{"id":7793,"date":"2026-04-22T23:16:57","date_gmt":"2026-04-22T23:16:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/7793\/"},"modified":"2026-04-22T23:16:57","modified_gmt":"2026-04-22T23:16:57","slug":"bayern-muenchen-und-ruanda-das-grosse-schweigen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/7793\/","title":{"rendered":"Bayern M\u00fcnchen und Ruanda: Das gro\u00dfe Schweigen"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Nat\u00fcrlich\u00a0k\u00fcmmern wir uns darum. Ich habe pers\u00f6nlich zwei Mitarbeiter nach <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/ruanda\/t-17548117\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ruanda<\/a> geschickt, um die Situation zu beobachten. Unsere Kollegen werden diese Woche zur\u00fcckkehren und berichten&#8220;, sagte <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/fc-bayern-m\u00fcnchen\/t-17308245\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bayern M\u00fcnchens<\/a> Vorstandsvorsitzender Jan-Christian Dreesen Anfang Februar gegen\u00fcber der DW. Seitdem schweigt der Verein allerdings zum Thema Ruanda.<\/p>\n<p>Dreesens Aussagen waren eine Reaktion auf die Au\u00dfenministerin der <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/demokratische-republik-kongo\/t-18054927\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Demokratischen Republik Kongo<\/a>, Theresa Kayikwamba Wagner. Diese hatte zuvor Vereine, die mit Ruanda Gesch\u00e4fte machen dazu aufgefordert, die Zusammenarbeit umgehend zu beenden. &#8222;Unz\u00e4hlige Menschen haben ihr Leben verloren, Vergewaltigung, Mord und Diebstahl sind an der Tagesordnung. Ihr Sponsor ist direkt verantwortlich f\u00fcr dieses Elend&#8220;, schrieb sie damals.<\/p>\n<p>Ruanda hatte zuvor die <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/kongo-m23-rebellen-erobern-provinzhauptstadt-bukavu\/a-71619839\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Rebellengruppe M23<\/a> in einem <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/kongo-bricht-diplomatische-beziehungen-zu-ruanda-ab\/a-71412499\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">blutigen Konflikt<\/a> bei der Eroberung von Gebieten im Nachbarland DR Kongo unterst\u00fctzt. &#8222;Die M23 ist mitschuldig und verantwortlich f\u00fcr schwere Verst\u00f6\u00dfe gegen das V\u00f6lkerrecht, die sich in bewaffneten Konflikten in der Demokratischen Republik Kongo gezielt gegen Frauen und Kinder richten, darunter T\u00f6tungen und Verst\u00fcmmelungen, sexuelle Gewalt, Entf\u00fchrungen und Zwangsvertreibungen&#8220;, hei\u00dft es in einem Bericht der <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/75-jahre-un-charta-stresstest-zum-jubil\u00e4um\/a-53872339\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Vereinten Nationen<\/a> \u00fcber die Gruppe.\u00a0<\/p>\n<p>Der FC Bayern lie\u00df mehrere Anfragen der DW nach einer Stellungnahme unbeantwortet.\u00a0Der Sponsoringvertrag des <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/fu\u00dfball-bundesliga-der-m\u00e4nner\/t-17288317\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bundesligisten<\/a> mit Ruanda l\u00e4uft noch bis 2028.<\/p>\n<p>Druck der Fans<\/p>\n<p>Der Deal st\u00f6\u00dft auch bei einigen Bayern-Fans auf gro\u00dfen Widerstand. Besonders sichtbar wurde die Ablehnung beim Bundesligaspiel gegen <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/bundesliga-fc-bayern-souveraen-gegen-eintracht-frankfurt\/a-71727454\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Eintracht Frankfurt<\/a> im Februar. Auf einem Transparent hinter dem Tor war zu lesen: &#8222;Visit Ruanda &#8211; Wer gleichg\u00fcltig zuschaut, liefert die Werte des FC Bayern aus.&#8220;<\/p>\n<p>Bezug nahmen die Fans damit vor allem auf die Worte von Bayern-Pr\u00e4sident Herbert Hainer, der im Hinblick auf die Bundestagswahl in Deutschland im Februar gesagt hatte: &#8222;Wir m\u00fcssen uns gemeinsam gegen spaltende Kr\u00e4fte stellen, die die Demokratie untergraben. Wer gleichg\u00fcltig zuschaut, macht die Demokratie zum Spielball ihrer Feinde.&#8220;<\/p>\n<p>Eine Aussage, die viele Bayern-Fangruppen angesichts der Tatsache, dass <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/paul-kagame-ruandas-starker-mann-macht-weiter\/a-69683497\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ruandas Pr\u00e4sident Paul Kagame<\/a>\u00a0bei den Wahlen 2024 99 Prozent der Stimmen erhielt, die Amtszeitbeschr\u00e4nkung aufhob und sich keiner echten Opposition stellen muss, als heuchlerisch empfinden.\u00a0Das Sportministerium Ruandas ignorierte ebenfalls eine Interviewanfrage der DW.<\/p>\n<p>Bundesregierung ergreift Ma\u00dfnahmen<\/p>\n<p>Lange konnte sich der FC Bayern auf die Position der deutschen Regierung berufen, um die Partnerschaft mit Ruanda zu rechtfertigen. Bayern-Vorstandsvorsitzender\u00a0Dreesen lie\u00df in dem Zusammenhang verlauten, dass &#8222;Bayern auf dem afrikanischen Kontinent aktiv werden und wichtige Erfahrungen sammeln kann&#8220; sowie &#8222;Ruanda mit Projekten f\u00fcr den Jugendfu\u00dfball beim sportlichen Wachstum helfen kann&#8220;. Im M\u00e4rz schr\u00e4nkte die Bundesregierung die Bedingungen des bilateralen Kooperationsabkommens mit Ruanda jedoch ein und stoppte jegliche weitere\u00a0finanzielle Unterst\u00fctzung.<\/p>\n<p>Die Antwort aus Ruanda lie\u00df nicht lange auf sich warten: Das Ministerium f\u00fcr Ausw\u00e4rtige Angelegenheiten und Internationale Zusammenarbeit erkl\u00e4rte, die Ma\u00dfnahmen seien &#8222;falsch und kontraproduktiv&#8220; und w\u00fcrden &#8222;die DR Kongo vom Haken\u00a0lassen&#8220;.\u00a0&#8222;L\u00e4nder wie Deutschland, die eine historische Verantwortung f\u00fcr die wiederkehrende Instabilit\u00e4t in dieser Region tragen, sollten es besser wissen, als einseitige Zwangsma\u00dfnahmen zu ergreifen. Ruanda wird weiterhin seine nationale Sicherheit sch\u00fctzen und sich gleichzeitig voll in den laufenden regionalen Friedensprozess einbringen&#8220;, hie\u00df es in der Erkl\u00e4rung.\u00a0<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"71494784\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/71494784_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Visit Rwanda Schriftzug an der Bande der Allianz Arena, M\u00fcnchen\" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>H\u00e4ufig zu sehen bei Bayern-Spielen: Der Schriftzug &#8222;Visit Rwanda&#8220;Bild: Bernd Feil\/M.i.S.\/IMAGO   <\/p>\n<p>Ruanda in der Champions League<\/p>\n<p>Die vielen Nebenger\u00e4usche werfen zumindest Fragen bez\u00fcglich der PR-Wirkung solcher Sponsorenvertr\u00e4ge auf. Bayern M\u00fcnchen kassiert derzeit etwa f\u00fcnf\u00a0Millionen Euro pro Jahr f\u00fcr die Zusammenarbeit, andere Elitevereine im Weltfu\u00dfball etwas mehr &#8211; geradezu ein Kleingeld f\u00fcr derart reiche Organisationen. Zweifellos spielen die Ziele Anerkennung, Unterst\u00fctzung und Absatz auf dem aufstrebenden afrikanischen Markt eine wichtige Rolle. Allerdings hat der Ausstieg der Bayern aus einem \u00e4hnlichen <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/jahreshauptversammlung-des-fc-bayern-eklat-wegen-katar\/a-59942927\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Vertrags mit Katar<\/a>\u00a0gezeigt, dass der Verein die negativen Auswirkungen solcher Kooperationen nicht einfach ignorieren kann.<\/p>\n<p>F\u00fcr Ruanda l\u00e4uft die PR-Maschine w\u00e4hrenddessen ausgesprochen gut. Am kommenden Dienstag treffen die beiden anderen Vereine mit &#8222;Visit Rwanda&#8220;-Abkommen &#8211; Arsenal und Paris Saint-Germain &#8211; in London im Halbfinale der <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/champions-league-fc-bayern-muenchen-scheitert-an-inter-mailand\/a-72249485\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">UEFA Champions League<\/a> aufeinander. Ein Millionenpublikum auf der ganzen Welt wird das &#8222;Visit Rwanda&#8220;-Logo zu Gesicht bekommen und einer der beiden Vereine wird am 31. Mai in M\u00fcnchen im Finale stehen. Das Ganze ist Teil einer gr\u00f6\u00dferen Strategie, mit der Visit Rwanda, die Tourismusorganisation der Regierung, das Image des Landes \u00fcber den Sport aufpolieren will.<\/p>\n<p>Auch die Fans beider Vereine machten ihrem Unmut Luft, allerdings ohne Erfolg. Obwohl fast 75.000 PSG-Fans eine Petition unterschrieben hatten, um den Vertrag mit Ruanda zu beenden, verl\u00e4ngerte der Verein am 16. April die Zusammenarbeit. &#8222;Gemeinsam tragen wir dazu bei, den kulturellen Reichtum und die nat\u00fcrliche Sch\u00f6nheit Ruandas zu pr\u00e4sentieren und gleichzeitig zu zeigen, dass der Fu\u00dfball Gemeinschaften auf der ganzen Welt inspirieren und zusammenbringen kann&#8220;, sagte der Vorstandsvorsitzende des Vereins, Victoriano Melero.<\/p>\n<p>Wird Arsenal handeln?<\/p>\n<p>Arsenal-Fans hoffen unterdessen, dass ihr Verein einen anderen Weg einschl\u00e4gt. Ein Social-Media-Video der Gruppe &#8222;Gunners for Peace&#8220; bringt die Botschaft auf humorvolle Weise auf den Punkt, indem es ein gef\u00e4lschtes Tourismusvideo f\u00fcr die Heimat des Lokalrivalen Tottenham zeigt.\u00a0<\/p>\n<p>&#8222;Die Regierung Ruandas nimmt ihrem eigenen Volk Geld weg und gibt es einer terroristischen Bande, die f\u00fcr brutale Gr\u00e4ueltaten in der Demokratischen Republik Kongo verantwortlich gemacht wird, um sich zu bereichern und ihre Nachbarn zu unterdr\u00fccken&#8220;, so die Gruppe. &#8222;Sie geben auch Arsenal Geld, um sich einen Anschein von Seriosit\u00e4t zu verschaffen, den sie nicht verdienen. Das Visit Rwanda-Sponsoring ist Sportswashing, und es ist an der Zeit, dass Arsenal sich davon trennt.&#8220;<\/p>\n<p>Im Gegensatz zu den Bayern, deren Vertrag bis 2028 l\u00e4uft, kann Arsenal die Zusammenarbeit am Ende dieser Saison fristgerecht beenden.\u00a0Ger\u00fcchten in der englischen Presse zufolge k\u00f6nnte dies auch tats\u00e4chlich der Fall sein. \u00c4hnlich wie der FC Bayern M\u00fcnchen, der im Jahr 2023 seinen umstrittenen Sponsorenvertrag mit Qatar Airways beendete &#8211; nur um unmittelbar danach eine Zusammenarbeit mit Ruanda zu unterzeichnen.<\/p>\n<p>Der Artikel wurde aus dem englischen Original\u00a0<a rel=\"noopener follow nofollow\" target=\"_blank\" class=\"external-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/en\/bayern-munich-silent-on-rwanda-as-pressure-grows\/a-72319528\" title=\"Externer Link \u2014 Bayern Munich silent on Rwanda as pressure grows\">Bayern Munich silent on Rwanda as pressure grows<\/a>adaptiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"&#8222;Nat\u00fcrlich\u00a0k\u00fcmmern wir uns darum. 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