{"id":7893,"date":"2026-04-23T01:58:15","date_gmt":"2026-04-23T01:58:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/7893\/"},"modified":"2026-04-23T01:58:15","modified_gmt":"2026-04-23T01:58:15","slug":"afrika-madagaskar-bischof-von-moramanga-korruption-und-eigeninteressen-untergraben-das-gemeinwohl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/7893\/","title":{"rendered":"AFRIKA\/MADAGASKAR &#8211; Bischof von Moramanga: Korruption und Eigeninteressen untergraben das Gemeinwohl"},"content":{"rendered":"<p>\n\t\t\tAFRIKA\/MADAGASKAR &#8211; Bischof von Moramanga: Korruption und Eigeninteressen untergraben das Gemeinwohl<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n\t\t\t\tDonnerstag,  6 November 2025 \t\t\t\t&#13;<br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t\t&#13;<br \/>\n\t\t\t\t&#13;\n\t\t\t<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/primopiano_21079.jpg\" class=\"img-responsive\" alt=\"\"\/>\t\t\t\t\t<\/p>\n<p style=\"font-size:1.2em;\">Rom (Fidesdienst) \u2013 \u201eDie Kirche ist die einzige Zuflucht, das einzige sichere Bollwerk, zu dem die Menschen kommen. Wenn sie medizinische Versorgung brauchen, wenn sie sich kein Studium leisten k\u00f6nnen oder nichts zu essen haben, wenn eine Hungersnot herrscht, ist es immer die Kirche, die sich um sie k\u00fcmmert. Sie war nie an eine Regierung oder einen Pr\u00e4sidenten gebunden. Sie hat immer Respekt gezeigt, aber auch Kritik an den sich abwechselnden Regierungen ge\u00e4u\u00dfert\u201c, so der Bischof von Moramanga, Rosario Vella (SDB), im Gespr\u00e4ch mit Fides, in dem er auch gro\u00dfe Besorgnis \u00fcber die Lage, in der sich das Land befindet, zum Ausdruck brachte und gleichzeitig Zuversicht, dass sich alles wieder zum Besseren wenden wird.<br \/>&#13;<br \/>\n\u201eInsbesondere in den letzten Monaten haben zwei Tropfen das Fass einer Situation zum \u00dcberlaufen gebracht, die das Volk nicht mehr ertragen kann\u201c, betont der Salesianerbischof, \u201edie jungen Pazifisten der Generation Z sind auf die Stra\u00dfe gegangen, um gegen die anhaltenden Wasser- und Stromausf\u00e4lle sowohl in der Hauptstadt Antananarivo als auch in vielen anderen St\u00e4dten zu protestieren. Es gab Tage, an denen es nur zwei, drei Stunden lang Strom gab, immer nur in bestimmten Stadtvierteln, und die Menschen waren gezwungen, mit Kanistern auf die Suche nach einer Wasserquelle zu gehen. Die Proteste verwandelten sich in Demonstrationen gegen mangelhafte Grundversorgung, zusammenbrechende Infrastruktur, grassierende Korruption in den h\u00f6chsten Kreisen des Staates und den Wunsch nach Demokratie\u201c.<br \/>&#13;<br \/>\n\u201eIn diesem Zusammenhang reagierte die Regierung zun\u00e4chst damit, dass sie alle Minister zum R\u00fccktritt zwang, um zu zeigen, dass sie ihre Fehler eingestand, aber dennoch hart durchgriff und Polizei, Milit\u00e4r und Gendarmerie anwies, mit Bomben, Tr\u00e4nengas und Schlagst\u00f6cken gegen die Menschen vorzugehen\u201c, so der Bischof von Mormanga.<br \/>&#13;<br \/>\n\u201eLeider gab es in der Hauptstadt und in den wichtigsten St\u00e4dten Tote und eine unbestimmte Anzahl von Verletzten\u201c, beklagt er. \u201eDie Jugendlichen wiederum baten darum, mit den Gendarmen sprechen zu d\u00fcrfen und sich auf der Place du 13 Mai, dem Symbol der Unabh\u00e4ngigkeit der Insel, zu versammeln, um friedlich zu demonstrieren und Erkl\u00e4rungen f\u00fcr die gewaltt\u00e4tigen \u00dcbergriffe zu verlangen. Diese Forderungen gaben zu denken\u201c, erkl\u00e4rt Bischof Vella. \u201eInsbesondere Oberst Micha\u00ebl Randrianirina von der milit\u00e4rischen Elite-Einheit CAPSAT, von der in den vergangenen Jahrzehnten zwei Revolutionen ausgegangen waren, erkl\u00e4rte, er stehe offen auf der Seite des Volkes und werde den Befehlen zu Angriffen nicht mehr Folge leisten, da diese unrechtm\u00e4\u00dfig seien. Er erkannte die Gr\u00fcnde des Volkes an und f\u00fcgte hinzu, dass sie die Menschen selbst zum Platz begleiten w\u00fcrden, wobei er alle Gendarmen und Soldaten aufforderte, sich ihnen anzuschlie\u00dfen und dasselbe zu tun. Die Intervention dieses Obersts war von entscheidender Bedeutung und f\u00fchrte zur Vers\u00f6hnung zwischen dem Volk und der Armee\u201c.<br \/>&#13;<br \/>\n\u201eIn der Zwischenzeit\u201c, f\u00e4hrt der Pr\u00e4lat fort, \u201ehatten alle Minister, einschlie\u00dflich Pr\u00e4sident Andry Rajoelina, der sich im Fernsehen an die Nation gewandt hatte, die Insel bereits verlassen, ebenso wie alle Reichen. Das Parlament und das Verfassungsgericht haben dem Pr\u00e4sidenten das Misstrauen ausgesprochen und Oberst Micha\u00ebl Randrianirina mit der interimistischen Amtsf\u00fchrung beauftragt, der bei seiner Vereidigung in Zivilkleidung erschien, fast als wolle er ein Zeichen des Friedens setzen. In seiner Ansprache an die Menschen auf dem Platz versprach er, dass in 18 bis 24 Monaten Wahlen stattfinden werden und dass in der Zwischenzeit alle zusammenarbeiten m\u00fcssen, um das Land bestm\u00f6glich voranzubringen. Die Lage scheint sich wieder beruhigt zu haben, aber alles ist noch m\u00f6glich\u201c.<br \/>&#13;<br \/>\n\u201eWir, die Kirche von Madagaskar, haben uns von Anfang an f\u00fcr einen Dialog eingesetzt, da wir uns bewusst sind, dass Gewalt weitere Gewalt hervorruft\u201c, bekr\u00e4ftigt der Bischof, \u201eMan kann sagen, dass es keine aktive Intervention gab, aber die Bisch\u00f6fe haben das Volk stets unterst\u00fctzt. Die vier wichtigsten Kirchen des Landes waren anwesend, als Oberst Micha\u00ebl, der \u00fcbrigens ein praktizierender Protestant war, die Macht \u00fcbernahm\u201c. <br \/>&#13;<br \/>\n\u201eDerzeit gilt die Kirche als stabile Struktur, wenn es darum geht, das normale Leben aufrechtzuerhalten\u201c, f\u00e4hrt er fort. \u201eSo haben beispielsweise die Krankenstationen und Schulen meiner Di\u00f6zese Moramanga weitergearbeitet, und wir haben auch eine Universit\u00e4t. Wir haben nicht an Demonstrationen teilgenommen, weil es keine gab, aber wir haben Treffen mit jungen Menschen organisiert, um mit ihnen \u00fcber die aktuellen Ereignisse zu sprechen und ihnen zu helfen, sich dessen bewusst zu werden und daf\u00fcr zu sensibilisieren.\u201c<br \/>&#13;<br \/>\n\u201eMadagaskar ist eine Insel, die hinsichtlich ihrer Bodensch\u00e4tze und ihrer Fauna und Flora \u00fcber einen gro\u00dfen Reichtum verf\u00fcgt. Die Menschen sind einfach, arbeiten hart und sind gastfreundlich\u201c, betont Bischof Vella. \u201eLandschaftlich gesehen ist es ein Paradies, aber wir wissen auch, dass es laut Weltbank leider eines der sechs \u00e4rmsten L\u00e4nder der Welt ist. Im Jahr 2022 lebten 75 % der Bev\u00f6lkerung, bestehend aus 32 Millionen Menschen, unterhalb der Armutsgrenze\u201c. <br \/>&#13;<br \/>\n\u201eSeit 1960, dem Jahr der Unabh\u00e4ngigkeit\u201c, f\u00e4hrt er fort, \u201egab es einen Wechsel von Pr\u00e4sidenten und Regierungen, die viele Versprechungen gemacht haben, aber die Wirtschaft und die Lebensweise der Menschen haben sich \u00fcberhaupt nicht ver\u00e4ndert. In vielerlei Hinsicht hat sich die Lage sogar verschlechtert. Zu den Gr\u00fcnden f\u00fcr die gro\u00dfe Armut, unter der die Bev\u00f6lkerung leidet, geh\u00f6rt in erster Linie die Korruption, die leider zu einer Art und Weise geworden ist, zu handeln, zu regieren und zu leben\u201c.<br \/>&#13;<br \/>\n\u201eVersch\u00e4rft wird die Situation durch die Regierenden, die bis heute nur an ihre pers\u00f6nlichen Interessen gedacht haben und nie an das Gemeinwohl, ohne gro\u00dfe Investitionen zu t\u00e4tigen oder Fortschritte im Leben der Menschen zu erzielen\u201c, erkl\u00e4rt er, \u201eEs gab nie eine Agrarreform. Das Gleiche gilt f\u00fcr die Viehzucht und auch f\u00fcr die gesamte Infrastruktur. Die Stra\u00dfen sind alle in einem schlechten Zustand und die Geb\u00e4ude verfallen zunehmend\u201c.<br \/>&#13;<br \/>\n\u201eMan kann nicht eindeutig sagen, worauf diese prek\u00e4re Lage zur\u00fcckzuf\u00fchren ist\u201c, so der Bischof, \u201edoch es gibt viele L\u00e4nder auf der Welt, die aus Eigeninteresse nach Madagaskar kommen: Frankreich, Amerika, Russland, China, aber auch Thailand, S\u00fcdafrika und die Vereinigten Arabischen Emirate. Die einen wegen der Vanille, die anderen wegen des Goldes oder anderer wertvoller Rohstoffe \u2013 jeder hat seine eigenen Interessen.\u201c Abschlie\u00dfend hebt Bischof Vella die Sorgen der Kirche um die n\u00e4here Zukunft hervor: \u201eEs wird bef\u00fcrchtet, dass zu Racheakten, pers\u00f6nliche Vergeltungsma\u00dfnahmen und Verleumdungen kommen k\u00f6nnte\u201c.<br \/>&#13;<br \/>\nIn den vergangenen Tagen wurde in Madagaskar die neue \u00dcbergangsregierung gebildet, die von Oberst Micha\u00ebl Randrianirina, dem Interimspr\u00e4sidenten des Landes, nach der Absetzung des ehemaligen madagassischen Pr\u00e4sidenten Andry Rajoelina infolge der Stra\u00dfenproteste Ende September angek\u00fcndigt worden war. Die aus 29 Ministern bestehende Regierung will, \u201edas Land aus der Krise f\u00fchren\u201c, und vereint bekannte Pers\u00f6nlichkeiten der madagassischen Politik mit neuen Gesichtern aus der Welt der Wissenschaft und Wirtschaft.<br \/>&#13;<br \/>\n(AP) (Fides 6\/11\/2025)<br \/>&#13;\n<\/p>\n<p><\/p>\n<p>\t\t\tTeilen:<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"AFRIKA\/MADAGASKAR &#8211; Bischof von Moramanga: Korruption und Eigeninteressen untergraben das Gemeinwohl &#13; Donnerstag, 6 November 2025 &#13; &#13;&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":7894,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[245],"tags":[380,379],"class_list":{"0":"post-7893","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-madagaskar","8":"tag-madagascar","9":"tag-madagaskar"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116451547707227999","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7893","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7893"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7893\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7894"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7893"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7893"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7893"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}