{"id":9251,"date":"2026-04-24T16:01:57","date_gmt":"2026-04-24T16:01:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/9251\/"},"modified":"2026-04-24T16:01:57","modified_gmt":"2026-04-24T16:01:57","slug":"wetterkatastrophe-in-libyen-halbe-stadt-ins-meer-gespuelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/9251\/","title":{"rendered":"Wetterkatastrophe in Libyen: Halbe Stadt ins Meer gesp\u00fclt"},"content":{"rendered":"<p class=\"bodytext paragraph first  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-1\" pos=\"1\">   Zu Fu\u00df schlagen sie sich durch von Wassermassen zerst\u00f6rte Stra\u00dfenz\u00fcge: Soldaten, Sanit\u00e4ter und Freiwillige, die nach \u00dcberlebenden suchen. Zu sehen sind sie in Videos aus der ostlibyschen Stadt Darna, die libysche Rettungskr\u00e4fte ver\u00f6ffentlicht haben. Die Bilder lassen die Katastrophen und Konflikte im <a href=\"https:\/\/taz.de\/Kaempfe-erschuettern-Tripolis\/!5954254\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kriegsland Libyen<\/a> der vergangenen zw\u00f6lf Jahre fast harmlos erscheinen.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-2\" pos=\"2\">Weil Telefon und Strom ausgefallen sind, dringt das Ausma\u00df des Infernos nur langsam an die Welt\u00f6ffentlichkeit. Sicher ist bereits jetzt: Durch die <a href=\"https:\/\/taz.de\/Ueberschwemmungen-in-Libyen\/!5960024\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">\u00dcberschwemmungen im Osten Libyens<\/a> sind Tausende Menschen ums Leben gekommen. Rettungskr\u00e4fte meldeten am Dienstag allein aus der Hafenstadt Darna mehr als 2.300 Tote und rund 7.000 Verletzte.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-4\" pos=\"3\">Mehr als 5.000 Menschen w\u00fcrden noch vermisst, teilte ein Sprecher der libyschen Not- und Rettungsdienste mit. Am sp\u00e4ten Dienstagnachmittag erkl\u00e4rte ein Sprecher des Innenministerium, insgesamt seien rund 5200 Menschen gestorben. 10.000 Menschen gelten als vermisst.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-5\" pos=\"4\">Am Sonntag hatten nach starken Regenf\u00e4llen aus den Bergen kommende Wassermassen die direkt an der Mittelmeerk\u00fcste gelegene Hafenstadt Darna \u00fcberflutet und sich ihren Weg ins Meer gesucht. Dabei wurde die halbe Stadt f\u00f6rmlich mitgerissen. Es sind die schwersten jemals gemessenen Regenf\u00e4llen im Land.<\/p>\n<p>      Es ist kaum zu fassen<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-7\" pos=\"6\">Als am Sonntag das Sturmtief \u201eDaniel\u201c bereits mehrere Stunden lang \u00fcber der an \u00c4gypten angrenzenden Cyrenaika-Provinz gew\u00fctet hatte, geschah gegen 14 Uhr das zuvor Unvorstellbare: Zwei in den achtziger Jahren gebaute Staud\u00e4mme gaben den Wassermassen nach und brachen. Auf den wenigen intakten B\u00fcrgersteigen und Stra\u00dfen der Stadt liegen nun Hunderte Leichen, wie Videos zeigen. Auch in der ebenfalls betroffenen etwas weiter westlich gelegenen Stadt al-Baida stehen die Stra\u00dfen auch am Dienstag noch mehrere Meter hoch unter Wasser. Tausende Menschen werden vermisst.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-8\" pos=\"7\">Selbst f\u00fcr Libyer ist die Dimension des Geschehens kaum zu fassen. \u201eEs k\u00f6nnte ja sein, dass die Zahl von 10.000 Vermissten aus politischen Gr\u00fcnden aufgebl\u00e4ht wurde, zum Beispiel, um Hilfsgelder zu erlangen\u201c, hatte der Arzt Ali Masednah Kotani noch am Sonntag gegen\u00fcber der taz vermutet.<\/p>\n<p class=\"typo-teaser-text mgt-xsmall\">\nWir w\u00fcrden Ihnen hier gerne einen externen Inhalt zeigen. Sie entscheiden,<br \/>\nob Sie dieses Element auch sehen wollen:\n<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-10\" pos=\"8\">Erst als der aus dem benachbarten Tobruk stammende Mediziner Luftaufnahmen von Darna sah, wich die Skepsis dem Entsetzen. Auf den Bildern ist zu sehen, dass der gesamte \u00f6stliche Teil der Stadt fehlt. \u201eDrei Stadtteile wurden einfach ins Meer gesp\u00fclt\u201c, berichtet auch Mohamed al-Mneina, ein Fotograf aus Darna, der taz.<\/p>\n<p>      Die Einwohner wurden gewarnt<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-12\" pos=\"10\">\u201eAm Samstag rief mich unsere Bereichsleiterin f\u00fcr Darna an\u201c, berichtet Amal al-Hadsch aus der libyschen Hauptstadt Tripolis. Sie hat das \u201eNetzwerk libyscher Frauen\u201c mitbegr\u00fcndet, das Milizen und korrupte Politiker aus der Regierung verdr\u00e4ngen will. \u201eSie sagte, dass die Bewohner von Darna vom Katas\u00adtrophenschutz und von Medien vor dem kommenden Sturm gewarnt wurden\u201c, erz\u00e4hlt al-Hadsch am Telefon. \u201eSogar von Evakuierung war die Rede. Doch sie glaubte, mit ihrer Familie im achten Stock ihres Wohnhauses sicher zu sein.\u201c<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-13\" pos=\"11\">\u00dcber \u00fcberlebende Nachbarn hat al-Hadsch mittlerweile herausgefunden, dass ihre Kollegin zusammen mit ihren drei Kindern, ihrem Ehemann und Nachbarn von der Flutwelle erfasst und ins Meer gesp\u00fclt wurde.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-15\" pos=\"12\">Aktivisten wie al-Hadsch kritisieren seit Langem, dass die zerstrittenen Beh\u00f6rden in Ost- und Westlibyen keine Ma\u00dfnahmen gegen die zunehmenden <a href=\"https:\/\/taz.de\/Ueberschwemmungen-in-Libyen\/!5956734\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Folgen des Klimawandels<\/a> treffen. Das Land ist nach dem Sturz von Langzeitherrscher Muammar al-Gaddafi 2011 im Chaos versunken und seit Jahren faktisch zweigeteilt.<\/p>\n<p>      Das Risiko f\u00fcr Krankheiten steigt<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-17\" pos=\"14\">Der designierte Regierungschef der Ostregion, Osama Hammad, hat Darna nach dem Ungl\u00fcck zu einem Katastrophengebiet erkl\u00e4rt, w\u00e4hrend die von den Vereinten Nationen anerkannte Regierung in Tripolis am Montag eine dreit\u00e4gige Staatstrauer ausrief. Sie beschwor die \u201eEinigkeit aller Libyer\u201c angesichts der Katastrophe. Aus Tripolis machten sich Hilfskonvois auf den Weg Richtung Osten.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-18\" pos=\"15\">St\u00fcndlich werden derzeit Leichen aus dem Hafenbecken geholt, berichtet al-Hadsch weiter. Wie viele Vertreter der Zivilgesellschaft hat sie eine Spendenkampagne gestartet. Aus dem gesamten Land sind private Konvois mit Hilfsg\u00fctern unterwegs in das Flutgebiet. Dort drohen durch das stehende Wasser nun Infektionskrankheiten, die eine Evakuierung der gesamten Region notwendig machen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-19\" pos=\"16\">\u201eIch erhalte st\u00fcndlich Hilferufe von Menschen, die vom Wasser eingeschlossen sind, sagt Amal al-Hadsch. Sie ist w\u00fctend, dass noch keine internationalen Hilfsaktionen angelaufen sind. \u201eDie libyschen Beh\u00f6rden haben keine Erfahrung mit einer derartigen Situation. Warum kann die EU keine Schiffe \u00fcber das Mittelmeer schicken?\u201c<\/p>\n<p>      Rettungsaktionen verlaufen nur schleppend<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-21\" pos=\"18\">W\u00e4hrend die Welt noch auf die vielen <a href=\"https:\/\/taz.de\/Rettungseinsaetze-nach-Marokko-Erdbeben\/!5956620\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Opfer des Erdbebens in Marokko<\/a> blickt und in Marrakesch weitere internationale Journalisten eintreffen, l\u00e4uft die dringend notwendige internationale Rettungsaktion f\u00fcr die Betroffenen der \u00dcberschwemmungen in Ostlibyen nur schleppend an.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-22\" pos=\"19\">Bisher haben nur wenige Staaten Hilfe auf den Weg gebracht. Die T\u00fcrkei und die Vereinigten Arabischen Emirate haben Transportflugzeuge Richtung Ostlibyen geschickt. Italien hat ein Rettungsteam in die betroffenen Gebiete gesandt. In Deutschland hat das Technische Hilfswerk Hilfslieferungen vorbereitet, um die Bev\u00f6lkerung in den \u00fcberschwemmten Gebieten zu unterst\u00fctzen. \u201eWir werden Zelte mit Beleuchtung, Feldbetten, Decken, Isomatten, Schlafs\u00e4cke, Stromgeneratoren sowie Hygienematerial anbieten\u201c, erkl\u00e4rte Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD).<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph last  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-23\" pos=\"20\">Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) schrieb am Dienstag im Internetdienst X (fr\u00fcher Twitter): \u201eUnsere Gedanken sind bei allen Betroffenen und ihren Familien.\u201c Zu m\u00f6glichen Hilfsleistungen stehe die Bundesregierung mit den Vereinten Nationen sowie Partnerstaaten in Kontakt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Zu Fu\u00df schlagen sie sich durch von Wassermassen zerst\u00f6rte Stra\u00dfenz\u00fcge: Soldaten, Sanit\u00e4ter und Freiwillige, die nach \u00dcberlebenden suchen.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":9252,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[28],"tags":[286,285],"class_list":{"0":"post-9251","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-libyen","8":"tag-libya","9":"tag-libyen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116460528848672393","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9251","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9251"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9251\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/9252"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9251"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9251"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9251"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}