{"id":7854,"date":"2026-04-23T00:58:16","date_gmt":"2026-04-23T00:58:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/7854\/"},"modified":"2026-04-23T00:58:16","modified_gmt":"2026-04-23T00:58:16","slug":"der-iran-krieg-als-doppelter-wirtschaftlicher-schock-in-afrika-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/7854\/","title":{"rendered":"Der Iran-Krieg als doppelter wirtschaftlicher Schock in Afrika"},"content":{"rendered":"<p>                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                 Ausbleibende R\u00fcck\u00fcberweisungen: Einkommensschock in Ost- und Nordostafrika <\/p>\n<p>Arbeitsmigration aus Ost- und Nordostafrika in die Golfstaaten ist in den letzten Jahren immer weiter gestiegen und liegt derzeit bei <a href=\"https:\/\/english.elpais.com\/international\/2026-03-22\/im-not-thinking-of-leaving-the-need-to-keep-sending-money-back-to-their-families-traps-african-migrants-in-the-gulf-states.html\" target=\"_blank\" class=\"link--extern\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">\u00fcber 5 Millionen<\/a>, wobei sich alleine die Zahl der Kenianer*innen in den letzten zehn Jahren <a href=\"https:\/\/www.uneca.org\/eca-events\/sites\/default\/files\/resources\/documents\/sro-ea\/kenya-national-task-force-labour-migration\/concept_note.pdf\" target=\"_blank\" class=\"link--extern\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">verdreifacht<\/a> hat. Viele Migrant*innen arbeiten in Bau, Logistik, Tourismus und Haushaltsdienstleistungen \u2013 Sektoren, die fr\u00fch auf konjunkturelle Einbr\u00fcche reagieren. Wenn ihre Einkommen dort zur\u00fcckgehen, sinken die R\u00fcck\u00fcberweisungen entsprechend schnell, mit Effekten auf Haushaltsbudgets und Konsum in den afrikanischen Herkunftsl\u00e4ndern der Migrant*innen.<\/p>\n<p>Besonders relevant ist dieser Zusammenhang in \u00c4gypten. Die Summe aller R\u00fcck\u00fcberweisungen machen dort gut <a href=\"https:\/\/data.worldbank.org\/indicator\/BX.TRF.PWKR.DT.GD.ZS?locations=EG\" target=\"_blank\" class=\"link--extern\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">7 Prozent des BIP<\/a> (2024) aus und geh\u00f6ren mit Gr\u00f6\u00dfenordnungen von \u00fcber <a href=\"https:\/\/www.cbe.org.eg\/en\/news-publications\/news\/2026\/01\/05\/08\/30\/remittances-january-november-2025\" target=\"_blank\" class=\"link--extern\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">30 Milliarden US-Dollar<\/a> j\u00e4hrlich zu den wichtigsten Quellen f\u00fcr Devisen. Sie finanzieren damit auch Importe und stabilisieren den Wechselkurs. R\u00fcckg\u00e4nge in den \u00dcberweisungen schlagen entsprechend nicht nur auf Haushaltseinkommen durch, sondern auch auf die externe Stabilit\u00e4t der Volkswirtschaft. Die <a href=\"https:\/\/pubs.aeaweb.org\/doi\/pdfplus\/10.1257\/jep.25.3.129\" target=\"_blank\" class=\"link--extern\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">Forschung<\/a> aus anderen Kontexten zeigt, dass Migrant*innen meist regelm\u00e4\u00dfig, nicht selten auch mehrmals im Monat Geld r\u00fcck\u00fcberweisen. Verlorene Einkommensm\u00f6glichkeiten wirken sich daher sehr schnell auf Geldfl\u00fcsse aus. Selbst wenn Migrant*innen oft versuchen, den Effekt f\u00fcr ihre Familien abzumildern und eher selbst den G\u00fcrtel enger schnallenleben aktuell <a href=\"https:\/\/ourworldindata.org\/grapher\/share-living-with-less-than-320-int--per-day?mapSelect=~EGY\" target=\"_blank\" class=\"link--extern\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">7 Prozent der \u00e4gyptischen Bev\u00f6lkerung<\/a> unterhalb der Armutsgrenze, sodass sich Einkommensverluste schnell in Konsumverzicht \u00fcbersetzen.<\/p>\n<p>Uganda, Kenia und \u00c4thiopien sind ebenfalls stark von der Reduktion der R\u00fcck\u00fcberweisungen <a href=\"https:\/\/worldmigrationreport.iom.int\/what-we-do\/world-migration-report-2024-chapter-3\/africa\" target=\"_blank\" class=\"link--extern\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">betroffen<\/a>, in mancher Hinsicht noch st\u00e4rker als \u00c4gypten. Zwar machen \u00dcberweisungen dort nur jeweils <a href=\"https:\/\/data.worldbank.org\/indicator\/BX.TRF.PWKR.DT.GD.ZS?end=2024&amp;locations=EG-KE-UG-ET\" target=\"_blank\" class=\"link--extern\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">2,7 Prozent, 4,2 Prozent und 4,8 Prozent des BIP<\/a> aus, doch das niedrigere Einkommensniveau bedeutet, dass betroffene Haushalte weniger Ersparnisse haben, um Einkommensausf\u00e4lle abzufedern. Ein R\u00fcckgang der \u00dcberweisungen schl\u00e4gt sich daher noch direkter in weniger Konsum und einer verschlechterten Ern\u00e4hrungslage nieder.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus ist der Sudan ein besonders kritischer Sonderfall: Das Land befindet sich seit 2023 im B\u00fcrgerkrieg, Millionen Menschen sind auf der Flucht, und die Wirtschaft ist weitgehend kollabiert. R\u00fcck\u00fcberweisungen aus den Golfstaaten sind unter diesen Umst\u00e4nden f\u00fcr viele Haushalte keine Erg\u00e4nzung zum Einkommen, sondern die einzige verbleibende Einkommensquelle. Dass ein Gro\u00dfteil dieser Transfers \u00fcber informelle Kan\u00e4le erfolgt und es an offiziellen Zahlen fehlt, macht die Abh\u00e4ngigkeit kaum quantifizierbar und die Problematik auf globaler B\u00fchne unsichtbar.<\/p>\n<p>Ohne vollst\u00e4ndige Zahlungsdaten dienen Migrationsmuster als erg\u00e4nzender Anhaltspunkt f\u00fcr die Bedeutung von R\u00fcck\u00fcberweisungen in afrikanischen Wirtschaften. Beispielsweise weist Saudi-Arabien im Zensus 2022 etwa <a href=\"https:\/\/gulfmigration.grc.net\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Francoise-De-Bel-Air-Factsheet-No.-11-SSAfricans-in-the-Gulf-states-FD.pdf\" target=\"_blank\" class=\"link--extern\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">715.000 Migrant*innen<\/a> aus Sub-Sahara-Afrika, rund 159.000 \u00c4thiopier*innen, 128.000 Ugander*innen und 92.000 Kenianer*innen, aus. Nationale Sch\u00e4tzungen dieser Herkunftsl\u00e4nder sind teils noch h\u00f6her. Fest steht, dass hunderttausende Arbeitsmigrant*innen aus ostafrikanischen L\u00e4ndern in den Golfstaaten t\u00e4tig sind und deren Herkunftsl\u00e4nder somit eng mit den Arbeitsm\u00e4rkten im Golf verflochten sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ausbleibende R\u00fcck\u00fcberweisungen: Einkommensschock in Ost- und Nordostafrika Arbeitsmigration aus Ost- und Nordostafrika in die Golfstaaten ist in den&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":4181,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[29,4160,4161,4158,4159,4162,109,108],"class_list":{"0":"post-7854","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-afrika","8":"tag-afrika","9":"tag-counselling","10":"tag-foreign-policy","11":"tag-german-institute-for-international-and-security-affairs","12":"tag-scientific-research","13":"tag-security-policy","14":"tag-stiftung-wissenschaft-und-politik","15":"tag-swp"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116451311801819333","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7854","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7854"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7854\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4181"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7854"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7854"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7854"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}