{"id":8767,"date":"2026-04-24T02:25:24","date_gmt":"2026-04-24T02:25:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/8767\/"},"modified":"2026-04-24T02:25:24","modified_gmt":"2026-04-24T02:25:24","slug":"kunstwerke-metall-vieler-benin-bronzen-stammt-aus-dem-rheinland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/8767\/","title":{"rendered":"Kunstwerke: Metall vieler Benin-Bronzen stammt aus dem Rheinland"},"content":{"rendered":"<p>Das Material f\u00fcr viele Benin-Bronzen stammt aus dem Rheinland zwischen K\u00f6ln und Aachen. Das hat eine Untersuchung von Bleiisotopen in Manillen ergeben\u00a0\u2013 Armreife aus Messing \u2013, von denen viele fr\u00fcher f\u00fcr die Herstellung der Benin-Bronzen eingeschmolzen wurden. Ein Vertrag der deutschen Kaufmannsfamilie Fugger mit dem portugiesischen K\u00f6nig aus dem Jahr 1548 \u00fcber die Lieferung von Manillen macht die Analyseergebnisse plausibel. Die Studie einer Forschungsgruppe um Dr. Tobias Skowronek von der Technischen Hochschule Georg Agricola in Bochum ist in der Fachzeitschrift &#8222;Plos One&#8220; erschienen.<\/p>\n<p>Das genutzte Messing wurde demnach im Rheinland produziert. &#8222;Die rheinischen Manillen wurden dann \u00fcber 6.300 Kilometer nach Benin transportiert&#8220;, sagte Skowronek laut Mitteilung des Journals.<\/p>\n<p>Bekannt war bisher, dass die sehr gleichf\u00f6rmigen Bleiisotopen-Verh\u00e4ltnisse in vielen der Benin-Bronzen auf eine Hauptmaterialquelle hindeuten. Auch die Verwendung von Manillen, die in Westafrika als Zahlungsmittel gebr\u00e4uchlich waren, f\u00fcr die Kunstwerke aus Metall aus dem K\u00f6nigreich Benin, war gekl\u00e4rt.<\/p>\n<p>F\u00fcr die<a href=\"https:\/\/dx.doi.org\/10.1371\/journal.pone.0283415\" target=\"_blank\" class=\"link-external\" title=\"Zur Studie\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\"> Untersuchung<\/a> mit einer speziellen Massenspektrometrie standen den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern 67 Manillen,\u00a0die auf das 16. bis 19. Jahrhundert datiert wurden, aus f\u00fcnf Schiffwracks zur Verf\u00fcgung. Die Wracks lagen in afrikanischen, europ\u00e4ischen und amerikanischen Gew\u00e4ssern des Atlantiks. Weitere Manillen stammten aus Schweden, Ghana und Sierra Leone. Die Forschenden untersuchten zum einen drei verschiedene Bleiisotopen-Verh\u00e4ltnisse, zum anderen den Anteil von Spurenelementen, wie Antimon, Nickel, Arsen und Eisen.<\/p>\n<p>Bleibhaltiges Messing aus dem Rheinland im Handel mit Afrika<\/p>\n<p>Trotz der Bezeichnung &#8222;Benin-Bronzen&#8220; bestehen die meisten der antiken Kunstwerke aus Messing, das vor allem Kupfer und Zink oft aber auch Blei, Zinn und weitere Elemente enth\u00e4lt.<\/p>\n<p>Die Untersuchung ergab, dass das Zink im Messing f\u00fcr die \u00e4lteren Manillen haupts\u00e4chlich aus dem Rheinland stammt. Die unterschiedlichen Anteile der Spurenelemente deuten darauf hin, dass das verwendete Kupfer aus verschiedenen Quellen kam, etwa aus Mansfeld am Harz (Sachsen-Anhalt), aus Bansk\u00e1 Bystrica in der Slowakei und wom\u00f6glich aus Skandinavien.<\/p>\n<p>Da Manillen im europ\u00e4ischen Handel keine Rolle spielten, wurden Manillen in Europa fast ausschlie\u00dflich f\u00fcr den Handel mit Afrika hergestellt. Vom 15. Jahrhundert an waren es vor allem Portugiesen, die mit westafrikanischen V\u00f6lkern Handel betrieben, sp\u00e4ter kamen anderen Kolonialm\u00e4chte hinzu.<\/p>\n<p>Historischen Quellen zufolge waren afrikanische H\u00e4ndler sehr w\u00e4hlerisch, was die Qualit\u00e4t der Manillen anging. Dass sie Messing aus dem Rheinland bevorzugten, k\u00f6nnte an dem relativ hohen Bleigehalt (bis zu 14 Prozent des Gewichts) gelegen haben. &#8222;Blei in Messing f\u00fchrt zu einer leicht flie\u00dfenden Legierung und verringert die Porosit\u00e4t, wodurch die Legierung besser zum Gie\u00dfen geeignet ist&#8220;, schreiben die Studienautoren. Skowronek h\u00e4lt es aus statistischen Gr\u00fcnden f\u00fcr sehr wahrscheinlich, dass auch die Benin-Bronzen in deutschen Sammlungen Messing aus dem Rheinland enthalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das Material f\u00fcr viele Benin-Bronzen stammt aus dem Rheinland zwischen K\u00f6ln und Aachen. 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