{"id":8782,"date":"2026-04-24T02:47:41","date_gmt":"2026-04-24T02:47:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/8782\/"},"modified":"2026-04-24T02:47:41","modified_gmt":"2026-04-24T02:47:41","slug":"kenia-mit-dem-mietwagen-erkunden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/8782\/","title":{"rendered":"Kenia mit dem Mietwagen erkunden"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der Ranger Jeremy Kimathi nimmt sich Zeit f\u00fcr die Besucher des Ol Pejeta Conservancy, einem der legend\u00e4ren Schutzgebiete Kenias, das genau am \u00c4quator liegt. Wer etwas Zeit mitbringt, kann viel von Jeremy lernen. Nirgendwo sonst in ganz Ostafrika leben wieder so viele Nash\u00f6rner wie hier, in den hochgelegenen Ausl\u00e4ufern des majest\u00e4tischen Mount Kenya in Kenias zen\u00adtralem Laikipia County. Weil die Tiere Tag und Nacht bewacht werden, ist ihre Population auf 165 Exemplare angestiegen, die meisten sind Spitzmaulnash\u00f6rner.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Unter ihnen leben auch Najin und Fatu, die beiden letzten N\u00f6rdlichen Breitmaulnash\u00f6rner der Welt. Es sind zwei Weibchen, das letzte M\u00e4nnchen dieser Gattung starb 2018, es hie\u03b2 Sudan, benannt nach dem Land, aus dem es stammte. Wilderer haben den Bestand dieser Art \u00fcberall in Afrika derart dezimiert, dass sie als ausgestorben gilt. \u201eWir wollen die Spezies der Northern White Rhinos wieder auferstehen lassen und zwar hier in Kenia\u201c, erkl\u00e4rt Jeremy.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Dank In-vitro-Fertilisation sollen die beiden Nashorndamen Nachwuchs bekommen, sie sind allerdings zu alt f\u00fcr eine Schwangerschaft, daher sollen bereits eingefrorene Embryonen \u2013 der Samen stammt noch von Sudan \u2013 jungen S\u00fcdlichen Breitmaulnash\u00f6rnern eingesetzt werden. Man hofft, dass es Endes des Jahres soweit sein wird.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Jeremy f\u00fchrt seine Besucher zu Fatu und Najin, die friedlich grasen. Najin trottet zutraulich auf Jeremy zu. \u201eIch spreche immer ein paar Worte Tschechisch mit den beiden\u201c erkl\u00e4rt der Ranger, w\u00e4hrend er Najin streichelt, denn die beiden stammten aus einem tschechischen Zoo. So nah an ein Nashorn heranzukommen, ist normalerweise schwierig, besonders wenn man mit einer Reisegruppe und engem Zeitplan unterwegs ist.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Doch wer auf eigene Faust reist, etwa mit einem Mietwagen, kann sich seine Zeit frei einteilen und sich auf spontane Begegnungen einlassen. Dabei galt es bis vor nicht allzu langer Zeit als undenkbar, sich in Kenia selbst ans Steuer zu setzen. In fast allen Reisef\u00fchrern wurde vor seinen Stra\u03b2en gewarnt, als zu chaotisch und gef\u00e4hrlich galt der Linksverkehr in der einstigen britischen Kolonie.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Doch das hat sich ge\u00e4ndert, weil das Land im vergangenen Jahrzehnt einen Modernisierungsschub erlebte. So wurde etwa im Jahr 2017 eine 472 Kilometer lange Zugstrecke zwischen Nairobi und Mombasa, den beiden gr\u00f6\u03b2ten St\u00e4dten des Landes, aus der Taufe gehoben. Um die Tiere im direkt an die Stadt angrenzenden Nationalpark von Nairobi zu sch\u00fctzen, wurde die Trasse teilweise sogar auf Stelzen gef\u00fchrt. Und auch das Stra\u03b2ennetz wurde modernisiert und ausgebaut, wobei sich der Verkehr auf wenige Routen konzentriert und es viele kaum befahrene Stra\u03b2en gibt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eNachdem Touristen aus Europa schon viele Jahre auf eigene Faust durch Namibia, Tansania oder S\u00fcdafrika fahren, wollten wir nachziehen und ebenfalls Selbstfahrertrips anbieten\u201c, erkl\u00e4rt Alvin Maingi, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der im K\u00fcstenort Ukunda beheimateten Firma \u201eKenya Unravelled\u201c, die einst im Safari-Gesch\u00e4ft gro\u03b2 wurde. \u201eUnsere Kunden m\u00fcssen einfach viel Neugier und etwas Abenteuerlust mitbringen\u201c, f\u00fcgt Alvin augenzwinkernd hinzu. Letztere kann man auf den zahlreichen ungeteerten Pisten auch ausleben, denn eines ist sicher: Das n\u00e4chste Schlagloch kommt bestimmt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Doch genau darauf sind die robusten Toyota Hilux mit ihren Sto\u03b2d\u00e4mpfern bestens vorbereitet. Denn vermietet werden nur diese Gel\u00e4ndefahrzeuge, mit denen man dank einem Dachzelt pro\u00adblemlos campen kann.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Etwas Fahrgeschick sollte man freilich mitbringen, es kann durchaus passieren, dass man einer Elefantenherde mit einem w\u00fctenden Leitbullen nur mit einem schnellen Wendeman\u00f6ver aus dem Weg gehen kann.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">In der von Fl\u00fcssen durchzogenen gr\u00fcnen Savannenlandschaft von Ol Peteja leben neben Zebras, Giraffen und zahllosen Antilopen auch die anderen Mitglieder der ber\u00fchmten Big Five. W\u00e4hrend es einfach ist, einige der rund 300 Elefanten zu sehen, halten sich L\u00f6wen und Leoparden im Grasland versteckt. Gut sichtbar sind daf\u00fcr die Kaffernb\u00fcffel mit ihren geschwungenen H\u00f6rnern, die einen scheinbar gleichg\u00fcltig anstarren. Wie in den Safari-Parks ist Aussteigen strikt verboten. B\u00fcffel gelten trotz ihres harmlosen Aussehens als ausgesprochen aggressiv.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Besser k\u00f6nnen sich die Wildtiere, darunter auch die seltenen Waldelefanten oder Bongos, eine Antilopenart, im gr\u00fcnen Dickicht des 90 Kilometer entfernten Aberdare National Park verbergen. Die Gebirgsz\u00fcge des im \u00f6stlichen Teil des ber\u00fchmten Great Rift Valley gelegenen Parks, dessen Wasserf\u00e4lle \u00fcber Hunderte von Metern in die Tiefe st\u00fcrzen, reichen bis auf eine H\u00f6he von 4000 Metern.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der magischen Sch\u00f6nheit des Aberdare-Massivs war einst \u00fcbrigens auch Queen Elisabeth verfallen. Sie logierte zum ersten Mal im Jahr 1952 im Hotel Treetops Lodge am Eingang des Parks und kam im Laufe ihrer langen Regentschaft mehrmals zur\u00fcck.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die holprige Pirschfahrt f\u00fchrt durch wechselnde Landschaften, anfangs geht es auf dunkelroten Pisten durch einen m\u00e4rchenhaft anmutenden Bergwald, der sp\u00e4ter in ein Bambusdickicht und dann eine Heide- und Moorlandschaft \u00fcbergeht. Die grandiose Natur entsch\u00e4digt daf\u00fcr, dass man nicht ganz so viele Tiere sichten kann.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Vornehmes koloniales Ambiente verspr\u00fcht bis heute der eineinhalb Stunden entfernt gelegene, einst von einem englischen Ehepaar gegr\u00fcndete Aberdare Country Club mit seinen bl\u00fchenden Bougainvillea-B\u00fcschen. Obwohl man eineinhalb Stunden vom fast gleichnamigen Park entfernt ist, hat man noch immer einen traumhaften Blick auf die Aberdares. Im umgebenden privaten Wildtierreservat gibt es keine L\u00f6wen, daher eignet es sich bestens f\u00fcr eine Safari zu Fu\u00df. Ein Junggesellenverband von Impalas, die auf ihre Chance warten, eine Herde zu \u00fcbernehmen und das Leitm\u00e4nnchen zu besiegen, grast direkt am Country Club. Wer ab hier einen einst\u00fcndigen Marsch durch die Savannenlandschaft auf sich nimmt, kommt den hier lebenden Giraffen so nah wie wohl nirgendwo sonst in freier Wildbahn, schlie\u03b2lich darf man in den Nationalparks den Jeep nie verlassen. Der Anblick der eleganten Tiere, deren Jungtiere die H\u00e4lse neugierig recken, l\u00e4sst das Herz h\u00f6her schlagen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der gr\u00fcne Norden von Kenia eignet sich ideal dazu, in die Welt des 1985 gedrehte Filmepos \u201eJenseits von Afrika\u201c mit Meryl Streep und Robert Redford einzutauchen. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman der d\u00e4nischen Schriftstellerin Karen Blixen, deren 1912 erbauter, von einer einstigen Kaffeefarm umgebener Bungalow mittlerweile ein Nationalmuseum in einem noblen Vorort von Nairobi ist.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Viele Szenen wurden im Inneren gedreht, im Schrank des Schlafzimmers h\u00e4ngen sogar noch einige Originalkost\u00fcme von Streep und Redford. Nur die Berge, von denen Blixen im ersten Satz ihres Buches (\u201eIch hatte eine Farm in Afrika am Fu\u03b2e der Ngong Berge\u201c) spricht, sind nicht mehr sichtbar. Zu hoch ragen die zum Teil von Blixen selbst gepflanzten B\u00e4ume inzwischen in den Himmel.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Drei Stunden braucht man von hier zum ber\u00fchmten Lake Nakuru Nationalpark, der zum Unesco-Weltnaturerbe z\u00e4hlt und wo die wohl sch\u00f6nste und auch romantischste Filmszene entstand. Die beiden Hauptdarsteller heben mit einer Propellermaschine ab und fliegen durch einen Schwarm Tausender rosaroter Flamingos. Heute sind leider nur noch wenige zu sehen, weil Teile des Sees \u00fcberflutet sind und gewisse Algen, von denen sich die V\u00f6gel ern\u00e4hren, wegen des geringeren Salzgehalts des Wassers nicht mehr wachsen. Doch noch immer ist der Park ein Paradies f\u00fcr 450 Vogelarten, darunter Pelikane, Kormorane, Reiher und Marabu-St\u00f6rche.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Den sch\u00f6nsten Blick \u00fcber den See und den umgebenden Park hat man von einem Aussichtspunkt, der ebenfalls nach dem Film benannt ist, dem \u201eOut of Africa-Lookout\u201c. Unten leben 50 S\u00e4ugetierarten, darunter auch zahlreiche Nilpferde und Nash\u00f6rner. Auch in Nakuru werden sie bewacht. Die Wildh\u00fcter lassen sich fotografieren und sind extrem liebensw\u00fcrdig. Gerne erl\u00e4utern sie, wo man heute am besten L\u00f6wen sichtet. Vielleicht ist es diese Art von Begegnungen, die einen Selbstfahrertrip zu etwas ganz Besonderem macht. Denn bei jeder neuen Etappe tauscht man sich intensiv mit den Menschen vor Ort aus, begegnet ihnen auf Augenh\u00f6he und teilt sein Leben mit ihnen, wenn auch nur vor\u00fcbergehend. \u201eKenia ist das warme Herz von Afrika\u201c, erkl\u00e4rt Alvin. Das d\u00fcrfte stimmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Ranger Jeremy Kimathi nimmt sich Zeit f\u00fcr die Besucher des Ol Pejeta Conservancy, einem der legend\u00e4ren Schutzgebiete&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":8783,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[29,4537,4539,4538,4541,4534,4542,118,119,4535,3354,3226,2786,1170,688,4536,182,4540,43,267,851,3982],"class_list":{"0":"post-8782","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-kenia","8":"tag-afrika","9":"tag-bewacht","10":"tag-breitmaulnashoerner","11":"tag-breitmaulnashoernern","12":"tag-hoernern","13":"tag-jeremy","14":"tag-jungtiere","15":"tag-kenia","16":"tag-kenya","17":"tag-najin","18":"tag-nashorn","19":"tag-nashoerner","20":"tag-nationalpark","21":"tag-nationalparks","22":"tag-ostafrika","23":"tag-park","24":"tag-safari","25":"tag-spitzmaulnashoerner","26":"tag-suedafrika","27":"tag-sudan","28":"tag-tiere","29":"tag-wildtiere"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116457402691766269","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8782","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8782"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8782\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/8783"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8782"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8782"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8782"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}