einen Schritt weiter: In einem 12-Punkte Papier wird die Notwendigkeit konkreter Schritte betont, um den strukturellen und in vielen K\u00f6pfen noch immer vorherrschenden Kolonialismus zu \u00fcberwinden.\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Vom 6. bis 10. 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