{"id":8938,"date":"2026-04-24T07:43:17","date_gmt":"2026-04-24T07:43:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/8938\/"},"modified":"2026-04-24T07:43:17","modified_gmt":"2026-04-24T07:43:17","slug":"entfuehrung-in-nigeria-ich-bete-herr-schenke-mir-mut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/8938\/","title":{"rendered":"Entf\u00fchrung in Nigeria: &#8222;Ich bete: Herr, schenke mir Mut&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>    Inhalt<br \/>\n    <a class=\"article-toc__fullview z-text-button\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2026\/01\/entfuehrung-nigeria-kinder-nonnen-schule-st-mary\/komplettansicht\" data-ct-label=\"all\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n        Auf einer Seite lesen<br \/>\n    <\/a><\/p>\n<p>            Inhalt        <\/p>\n<p>Seite 1&#8243;Ich bete: Herr, schenke mir Mut&#8220;<\/p>\n<p>                                            <a class=\"article-toc__item article-toc__link\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2026\/01\/entfuehrung-nigeria-kinder-nonnen-schule-st-mary\/seite-2\" data-ct-label=\"2\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                    Seite 2&#8243;Ich bitte alle unsere Freunde in Deutschland und Europa: Helft uns&#8220;<br \/>\n                <\/a><\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die ersten Nachrichten \u00fcber die <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/entfuehrung\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Entf\u00fchrung<\/a> der Kinder kamen von den Entf\u00fchrten selbst. Dazu muss man wissen, dass die katholische Schule St. Mary in Papiri, an der das Drama sich ereignete, von Nonnen gef\u00fchrt wird. Auf sie hatten es die Entf\u00fchrer urspr\u00fcnglich abgesehen. Und sie waren es auch, die in der Nacht des 21.\u00a0November Alarm schlugen.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Ich bekam die Hiobsbotschaft per WhatsApp, denn in einer Gruppe, zu der ich geh\u00f6re, sind neben vielen Ordensleuten und Bisch\u00f6fen auch Schwestern der betroffenen Kongregation. Anfangs schrieben sie, dass f\u00fcnfzig Sch\u00fcler gekidnappt wurden, erst sp\u00e4ter \u00fcberblickte der Orden das Ausma\u00df der Katastrophe: <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/gesellschaft\/zeitgeschehen\/2025-11\/nigeria-schueler-entfuehrung\" class=\"\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">303 Kinder und 15\u00a0Lehrerinnen fehlten<\/a>. <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/nigeria\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Nigerias<\/a> Hauptstadt Abuja, wo ich lebe, liegt mehrere Autostunden entfernt vom l\u00e4ndlichen Tatort im Norden des Landes, im Bistum Kontagora. Als wir church leaders begriffen, dass es eine Massenentf\u00fchrung war, flehten wir die Regierung an, etwas zu unternehmen. Doch tagelang geschah gar nichts.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Etwa f\u00fcnfzig Kinder hatten es allerdings geschafft, zu fliehen: Sie waren von den Motorr\u00e4dern der Terroristen gesprungen oder hinten runtergefallen. Es dauerte fast zwei Wochen bis zur Freilassung der ersten gro\u00dfen Gruppe von mehr als hundert Entf\u00fchrten. Wie das gelang, dar\u00fcber lie\u00df unsere Regierung die christliche Gemeinschaft jedoch v\u00f6llig im Unklaren, selbst Ordensobere und Bisch\u00f6fe erfuhren nichts. Erleichtert waren wir, als Pr\u00e4sident Trump sich sofort, noch im November, an die Entf\u00fchrer gewandt hatte, die USA w\u00fcrden milit\u00e4risch einschreiten, wenn die Kinder nicht umgehend freik\u00e4men.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Ich bin sicher, dass unsere Politiker sich nur deshalb so rasch um die Befreiung k\u00fcmmerten, weil die amerikanische Regierung ihnen im Nacken sa\u00df. Wie die Familien der Gekidnappten f\u00fcrchtete auch ich, dass es ihnen ergehen k\u00f6nnte wie den M\u00e4dchen von Chibok: Im April 2014 hatte <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/boko-haram\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Boko Haram<\/a> 276 Teenager aus einer staatlichen Schule im Norden entf\u00fchrt, die urspr\u00fcnglich von Protestanten gegr\u00fcndet worden war. Viele Opfer waren evangelisch, sehr viele aber auch muslimisch. Es traf sie alle gleicherma\u00dfen, weil den Dschihadisten die Bildung f\u00fcr M\u00e4dchen ein Dorn im Auge war. Sie wollten Angst verbreiten, und zugleich ging es um Geld. Damals gelang nur ganz wenigen Verschleppten die Flucht, und es dauerte drei Jahre, bis 82 durch einen Deal freikamen. Die meisten sind bis heute verschollen. Sie wurden vergewaltigt und zwangskonvertiert, verkauft und versklavt.\n<\/p>\n<p>    <a class=\"volume-teaser__link\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2026\/01\/index\" title=\"Zur Ausgabe DIE ZEIT Nr.\u00a001\/2026\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>                <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"volume-teaser__media-item volume-teaser__media-item--landscape\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/1777016597_193_original__120x86.jpeg\" alt=\"\" width=\"120\" height=\"86\"\/><\/p>\n<p>        Dieser Artikel stammt aus der ZEIT Nr. 01\/2026. Hier k\u00f6nnen Sie die gesamte Ausgabe lesen.<\/p>\n<p>            Ausgabe entdecken<\/p>\n<p>    <\/a><\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Deshalb bangten wir den Dezember \u00fcber schrecklich um die weiterhin Verschwundenen. In Papiri lernten vor allem M\u00e4dchen, aber auch Jungen im Alter von f\u00fcnf bis sechzehn Jahren. Dass kurz vor Weihnachten alle restlichen Entf\u00fchrten freikamen, nicht nur die Kinder, auch die Lehrerinnen, war ein Wunder.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Ich selber war vorher noch bei einem Gipfeltreffen der abrahamitischen Religionsf\u00fchrer, organisiert vom saudischen K\u00f6nig. Juden, Muslime und Christen berieten in Lissabon dar\u00fcber, wie wir aktuelle Konflikte entsch\u00e4rfen und Frieden erwirken k\u00f6nnen. Ich wei\u00df, dass viele uns deshalb f\u00fcr naiv halten, f\u00fcr Idioten \u2013 und tats\u00e4chlich besitzen wir keine Waffen, k\u00f6nnen also auch niemanden entwaffnen. Aber wir glauben: Miteinander zu reden, ist der einzige Weg nach vorn.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">In meiner Heimat Nigeria sieht man ja, was passiert, wenn der Dialog scheitert \u2013 dann sprechen die Waffen. Wenn mich jemand ins Gesicht schl\u00e4gt und ich schlage nicht gleich zur\u00fcck, sondern stelle ihn zur Rede, h\u00e4lt er vielleicht inne.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Nat\u00fcrlich braucht es gegen Kriegstreiber und Terroristen auch Druck. Nach der Freilassung der ersten Kinder von Papiri beknieten wir die Regierung: Wer sind die T\u00e4ter? Kommen sie vor Gericht? K\u00f6nnen sie bei n\u00e4chster Gelegenheit wieder Unschuldige entf\u00fchren?\n<\/p>\n<p>                            \u00a9\u00a0Lea Dohle<\/p>\n<p>\n                                        Newsletter<br \/>\n                                        Was jetzt? \u2013 Der t\u00e4gliche Morgen\u00fcberblick<\/p>\n<p class=\"newsletter-signup__text\">Starten Sie mit unserem kurzen Nachrichten-Newsletter in den Tag. Erhalten Sie zudem freitags das digitale Magazin ZEIT am Wochenende.<\/p>\n<p class=\"newsletter-signup__datapolicy\" hidden=\"\">\n            Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die <a href=\"https:\/\/datenschutz.zeit.de\/zon#Newsletter\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Datenschutzerkl\u00e4rung<\/a> zur Kenntnis.\n        <\/p>\n<p>    Vielen Dank! Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt.<\/p>\n<p>Pr\u00fcfen Sie Ihr Postfach und best\u00e4tigen Sie das Newsletter-Abonnement.<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Wir Nigerianer wissen, wie gef\u00e4hrlich es ist, den Terror wachsen zu lassen. Seit f\u00fcnfzehn Jahren erleben wir immer mehr Anschl\u00e4ge auf Kirchen, Moscheen, Schulen. In den vergangenen f\u00fcnf Jahren sind die Kidnapper besonders dreist geworden. Der Terror ist ein Gesch\u00e4ft \u2013 nicht nur f\u00fcr Dschihadisten, sondern f\u00fcr kriminelle Banden aller Art, oft sind Politiker und Sicherheitskr\u00e4fte involviert.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die Regierung jedenfalls hat nichts unternommen, um unsere Kinder und Gemeinden zu sch\u00fctzen \u2013 weder Christen noch Muslime. Ich habe mich deshalb schon vor langer Zeit mit muslimischen Frauen und M\u00e4nnern verb\u00fcndet, die in unserem Land eine wichtige Rolle spielen. Wir wollen uns von Extremisten nicht entzweien lassen. Heute bin ich Co-Vorsitzende von Religions for Peace Africa und des Nigeria Women of Faith Network, au\u00dferdem Executive Director der Cardinal-Onaiyekan-Friedensstiftung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Inhalt Auf einer Seite lesen Inhalt Seite 1&#8243;Ich bete: Herr, schenke mir Mut&#8220; Seite 2&#8243;Ich bitte alle unsere&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":8939,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8],"tags":[1525,58,4601,531,387,231,60,77,1685],"class_list":{"0":"post-8938","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nigeria","8":"tag-boko-haram","9":"tag-entfuehrung","10":"tag-entfuehrung-in-nigeria","11":"tag-extremismus","12":"tag-gesellschaft","13":"tag-katholische-kirche","14":"tag-kinder","15":"tag-nigeria","16":"tag-religionsfreiheit"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116458566833721609","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8938","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8938"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8938\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/8939"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8938"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8938"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8938"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}