{"id":8138,"date":"2026-04-23T09:06:10","date_gmt":"2026-04-23T09:06:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/8138\/"},"modified":"2026-04-23T09:06:10","modified_gmt":"2026-04-23T09:06:10","slug":"sambias-kupferkette-geraet-durch-schmelzenstillstaende-gefaehrlich-unter-druck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/8138\/","title":{"rendered":"Sambias Kupferkette ger\u00e4t durch Schmelzenstillst\u00e4nde gef\u00e4hrlich unter Druck"},"content":{"rendered":"<p class=\"post-teaser\">Die Wartung zweier zentraler Schmelzen kommt zu einem heiklen Zeitpunkt. Sambia hat kaum noch S\u00e4ure f\u00fcr Exporte und Minen im Kongo drosseln bereits ihren Verbrauch.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/572257328-1024x683.jpg\" alt=\"Sambias Kupferkette ger\u00e4t durch Schmelzenstillst\u00e4nde gef\u00e4hrlich unter Druck\" fetchpriority=\"high\" decoding=\"sync\" width=\"1024\" height=\"683\"\/><\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\tpicture alliance \/ Visually \/ Blaize Pascall<\/p>\n<p>L\u00e4ngere Stillst\u00e4nde bei zwei der gr\u00f6\u00dften Kupferschmelzen Sambias versch\u00e4rfen in diesem Jahr den Druck auf die Kupferproduktion in der Region. Wie Reuters unter Berufung auf Branchenquellen berichtet, stehen bei Mopani und Chambishi deutlich l\u00e4ngere Wartungsphasen an als die \u00fcblichen rund 30 Tage. Brisant ist das nicht nur f\u00fcr F\u00f6rdermengen, sondern auch f\u00fcr die Versorgung mit Schwefels\u00e4ure, einem zentralen Hilfsstoff bei der Verarbeitung von Kupfer- und Kobalterzen.<\/p>\n<p>Der Engpass trifft einen Markt, der ohnehin angespannt ist. St\u00f6rungen im Nahen Osten haben die globale Versorgung mit Schwefels\u00e4ure und anderen Laugungschemikalien bereits belastet. Minen in der Demokratischen Republik Kongo, dem weltweit f\u00fchrenden Kobalt- und zweitgr\u00f6\u00dften Kupferproduzenten, fahren ihren Verbrauch demnach schon zur\u00fcck oder pr\u00fcfen Produktionsk\u00fcrzungen.<\/p>\n<p>Die Region verliert einen Teil ihrer Chemikalienbest\u00e4nde<\/p>\n<p>Sambias Schmelzen erzeugen laut Bergbauministerium pro Jahr rund 2 Mio. t Schwefels\u00e4ure, \u00fcberwiegend als Nebenprodukt. Der gr\u00f6\u00dfte Teil geht an heimische Minen, \u00dcbersch\u00fcsse werden in die Demokratische Republik Kongo geliefert. Genau diese Vorr\u00e4te an Chemikalien scheinen nun weitgehend aufgebraucht zu sein.<\/p>\n<p>Laut Anthony Mukutuma, Landesdirektor von First Quantum Minerals CA3359341052 904604, seien die Best\u00e4nde in Sambia so knapp, dass faktisch kaum noch Exportkapazit\u00e4ten best\u00fcnden. Das ist f\u00fcr die Nachbarl\u00e4nder heikel, weil viele Kupfer- und Kobaltbetriebe auf stetige S\u00e4urelieferungen angewiesen sind, um Erze \u00fcberhaupt wirtschaftlich l\u00f6sen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Vor allem Mopani k\u00e4mpft mit aufgestauter Wartung<\/p>\n<p>Besonders im Fokus steht Mopani Copper Mines. Nach Angaben eines von Reuters zitierten Bergbau-Managers soll die Anlage im Juni zun\u00e4chst f\u00fcr drei Tage stillstehen. Zwischen August und Mitte September sei dann eine verl\u00e4ngerte Betriebsunterbrechung von etwa 40 bis 45 Tagen geplant. Ein Chemikalienh\u00e4ndler rechnet zudem damit, dass Chambishi bis August f\u00fcr rund zwei Monate ausf\u00e4llt.<\/p>\n<p>Dass die Lage so heikel ist, liegt auch an der Vorgeschichte. Mopani wurde \u00fcber l\u00e4ngere Zeit nicht ausreichend gewartet. Gleichzeitig produziert die Mine deutlich unter ihrer Kapazit\u00e4t von 225.000 t Kathodenkupfer. Gr\u00fcnde daf\u00fcr sindUnterinvestitionen in den vergangenen Jahren und einen Mangel an Kupferkonzentrat. Hinzu kommt, dass der Mehrheitseigner International Resources Holding seit dem Einstieg bei Mopani zugleich Erschlie\u00dfung und Abbau vorantreibt, was zwischenzeitlich weitere Unterbrechungen ausl\u00f6sen kann.<\/p>\n<p>Die Regierung sch\u00fctzt den Heimatmarkt vor weiteren Abfl\u00fcssen<\/p>\n<p>Sambia hat die Ausfuhr von Schwefels\u00e4ure in diesem Monat zus\u00e4tzlich reguliert. H\u00e4ndler m\u00fcssen nun Genehmigungen einholen, um S\u00e4ure exportieren zu k\u00f6nnen. Aus Sicht der Regierung soll das die heimische Industrie sch\u00fctzen. F\u00fcr den regionalen Markt bedeutet das aber vor allem eines: mehr Knappheit und weniger Flexibilit\u00e4t.<\/p>\n<p>Die Versch\u00e4rfung f\u00e4llt in eine Phase, in der das Angebot am Kupfermarkt ohnehin fragiler wird. Sambia blieb 2025 mit 890.346 t Kupfer unter seinem Ziel von 1 Mio. t. Auch aus der Demokratischen Republik Kongo meldet Reuters r\u00fcckl\u00e4ufige Kupferexporte im ersten Quartal. F\u00fcr den Markt ist das mehr als ein rein technischer Wartungsvorgang. Wenn Schmelzen stillstehen, fehlt nicht nur Metall, sondern auch ein chemischer Grundstoff, ohne den ein gro\u00dfer Teil der Wertsch\u00f6pfung in Zentralafrika ins Stocken ger\u00e4t.<\/p>\n<p>Noch ist offen, wie stark die tats\u00e4chlichen Produktionsausf\u00e4lle am Ende ausfallen. Klar ist aber schon jetzt, dass der Engpass nicht isoliert bleibt. Er zieht sich durch die Lieferkette, von der Schmelze \u00fcber die S\u00e4ure bis in die Minen der Region. Genau darin liegt die eigentliche Relevanz dieser Meldung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Wartung zweier zentraler Schmelzen kommt zu einem heiklen Zeitpunkt. 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