{"id":8382,"date":"2026-04-23T14:27:22","date_gmt":"2026-04-23T14:27:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/8382\/"},"modified":"2026-04-23T14:27:22","modified_gmt":"2026-04-23T14:27:22","slug":"diamanten-warum-die-edelsteinproduktion-fuer-botswana-ein-segen-ist-politik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/8382\/","title":{"rendered":"Diamanten: Warum die Edelsteinproduktion f\u00fcr Botswana ein Segen ist &#8211; Politik"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Vor ein paar Jahren noch machten sich die PR-Manager der Diamantenbranche ernsthafte Sorgen, die Blutdiamanten aus Krisenregionen hatten den Ruf der Branche ruiniert, j\u00fcngere Leute fanden auch die k\u00fcnstlich hergestellten Steine attraktiv, die Ums\u00e4tze gingen zur\u00fcck, Corona machte die Sache nicht besser. Mittlerweile <a href=\"https:\/\/www.bain.com\/de\/ueber-uns\/presse\/bain-in-the-news\/germany\/2022\/diamanten-gefragt-wie-nie\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">steigt die Nachfrage<\/a> aber wieder gewaltig, der britisch-s\u00fcdafrikanische Gro\u00dfkonzern De Beers soll die Preise in diesem Jahr um bis zu zehn Prozent erh\u00f6ht haben. Sie werden wohl bald weiter anziehen, weil Russland, <a href=\"https:\/\/www.naturaldiamonds.com\/resources\/diamond-facts-and-statistics-that-matter\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">der nach Volumen gr\u00f6\u00dfte Produzent von Rohdiamanten<\/a> der Welt, in viele M\u00e4rkte nicht mehr exportieren darf, die USA setzten die Steine aus Sibirien vor wenigen Tagen auf die\u00a0Sanktionsliste.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Was f\u00fcr Putin schlecht ist, k\u00f6nnte f\u00fcr das kleine Botswana im s\u00fcdlichen <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Afrika\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Afrika<\/a> eine gro\u00dfe Chance sein, den mengenm\u00e4\u00dfig nach Russland zweitgr\u00f6\u00dften Produzenten der Welt. Im Jahr 2021 verkaufte die halbstaatliche Debswana-Mine bereits Diamanten im Wert von 3,5 Milliarden Dollar. In Zukunft soll es noch einmal mehr\u00a0werden.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">W\u00e4hrend Bodensch\u00e4tze f\u00fcr andere rohstoffreiche L\u00e4nder in Afrika eher ein Fluch waren, sind die Diamanten in Botswana durch die seit Jahren kluge Politik ein Segen f\u00fcr das Land. Vor einem halben Jahrhundert geh\u00f6rte es noch zu den 25 \u00e4rmsten der Welt, jetzt zur oberen Mittelschicht. In der Demokratischen Republik Kongo kommen die gefragten <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Rohstoffe\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Rohstoffe<\/a> wie Kobalt zum Batteriebau nur einer kleinen Elite zugute, das \u00f6lreiche Nigeria versinkt in\u00a0Korruption.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">&#8222;Wir haben alles, was wir von den Diamanten bekommen haben, f\u00fcr Schulen, Stra\u00dfen, Medizin und die Entwicklung unseres Humankapitals verwendet&#8220;, sagte Botswanas Pr\u00e4sident Mokgweetsi Masisi k\u00fcrzlich. Perfekt ist das Land auch nicht, hat aber vieles richtig gemacht. Zusammen mit dem britisch-s\u00fcdafrikanischen Riesen De Beers gr\u00fcndete man ein Gemeinschaftsunternehmen, das die Steine f\u00f6rdert. Botswana versucht seit Jahren, auch mehr an der Verarbeitung der Steine zu verdienen, am Schleifen und Polieren, das oft in Indien oder China gemacht wird. Der Vertrag mit De Beers l\u00e4uft bald aus und soll nun neu verhandelt werden, mit einer h\u00f6heren Quote f\u00fcr einheimische Schleifer. Zudem bewirbt sich Botswana um das st\u00e4ndige Sekretariat des <a href=\"https:\/\/www.kimberleyprocess.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Kimberley-Prozesses<\/a>, einer Organisation, benannt nach der s\u00fcdafrikanischen Minenstadt, die gew\u00e4hrleisten soll, dass keine Diamanten aus Konfliktregionen auf den Markt kommen, was zumindest besser gelingt als noch vor\u00a0Jahren.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Nun aber steht die Branche vor der Situation, dass der russische Alrosa-Konzern, der zu einen Drittel dem Staat geh\u00f6rt, einen Teil seiner Gewinne auch in den U-Boot-Bau der Marine investieren soll, wie belgische Medien berichten. Ukraines Pr\u00e4sident Wolodimir Selenskij hat deshalb die EU aufgefordert, russische Diamanten ebenfalls auf die <a href=\"https:\/\/www.consilium.europa.eu\/de\/policies\/sanctions\/restrictive-measures-against-russia-over-ukraine\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Sanktionsliste<\/a> zu nehmen, was bisher an der starken Diamantenlobby in Antwerpen scheiterte, dem gr\u00f6\u00dften Handelsplatz der\u00a0Welt.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die Steine aus Botswana gelten hingegen als ethisch einwandfrei und sollen dem Land noch etwa ein Vierteljahrhundert Reichtum bringen. Dann sind die Minen leer, und es braucht eine neue\u00a0Idee.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Vor ein paar Jahren noch machten sich die PR-Manager der Diamantenbranche ernsthafte Sorgen, die Blutdiamanten aus Krisenregionen hatten&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":8383,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[244],"tags":[29,4388,373,374,4389,283,546,284],"class_list":{"0":"post-8382","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-botsuana","8":"tag-afrika","9":"tag-bodenschaetze","10":"tag-botsuana","11":"tag-botswana","12":"tag-diamant","13":"tag-politik","14":"tag-rohstoffe","15":"tag-sueddeutsche-zeitung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116454492928540345","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8382","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8382"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8382\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/8383"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8382"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8382"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8382"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}