{"id":9552,"date":"2026-04-25T01:46:17","date_gmt":"2026-04-25T01:46:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/9552\/"},"modified":"2026-04-25T01:46:17","modified_gmt":"2026-04-25T01:46:17","slug":"sudan-70-tote-bei-angriff-auf-krankenhaus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/9552\/","title":{"rendered":"Sudan: 70 Tote bei Angriff auf Krankenhaus"},"content":{"rendered":"<p>Ein grausamer Angriff auf Zivilisten in Sudan ersch\u00fcttert die Weltgemeinschaft. Nach dem Drohnenbeschuss auf das Universit\u00e4tskrankenhaus von El-Daein im Osten Darfurs sind WHO-Angaben mittlerweile 70 Tote zu beklagen. Eine Nachfrage vor Ort. <\/p>\n<p>     <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/welt\/news\/2026-03\/sudsudan-krieg-hilfe-humanitaer-aerzte-ohne-grenzen.html\" title=\"S\u00fcdsudan: Nomaden des Elends\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" data-original=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/content\/dam\/vaticannews\/agenzie\/images\/afp\/2026\/02\/18\/02\/1771376561530.jpg\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.500.281.jpeg\" alt=\"S\u00fcdsudan: Nomaden des Elends\"\/><\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>\n      Er ist nicht nur einer der \u00e4rmsten Staaten der Welt, sondern auch einer der unbeachtetsten. Jetzt dringen aus dem S\u00fcdsudan Meldungen \u00fcber Massaker und Fl\u00fcchtlingsstr\u00f6me.\n     <\/p>\n<p>Christine Seuss &#8211; Vatikanstadt<\/p>\n<p>Viele der Toten sind Frauen und Kinder, die als Kranke in dem einzigen noch funktionierenden Gesundheitszentrum der Region behandelt wurden, sowie dort arbeitendes Personal.\u00a0<\/p>\n<p>\u201eVor einigen Tagen, in der Nacht des 20. M\u00e4rz, wurde das Krankenhaus von El-Daein getroffen. El-Daein ist die Hauptstadt des Bundesstaates Ost-Darfur im Sudan\u201c, erkl\u00e4rt uns Manon Radosta, Advocacy Adviser von CARE Sudan, im Interview. Ihre NGO operiert nach wie vor im Land und unterst\u00fctzt das Krankenhaus, das nach dem letzten Angriff derzeit nicht mehr arbeitsf\u00e4hig ist. Insbesondere die ambulanten und Notfallabteilungen der Einrichtung sind WHO-Angaben zufolge besch\u00e4digt worden.<\/p>\n<p>\u201eUnd wir sprechen hier \u00fcber ein Land, in dem der Gro\u00dfteil der Gesundheitsstrukturen in konfliktbetroffenen Gebieten bereits zerst\u00f6rt oder geschlossen wurde\u201c, gibt Radosta zu bedenken. Bereits bei einem fr\u00fcheren Angriff im August 2024 wurde die Einrichtung, die als Referenzkrankenhaus f\u00fcr mehr als zwei Millionen Menschen in der Stadt El-Daein und in neun Ortschaften des Bundesstaates Ost-Darfur diente, in Mitleidenschaft gezogen. Die n\u00e4chstgelegene Gesundheitsstation ist f\u00fcr die Patienten bis zu 160 Kilometer entfernt, eine kaum zu bew\u00e4ltigende Strecke angesichts der prek\u00e4ren Sicherheitslage.<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" data-original=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/content\/dam\/vaticannews\/agenzie\/images\/afp\/2026\/03\/22\/04\/1774150372125.jpg\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.750.422.jpeg\" alt=\"Zahlreiche Binnenvertriebene hausen unter prek\u00e4ren Bedingungen\" title=\"Zahlreiche Binnenvertriebene hausen unter prek\u00e4ren Bedingungen\"\/><\/p>\n<p>\n   Zahlreiche Binnenvertriebene hausen unter prek\u00e4ren Bedingungen \u00a0 (AFP or licensors)\n  <\/p>\n<p>Gewalt gegen Zivilisten Teil eines Musters <\/p>\n<p>\u201eDie Zahl der zivilen Opfer ist mit etwa 70 extrem hoch, darunter Kinder, Frauen, die Patienten waren, aber auch medizinisches Personal. Bislang hat keine bewaffnete Gruppe die Verantwortung f\u00fcr den Angriff \u00fcbernommen. Wichtig ist jedoch festzuhalten, dass dies Teil eines Musters von Angriffen in diesem Krieg ist, bei denen gezielt Zivilisten und zivile Infrastruktur angegriffen werden. Allein seit Beginn dieses Jahres sind mehr als 200 Menschen durch Angriffe auf Krankenh\u00e4user ums Leben gekommen. Es ist dringend notwendig, einen Weg zu finden, dies zu stoppen!\u201c<\/p>\n<p>Die Situation im Sudan sei derzeit schlicht und ergreifend \u201ekatastrophal\u201c f\u00fcr die Menschen vor Ort, berichtet Radosta weiter. Bereits seit drei Jahren tobt der blutige B\u00fcrgerkrieg, der durch Scharm\u00fctzel zwischen der paramilit\u00e4rischen RSF und den sudanesischen Streitkr\u00e4ften ausgel\u00f6st wurde, und ein Ende ist nicht in Sicht:<\/p>\n<p>\u201eWas ich zun\u00e4chst betonen m\u00f6chte, ist, dass hinter Zahlen Menschen stehen. Es geht um M\u00fctter, die Mahlzeiten auslassen, damit ihre Kinder essen k\u00f6nnen; um M\u00e4dchen, die in belagerten St\u00e4dten ohne sichere M\u00f6glichkeit festsitzen, Hilfe zu suchen; um Kranke, die keinen Zugang zu medizinischer Versorgung und Medikamenten haben, weil es buchst\u00e4blich keinen Ort gibt, an den sie gehen k\u00f6nnen \u2013 und es sind Millionen, die leiden.\u201c<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" data-original=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/content\/dam\/vaticannews\/agenzie\/images\/afp\/2025\/12\/26\/11\/1766743599446.jpg\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.750.422.jpeg\" alt=\"Binnenvertriebene im Sudan\" title=\"Binnenvertriebene im Sudan\"\/><\/p>\n<p>\n   Binnenvertriebene im Sudan \u00a0 (AFP or licensors)\n  <\/p>\n<p>Millionen Menschen leiden <\/p>\n<p>Derzeit ben\u00f6tigen 33,7 Millionen Menschen, also zwei Drittel der Bev\u00f6lkerung, humanit\u00e4re Hilfe. Damit stellt der Sudan in diesem Jahr einen traurigen Rekord auf: Es handelt sich um die weltweit gr\u00f6\u00dfte humanit\u00e4re Krise. Fast neun Millionen Menschen sind innerhalb des Landes vertrieben.<\/p>\n<p>\u201eHinzu kommen weitere Millionen Vertriebene in den Nachbarl\u00e4ndern \u2013 insgesamt etwa 12 Millionen Menschen \u2013 \u00fcberwiegend Frauen und M\u00e4dchen, die einem hohen Risiko von Gewalt ausgesetzt sind, allein weil sie Frauen und M\u00e4dchen sind. Und fast 10 Millionen leiden unter extremer Ern\u00e4hrungsunsicherheit, was bedeutet: extremer Hunger, Unterern\u00e4hrung und letztlich Lebensgefahr.\u201c<\/p>\n<p>Gesundheitssektor am Boden <\/p>\n<p>Das internationale Hilfswerk ist nach wie vor im Sudan im Einsatz, wobei vor allem die Unterst\u00fctzung des Gesundheitssektors ein zentraler Bestandteil der Hilfsarbeit sei, und zwar \u201ewegen des enormen Bedarfs und weil dies oft eines der dringendsten Bed\u00fcrfnisse der Menschen ist. Insgesamt unterst\u00fctzen wir 83 Gesundheitseinrichtungen \u2013 mit lebensrettender medizinischer Versorgung, aber auch im Bereich Ern\u00e4hrung. Dazu geh\u00f6rt die Behandlung von Kindern mit akuter Mangelern\u00e4hrung und damit verbundenen Komplikationen, die zum Tod f\u00fchren k\u00f6nnen\u201c, erl\u00e4utert Radosta.<\/p>\n<p>Weitere Einsatzfelder stellen die Bereiche der langfristigen Ern\u00e4hrungssicherheit und der Schaffung von Lebensgrundlagen, Hygiene sowie Wasser- und Sanit\u00e4rversorgung dar: \u201eWir versuchen, ein umfassendes Hilfspaket bereitzustellen, damit Menschen jetzt \u00fcberleben k\u00f6nnen, aber auch so schnell wie m\u00f6glich wieder selbstst\u00e4ndig werden \u2013 etwa durch eigenen Nahrungsmittelanbau oder kleine Einkommensquellen.\u201c<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" data-original=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/content\/dam\/vaticannews\/agenzie\/images\/reuters\/2025\/11\/11\/15\/1762871503158.JPG\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.750.422.jpeg\" alt=\"\u00c4rztliche Versorgung in Behelfseinrichtungen (Archivbild)\" title=\"\u00c4rztliche Versorgung in Behelfseinrichtungen (Archivbild)\"\/><\/p>\n<p>\n   \u00c4rztliche Versorgung in Behelfseinrichtungen (Archivbild)\n  <\/p>\n<p>Verst\u00f6\u00dfe gegen humanit\u00e4res V\u00f6lkerrecht <\/p>\n<p>Ein besonderer Fokus der Hilfe liege auf Frauen und M\u00e4dchen, da sie \u201eunverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig stark von der Gewalt betroffen\u201c seien,\u00a0so die NGO-Mitarbeiterin. Derzeit scheine ein Abflauen dieser Gewalt allerdings unwahrscheinlich \u2013 im Gegenteil sei eine Verschlimmerung der Angriffe auf Zivilisten und die zivile Infrastruktur zu beobachten:<\/p>\n<p>\u201eDas sind schwerwiegende Verst\u00f6\u00dfe gegen das humanit\u00e4re V\u00f6lkerrecht. Leider sind die Versuche der internationalen Gemeinschaft, durch Verhandlungen und Vermittlung eine L\u00f6sung zu erreichen, wiederholt gescheitert. Offen gesagt fehlt es an ausreichendem internationalen Druck, um einen Waffenstillstand zu erreichen und anschlie\u00dfend an einer Konfliktl\u00f6sung zu arbeiten.\u201c<\/p>\n<p>Internationale Gemeinschaft muss handeln <\/p>\n<p>Nicht nur brauche es eine konsequente Verurteilung von Verst\u00f6\u00dfen gegen das V\u00f6lkerrecht und der brutalen Gewalt, sondern auch und vor allem ein \u201ekoordiniertes, nachhaltiges und politisches Engagement der internationalen Gemeinschaft auf mehreren Ebenen\u201c:<\/p>\n<p>\u201eVor allem brauchen wir konkrete Ma\u00dfnahmen zum Schutz der Zivilbev\u00f6lkerung. Dazu geh\u00f6rt nat\u00fcrlich \u2013 aber nicht nur \u2013 ein sofortiger Waffenstillstand und ein sofortiges Ende der Angriffe auf Zivilisten. Au\u00dferdem brauchen wir eine massive Aufstockung der humanit\u00e4ren Finanzierung, insbesondere mit Fokus auf lokale Helfer, denn Finanzierungsl\u00fccken zwingen derzeit zu unm\u00f6glichen Entscheidungen. Sie haben die Zahlen geh\u00f6rt, und die Regenzeit steht bevor. Das bedeutet, dass Stra\u00dfen bald nicht mehr passierbar sind und Gemeinschaften, die bereits am Rande des Hungertods stehen, monatelang von Hilfe abgeschnitten sein werden. Ein weiterer wichtiger Punkt ist ein sicherer, schneller und nachhaltiger humanit\u00e4rer Zugang. Das bedeutet, sicheren Zugang f\u00fcr Hilfskonvois und Personal zu gew\u00e4hrleisten und gleichzeitig alle Hindernisse zu beseitigen&#8220;, so die abschlie\u00dfende Forderung von CARE mit Blick auf das Leid, das der Krieg seit April 2023 vor allem vulnerablen Bev\u00f6lkerungsgruppen zuf\u00fcgt.<\/p>\n<p>(vatican news)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ein grausamer Angriff auf Zivilisten in Sudan ersch\u00fcttert die Weltgemeinschaft. 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