{"id":9546,"date":"2026-04-25T01:30:36","date_gmt":"2026-04-25T01:30:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/9546\/"},"modified":"2026-04-25T01:30:36","modified_gmt":"2026-04-25T01:30:36","slug":"ein-halbes-jahr-nach-dem-putsch-in-niger-niger-oeffnet-migrationsroute","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/9546\/","title":{"rendered":"Ein halbes Jahr nach dem Putsch in Niger: Niger \u00f6ffnet Migrationsroute"},"content":{"rendered":"<p class=\"bodytext paragraph first  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-1\" pos=\"1\">   Die durch einen Putsch an die Macht gekommene <a href=\"https:\/\/taz.de\/Nach-dem-Putsch-in-Niger\/!5951671\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Milit\u00e4rregierung Nigers<\/a> hat ein wichtiges Gesetz gegen die irregul\u00e4re Migration Richtung Europa aufgehoben. Lokale Medien berichteten am Sonntag, dass \u00dcbergangspr\u00e4sident General Abdourahmane Tchiani diesen Schritt mit den Sanktionen der EU gegen sein Land begr\u00fcndet habe.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-2\" pos=\"2\">Das nun aufgehobene Gesetz aus dem Jahr 2015 stellte es unter Strafe, Menschen in Niger, die weder nigrische noch libysche Staatsangeh\u00f6rige sind, in Richtung Norden zu transportieren. Das griff in dem Gebiet n\u00f6rdlich der zentralnigrischen Stadt Agadez. Aus diesem Handelsknotenpunkt mitten in der W\u00fcste starteten fr\u00fcher Konvois mit Hunderten Pick-Ups voller Reisender aus anderen afrikanischen L\u00e4ndern in Richtung S\u00fcd-Libyen. Auf dem mehrt\u00e4gigen Weg durch die Zentral-Sahara wurden sie oft von nigrischem Milit\u00e4r eskortiert.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-4\" pos=\"3\">Es handelte sich dabei nicht um Schlepperei, denn in Niger hielten sich die Fahrg\u00e4ste legal auf. Gleichwohl wurde das Transportgesch\u00e4ft verboten \u2013 offiziell, um zu verhindern, dass die Menschen in Libyen gefangen genommen werden oder im Mittelmeer ertrinken.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-5\" pos=\"4\">Niger galt mit diesem harten Kurs gegen Transitmigration lange als \u201eMustersch\u00fcler\u201c der EU im Sahel. Das Land liegt im Zentrum der wichtigsten Migrationsroute aus Westafrika nach Europa. Hunderttausende zogen jedes Jahr auf dem Weg zum Mittelmeer aus Westafrika durch Agadez. Seit 2016 hatte die EU deshalb versucht, Niger bei der Migrationsabwehr auf seine Seite zu ziehen \u2013 und daf\u00fcr die Hilfszahlungen um insgesamt weit \u00fcber eine Milliarde Euro aufgestockt.<\/p>\n<p>      Kooperationen seit dem Putsch weitgehend gekappt<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-7\" pos=\"6\">Eine der wichtigsten Gegenleistungen der Regierung in Niamey bestand darin, das 2015 beschlossene Gesetz ab Herbst 2016 auch tats\u00e4chlich umzusetzen. Hunderte Fahrer wurden festgenommen, ihre Pick-Ups beschlagnahmt. Wer seither nach Libyen will, muss erheblich mehr Geld auf den Tisch legen und deutlich l\u00e4ngere und gef\u00e4hrlichere Wege durch die W\u00fcste in Kauf nehmen.<\/p>\n<p>\n\ue80f\n<\/p>\n<p>            Die wirtschaftlichen Folgen des Gesetzes sind in Nord-Niger einschneidend gewesen<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-9\" pos=\"7\">Die Folgen sind dramatisch gewesen. Vincent Cochetel, Sondergesandter des UNHCR, sagte 2019: \u201eWir gehen davon aus, dass vermutlich mindestens doppelt so viele Menschen <a href=\"https:\/\/taz.de\/UN-Bericht-zu-Gewalt-gegen-Fluechtlinge\/!5704754\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">auf dem Weg zum Mittelmeer<\/a> sterben wie im Mittelmeer selbst.\u201c Auch die wirtschaftlichen Folgen des Gesetzes sind im Norden Nigers einschneidend gewesen und f\u00fchrten zu Unmut in der Bev\u00f6lkerung, den die Regierung mit EU-finanzierten Hilfsprojekten aufzufangen versuchte.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-10\" pos=\"8\">Doch seit dem <a href=\"https:\/\/taz.de\/Putsch-in-Niger\/!5946570\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Putsch im Juli<\/a> hat sich das Verh\u00e4ltnis der EU zur Regierung in Niamey massiv verschlechtert. Das Einfrieren von EU-Budgethilfen hatte unter anderem zur Folge, dass auch viele nigrische Staatsbeamte keine Geh\u00e4lter mehr bekommen.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-12\" pos=\"9\">Die Regierung ihrerseits ist mit einer scharfen antikolonialen Rhetorik auf Distanz zur EU gegangen \u2013 muss allerdings auch mit den Folgen der Sanktionen ihrer Nachbarn in der westafrikanischen Staatengemeinschaft <a href=\"https:\/\/taz.de\/Ultimatum-gegen-Nigers-Putschisten\/!5948156\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ecowas<\/a> k\u00e4mpfen. Die Sanktionen des Energielieferanten Nigerias etwa treffen die Stromversorgung des Landes empfindlich.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph last  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-13\" pos=\"10\">Nach dem Putsch wurden EU-Kooperationsprojekte, Milit\u00e4rkooperation und in weiten Teilen des Landes auch die Arbeit von Hilfsorganisationen <a href=\"https:\/\/taz.de\/Nach-dem-Putsch-in-Niger\/!5951846\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">eingefroren<\/a>. Eingeschr\u00e4nkt wurde auch die Arbeit der EU-Unterst\u00fctzungsmission Eucap, bei der Sicherheitskr\u00e4fte ausgebildet werden. Seit Ende Juli seien \u201ealle operationellen Aktivit\u00e4ten der Mission bis auf Weiteres suspendiert\u201c, zitierte k\u00fcrzlich der Spiegel den deutschen Eucap-Sprecher. Eucap hatte ab 2019 unter anderem eine neue Grenzschutzeinheit f\u00fcr Nigers Grenzregion mit Nigeria aufgebaut.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die durch einen Putsch an die Macht gekommene Milit\u00e4rregierung Nigers hat ein wichtiges Gesetz gegen die irregul\u00e4re Migration&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":9547,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[243],"tags":[366],"class_list":{"0":"post-9546","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-niger","8":"tag-niger"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116462762220970592","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9546","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9546"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9546\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/9547"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9546"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9546"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9546"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}