{"id":7861,"date":"2026-04-23T01:14:40","date_gmt":"2026-04-23T01:14:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/7861\/"},"modified":"2026-04-23T01:14:40","modified_gmt":"2026-04-23T01:14:40","slug":"schweizer-museen-geben-nigeria-einst-geraubte-benin-objekte-zurueck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/7861\/","title":{"rendered":"Schweizer Museen geben Nigeria einst geraubte Benin-Objekte zur\u00fcck"},"content":{"rendered":"<p>    <img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/c7299697762679f33059a33853b2919dc44ca560-91134936.jpg\" width=\"1400\" height=\"1050\" alt=\"\" loading=\"eager\" decoding=\"sync\" fetchpriority=\"high\"\/><\/p>\n<p>            Keystone-SDA        <\/p>\n<p>        Zwei Museen in Z\u00fcrich und eines in Genf geben insgesamt 28 Objekte aus ihren Best\u00e4nden an Nigeria zur\u00fcck. Diese sogenannten Benin-Bronzen stammen nachweislich vom Raubzug der britischen Kolonialarmee im Jahr 1897.\n<\/p>\n<p>        Dieser Inhalt wurde am ver\u00f6ffentlicht    <\/p>\n<p>        20. M\u00e4rz 2026 &#8211; 18:41\n<\/p>\n<p> (Keystone-SDA) Das V\u00f6lkerkundemuseum der Universit\u00e4t Z\u00fcrich gibt 14 Objekte an die Bundesrepublik Nigeria zur\u00fcck, das Museum Rietberg in Z\u00fcrich elf und das Mus\u00e9e d\u2019ethnographie de la Ville de Gen\u00e8ve weitere drei. Den Entscheid zur Restitution haben die Universit\u00e4t Z\u00fcrich, die Stadt Z\u00fcrich und die Stadt Genf gef\u00e4llt.<\/p>\n<p>Die entsprechende Eigentumsvereinbarung beziehungsweise das Restitutionsabkommen wurde am Freitag im Stadthaus in Z\u00fcrich unterzeichnet. Anwesend war auch Olugbile Holloway, Generaldirektor der National Commission for Museums and Monuments (NCMM) in Nigeria.<\/p>\n<p>Holloway war am Freitag vor den Medien in Z\u00fcrich voll des Lobes. \u00abEin Satz fiel mir immer wieder ein: Die Schweizer halten ihr Wort\u00bb, sagte er. Die gepl\u00fcnderten Werke seien f\u00fcr ihn wie gekidnappte Kinder. Die R\u00fcckgabe zeige, dass Menschen aus unterschiedlichen Hintergr\u00fcnden an einen Tisch sitzen und das richtige tun k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Z\u00fcrcher Stadtpr\u00e4sidentin Corine Mauch (SP) sprach von einem besonderen Ereignis. \u00abDas Unterzeichnen der Eigentumsvereinbarung ist nicht nur ein juristischer Akt, sondern die Anerkennung von kolonialen Ungerechtigkeiten\u00bb, sagte sie.<\/p>\n<p>R\u00fcckgabe im Sommer<\/p>\n<p>Das Museum Rietberg hat zudem mit der NCMM vereinbart, dass einige der Werke als Leihgabe im Museum verbleiben. Ziel sei es, \u00abdie kulturelle Bedeutung der Werke in der Schweiz weiterhin sichtbar zu machen und den Dialog mit Nigeria nachhaltig zu st\u00e4rken\u00bb, hiess es in einer Mitteilung der Stadt Z\u00fcrich. Die anderen Benin-Objekte aus allen drei Museen sollen im kommenden Sommer auf die Reise nach Nigeria gehen. Sie werden an das Nigerian National Museum in Lagos \u00fcberf\u00fchrt.<\/p>\n<p>Das NCMM hatte in den Jahren 2024 und 2025 im Auftrag der nigerianischen Regierung offiziell Restitutionsantr\u00e4ge gestellt. Zuvor haben in der Schweiz insgesamt acht Museen im Rahmen der sogenannten Benin Initiative Schweiz (BIS) zusammen mit Vertreterinnen und Vertreten aus Nigeria die Herkunft ihrer Benin-Werke erforscht. Daran beteiligt waren unter der Leitung des Museums Rietberg das Bernische Historische Museum, das Museum der Kulturen in St. Gallen, das Mus\u00e9e d\u2019ethnographie de la Ville in Genf, das Muse\u00e9 d\u2019ethnographie Neuch\u00e2tel, das Museum der Kulturen Basel, das Museum Schloss Burgdorf und das V\u00f6lkerkundemuseum der Universit\u00e4t Z\u00fcrich.<\/p>\n<p>In der Schweiz befinden sich verteilt auf die verschiedenen Museen rund hundert Objekte, die urspr\u00fcnglich aus dem Benin stammen. Die Forschungen im Rahmen der BIS haben ergeben, das etwa die H\u00e4lfte davon problematischer Herkunft sind; sie wurden \u00absicher\u00bb oder \u00abwahrscheinlich\u00bb gepl\u00fcndert.<\/p>\n<p>Von Kriegstroph\u00e4en zur Handelsware<\/p>\n<p>Der historische Hintergrund dazu ist, dass britische Truppen 1897 die Hauptstadt Benin City st\u00fcrmten, anschliessend den Palast in Schutt und Asche legten und den K\u00f6nig Oba Ovonramwen ins Exil vertrieben.<\/p>\n<p>Bevor sie den K\u00f6nigspalast niederbrannten, pl\u00fcnderten sie ihn. Gegen 10\u2019000 aufwendig gefertigte Objekte, feine Elfenbeinschnitzereien, Gedenkfiguren und Reliefplatten aus Messing gelangten in ihre H\u00e4nde. Sie wurden aus ihrem urspr\u00fcnglichen Kontext gerissen. In der Folge wurden die Kriegstroph\u00e4en zur Handelsware und schliesslich zu Ausstellungsst\u00fccken in europ\u00e4ischen Museen.<\/p>\n<p>In die Schweiz gelangten diese sogenannten Benin-Bronzen in der Kolonial- und in der Nach-Kolonialzeit, die letzten 2022. Heute bef\u00fcrworten die drei Museen, die nun Objekte zur\u00fcckgeben, den Eigentumstransfer. Es sei ein \u00abnotwendiger Schritt der historischen Aufarbeitung, ein Zeichen des Respekts \u2013 und ein Ausdruck gelebter internationaler Zusammenarbeit\u00bb, lassen sich die drei Museumsdirektorinnen in einer Mitteilung zitieren.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus schaffe die R\u00fcckgabe \u00abdie Grundlage daf\u00fcr, dass Nigeria seine Geschichte auf eigene Weise erforschen, bewahren und vermitteln kann\u00bb, so die Direktorinnen weiter. Und Olugbile Holloway wurde zitiert, dass der R\u00fcckgabeentscheid \u00abauf jeden Fall\u00bb dazu beitrage, \u00abbestimmte Aspekte unserer kolonialen Vergangenheit zu heilen\u00bb.<\/p>\n<p>Im \u00dcbrigen haben bereits vor den drei Schweizer Museen solche aus Deutschland (2022) rund 1100 Objekte an Nigeria zur\u00fcckgegeben, 119 Objekte haben die Niederlande (2025) restituiert und erst im letzten Februar hat die University of Cambridge das Eigentum an 116 Objekten an Nigeria \u00fcbertragen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Keystone-SDA Zwei Museen in Z\u00fcrich und eines in Genf geben insgesamt 28 Objekte aus ihren Best\u00e4nden an Nigeria&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":7862,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[240],"tags":[360,1202],"class_list":{"0":"post-7861","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-benin","8":"tag-benin","9":"tag-ticker"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116451374662372178","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7861","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7861"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7861\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7862"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7861"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7861"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7861"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}