{"id":8840,"date":"2026-04-24T04:41:11","date_gmt":"2026-04-24T04:41:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/8840\/"},"modified":"2026-04-24T04:41:11","modified_gmt":"2026-04-24T04:41:11","slug":"rad-wm-in-ruanda-feiert-umstrittene-premiere","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/8840\/","title":{"rendered":"rad wm in ruanda feiert umstrittene premiere"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.fr.de\/\" class=\"id-Breadcrumb-link\" data-id-ec=\"{\" shn=\"\" textlink=\"\" data-k5a-pos=\"1_startseite\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Startseite<\/a><a href=\"https:\/\/www.fr.de\/sport\/\" class=\"id-Breadcrumb-link\" data-id-ec=\"{\" shn=\"\" textlink=\"\" data-k5a-pos=\"2_sport\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Sport<\/a><\/p>\n<p class=\"id-Story-timestamp id-Story-timestamp--default\">Stand: 18.09.2025, 15:31 Uhr<\/p>\n<p class=\"id-Story-authors id-Story-authors--default\">Von: <a class=\"id-Story-authors-link lp_west_author\" href=\"https:\/\/www.fr.de\/autor\/stephan-klemm-tnf7nf2t7.html\" title=\"Zur Autorenseite von Stephan Klemm\" data-id-ec=\"{\" shn=\"\" author-link=\"\" klemm=\"\" data-k5a-pos=\"west_author\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Stephan Klemm<\/a><\/p>\n<p class=\"id-Story-interactionBar id-Story-interactionBar--default\">DruckenTeilen<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/profile.google.com\/cp\/CgkvbS8wNHk5cHYaAA\" class=\"id-Story-googleFollowButton id-Story-googleFollowButton--default\" target=\"_blank\" data-id-ec=\"{\" shn=\"\" google-follow=\"\" auf=\"\" google=\"\" folgen=\"\" rel=\"nofollow noopener\">Uns auf Google folgen<\/a><img decoding=\"async\" class=\"id-RatioPlaceholder-element wv_story_el_image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/39766679-eric-manizabayo-aus-ruanda-faehrt-beim-prolog-der-tour-du-rwanda-im-februar-2025-vorbei-an-.jpeg\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\"   height=\"792\" width=\"1408\" alt=\"Eric Manizabayo aus Ruanda f&#xE4;hrt beim Prolog der Tour du Rwanda im Februar 2025 vorbei an Zuschauermassen\"\/>Eric Manizabayo aus Ruanda beim Prolog der Tour du Rwanda im Februar 2025. \u00a9\u00a0IMAGO\/P\u00e1l G\u00f6llner<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-leadText\">Als erster afrikanischer Staat richtet Ruanda eine Rad-WM aus. In politischer Hinsicht gilt die Vergabe in den Staat als h\u00f6chst brisant \/ Von Stephan Klemm<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Die Radstrecken im Hochland von Kigali sind besonders anspruchsvoll, das Profirennen der M\u00e4nner am 28. September etwa kommt auf eine L\u00e4nge von 267,5 Kilometern und bringt es auf sagenhafte 5475 H\u00f6henmeter \u2013 das ist ein Rekord in der 98-j\u00e4hrigen Geschichte von Radsport-Weltmeisterschaften. Ihre 92. Auflage hat der Weltverband (UCI) Ende September 2023 erstmals nach Afrika vergeben, den Zuschlag erhielt Ruanda, der Binnenstaat in Ostafrika, das Land der 1000 H\u00fcgel. Einige der gro\u00dfen Stars der Szene werden dabei sein, Tadej Pogacar und Remco Evenepoel etwa bei den M\u00e4nnern und Tour-Siegerin Pauline Ferrand-Pr\u00e9v\u00f4t bei den Frauen. An diesem Sonntag beginnen die ruandischen Radsport-Spiele mit den Zeitfahren der M\u00e4nner und Frauen. Sie enden eine Woche sp\u00e4ter mit dem sehr fordernden Wettkampf der M\u00e4nner.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Doch der Sport ist nur die gl\u00e4nzend ausgeleuchtete Seite dieser Veranstaltung. Eine andere dr\u00e4ngt gleichwohl zunehmend vom Schatten ins Licht. Es geht dabei um Ruanda als Ausrichter, ein Land, dessen politische Verh\u00e4ltnisse als problematisch gelten. <\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Im Februar hatte das EU-Parlament in einem Entschlie\u00dfungsantrag die Forderung gestellt, Ruanda die WM zu entziehen, wenn das Land \u201eseinen Kurs nicht \u00e4ndert\u201c. Konkret geht es um den Vorwurf, dass Ruandas Armee im B\u00fcrgerkrieg, der im Nachbarstaat Demokratische Republik Kongo tobt, die Rebellengruppe M23 milit\u00e4risch unterst\u00fctzt. Die ruandische Regierung wiederum weist jegliche Kritik an der Unterst\u00fctzung der M23-Rebellen zur\u00fcck. Man verteidige lediglich seine Grenzen und Grenzgebiete sowie die Tutsi-Minderheit im Nachbarland. Wegen der unbestreitbar kritischen Lage in dieser Region r\u00e4t das Ausw\u00e4rtige Amt von nicht notwendigen Reisen dorthin ab.<\/p>\n<p>Charmeoffensive auch im gro\u00dfen Fu\u00dfball<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Kritiker werfen dem Ausrichterland und dessen umstrittenen Pr\u00e4sidenten Paul Kagame vor, die WM diene als Sportwashing. Als ein Mittel, um das Image des Landes zu verbessern. Daf\u00fcr spricht auch die ruandische Strategie, in der Welt des Sports eine besondere Rolle \u00fcbernehmen zu wollen. <\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Die Fu\u00dfballgr\u00f6\u00dfen FC Arsenal und Paris St. Germain werben auf ihren Trikot\u00e4rmeln f\u00fcr die Tourismusinitiative \u201eVisit Rwanda\u201c. Auch der FC Bayern ist Teil dieser Charmeoffensive, doch der deutsche Rekordmeister fuhr sein Engagement nach heftiger Kritik aus dem Kreis seiner politisch aktiven Fans zur\u00fcck. Auf den Werbebanden der M\u00fcnchner Arena taucht der Slogan nicht mehr auf, es besteht nur noch ein F\u00f6rdervertrag im Jugendfu\u00dfball. <\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Auf anderem Gebiet will Ruanda aber auch noch auf sich aufmerksam machen: Das kleine Land mit 14 Millionen Einwohner:innen w\u00fcrde gerne ein Formel-1-Rennen ausrichten. <\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Der Name des Staates Ruanda ist vor allem wegen eines furchtbaren Ereignisses in Erinnerung. Vor 31 Jahren tobte dort ein grausamer V\u00f6lkermord. Radikale Milizen der Volksgruppe der Huti t\u00f6teten damals in gerade einmal 100 Tagen bis zu 800.000 Angeh\u00f6rige der Tutsi-Minderheit. Das war ein Fanal. Kagame wiederum regiert seit mittlerweile 25 Jahren in Ruanda, er hatte als Milizenf\u00fchrer mit f\u00fcr das Ende des Genozids gesorgt. <\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Seine Anh\u00e4nger verk\u00fcnden, er habe das Land mittlerweile wieder vereint und wirtschaftlich stabilisiert. Diverse Menschenrechtsorganisationen sehen die Lage allerdings deutlich kritischer. Ihnen zufolge werde die Opposition eingesch\u00fcchtert und die Pressefreiheit eingeschr\u00e4nkt. <\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Diese Gesamtsituation flankierte die Rad-WM vom Zeitpunkt ihrer Vergabe an. UCI-Pr\u00e4sident David Lappartient reagierte trotzig auf den Entschlie\u00dfungsantrag der EU, zumal die 17. Auflage der Ruanda-Rundfahrt reibungslos verlief. Es gebe \u201ekeinen Plan B\u201c, sagte Lappartient, die WM werde in Ruanda stattfinden. <\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">In Ruanda selbst ist die Euphorie vor der Ankunft der Radstars sehr gro\u00df. Das Land besitzt eine gro\u00dfe Radsporttradition. Die Tour du Rwanda wird seit 2001 j\u00e4hrlich ausgetragen, das Zuschaueraufkommen bei dieser Rundfahrt ist au\u00dfergew\u00f6hnlich gro\u00df. Die Infrastruktur wird als sehr gut beschrieben.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Die UCI verspricht sich von der WM in Ruanda in erster Linie eine besondere F\u00f6rderung des afrikanischen Radsports. Sie unterh\u00e4lt seit 2002 an ihrem schweizerischen Stammsitz in Aigle ein Trainingszentrum, das den Titel \u201eCentre Mondial du Cyclisme\u201c tr\u00e4gt. Dort gibt es eine Akademie, die junge Radsportler aufnimmt, die nicht aus den Radsport-Kernkontinenten Europa, Nordamerika oder Australien stammen und die ein olympisches Stipendium in den Disziplinen Bahn- und Stra\u00dfenradsport, Mountainbike oder BMX erhalten haben. <\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Ein Absolvent dieser Akademie ist der Eritreer Biniam Girmay, der im Sommer 2024 drei Etappen der Tour de France und das Gr\u00fcne Trikot gewann. Seine Erfolge holten Afrika erst so richtig auf die Landkarte des Radsports. Girmay sagte nach einigem Z\u00f6gern wegen der Schwere des Kurses seine Teilnahme an dem Profirennen am 28. September zu. F\u00fcr ihn steht  fest: \u201eDie WM in Ruanda ist definitiv ein Meilenstein f\u00fcr den afrikanischen Radsport.\u201c Das Event m\u00f6chte er deshalb live erleben, im Peloton. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"StartseiteSport Stand: 18.09.2025, 15:31 Uhr Von: Stephan Klemm DruckenTeilen Uns auf Google folgenEric Manizabayo aus Ruanda beim Prolog&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":8841,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[21],"tags":[403,404],"class_list":{"0":"post-8840","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-ruanda","8":"tag-ruanda","9":"tag-rwanda"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116457850925880315","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8840","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8840"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8840\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/8841"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8840"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8840"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8840"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}