{"id":9114,"date":"2026-04-24T12:25:54","date_gmt":"2026-04-24T12:25:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/9114\/"},"modified":"2026-04-24T12:25:54","modified_gmt":"2026-04-24T12:25:54","slug":"fragen-und-antworten-libyen-erlebt-eine-starkregen-katastrophe-epischen-ausmasses","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/9114\/","title":{"rendered":"Fragen und Antworten &#8211; Libyen erlebt eine Starkregen-Katastrophe &#8222;epischen Ausma\u00dfes&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>                    <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"internal-image\" title=\"Libyen, Darna: Stra\u00dfen sind nach \u00dcberschwemmungen zerst\u00f6rt.\" alt=\"Libyen, Darna: Stra\u00dfen sind nach \u00dcberschwemmungen zerst\u00f6rt.\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/libyen-wetter-katastrophe-100-1920x1080.jpg\" \/><\/p>\n<p>                  In Darna hat eine Fluwelle ganze Stadtteile ins Meer gesp\u00fclt. (Jamal Alkomaty\/AP\/dpa)<\/p>\n<p>                Wie ist die aktuelle Lage?<\/p>\n<p>Die Zahl der Opfer l\u00e4sst sich auch nach Tagen noch nicht genauer beziffern. J\u00fcngsten Angaben der Weltgesundheitsorganisation zufolge wurden bisher etwa 4.000 Leichen identifiziert. Der B\u00fcrgermeister von Darna, al-Gheithy, bef\u00fcrchtete zwischenzeitlich bis zu 20.000 Tote allein in seiner Stadt..<\/p>\n<p>                Viele Menschen gelten noch als vermisst. Mehr als 40.000 flohen vor den Wassermassen. <a title=\"Link auf: Der Bereichsleiter Internationale Zusammenarbeit beim Deutschen Roten Kreuz, Johnen, mahnte im Deutschlandfunk zur Vorsicht im Umgang mit diesen Zahlen\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/bilder.deutschlandfunk.de\/d8\/56\/54\/63\/d8565463-953d-4104-b20e-451a3f6893c0\/interview-johnen-130923-100.pdf\" class=\"click-tracking-paragraph\" data-tracking=\"{&quot;name&quot;:&quot;Link in Beitrag&quot;,&quot;chapter1&quot;:&quot;https:\/\/bilder.deutschlandfunk.de\/d8\/56\/54\/63\/d8565463-953d-4104-b20e-451a3f6893c0\/interview-johnen-130923-100.pdf&quot;,&quot;chapter2&quot;:&quot;Der Bereichsleiter Internationale Zusammenarbeit beim Deutschen Roten Kreuz, Johnen, mahnte im Deutschlandfunk zur Vorsicht im Umgang mit diesen Zahlen&quot;,&quot;chapter3&quot;:&quot;Fragen und Antworten - Libyen erlebt eine Starkregen-Katastrophe \\&quot;epischen Ausma\u00dfes\\&quot; - die Hintergr\u00fcnde&quot;,&quot;level2&quot;:2}\" rel=\"nofollow noopener\">Der Bereichsleiter Internationale Zusammenarbeit beim Deutschen Roten Kreuz, Johnen, mahnte im Deutschlandfunk zur Vorsicht im Umgang mit diesen Zahlen<\/a>: Viele Gebiete seien von der Au\u00dfenwelt abgeschnitten, und es gebe keine funktionierende Verwaltung. Vor der Katastrophe lebten etwa 100.000 Menschen in Darna.<\/p>\n<p>Auch aus Al-Baida werden Todesopfer gemeldet, ebenso aus den St\u00e4dten Sussa, Mardsch und Schahatt. Schahatts Stadtverwaltung sprach von rund 20.000 Quadratkilometern \u00fcberfluteter Gebiete &#8211; eine Fl\u00e4che etwa so gro\u00df wie Sachsen-Anhalt. Die Sprecherin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Harris, bezeichnete die Katastrophe als eine &#8222;von epischem Ausma\u00df&#8220;.<\/p>\n<p>                Was ist in Libyen passiert?<br \/>\n                Der Mittelmeersturm &#8222;Daniel&#8220;, der zuvor Tod und Zerst\u00f6rungen in Griechenland, der T\u00fcrkei und Bulgarien verursacht hatte, sorgte am ersten September-Wochenende auch f\u00fcr ungew\u00f6hnlich heftige Regenf\u00e4lle in dem W\u00fcstenrandgebiet. Die betroffene Region im Osten nahe der Landesgrenze zu \u00c4gypten gilt zwar auch als die regenreichste des Landes, die Ausma\u00dfe der Starkregenf\u00e4lle sind aber zumindest f\u00fcr die vergangenen Jahrzehnte einmalig gewesen. Laut dem ARD-Meteorologen Karsten Schwanke war es <a title=\"Link auf: stellenweise dreimal so viel Regen wie 2021 bei der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/afrika\/libyen-hochwasser-schwanke-100.html\" class=\"click-tracking-paragraph\" data-tracking=\"{&quot;name&quot;:&quot;Link in Beitrag&quot;,&quot;chapter1&quot;:&quot;https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/afrika\/libyen-hochwasser-schwanke-100.html&quot;,&quot;chapter2&quot;:&quot;stellenweise dreimal so viel Regen wie 2021 bei der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal&quot;,&quot;chapter3&quot;:&quot;Fragen und Antworten - Libyen erlebt eine Starkregen-Katastrophe \\&quot;epischen Ausma\u00dfes\\&quot; - die Hintergr\u00fcnde&quot;,&quot;level2&quot;:2}\" rel=\"nofollow noopener\">stellenweise dreimal so viel Regen wie 2021 bei der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal<\/a>. Bei der Ahrtal-Flut im Juli 2021 lagen die Niederschlagsmengen zwischen 100 und 200 Liter pro Quadratmeter, mindestens 134 Menschen starben.<\/p>\n<p>Experten verweisen unter anderem auf den Anstieg der Meerestemperatur als Grund f\u00fcr die Extremwetterlage. Rund vier Grad, erkl\u00e4rte der Meteorologe Christian Herold vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach, sei das Wasser im Mittelmeer derzeit w\u00e4rmer als normalerweise. &#8222;Die hohen\u00a0Wassertemperaturen heizen auch die Luft auf, die dadurch mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann.&#8220; Das Tief &#8222;Daniel&#8220; sei dann auf ein\u00a0Gebirge getroffen und habe sich dort quasi entladen.<\/p>\n<p>                Der Libyen-Experte von der Uni Gie\u00dfen, Andreas Dittmann, sagte im Sender &#8222;Phoenix&#8220;, <a title=\"Link auf: auch wenn man Starkregen-Ereignisse in semi-ariden Gebieten kenne, habe man diese Ausma\u00dfe nicht erwartet\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/youtu.be\/_Cy2jbsnFC0?si=gU90Q-9WhNzvAoUi\" class=\"click-tracking-paragraph\" data-tracking=\"{&quot;name&quot;:&quot;Link in Beitrag&quot;,&quot;chapter1&quot;:&quot;https:\/\/youtu.be\/_Cy2jbsnFC0?si=gU90Q-9WhNzvAoUi&quot;,&quot;chapter2&quot;:&quot;auch wenn man Starkregen-Ereignisse in semi-ariden Gebieten kenne, habe man diese Ausma\u00dfe nicht erwartet&quot;,&quot;chapter3&quot;:&quot;Fragen und Antworten - Libyen erlebt eine Starkregen-Katastrophe \\&quot;epischen Ausma\u00dfes\\&quot; - die Hintergr\u00fcnde&quot;,&quot;level2&quot;:2}\" rel=\"nofollow noopener\">auch wenn man Starkregen-Ereignisse in semi-ariden Gebieten kenne, habe man diese Ausma\u00dfe nicht erwartet<\/a>. Darauf seien keine Bauprojekte ausgerichtet gewesen und auch sonst sei so etwas baulich nicht vorbereitet worden. Selbst k\u00fchnste Ingenieure h\u00e4tten das nicht vorhersehen k\u00f6nnen, f\u00fchrte der Wissenschaftler aus.<br \/>\n                Wie sieht es derzeit in dem Land aus? <\/p>\n<p>In den ersten Tagen lagen zahlreiche Leichen in den Stra\u00dfen. Die meisten wurden zwar schon nach islamischem Brauch innerhalb von 24 Stunden beerdigt, bei anderen gibt es aber keine Angeh\u00f6rigen mehr, die sich zeitnah um eine Bestattung k\u00fcmmern k\u00f6nnten. In Darna wurden Sammelstellen f\u00fcr Leichen eingerichtet, an denen \u00dcberlebende diese identifizieren und dann begraben oder mehr \u00fcber vermisste Angeh\u00f6rige erfahren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Starkregenf\u00e4lle hatten dazu gef\u00fchrt, dass bei Darna zwei Staud\u00e4mme brachen. Normalerweise halten sie das Wasser im Flussbett des Wadi Darna, der die Hafenstadt durchquert und ins Mittelmeer m\u00fcndet. Ganze Stadtteile wurden hier weggeschwemmt. Am Ufer des Flusses sind gro\u00dfe Wohnblocks teilweise eingest\u00fcrzt oder ganz verschwunden. Mehrst\u00f6ckige H\u00e4user, die zuvor in deutlichem Abstand zum Fluss gestanden hatten, sind unter einer Schlammschicht begraben. Br\u00fccken wurden weggesp\u00fclt.<\/p>\n<p>&#8222;Wir haben geschlafen, und als wir aufgewacht sind, haben wir festgestellt, dass das Wasser das Haus eingeschlossen hat&#8220;, berichtete ein Bewohner der Nachrichtenagentur Reuters: &#8222;Wir sind im Haus und versuchen, es zu verlassen.&#8220; Darna ist bekannt f\u00fcr seine wei\u00dfen H\u00e4user und Palmg\u00e4rten. Ein Gro\u00dfteil der Stadt wurde errichtet, als Libyen in der ersten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts von Italien besetzt war.<\/p>\n<p>                Videos wie <a title=\"Link auf: dieses\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/multimedia\/video\/schnell_informiert\/video-1247708.html\" class=\"click-tracking-paragraph\" data-tracking=\"{&quot;name&quot;:&quot;Link in Beitrag&quot;,&quot;chapter1&quot;:&quot;https:\/\/www.tagesschau.de\/multimedia\/video\/schnell_informiert\/video-1247708.html&quot;,&quot;chapter2&quot;:&quot;dieses&quot;,&quot;chapter3&quot;:&quot;Fragen und Antworten - Libyen erlebt eine Starkregen-Katastrophe \\&quot;epischen Ausma\u00dfes\\&quot; - die Hintergr\u00fcnde&quot;,&quot;level2&quot;:2}\" rel=\"nofollow noopener\">dieses<\/a> und <a title=\"Link auf: dieses\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.derstandard.at\/story\/3000000186694\/libyen-katastrophe-epischen-ausmasses\" class=\"click-tracking-paragraph\" data-tracking=\"{&quot;name&quot;:&quot;Link in Beitrag&quot;,&quot;chapter1&quot;:&quot;https:\/\/www.derstandard.at\/story\/3000000186694\/libyen-katastrophe-epischen-ausmasses&quot;,&quot;chapter2&quot;:&quot;dieses&quot;,&quot;chapter3&quot;:&quot;Fragen und Antworten - Libyen erlebt eine Starkregen-Katastrophe \\&quot;epischen Ausma\u00dfes\\&quot; - die Hintergr\u00fcnde&quot;,&quot;level2&quot;:2}\" rel=\"nofollow noopener\">dieses<\/a> und <a title=\"Link auf: Bildergalerien\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/multimedia\/bilder\/ueberschwemmungen-libyen-100.html\" class=\"click-tracking-paragraph\" data-tracking=\"{&quot;name&quot;:&quot;Link in Beitrag&quot;,&quot;chapter1&quot;:&quot;https:\/\/www.tagesschau.de\/multimedia\/bilder\/ueberschwemmungen-libyen-100.html&quot;,&quot;chapter2&quot;:&quot;Bildergalerien&quot;,&quot;chapter3&quot;:&quot;Fragen und Antworten - Libyen erlebt eine Starkregen-Katastrophe \\&quot;epischen Ausma\u00dfes\\&quot; - die Hintergr\u00fcnde&quot;,&quot;level2&quot;:2}\" rel=\"nofollow noopener\">Bildergalerien<\/a> lassen die Ausma\u00dfe erahnen.<br \/>\n                Welche Hilfsma\u00dfnahmen gibt es innerhalb Libyens?<\/p>\n<p>Die Regierung in der Hauptstadt Tripolis sagte Millionenhilfen f\u00fcr die Katastrophengebiete zu &#8211; obwohl sie die Gegend nicht kontrolliert. Zwei Milliarden libysche Dinar (rund 384 Millionen Euro) Unterst\u00fctzung stelle die Regierung unter Ministerpr\u00e4sident Abdul Hamid Dbaiba bereit, meldete die staatliche libysche Nachrichtenagentur. Damit sollten Wiederaufbauma\u00dfnahmen in betroffenen Gebieten finanziert werden. Flugzeuge mit medizinischem Material, Medikamenten und Leichens\u00e4cken wurden nach Bengasi geschickt.<\/p>\n<p>                Welche internationale Hilfe gibt es?<\/p>\n<p>Hilfsorganisationen wie &#8222;\u00c4rzte ohne Grenzen&#8220; entsenden Notfallteams. Das deutsche Technische Hilfswerk brachte Lieferungen auf den Weg. Es handelt sich nach Angaben der Organisation um Zelte, Feldbetten, Decken, Isomatten und Stromgeneratoren. Die Arbeiten gestalten sich \u00e4u\u00dferst schwierig, da ganze Stra\u00dfenz\u00fcge in meterhohem Schlamm versunken sind. Das Deutsche Rote Kreuz plant, Menschen mit sauberem Trinkwasser zu versorgen.<\/p>\n<p>Die Vereinten Nationen sowie zahlreiche andere L\u00e4nder wie die USA, Frankreich, Katar, \u00c4gypten und Tunesien boten ihre Hilfe an. Von der T\u00fcrkei und den Vereinigten Arabischen Emiraten entsandte Rettungsteams waren nach Angaben der Beh\u00f6rden als eine der ersten im Osten Libyens eingetroffen.<\/p>\n<p>                Wie ist die politische Lage in dem Land? <\/p>\n<p>Libyen ist nach dem Sturz des langj\u00e4hrigen Diktators Muammar al-Gaddafi 2011 zwischen rivalisierenden Regierungen im Osten und Tripolis im Westen geteilt. Durch den ausgebrochenen B\u00fcrgerkrieg wurden vielerorts Infrastruktureinrichtungen vernachl\u00e4ssigt. W\u00e4hrend die von der UNO anerkannte Regierung in Tripolis den Westen kontrolliert, steht der Osten des Landes unter der Herrschaft der so genannten Libyschen Nationalen Armee mit ihrem Anf\u00fchrer Chalifa Haftar.<\/p>\n<p>                Der Libyen-Experte Andreas Dittmann betonte allerdings im Deutschlandfunk, <a title=\"Link auf: dass die Anerkennung der Regierung in Tripolis eine politische Entscheidung des Westens sei, die moralisch nicht einwandfrei sei\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/libyen-interview-andreas-dittmann-prof-uni-giessen-dlf-593b8236-100.html\" class=\"click-tracking-paragraph\" data-tracking=\"{&quot;name&quot;:&quot;Link in Beitrag&quot;,&quot;chapter1&quot;:&quot;https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/libyen-interview-andreas-dittmann-prof-uni-giessen-dlf-593b8236-100.html&quot;,&quot;chapter2&quot;:&quot;dass die Anerkennung der Regierung in Tripolis eine politische Entscheidung des Westens sei, die moralisch nicht einwandfrei sei&quot;,&quot;chapter3&quot;:&quot;Fragen und Antworten - Libyen erlebt eine Starkregen-Katastrophe \\&quot;epischen Ausma\u00dfes\\&quot; - die Hintergr\u00fcnde&quot;,&quot;level2&quot;:2}\" rel=\"nofollow noopener\">dass die Anerkennung der Regierung in Tripolis eine politische Entscheidung des Westens sei, die moralisch nicht einwandfrei sei<\/a>.<br \/>\n                Was hat die politische Lage mit der Katastrophe zu tun?<\/p>\n<p>Wolfram Lacher, Libyen-Experte bei der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), sagte im ZDF, die nun gebrochenen D\u00e4mme oberhalb von Darna seien lange nicht gewartet worden. Es sei jahrelang nicht ausreichend in die Infrastruktur investiert worden. &#8222;Schon Gaddafi hat damals die Stadt daf\u00fcr bestraft, dass in ihr Aufst\u00e4ndische die Waffen ergriffen hatten in den 90er Jahren und nach Gaddafis Sturz 2011 wurde dann jahrelang \u00fcberhaupt nichts mehr in Infrastruktur investiert&#8220;, sagte Lacher. Zwar sei in den letzten Jahren immer etwas Geld geflossen, &#8222;aber das ging unter anderem in die Taschen von Milizenf\u00fchrern und Kriegsprofiteuren&#8220;.<\/p>\n<p>Inzwischen kam es im Land auch zu ersten Protesten. Die Menschen fordern, dass die Verantwortlichen der Katastrophe zur Rechenschaft gezogen werden.<\/p>\n<p>                K\u00f6nnten Dschihadisten von der Katastrophe profitieren?<\/p>\n<p>Es wird bef\u00fcrchtet, dass Dschihadisten die katastrophale Lage ausnutzen k\u00f6nnten. Nach dem Sturz Gaddafis wurde Darna zur Bastion islamistischer Extremisten. Das trug mit dazu bei, dass der ostlibysche Kriegsherr Haftar die Herrschaft erringen konnte. Gudrun Harrer, die Expertin f\u00fcr den arabischen und nordafrikanischen Raum bei der \u00f6sterreichischen Zeitung &#8222;Der Standard&#8220;, schreibt: &#8222;Ob Bev\u00f6lkerungen, die bereits am Limit sind, apathisch oder mit Wut auf Katastrophen reagieren, h\u00e4ngt auch davon ab, ob jemand Alternativen anbietet, die bei den verzweifelten Menschen verfangen&#8220;. In Libyen regiere die Ohnmacht, was erneut radikalen islamistischen und restaurativen Kr\u00e4ften des alten Regimes n\u00fctzen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>                Warum l\u00e4uft die Berichterstattung in den Medien so schleppend?<br \/>\n                Manche haben sich in den ersten Tagen nach der Katastrophe gewundert, warum die Berichterstattung in den Medien so schleppend angelaufen ist. Es hatte ein bis zwei Tage gedauert, bis die Nachrichten von der Katastrophe in Deutschland ankamen, w\u00e4hrend man sonst anderenorts etwa in den USA schon Tage vorher Bescheid wei\u00df, dass ein Sturmtief heranzieht. In einigen Medien taucht Libyen mitunter nur als eine Meldung von vielen auf. Die ARD allerdings zeigte einen &#8222;<a title=\"Link auf: Brennpunkt\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.daserste.de\/information\/nachrichten-wetter\/brennpunkt\/sendung\/brennpunkt-flutkatastrophe-in-libyen-100.html\" class=\"click-tracking-paragraph\" data-tracking=\"{&quot;name&quot;:&quot;Link in Beitrag&quot;,&quot;chapter1&quot;:&quot;https:\/\/www.daserste.de\/information\/nachrichten-wetter\/brennpunkt\/sendung\/brennpunkt-flutkatastrophe-in-libyen-100.html&quot;,&quot;chapter2&quot;:&quot;Brennpunkt&quot;,&quot;chapter3&quot;:&quot;Fragen und Antworten - Libyen erlebt eine Starkregen-Katastrophe \\&quot;epischen Ausma\u00dfes\\&quot; - die Hintergr\u00fcnde&quot;,&quot;level2&quot;:2}\" rel=\"nofollow noopener\">Brennpunkt<\/a>&#8220; zu der Katastrophe in Libyen.<\/p>\n<p>Grund daf\u00fcr ist die politische Lage in dem Land. Die Berichterstattung von dort ist mit Gefahren verbunden. In diplomatischen Kreisen gilt Libyen als einer der gef\u00e4hrlichsten Orte weltweit. Viele Medien haben keine Mitarbeiter im Land. Viele Informationen lassen sich somit nicht verifizieren, sind oft unklar und spekulativ. Das und die vergleichsweise geringe Bedeutung Libyens f\u00fcr die internationale Politik tr\u00e4gt dazu bei, dass die Pr\u00e4senz der Katastrophe weniger ausgepr\u00e4gt ist.<\/p>\n<p>                Der Kommunikationswissenschaftler Kai Hafez von der Uni Erfurt sagte im Deutschlandfunk, <a title=\"Link auf: Libyen sei in Deutschland ein weitgehend medial blinder Fleck. Hierzulande dominierten im Nahen Osten L\u00e4nder wie \u00c4gypten und Israel\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/kai-hafez-ueber-libyen-und-andere-blinde-flecken-deutscher-medien-dlf-c4ddcab6-100.html\" class=\"click-tracking-paragraph\" data-tracking=\"{&quot;name&quot;:&quot;Link in Beitrag&quot;,&quot;chapter1&quot;:&quot;https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/kai-hafez-ueber-libyen-und-andere-blinde-flecken-deutscher-medien-dlf-c4ddcab6-100.html&quot;,&quot;chapter2&quot;:&quot;Libyen sei in Deutschland ein weitgehend medial blinder Fleck. Hierzulande dominierten im Nahen Osten L\u00e4nder wie \u00c4gypten und Israel&quot;,&quot;chapter3&quot;:&quot;Fragen und Antworten - Libyen erlebt eine Starkregen-Katastrophe \\&quot;epischen Ausma\u00dfes\\&quot; - die Hintergr\u00fcnde&quot;,&quot;level2&quot;:2}\" rel=\"nofollow noopener\">Libyen sei in Deutschland ein weitgehend medial blinder Fleck. Hierzulande dominierten im Nahen Osten L\u00e4nder wie \u00c4gypten und Israel<\/a>. Hafez verweist auf zwei weitere Gr\u00fcnde. So sei die Rolle von Auslandskorrespondenten bei den Medien aus Kostengr\u00fcnden immer weiter zur\u00fcckgegangen. Schlie\u00dflich wird die islamische und afrikanische Welt nach Einsch\u00e4tzung von Hafez kulturell vielfach als fremd aufgefasst, was das Interesse an Geschehnissen dort oder auch in anderen Teilen der Welt im Vergleich zum Westen schw\u00e4cht. <a title=\"Link auf: ARD-Nahostkorrespondentin Anne Allmeling verweist zudem auf die technischen Schwierigkeiten\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/youtu.be\/_Cy2jbsnFC0?si=gU90Q-9WhNzvAoUi\" class=\"click-tracking-paragraph\" data-tracking=\"{&quot;name&quot;:&quot;Link in Beitrag&quot;,&quot;chapter1&quot;:&quot;https:\/\/youtu.be\/_Cy2jbsnFC0?si=gU90Q-9WhNzvAoUi&quot;,&quot;chapter2&quot;:&quot;ARD-Nahostkorrespondentin Anne Allmeling verweist zudem auf die technischen Schwierigkeiten&quot;,&quot;chapter3&quot;:&quot;Fragen und Antworten - Libyen erlebt eine Starkregen-Katastrophe \\&quot;epischen Ausma\u00dfes\\&quot; - die Hintergr\u00fcnde&quot;,&quot;level2&quot;:2}\" rel=\"nofollow noopener\">ARD-Nahostkorrespondentin Anne Allmeling verweist zudem auf die technischen Schwierigkeiten<\/a>, die der Zusammenbruch gro\u00dfer Teile der Infrastruktur mit sich gebracht hat. Der Ausfall von Internet und Stromverbindungen erschwerte demnach die Kommunikation.<\/p>\n<p>Diese Nachricht wurde am 21.09.2023 im Programm Deutschlandfunk gesendet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In Darna hat eine Fluwelle ganze Stadtteile ins Meer gesp\u00fclt. (Jamal Alkomaty\/AP\/dpa) Wie ist die aktuelle Lage? 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