{"id":9342,"date":"2026-04-24T18:19:22","date_gmt":"2026-04-24T18:19:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/9342\/"},"modified":"2026-04-24T18:19:22","modified_gmt":"2026-04-24T18:19:22","slug":"plattentektonik-wo-sich-afrika-ziemlich-sicher-teilen-wird","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/9342\/","title":{"rendered":"Plattentektonik: Wo sich Afrika ziemlich sicher teilen wird"},"content":{"rendered":"<p>Plattentektonik: Wo sich Afrika ziemlich sicher teilen wird &#8211; Spektrum der Wissenschaft<a id=\"top\" class=\"jump-to-content\" href=\"#main\" title=\"Direkt zum Inhalt\">Direkt zum Inhalt<\/a>Plattentektonik: Wo sich Afrika ziemlich sicher teilen wird<\/p>\n<p>Im Osten Afrikas rei\u00dft der Kontinent\u00a0auf. Geologische Studien zeigen, dass dieser Prozess bereits weiter fortgeschritten ist, als man gedacht\u00a0hat.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Luftaufnahme eines gro\u00dfen, erloschenen Vulkankraters, der von einem See umgeben ist. Der Krater hat eine markante, runde Form mit steilen, erodierten H\u00e4ngen. Im Hintergrund erstreckt sich eine weite, trockene Landschaft unter einem blauen Himmel mit vereinzelten Wolken. Die Szene vermittelt ein Gef\u00fchl von Weite und nat\u00fcrlicher Sch\u00f6nheit.\" class=\"full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/GettyImages-541051098.jpg\" title=\"Luftaufnahme eines gro\u00dfen, erloschenen Vulkankraters, der von einem See umgeben ist. Der Krater hat eine markante, runde Form mit steilen, erodierten H\u00e4ngen. Im Hintergrund erstreckt sich eine weite, trockene Landschaft unter einem blauen Himmel mit vereinzelten Wolken. Die Szene vermittelt ein Gef\u00fchl von Weite und nat\u00fcrlicher Sch\u00f6nheit.\"\/><\/p>\n<p> \u00a9 Martin Harvey \/ Getty Images \/ The Image Bank (Ausschnitt) <\/p>\n<p> Der Ostafrikanische Grabenbruch wird auch durch aktiven Vulkanismus gepr\u00e4gt: Der Nabuyatom-Krater s\u00fcdlich des Turkana-Sees ist daf\u00fcr nur ein Beleg. <\/p>\n<p>Wie sich Kontinente teilen, l\u00e4sst sich an wenigen Orten der Erde so gut studieren wie entlang des Ostafrikanischen Grabens: Von der Afar-Senke im nord\u00f6stlichen \u00c4thiopien bis hinunter nach Mosambik verl\u00e4uft hier eine Bruchzone, entlang der sich die Afrikanische Platte aufspaltet. Besonders aktiv wirkt die Plattentektonik im Turkana-Rift, auch Turkana-Tiefland genannt: Hier streben auf etwa 500\u00a0Kilometern L\u00e4nge zwischen \u00c4thiopien und Kenia die Afrikanische und die sich neu bildende Somaliaplatte mit rund f\u00fcnf Millimetern pro Jahr auseinander. Und der Rifting-Prozess ist dabei schon weiter vorangekommen, als bislang bekannt war. <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41467-026-71663-x\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">Das schlie\u00dfen Christian Rowan von der Columbia University in New<\/a>\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41467-026-71663-x\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">York und sein Team aus ihren Daten und Beobachtungen vor Ort<\/a>. Die kontinentale Erdkruste in der Region ist demnach schon stark gedehnt und daher vergleichsweise d\u00fcnn, das Rifting\u00a0\u2013 die intrakontinentale Bruchspaltenbildung\u00a0\u2013 bereits weit vorangeschritten. <\/p>\n<p>Die Arbeitsgruppe hatte Zugang zu sehr genauen seismischen Messungen von Industrieunternehmen wie Rohstofffirmen bekommen, die sie auswertete und mit bildgebenden Verfahren kombinierte. Dadurch ermittelten sie, wie stark die Sedimentschichten im Turkana-Graben sind, wo die eigentliche Erdkruste beginnt und wie m\u00e4chtig diese ausf\u00e4llt. Entlang der zentralen Achse des Grabenbruchs hat sich die kontinentale Kruste bereits auf \u00bbnur\u00ab noch 13\u00a0Kilometer verd\u00fcnnt, w\u00e4hrend sie in weiter entfernt liegenden Gebieten noch 35\u00a0Kilometer m\u00e4chtig ist, bevor der Erdmantel beginnt.\u00a0<\/p>\n<p>F\u00fcr Rowan und Co ist dies ein starkes Anzeichen f\u00fcr das sogenannte \u00bbNecking\u00ab: einen Begriff aus der Mechanik, der auch in der Plattentektonik verwendet wird und \u00fcbersetzt Brucheinschn\u00fcrung lautet. Er bezeichnet die plattentektonische Dehnung und Einschn\u00fcrung der Lithosph\u00e4re, die zu Dehnungsbr\u00fcchen (Rifts) und Verwerfungen\u00a0f\u00fchrt, wie sie im Grabenbruch zu beobachten sind. \u00bbJe d\u00fcnner die Kruste wird, desto schw\u00e4cher wird sie, was die weitere Spaltung beg\u00fcnstigt\u00ab, <a href=\"https:\/\/www.eurekalert.org\/news-releases\/1125170\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">sagt Rowan in einer Mitteilung<\/a>. Schlie\u00dflich bricht die Kruste auseinander. Dieser kritische Schwellenwert sei in der Region erreicht und die weitere Trennung quasi vorbestimmt.<\/p>\n<p>Bis es so weit ist, vergeht aber noch etwas Zeit: Der Prozess der Aufspaltung begann vor 45\u00a0Millionen Jahren, das \u00bbNecking\u00ab setzte nach intensiver vulkanischer Aktivit\u00e4t vor vier Millionen Jahren ein. Weitere Millionen Jahre werden noch vergehen, bis sich hier schlie\u00dflich ozeanische Kruste und damit neuer Meeresboden bilden wird, wenn Magma in den Br\u00fcchen und Spalten bis zur Oberfl\u00e4che aufsteigt und austritt. Setzt sich im weiteren Verlauf das Rifting nach Norden fort, flutet dereinst der Indische Ozean den Graben und trennt endg\u00fcltig Ostafrika vom Rest des Kontinents.<\/p>\n<p>In ihren Daten entdeckte das Team zudem Hinweise auf eine fr\u00fchere Rifting-Phase, die nicht bis zu einem finalen Bruch andauerte, aber die Kruste bereits ausd\u00fcnnte und schw\u00e4chte. Dies habe die neue Grabenbruchentwicklung erleichtert. Der Turkana-Graben sei der erste identifizierte, aktive kontinentale Graben, der sich in einer Necking-Periode befinde, was ihn f\u00fcr die wissenschaftliche Untersuchung tektonischer Prozesse der Plattentektonik noch wertvoller mache, so die Forscher. Der starke Sedimenteintrag im Turkana-Graben habe sich dabei auch f\u00fcr ein anderes Fachgebiet als herausragend ausgewirkt: In diesen Ablagerungen blieben zahlreiche fossile \u00dcberreste von Hominiden wie \u00bbLucy\u00ab\u00a0\u2013 einer Vertreterin von Australopithecus afarensis\u00a0\u2013 erhalten, welche die Erforschung der Menschheitsgeschichte entscheidend vorangebracht haben. <\/p>\n<p>Diesen Artikel empfehlen:<\/p>\n<p> ist Chefredakteur bei Spektrum der Wissenschaft. <\/p>\n<p>Digitalausgaben Printausgaben Topseller Bundles<\/p>\n<p> Rowan, C. et al., Nature Communications 10.1038\/s41467\u2013026\u201371663-x, 2026 <\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" height=\"1\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/3d5dace685f64dcdb1d900a392eb3e8c.gif\" width=\"1\"\/><\/p>\n<p>Bitte erlauben Sie Javascript, um die volle Funktionalit\u00e4t von Spektrum.de zu erhalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Plattentektonik: Wo sich Afrika ziemlich sicher teilen wird &#8211; Spektrum der WissenschaftDirekt zum InhaltPlattentektonik: Wo sich Afrika ziemlich&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":9343,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[29,4807,4815,4813,4811,4814,4812,4810,4809,4806,4808],"class_list":{"0":"post-9342","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-afrika","8":"tag-afrika","9":"tag-brucheinschnuerung","10":"tag-erde-umwelt","11":"tag-erdkruste","12":"tag-geologie","13":"tag-geophysik","14":"tag-magma","15":"tag-ostafrikanischer-grabenbruch","16":"tag-ozeanische-kruste","17":"tag-plattentektonik","18":"tag-rifting"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116461067475674412","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9342","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9342"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9342\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/9343"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9342"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9342"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9342"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}