{"id":8818,"date":"2026-04-24T03:52:57","date_gmt":"2026-04-24T03:52:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/8818\/"},"modified":"2026-04-24T03:52:57","modified_gmt":"2026-04-24T03:52:57","slug":"umstrittener-ausrichter-ruanda-auf-rad-wm-liegt-der-schatten-von-krieg-und-unterdrueckung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/8818\/","title":{"rendered":"Umstrittener Ausrichter Ruanda: Auf Rad-WM liegt der Schatten von Krieg und Unterdr\u00fcckung"},"content":{"rendered":"<p>\u00c4u\u00dferst umstrittener AusrichterAuf Rad-WM liegt der Schatten von Krieg und Unterdr\u00fcckung<img decoding=\"async\" class=\"Image_img__fQCi0 Image_Img_16_9__4BLfH widget-picture-inline_maximizable__t_E7h\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/5ef42e9dbd0d260a4a0b04f71ccf5dae.webp\" alt=\"5ef42e9dbd0d260a4a0b04f71ccf5dae\"\/>Die besten Radprofis der Welt fahren in Ruanda ihren Champion aus. (Foto: IMAGO\/Photo News)TeilenFolgen auf:<a href=\"https:\/\/www.whatsapp.com\/channel\/0029Va5cdVJD8SDp5YZgYF01\" title=\"Auf WhatsApp folgen\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/socialIcons\/whatsapp.svg\" alt=\"whatsapp\" class=\"ArticleShare_icon__FsrC2\"\/><\/a><a href=\"https:\/\/news.google.com\/publications\/CAAiEPMdif5mpRNxiLOeUpHCwwsqFAgKIhDzHYn-ZqUTcYiznlKRwsML?hl=de&amp;gl=DE&amp;ceid=DE%3Ade\" title=\"Auf Google News folgen\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/socialIcons\/google.svg\" alt=\"whatsapp\" class=\"ArticleShare_icon__FsrC2\"\/><\/a><\/p>\n<p class=\"Typography_text-m__XI0da Typography_weight-bold__uT6mq storyline_lead_text_leadtext__q_wg8\">Ruanda richtet ab Samstag als erster afrikanischer Staat die Rad-WM aus. Die Sicherheitslage in der Region ist dabei nur das eine, was die Weltmeisterschaften sehr umstritten macht. Mit der Ausrichtung verfolgt das Land ein viel gr\u00f6\u00dferes Ziel als nur das sportliche.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Der gr\u00f6\u00dfte Held des afrikanischen Radsports ist v\u00f6llig frei von Sorge. &#8222;Ich habe mit mehreren Freunden gesprochen. Sie meinen, dass alles fein und \u00fcberhaupt kein Problem ist&#8220;, sagte Biniam Girmay, Eritreer und 2024 bester Sprinter der Tour de France, vor seiner Reise zur umstrittenen Stra\u00dfen-WM in Ruanda: &#8222;Ich denke wirklich nicht \u00fcber Politik oder die Rolle des Sports in der Politik nach.&#8220;<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">F\u00fcr Girmay sind die ersten Weltmeisterschaften in Afrika ab Sonntag ein Traum und eine Riesenchance, f\u00fcr andere sind sie sehr wohl ein Problem: Im gro\u00dfen Nachbarland DR Kongo k\u00f6chelt seit l\u00e4ngerem ein kriegerischer Konflikt, an dem auch das kleine Ruanda inoffiziell teilnimmt. Anfang 2025 war die Sicherheitslage so fragil, dass der Ruanda-Tour die Absage drohte.<\/p>\n<p>Ausw\u00e4rtiges Amt r\u00e4t von nicht notwendigen Reisen ab<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">&#8222;Um ehrlich zu sein, habe ich vor ein paar Monaten auch die Nachrichten \u00fcber den Krieg im Kongo verfolgt&#8220;, sagt Girmay. Die Grenzstadt Goma, in der Gr\u00e4ueltaten Tausende Todesopfer zur Folge hatten, liegt 100 Kilometer Luftlinie von Ruandas Hauptstadt Kigali, dem WM-Zentrum, entfernt. Das Ausw\u00e4rtige Amt r\u00e4t weiterhin von &#8222;nicht notwendigen Reisen in die Grenzregionen&#8220; ab. Mittlerweile m\u00fcssen sich die WM-Starter zumindest nicht mehr akut bedroht f\u00fchlen, es herrscht relative Ruhe.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Die Sicherheitslage ist das eine, was die Weltmeisterschaften sehr umstritten macht. Zudem sehen viele Kritiker die Titelk\u00e4mpfe mit Topstars wie Tadej Poga\u010dar, Wout van Aert und eben Girmay als Teil klassischen Sportswashings an, mit dem das aufstrebende Land von Menschenrechtsverletzungen ablenken will.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Die WM passt da ins Bild. Gianni Infantino und die FIFA-Granden tagten bereits feudal in Ruanda. Der FC Bayern r\u00fchrte wie schon der FC Arsenal und Paris Saint-Germain gut bezahlt die Werbetrommel f\u00fcr das Land, ehe er nach n\u00e4herer Pr\u00fcfung das Engagement unl\u00e4ngst &#8222;in eine ausschlie\u00dfliche Zusammenarbeit \u00fcber Nachwuchsf\u00f6rderung umgewandelt&#8220; hat.<\/p>\n<p>Pal\u00e4stina-Aktivisten und v\u00f6lliges Chaos: Letzte Vuelta-Etappe abgebrochenRuanda will die gro\u00dfe Sportb\u00fchne erobern<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Und auch die Formel 1 flirtet mit Afrikas neuem Sportwunderland. Der K\u00f6nigsklasse will Staatspr\u00e4sident Paul Kagame gar eine frische Strecke bauen, was Formel-1-Boss Stefano Domenicali begeistert. &#8222;Wir wollen unbedingt nach Afrika&#8220;, sagte der Italiener, n\u00f6tiges Investment von dort vorausgesetzt. Das bietet Ruanda. Der kleine Staat am Kiwusee will mit aller Macht zum gro\u00dfen Player nach arabischem Vorbild aufsteigen.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Ruandas m\u00e4rchenhafter Weg vom Horror- zum Vorzeigestaat ist jedoch holprig geworden. In der fr\u00fcheren deutschen Kolonie fand 1994 einer der f\u00fcrchterlichsten V\u00f6lkermorde statt. Mitglieder der Hutu-Mehrheit t\u00f6teten rund 800.000 Menschen der Tutsi-Minderheit. Tutsi-Rebellen der RPF setzten sich letztlich gewaltsam durch, seit 2000 regiert der fr\u00fchere RPF-K\u00e4mpfer Kagame.<\/p>\n<p>Der Radhelm als Schleier?<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Unter dem Autokraten erlebte das Land einen Wirtschaftsaufschwung \u2013 von dem aber nur eine kleine Elite profitierte, w\u00e4hrend viele Menschen bitterarm blieben. Die politische Opposition wird brutal unterdr\u00fcckt. Weltweit soll Ruanda nach Kagames Plan als Fortschritts-Nation bekannt werden &#8211; nicht als dunkles Herz Afrikas.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Daf\u00fcr brachte sich Ruanda zun\u00e4chst im Weltfu\u00dfball ein. F\u00fcr viele Millionen Dollar Werbekosten und auf den ersten Blick geringen Ertrag: Nur rund 2000 deutsche Touristen zog es zuletzt j\u00e4hrlich zu Ruandas Gorillas. Das Sportsponsoring, sagte die Oppositionelle Carine Kanimba im ARD-Podcast &#8222;Sport Inside&#8220;, &#8222;ist vielmehr der Versuch, Gewalttaten zu verschleiern&#8220;. Nun dient als Schleier eben ein Radhelm.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-s__wu_cm Typography_weight-normal__pqUbH Typography_color-darkgrey__sZEnP article-detail-footer_source__KslPc\">Quelle: ntv.de, tno\/sid<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u00c4u\u00dferst umstrittener AusrichterAuf Rad-WM liegt der Schatten von Krieg und Unterdr\u00fcckungDie besten Radprofis der Welt fahren in Ruanda&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":8819,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[21],"tags":[574,403,404,412,3881,1866],"class_list":{"0":"post-8818","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-ruanda","8":"tag-radsport","9":"tag-ruanda","10":"tag-rwanda","11":"tag-sport","12":"tag-tadej-pogacar","13":"tag-weltmeisterschaften"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116457662254977934","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8818","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8818"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8818\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/8819"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8818"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8818"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8818"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}