{"id":9448,"date":"2026-04-24T21:31:18","date_gmt":"2026-04-24T21:31:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/9448\/"},"modified":"2026-04-24T21:31:18","modified_gmt":"2026-04-24T21:31:18","slug":"schleusung-wieder-straffrei-mehr-fluechtlinge-aus-niger-und-mali","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/9448\/","title":{"rendered":"Schleusung wieder straffrei: Mehr Fl\u00fcchtlinge aus Niger und Mali?"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/lkw-menschen-100.jpg\" alt=\"Lkw, auf dessen Ladefl\u00e4che viel Gep\u00e4ck gestapelt wurde und oben drauf Menschen sitzen (Archivbild: 2015)\" title=\"Lkw, auf dessen Ladefl\u00e4che viel Gep\u00e4ck gestapelt wurde und oben drauf Menschen sitzen (Archivbild: 2015) | Jens Borchers \/ ARD Nairobi\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 18.12.2023 \u2022 11:21 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        Nach dem Milit\u00e4rputsch im Niger hat das Land Vereinbarungen mit der EU gek\u00fcndigt &#8211; auch eine, die das Schleusen f\u00fcr illegal erkl\u00e4rte. Auch wegen des UN-Blauhelm-Abzugs aus Mali f\u00fcrchtet Europa, dass sich nun mehr Gefl\u00fcchtete auf den Weg machen.\n    <\/p>\n<p>Von Kai K\u00fcstner, ARD-Studio Nordwestafrika\n                    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">F\u00fcr Sambo Ciss\u00e9 ist es im Wortsinn eine Reise ins Ungewisse: Der junge Mann ist aus dem Krisenstaat Mali geflohen. Doch wohin ihn die Stra\u00dfe f\u00fchren wird, die vor ihm liegt, ist v\u00f6llig unklar: &#8222;Ich wei\u00df nicht, wohin ich mich orientieren soll, vielleicht nach Algerien oder Libyen, um dann nach Europa zu gelangen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Wie, wann und ob Ciss\u00e9 \u00fcberhaupt in Europa ankommen wird &#8211; das wei\u00df er nicht. Welche Gefahren auf diesem weiten Weg nach Europa lauern, davon hat der Mann nur eine ungef\u00e4hre Ahnung. Er wei\u00df nur eins: Er musste weg von zu Hause, musste raus aus Mali. &#8222;Weil ich eine Frau habe und Kinder, aber ich habe keine Arbeit. Ich bin gezwungen, weit weg zu gehen, um Arbeit zu suchen, um der Familie zu helfen&#8220;, so Ciss\u00e9.<\/p>\n<p>    Weiter Weg bis zum Mittelmeer<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">F\u00fcr den Moment befindet sich Ciss\u00e9 in der Stadt Agadez in Niger. Dem &#8222;Tor zur W\u00fcste&#8220;, wie es auch genannt wird, dicht an der Grenze zu Mali. Es ist einer der wichtigsten Orte auf der Fl\u00fcchtlingsroute in Richtung Norden. Hinter der W\u00fcste, wenn man es denn hindurchschafft, kommt das Mittelmeer. Doch bis dort ist der Weg noch sehr weit.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Agadez ist, wenn man so will, zu neuem Leben erwacht. Seit Ende November die Milit\u00e4rregierung in Niger einen Deal mit der EU aufgek\u00fcndigt und ein Gesetz f\u00fcr nichtig erkl\u00e4rt hat, welches das Schleusen von Migranten in Niger unter Strafe stellte.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Mit Auswirkungen, die noch nicht absehbar sind: &#8222;Man kann nicht sagen, dass die Zahlen sofort gestiegen sind. Noch kann man das nicht direkt feststellen, weil es noch nicht so lange her ist, dass das Gesetz abgeschafft wurde&#8220;, erkl\u00e4rt Amadou Oumarou, der sich selbst &#8222;Dienstleister&#8220; im Fl\u00fcchtlingsgewerbe nennt.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Blick \u00fcber Agadez, einem der wichtigsten Orte auf der Fl\u00fcchtlingsroute nach Norden.(Archiv)\n                    <\/p>\n<p>    Zahl der Vertriebenen k\u00f6nnte steigen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In Europa jedenfalls zeigt man sich &#8222;besorgt&#8220; wegen der Streichung des Gesetzes. \u00dcberhaupt spricht in der ganzen Region alles daf\u00fcr, dass die Zahl der Vertriebenen noch steigen wird: Im Norden Malis, wo die UN-Blauhelme gerade ihre Friedensmission beendet haben, prallen Terrorgruppen, Tuareg-Separatisten und malische Armee wieder heftiger aufeinander als in den Jahren zuvor.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Es wird mehr Fl\u00fcchtlinge aus Mali geben. Jetzt wird Gao auch unsicherer werden, wo dort die Bundeswehr weg ist. Die Menschen werden verst\u00e4rkt nach Niger gehen&#8220;, glaubt Ulf Laessing, Leiter der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung in Malis Hauptstadt Bamako. Gao ist die Region, aus der die Bundeswehr gerade abgezogen ist.<\/p>\n<p>    Bedrohlichere Lage in Niger<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Doch auch in Niger selbst wird die Lage immer bedrohlicher: Die Terrorgruppe &#8222;Islamischer Staat&#8220; hat die Zahl ihrer Anschl\u00e4ge im Monat nach dem Milit\u00e4rputsch Ende Juli vervierfacht, hei\u00dft es von Seiten der Hilfsorganisation &#8222;International Rescue Committee&#8220; (IRC). Schon jetzt sind laut IRC in Niger 700.000 Menschen auf der Flucht und 4,5 Millionen auf humanit\u00e4re Hilfe angewiesen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Was aus Sicht des Soziologen und Migrationsexperten Olaf Bernau allerdings noch lange nicht hei\u00dft, dass die sich nun alle auf den Weg nach Europa machen. Bernau erwartet daher trotz Gesetzes\u00e4nderung &#8211; keine explosiv steigenden Migrationszahlen: &#8222;Das wird sich auch nicht \u00e4ndern, weil letztendlich die Menschen in Niger viel zu arm sind, um eine Migration bis Europa bezahlen zu k\u00f6nnen. Das ist auch der Grund warum bislang so wenig aufgebrochen sind.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Buchautor Bernau h\u00e4lt \u00fcberhaupt Szenarien, dass Europa eine Massenmigration aus Afrika bevorstehe, f\u00fcr \u00fcbertrieben: Allein aus Venezuela seien 2022 mehr Asylbewerber in Europa angekommen als aus den L\u00e4ndern Afrikas zusammengenommen, rechnet er vor. Zahlen belegen, dass die Menschen \u00fcberwiegend auf dem Kontinent migrieren.<\/p>\n<p>    Reise ohne Wahl<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Im nigrischen Agadez jedenfalls, einer Stadt, die vom Gesch\u00e4ft mit den Migranten lebt, wird die Abschaffung des Anti-Schleusergesetzes gefeiert. &#8222;Es wird die Wirtschaft in der Region ankurbeln&#8220;, meint Oumarou. Au\u00dferdem w\u00fcrde die Reise f\u00fcr die Migranten sicherer, weil sie sich keine dunklen Pfade abseits der Hauptrouten suchen m\u00fcssten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Dass aber Ciss\u00e9s Reise, der ja nach Europa will, eine sichere wird, ist eher unwahrscheinlich. Eine Wahl hat der Malier aus seiner Sicht dennoch nicht. Er m\u00f6chte nicht seine daheim wartende Frau und seine Kinder entt\u00e4uschen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 18.12.2023 \u2022 11:21 Uhr Nach dem Milit\u00e4rputsch im Niger hat das Land Vereinbarungen mit der EU gek\u00fcndigt&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":9449,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[237],"tags":[1682,309],"class_list":{"0":"post-9448","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-mali","8":"tag-fluechtlinge","9":"tag-mali"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116461822445797222","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9448","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9448"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9448\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/9449"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9448"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9448"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9448"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}