{"id":8421,"date":"2026-04-23T15:19:47","date_gmt":"2026-04-23T15:19:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/8421\/"},"modified":"2026-04-23T15:19:47","modified_gmt":"2026-04-23T15:19:47","slug":"schal-fuers-leben-2025-bewegende-geschichten-aus-ruanda","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/8421\/","title":{"rendered":"Schal f\u00fcrs Leben 2025: Bewegende Geschichten aus Ruanda"},"content":{"rendered":"<p>\nvon Meike Dinklage\n<\/p>\n<p>21.10.2025, 14:19<\/p>\n<p>7 Min.<\/p>\n<p>\nIn einem Flu\u0308chtlingscamp in Ruanda gibt es ein Krankenhaus, das Mu\u0308ttern und Kindern auf einzigartige Weise hilft. Fu\u0308r unsere gro\u00dfe Aktion &#8222;Ein Schal fu\u0308rs Leben&#8220; haben wir es besucht \u2013 und Frauen getroffen, deren Lebensweg uns tief bewegt hat.\n<\/p>\n<p>Dieser Text stammt aus der BRIGITTE.\u00a0Holt sie euch als Abo &#8211; mit vielen Vorteilen. <a target=\"_blank\" class=\"link--external\" href=\"https:\/\/shop.brigitte.de\/de_DE\/brigitte\/brigitte-magazin\/brigitte-wunschabo\/991.html?utm_source=brigitte&amp;utm_medium=Site-Homepageeinbindung&amp;onwewe=0633&amp;utm_campaign=artikelbox&amp;utm_content=abo_generisch#oc=selbstzahler&amp;medium=print\" rel=\"nofollow noopener\">Hier k\u00f6nnt ihr sie direkt bestellen.<\/a><\/p>\n<p class=\"text-element u-richtext u-typo u-typo--article-text article__text-element text-element--context-article\">\nWenn Aline* sich stark fu\u0308hlt, breitet sie vor ihrem Haus eine Matte aus, holt die Rollen mit bunten Plastikba\u0308ndern und beginnt, Ko\u0308rbe zu flechten, kleine, gro\u00dfe, mit Henkel und ohne. Manchmal kommen Nachbarinnen vorbei und plaudern, manchmal setzen sich die beiden Waisenkinder, die sie bei sich aufgenommen hat, zu ihr auf die Decke und spielen mit den Ba\u0308ndern. Sie strahlt dann so, dass sich ihre riesige Brille ein bisschen von der Nase hebt.<\/p>\n<p>&#8222;Wenn deine Ha\u0308nde bescha\u0308ftigt sind, kann dein Kopf zur Ruhe kommen&#8220;<\/p>\n<p class=\"text-element u-richtext u-typo u-typo--article-text article__text-element text-element--context-article\">\nAber es gibt auch Zeiten, in denen sie nur noch schlafen mo\u0308chte. Dann ist der Tag vor zehn Jahren wieder pra\u0308sent, als Milizen in ihr Haus kamen, ihren Mann und ihren neunja\u0308hrigen Sohn to\u0308teten und Aline so brutal vergewaltigten, dass sie nun an einer Kru\u0308cke geht. In solchen Momenten versinkt sie in ihrer bodenlosen Trauer, auch hier, im Flu\u0308chtlingscamp Mahama in Ruanda, weit weg von ihrem burundischen Heimatdorf, aber in Sicherheit. Sie verkriecht sich dann in ihrem Bett und bleibt einfach liegen.<\/p>\n<p class=\"text-element u-richtext u-typo u-typo--article-text article__text-element text-element--context-article\">\nDass sie dennoch auch gute Tage hat, hat viel damit zu tun, dass es Grace Musabyimana gibt, ihre therapeutische Begleiterin. Wenn Aline aufgeben will, sagt Grace ihr mit der Gelassenheit eines Menschen, der keine Angst vor tiefen Gefu\u0308hlen hat: Steh auf, geh raus, fang an mit den Ko\u0308rben. Wenn deine Ha\u0308nde bescha\u0308ftigt sind und du nicht allein bist, kann dein Kopf zur Ruhe kommen.<\/p>\n<p>Ein Ort der Hoffnung<\/p>\n<p class=\"text-element u-richtext u-typo u-typo--article-text article__text-element text-element--context-article\">\nGrace geho\u0308rt zum Personal eines medizinischen Zentrums, das es geschafft hat, mitten im gro\u0308\u00dften Flu\u0308chtlingscamp Ruandas zu einem Ort der Hoffnung fu\u0308r Frauen und Kinder zu werden. 44 A\u0308rztinnen, Hebammen und Pflegerinnen versuchen fast rund um die Uhr, fu\u0308r mo\u0308glichst viele der 70 000 Geflu\u0308chteten, die Ha\u0308lfte davon Kinder, da zu sein.<\/p>\n<p class=\"text-element u-richtext u-typo u-typo--article-text article__text-element text-element--context-article\">\nDie Klinik war vor zehn Jahren noch eine Notfallstation fu\u0308r Menschen, die sich vor den ethnisch, wirtschaftlich, kolonial bedingten Konflikten in den Nachbarla\u0308ndern Burundi und der Demokratischen Republik Kongo dorthin retteten. Heute ist sie ein vollwertiges Krankenhaus. Man spu\u0308rt die Einsatzbereitschaft, mit der alle ihre Arbeit tun, und die freundliche Offenheit, mit der sie auf die Patientinnen zugehen. Und trotzdem bekamen alle in diesem Februar ihre Entlassungsschreiben.<\/p>\n<p>Hier k\u00f6nnen Frauen sicher entbinden<\/p>\n<p class=\"text-element u-richtext u-typo u-typo--article-text article__text-element text-element--context-article\">\nDrei Stunden dauert die Fahrt von der Hauptstadt Kigali nach Mahama, am Ende geht es lange u\u0308ber einen Lehmweg. Das 160 Hektar gro\u00dfe Camp ist in 18 Communitys unterteilt und wirkt gut organisiert, die Geflu\u0308chteten sind selbst in wichtige Verwaltungsentscheidungen einbezogen.<\/p>\n<p><img class=\"image image-element__image\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/ruanda-weg.jpg\" alt=\"\u00a0Das Camp liegt abgelegen an der tansanischen Grenze.\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n<a href=\"https:\/\/image.brigitte.de\/14030062\/t\/Le\/v1\/w2048\/r1.5\/-\/ruanda-weg.jpg#Alice%20Kayibanda\" class=\"image__magnifier\" aria-label=\"Vergr\u00f6\u00dfern\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>\n\u00a0Das Camp liegt abgelegen an der tansanischen Grenze. <\/p>\n<p>\u00a9 Alice Kayibanda<\/p>\n<p class=\"text-element u-richtext u-typo u-typo--article-text article__text-element text-element--context-article\">\nHerzstu\u0308ck ist die Klinik mit ihren begru\u0308nten Wegen und Wartera\u0308umen im Freien. Vor zwei Jahren wurde sie erweitert und modernisiert, jetzt versorgt sie ja\u0308hrlich 33 000 Mu\u0308tter und Kinder \u2013 und schaffte in der Geburtsmedizin den Umschwung. Wa\u0308hrend landesweit mehr als zwei von 1000 Frauen bei der Geburt sterben und eines von 50 Babys, gibt es hier bei den 150 Entbindungen monatlich gar keine geburtsbedingten Todesfa\u0308lle mehr.<\/p>\n<p class=\"text-element u-richtext u-typo u-typo--article-text article__text-element text-element--context-article\">\nFinanziert wird die Klinik von der weltweit gro\u0308\u00dften unabha\u0308ngigen Kinderrechtsorganisation &#8222;Save the Children&#8220;. Ruanda selbst fehlt das Geld; zwar gilt das Land als politisch stabil, wenngleich Opposition und Pressefreiheit einschra\u0308nkt sind. Dennoch leben, trotz wachsender Wirtschaft, mehr als ein Viertel der 14 Millionen Menschen in absoluter Armut. Sie sind auf internationale Hilfsgelder angewiesen, die jedoch kaum mehr flie\u00dfen, seit die USA Anfang 2025 nahezu alle Leistungen, die zuvor bis zu 40 Prozent der globalen Hilfe ausmachten, strichen.<\/p>\n<p class=\"text-element u-richtext u-typo u-typo--article-text article__text-element text-element--context-article\">\nDie Folgen sind verheerend, und sie treffen Frauen wie Aline direkt. Denn die Hilfe, die sie von ihrer Betreuerin Grace bekommt, geho\u0308rt zu den Programmen, die &#8222;Save the Children&#8220; seit 2015 im Camp betreibt. Zwar konnten die Entlassungen vom Februar ru\u0308ckga\u0308ngig gemacht werden, weil sich die USA fu\u0308r einen begrenzten Zeitraum zu ihren Vertra\u0308gen bekannten, doch es ist wohl nur ein Aufschub.<\/p>\n<p class=\"text-element u-richtext u-typo u-typo--article-text article__text-element text-element--context-article\">\nDarum sind wir fu\u0308r unsere Aktion &#8222;Ein Schal fu\u0308rs Leben&#8220;, die wir seit elf Jahren gemeinsam mit Save the Children durchfu\u0308hren, nach Mahama an die tansanische Grenze gereist: um zu erza\u0308hlen, wie die Entscheidung gegen die bisher als selbstversta\u0308ndlich geglaubte internationale Solidarita\u0308t das Leben von Frauen gefa\u0308hrdet.<\/p>\n<p>Die Lebensretter kommen per Drohne<\/p>\n<p class=\"text-element u-richtext u-typo u-typo--article-text article__text-element text-element--context-article\">\n60 Kilometer von der Klinik entfernt, in der Ortschaft Kayonza, zieht sich Emmanuel Nsengimana einen Plastikschutz u\u0308ber die Schuhe und o\u0308ffnet die Tu\u0308r zum Lager des US-Drohnen-Unternehmens Zipline. Vollblut, Plasma, Impfstoffe und Infusionen lagern hier in langen Ku\u0308hl- und Regalreihen. Schichtleiter Emmanuel blickt auf den Monitor, gerade blinkt eine Eilbestellung auf. Sofort sucht eine Mitarbeiterin die entsprechende Blutkonserve, legt sie in einen Karton mit Ku\u0308hlpads und einem Code mit dem Zielort darauf und reicht ihn hinu\u0308ber zur Abschussstation, wo die Mitarbeiter sie im Bauch einer Drohne verstauen und u\u0308ber eine Rampe in den Himmel schicken. Auch die Mahama Klinik ist Kundin von Zipline, &#8222;Save the Children&#8220; schloss mit dem Unternehmen 2023 einen Kooperationsvertrag. Gerade mal 41 Minuten dauert es von der Bestellung einer Blutkonserve bis zu deren Ankunft.<\/p>\n<p><img class=\"image image-element__image\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/ruanda-drohne.jpg\" alt=\"Eine Drohne half: Sandrine (mit BRIGITTE-Reporterin Meike Dinklage) hat erlebt, wie wertvoll die schnelle Versorgung mit Blutkonserven sein kann.\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n<a href=\"https:\/\/image.brigitte.de\/14030058\/t\/1M\/v2\/w2048\/r1.5\/-\/ruanda-drohne.jpg#Alice%20Kayibanda\" class=\"image__magnifier\" aria-label=\"Vergr\u00f6\u00dfern\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>\nEine Drohne half: Sandrine (mit BRIGITTE-Reporterin Meike Dinklage) hat erlebt, wie wertvoll die schnelle Versorgung mit Blutkonserven sein kann. <\/p>\n<p>\u00a9 Alice Kayibanda<\/p>\n<p class=\"text-element u-richtext u-typo u-typo--article-text article__text-element text-element--context-article\">\n41 Minuten, die Sandrine das Leben gerettet haben. Sandrine, 31, ist eine schmale Frau, die viel la\u0308chelt und jedem Satz ein langgezogenes &#8222;Mmmhh&#8220; vorausschickt, wie um zu unterstreichen, dass sie wirklich gern antwortet. Wir treffen sie vor ihrem kleinen Lehmhaus, eine schmale Bank steht davor, zu den Nachbarn sind Wa\u0308scheleinen gespannt. Vor acht Monaten haben sie und ihr Mann, der wie sie aus Burundi kommt, ihr viertes Baby bekommen. &#8222;Die Geburt war leicht&#8220;, sagt sie. Nicht wie die Entbindung ihrer Tochter Akimana zwei Jahre zuvor. Damals trennte sich die Plazenta ab, sie verlor so viel Blut, dass die Reserven der Klinik nicht ausreichten. Die zweistu\u0308ndige Fahrt ins Distriktkrankenhaus u\u0308ber schlechte Stra\u00dfen und in kritischem Zustand ha\u0308tten sie und ihr Baby nicht u\u0308berlebt.<\/p>\n<p><img class=\"image image-element__image\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/ruanda-klinik.jpg\" alt=\"Die Klinik versorgt pro Jahr 33 000 Frauen und Kinder.\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n<a href=\"https:\/\/image.brigitte.de\/14030070\/t\/Om\/v1\/w2048\/r1.5\/-\/ruanda-klinik.jpg#Alice%20Kayibanda\" class=\"image__magnifier\" aria-label=\"Vergr\u00f6\u00dfern\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>\nDie Klinik versorgt pro Jahr 33 000 Frauen und Kinder. <\/p>\n<p>\u00a9 Alice Kayibanda<\/p>\n<p class=\"text-element u-richtext u-typo u-typo--article-text article__text-element text-element--context-article\">\nVon postpartalen Blutungen sind jedes Jahr weltweit etwa 14 Millionen Frauen betroffen. Es braucht dann sofort Ersatzblut; Sandrine u\u0308berlebte, weil die Drohne in ku\u0308rzester Zeit lieferte. Sie sei sehr dankbar, sagt sie, und will ku\u0308nftig die Pille nehmen, auch weil die Familie schon in gro\u00dfer Armut lebt. Die 3 Euro 30 im Monat, die sie als Bargeldhilfe vom Flu\u0308chtlingswerk der Vereinten Nationen bekommt, reichen kaum zum U\u0308berleben, gerade wurden die Zahlungen um die Ha\u0308lfte geku\u0308rzt. Ihr Mann jobbt in den umliegenden Do\u0308rfern, nicht immer findet er Arbeit.<\/p>\n<p class=\"text-element u-richtext u-typo u-typo--article-text article__text-element text-element--context-article\">\nSandrine sagt, sie glaube, ihr Leben lang als Geflu\u0308chtete zu leben. Sie habe nie eine Schule besucht; wenn man sie nach ihren Tra\u0308umen fragt, wu\u0308nscht sie sich kein materiell besseres Leben, sondern die Sicherheit, dass ihre Kinder ohne Gewalt und Flucht gro\u00df werden ko\u0308nnen.<\/p>\n<p>Pendo verlor ihre Eltern mit acht Jahren<\/p>\n<p class=\"text-element u-richtext u-typo u-typo--article-text article__text-element text-element--context-article\">\nDas wu\u0308nscht sich auch Pendo fu\u0308r ihre beiden Kinder. Die 38-Ja\u0308hrige fa\u0308llt auf unter den Frauen im Camp, sie tra\u0308gt ihre Haare in langen Zo\u0308pfen, und ihr Kleid wirkt mit seiner Lochstickerei extravagant. Pendo kommt aus dem Ost-Kongo, ihre Eltern wurden bei einem Rebellenangriff geto\u0308tet, da war sie acht. Sie schlug sich auf eigene Faust durch, lernte in einem Geflu\u0308chtetencamp na\u0308hen, ging nach Kigali, um Geld fu\u0308r eine Na\u0308hmaschine zu verdienen.<\/p>\n<p class=\"text-element u-richtext u-typo u-typo--article-text article__text-element text-element--context-article\">\nMit Erfolg: Inzwischen betreibt sie ihr eigenes Atelier au\u00dferhalb des Camps, besitzt vier Na\u0308hmaschinen und bildet zwei junge Na\u0308herinnen aus. Die Kleider ihrer Kundinnen entwirft sie selbst, Inspiration holt sie sich oft auf TikTok. Pendo will es aus eigener Kraft heraus schaffen aus dem Flu\u0308chtlingsleben und der Abha\u0308ngigkeit. Sie ist alleinerziehend; ihr Sohn ist acht und tagsu\u0308ber in der Schule, aber sie braucht eine zuverla\u0308ssige Betreuung fu\u0308r ihre vier Jahre alte Tochter Aime\u0301e. Deshalb ist fu\u0308r Pendo die Kita so wichtig, die &#8222;Save the Children&#8220; vor zwei Jahren speziell fu\u0308r berufsta\u0308tige Frauen ero\u0308ffnet hat.<\/p>\n<p><img class=\"image image-element__image\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/ruanda-pendu.jpg\" alt=\"Babys werden regelm\u00e4\u00dfig auf Mangelern\u00e4hrung untersucht.\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n<a href=\"https:\/\/image.brigitte.de\/14030068\/t\/38\/v2\/w2048\/r1.5\/-\/ruanda-pendu.jpg#Alice%20Kayibanda\" class=\"image__magnifier\" aria-label=\"Vergr\u00f6\u00dfern\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>\nBabys werden regelm\u00e4\u00dfig auf Mangelern\u00e4hrung untersucht. <\/p>\n<p>\u00a9 Alice Kayibanda<\/p>\n<p>Nicht nur die Vergangenheit belastet die Frauen<\/p>\n<p class=\"text-element u-richtext u-typo u-typo--article-text article__text-element text-element--context-article\">\n&#8222;Play, learn, grow together&#8220;, steht als Motto am Eingang; eigentlich mu\u0308sste noch &#8222;dance&#8220; dabeistehen, denn genau das tun die etwa 20 Kinder gerade hingebungsvoll zu lauter Musik. An den Wa\u0308nden ha\u0308ngen selbst gemalte Bilder von Krokodilen und Lo\u0308wen, Bauklo\u0308tze und Stofftiere liegen herum. Jeden Tag gibt Pendo ihre Tochter hier ab. &#8222;Ich bete dafu\u0308r, dass die Kita nicht schlie\u00dfen muss&#8220;, sagt sie, &#8222;nun, da im Camp alle davon reden, welche Einrichtungen betroffen sein ko\u0308nnten. Es ist fu\u0308r die Mu\u0308tter doch so wichtig.&#8220;<\/p>\n<p class=\"text-element u-richtext u-typo u-typo--article-text article__text-element text-element--context-article\">\nDie Drohung der Mittel-Ku\u0308rzungen lastet spu\u0308rbar auf den Menschen. Besonders leiden jene, die neben den Bargeldhilfen auf gesundheitliche Unterstu\u0308tzung angewiesen sind. Aline sei zusammengebrochen, als es hie\u00df, die Klinik mu\u0308sse schlie\u00dfen, erza\u0308hlt ihre Betreuerin Grace. &#8222;Obwohl wir alle erstmal ohne Bezahlung weitergemacht haben. Ohne das Ko\u0308rbeflechten mit den Frauen aus ihrer Traumagruppe, ohne die Antidepressiva und unsere regelma\u0308\u00dfigen Therapiegespra\u0308che verliert sie schnell jeden Halt.&#8220;<\/p>\n<p><img class=\"image teaser__image\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/teaser-anleitung.jpg\" alt=\"Schal f\u00fcrs Leben 2025: So tr\u00e4gst du mit unserem Schal Hoffnung in die Welt!\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.brigitte.de\/leben\/selbermachen\/stricken\/schal-fuers-leben\/schal-fuers-leben-2025--so-traegst-du-mit-unserem-schal-hoffnung-in-die-welt--14029582.html\" class=\"teaser__link js-embedded-teaser teaser__link--overlay\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\nDesignt von Guido Maria Kretschmer<br \/>\nSo tr\u00e4gst du mit dem &#8222;Schal f\u00fcrs Leben&#8220; Hoffnung in die Welt!<br \/>\n<\/a> <\/p>\n<p class=\"text-element u-richtext u-typo u-typo--article-text article__text-element text-element--context-article\">\nEs ist nicht nur die Vergangenheit, die Aline belastet. Es sind auch deren Folgen fu\u0308r die Gegenwart. Denn Aline war durch die Vergewaltigungen schwanger geworden, der Junge, den sie bekam, ist jetzt so alt, wie ihr Sohn bei seinem Tod war. Sie tut sich sehr schwer damit, ihn liebevoll anzunehmen, sie denkt: Wie kann dieses Kind meinen Sohn ersetzen, gezeugt von seinem Mo\u0308rder?<\/p>\n<p class=\"text-element u-richtext u-typo u-typo--article-text article__text-element text-element--context-article\">\nAline lebte mit ihrer Familie in einem Dorf in Burundi, als dort 2015 Aufsta\u0308nde ausbrachen, es ging um die Rechtma\u0308\u00dfigkeit der Pra\u0308sidentenwahl, aber eigentlich um Macht und Gewalt. Das Milita\u0308r versuchte zu putschten, Hunderte wurden geto\u0308tet, mehr als 400 000 Menschen vertrieben, unter ihnen auch Aline. Dass sie durch die Vergewaltigungen schwanger geworden war, bemerkte sie schon unterwegs. Fu\u0308r einen Abbruch war es bei der Ankunft im Geflu\u0308chtetencamp zu spa\u0308t.<\/p>\n<p class=\"text-element u-richtext u-typo u-typo--article-text article__text-element text-element--context-article\">\nIn den Gespra\u0308chen mit Grace geht es oft um ihr Verha\u0308ltnis zu ihrem Sohn. Grace hat fu\u0308r ihn jetzt einen Internatsplatz gefunden, das hilft Aline, Abstand zu gewinnen, um eines Tages besser mit der Situation umgehen zu ko\u0308nnen. Sie hat zwei Waisenkinder bei sich aufgenommen \u2013 &#8222;ich liebe Kinder ja&#8220;, sagt sie und la\u0308chelt. Grace meint, eigentlich bra\u0308uchte Aline viel mehr Unterstu\u0308tzung. &#8222;Wir ko\u0308nnen ihr Trauma mit unseren Mitteln nicht heilen. Aber wir ko\u0308nnen sie so gut begleiten, dass sie am Leben bleibt.&#8220;<\/p>\n<p class=\"text-element u-richtext u-typo u-typo--article-text article__text-element text-element--context-article\">\n*Namen aller Geflohenen gea\u0308ndert<\/p>\n<p>\nBrigitte\n<\/p>\n<p>#Themen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"von Meike Dinklage 21.10.2025, 14:19 7 Min. 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