{"id":9176,"date":"2026-04-24T14:03:09","date_gmt":"2026-04-24T14:03:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/9176\/"},"modified":"2026-04-24T14:03:09","modified_gmt":"2026-04-24T14:03:09","slug":"erzbischof-in-mozambik-bevoelkerung-im-norden-hat-alles-verloren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/9176\/","title":{"rendered":"Erzbischof in Mozambik: Bev\u00f6lkerung im Norden hat alles verloren"},"content":{"rendered":"<p>Ignacio Saure ist Erzbischof von Nampula und Vorsitzender der Bischofskonferenz von Mosambik. J\u00fcngst hat er den vatikanischen Kardinalstaatssekret\u00e4r, Pietro Parolin, durchs Land begleitet, der dort vom 5. bis zum 10. Dezember auf Pastoralbesuch war. Im Interview mit uns berichtet Erzbischof Saure \u00fcber die Bedeutung dieses Besuchs und die aktuelle Lage. <\/p>\n<p>     <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/welt\/news\/2025-12\/mosambik-kardinal-parolin-ruft-jugend-zu-frieden-und-versohnung.html\" title=\"Mosambik: Kardinal Parolin ruft Jugend zu Frieden und Vers\u00f6hnung\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" data-original=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/content\/dam\/vaticannews\/agenzie\/images\/afp\/2025\/12\/09\/15\/1765290122177.jpg\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.500.281.jpeg\" alt=\"Mosambik: Kardinal Parolin ruft Jugend zu Frieden und Vers\u00f6hnung\"\/><\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>\n      Der vatikanische Kardinalstaatssekret\u00e4r Pietro Kardinal Parolin hat die Jugendlichen in Mosambik zu aktivem Einsatz f\u00fcr Frieden und Vers\u00f6hnung aufgerufen. Das sagte er nach Angaben &#8230;\n     <\/p>\n<p>Olivier Bonnel und Stefanie Stahlhofen &#8211; Vatikanstadt<\/p>\n<p>Anlass der Reise von Kardinalstaatssekret\u00e4r Pietro Parolin in der Vorwoche war das 30-j\u00e4hrige Bestehen der diplomatischen Beziehungen mit Mosambik. Parolin besuchte unter anderem die Stadt Pemba im Norden des Landes und ein Lager f\u00fcr Binnenfl\u00fcchtlinge, um seine Solidarit\u00e4t mit den Binnenvertriebenen des Landes zu bekunden. Ignacio Saure, Erzbischof von Nampula, der drittgr\u00f6\u00dften Stadt des Landes und Vorsitzender der mosambikanischen Bischofskonferenz, begleitete Parolin. Er berichtet uns \u00fcber den Krieg, der seit 2017 den Norden des Landes zerfrisst:<\/p>\n<p>\u201eZwei, drei Jahre sp\u00e4ter meldeten sich viele Kriegsfl\u00fcchtlingen aus dieser Provinz bei uns. Seitdem bin ich mit ihnen in Kontakt. Der Besuch von Kardinal Parolin gab mir nun erneut die Gelegenheit, die Realit\u00e4t des Leidens dieser Menschen, der Kriegsfl\u00fcchtlinge, zu erleben. Es war auch wichtig f\u00fcr mich, die Lager der Kriegsfl\u00fcchtlinge zu besuchen.&#8220;<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" data-original=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/content\/dam\/vaticannews\/agenzie\/images\/afp\/2025\/12\/09\/15\/1765290123874.jpg\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.750.422.jpeg\" alt=\" \" title=\" \"\/><\/p>\n<p>\n    \u00a0 (AFP or licensors)\n  <\/p>\n<p>\u201eDer Besuch von Kardinal Parolin gab mir nun erneut die Gelegenheit, die Realit\u00e4t des Leidens dieser Menschen, der Kriegsfl\u00fcchtlinge, zu erleben\u201c<\/p>\n<p>Mosambik ist ein gro\u00dfes Land im s\u00fcdlichen Afrika. Der Norden ist seit 2017 durch eine dschihadistische Guerilla stark destabilisiert. Laut Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen sind allein in den letzten Monaten rund 300.000 Menschen vor der Gewalt im Norden des Landes geflohen.\u00a0In der reichen Provinz Cabo Delgado mussten Tausende von Zivilisten vor den K\u00e4mpfen fliehen und leben nun in gr\u00f6\u00dfter Armut. Dazu Erzbischof Saure:<\/p>\n<p>\u201eNichts zu essen, kein Wasser, keine Gesundheitsversorgung &#8211; es fehlt an allem\u201c<\/p>\n<p>\u201eDie Lage der Vertriebenen ist sehr, sehr schwierig, denn diese Menschen haben beim Verlassen ihres Dorfes alles verloren. Sie sind geflohen, um sicherere Orte zu suchen, ohne irgendetwas mitnehmen zu k\u00f6nnen. In den D\u00f6rfern, die wir unweit von Pemba besucht haben, trafen wir viele Menschen, die sagten, dass sie absolut nichts haben: Nichts zu essen, kein Wasser, keine Gesundheitsversorgung, ihnen fehlt es an allem.&#8220;<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" data-original=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/content\/dam\/vaticannews\/agenzie\/images\/afp\/2025\/12\/09\/15\/1765290128029.jpg\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.750.422.jpeg\" alt=\" \" title=\" \"\/><\/p>\n<p>\n    \u00a0 (AFP or licensors)\n  <\/p>\n<p>Parolins Besuch fast wie Papstbesuch <\/p>\n<p>F\u00fcr Kardinalstaatssekret\u00e4r Pietro Parolin war die Reise Gelegenheit, die Aufmerksamkeit auf die Bev\u00f6lkerung dieses Landes zu richten, das <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/travels\/2019\/outside\/documents\/papa-francesco-mozambico-madagascar-maurizio-2019.html\" target=\"_blank\" rel=\"external nofollow noopener\">Papst Franziskus 2019 besucht<\/a> hat. Vor Ort war nun, sechs Jahre sp\u00e4ter, auch die Freude \u00fcber die Visite von Parolin gro\u00df. Der Besuch des Vatikanvertreters wurde als Zeichen der Aufmerksamkeit von Papst Leo f\u00fcr Mosambik wahrgenommen.<\/p>\n<p>   \u201eDer Besuch wurde mit gro\u00dfer Hoffnung aufgenommen und war ein Zeichen daf\u00fcr, dass der Heilige Vater die Lage in Cabo Delgado weiterhin aufmerksam verfolgt. Papst Franziskus hatte sich pers\u00f6nlich mit dieser Situation befasst. Als die Menschen erfuhren, dass nun der Kardinalstaatssekret\u00e4r kommen w\u00fcrde, sagten sie sich, dass fast der Papst selbst da sei, dass er die Realit\u00e4t des Leidens der Menschen in Cabo Delgado miterleben wolle. Der Kardinal wurde sehr herzlich empfangen. Die Menschen sprachen mit ihm, schilderten ihm ihre Schwierigkeiten und baten ihn, f\u00fcr ein Ende des Krieges zu beten.&#8220;\n <\/p>\n<p>     <img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" data-original=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/content\/dam\/vaticannews\/agenzie\/images\/afp\/2025\/12\/09\/15\/1765289815366.jpg\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.750.422.jpeg\" alt=\"  \" title=\"  \"\/><\/p>\n<p>\n     \u00a0 (AFP or licensors)\n   <\/p>\n<p>\u201eAls die Menschen erfuhren, dass nun der Kardinalstaatssekret\u00e4r kommen w\u00fcrde, sagten sie sich, dass fast der Papst selbst da sei, dass er die Realit\u00e4t des Leidens der Menschen in Cabo Delgado miterleben wolle\u201c<\/p>\n<p>   Beh\u00f6rden und Kirche versuchen zu helfen <\/p>\n<p>Erzbischof Saure erkl\u00e4rt uns, dass die mosambikanischen Beh\u00f6rden versuchten, etwas zu unternehmen, um den Menschen zu helfen, aber nur sehr eingeschr\u00e4nkte M\u00f6glichkeiten h\u00e4tten:<\/p>\n<p>\u201eIch w\u00fcrde nicht sagen, dass die Beh\u00f6rden nichts tun, sie tun immerhin etwas, aber es reicht wirklich nicht aus, um die sehr ernsten Probleme zu l\u00f6sen&#8220;.\u00a0Die katholische Kirche, insbesondere die Di\u00f6zesen im Norden, die Di\u00f6zese Pemba und die Erzdi\u00f6zese Nampula, seien alle mobilisiert, um den Kriegsvertriebenen zu helfen, insbesondere durch die Caritas &#8211; aber auch die k\u00f6nne nur eingeschr\u00e4nkt wirken:<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" data-original=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/content\/dam\/vaticannews\/agenzie\/images\/afp\/2025\/12\/09\/15\/1765290131352.jpg\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.750.422.jpeg\" alt=\" \" title=\" \"\/><\/p>\n<p>\n    \u00a0 (AFP or licensors)\n  <\/p>\n<p>\u201eEs gibt christliche Familien, die mehrere Menschen in ihrem Haus aufgenommen haben, zum Beispiel eine f\u00fcnfk\u00f6pfige Familie in einem kleinen Haus, die zehn oder mehr Fl\u00fcchtlinge aufgenommen hat\u201c<\/p>\n<p>\u201eLeider verf\u00fcgen unsere Di\u00f6zesan-Caritasverb\u00e4nde nur \u00fcber geringe Mittel. Die Caritasverb\u00e4nde sind auf Hilfe von au\u00dfen angewiesen. Es m\u00fcssen Projektantr\u00e4ge gestellt werden, deren Finanzierung manchmal Zeit braucht. Dennoch steht die Kirche diesen Vertriebenen sehr nahe. Es gibt christliche Familien, die mehrere Menschen in ihrem Haus aufgenommen haben. Zum Beispiel eine f\u00fcnfk\u00f6pfige Familie in einem kleinen Haus, die zehn oder mehr Fl\u00fcchtlinge aufgenommen hat&#8220;, berichtet uns der Vorsitzende der Bischofskonferenz von Mosambik.<\/p>\n<p>Probleme an der Wurzel angehen <\/p>\n<p>Wie die Gewalt im Norden beendet werden kann? Erzbischof Saure ist sich sicher, dass\u00a0die Antwort nicht nur milit\u00e4rischer Natur sein kann und dass es Dialog braucht:\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>\u201eAll dieser Reichtum ist f\u00fcr die Region und f\u00fcr Mosambik zu einer Art Fluch geworden\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch denke, dass man unbedingt nach den wahren Ursachen dieses Krieges suchen muss und beginnen muss, die Probleme an der Wurzel zu l\u00f6sen. Das Wichtigste ist jetzt, den mosambikanischen Beh\u00f6rden, Mosambik, dabei zu helfen, eine endg\u00fcltige L\u00f6sung f\u00fcr diesen Krieg zu finden. Hinzu kommen die gro\u00dfen Ressourcen im Norden des Landes, insbesondere Gas, \u00d6l und Gold. All dieser Reichtum ist f\u00fcr die Region und f\u00fcr Mosambik zu einer Art Fluch geworden. Die L\u00f6sung liegt also in der Entwicklung, aber solange der Krieg andauert, wird dies unm\u00f6glich sein.&#8220;<\/p>\n<p>(vatican news &#8211; sst)\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ignacio Saure ist Erzbischof von Nampula und Vorsitzender der Bischofskonferenz von Mosambik. 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