{"id":9587,"date":"2026-04-25T03:50:25","date_gmt":"2026-04-25T03:50:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/9587\/"},"modified":"2026-04-25T03:50:25","modified_gmt":"2026-04-25T03:50:25","slug":"was-der-putsch-in-niger-fuer-die-bundeswehr-bedeutet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/9587\/","title":{"rendered":"Was der Putsch in Niger f\u00fcr die Bundeswehr bedeutet"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/bundeswehr-niger-100.jpg\" alt=\"Zur Ausbildung und Beratung eingesetzte Kampfschwimmer der deutschen Marine stehen neben einem Gel\u00e4ndefahrzeug in Tillia, Niger.\" title=\"Zur Ausbildung und Beratung eingesetzte Kampfschwimmer der deutschen Marine stehen neben einem Gel\u00e4ndefahrzeug in Tillia, Niger. | dpa\"\/><\/p>\n<p>                    analyse<\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 27.07.2023 \u2022 16:06 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        Aus Sicht der Bundesregierung war Niger ein Vorzeigeland f\u00fcr eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Nach dem Putsch ist davon keine Rede mehr. Das gr\u00f6\u00dfte Problem aber stellt sich f\u00fcr den Mali-Abzug der Bundeswehr.\n    <\/p>\n<p>                                    <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/stephan-stuchklik-101.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                        <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Stephan Stuchlik\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/stephan-stuchlik-101.jpg\"\/><br \/>\n                                    <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der Kanzler, der Verteidigungsminister, die Entwicklungshilfeministerin: Wer immer von Niger sprach, nahm das Wort vom &#8222;Stabilit\u00e4tsanker\u201c in den Mund. Man m\u00fcsse sich in Afrika engagieren, hie\u00df es, und: Burkina Faso, der Tschad oder der Sudan, und, jetzt am Ende auch Mali seien Staaten mit Putsch-Regierungen oder unsicheren politischen Verh\u00e4ltnissen. Niger aber, so versicherten alle, sei die Zukunft des deutschen und europ\u00e4ischen Engagements in der Sahel-Region.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Seit dem <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/niger-putsch-100.html\" title=\"Niger: Putschisten verk\u00fcnden Sturz der Regierung\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Milit\u00e4rputsch in Niger<\/a> scheint es so, als sei diese Zukunft schon wieder Vergangenheit. Die hochfliegenden Pl\u00e4ne, nicht zuletzt der Bundesregierung, in einer Art Sahel-Strategie nicht nur die Islamisten in der Region zu bek\u00e4mpfen, sondern auch Einfluss auf L\u00e4nder zu bekommen, die wichtige Fl\u00fcchtlingsrouten kontrollieren, sind erst einmal gescheitert.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Auch der Kanzler war im Mai noch in Niger bei der Bundeswehr.\n                    <\/p>\n<p>    Notfalls muss Frankreich helfen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Etwa 100 Soldatinnen und Soldaten setzt die Bundeswehr in Niger ein. Sie seien momentan sicher, hei\u00dft es heute aus dem Verteidigungsministerium. Man darf aber davon ausgehen, dass im Hintergrund die Pl\u00e4ne f\u00fcr den Krisenfall noch einmal genauer betrachtet werden. Sollte etwa tats\u00e4chlich medizinische Hilfe ben\u00f6tigt werden &#8211; wovon im Moment keiner ausgeht &#8211; m\u00fcsste man Frankreich um Hilfe bitten. Die Region und der Einsatz der westlichen Kr\u00e4fte dort ist alles andere als einfach.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das gr\u00f6\u00dfere Problem zeichnet sich aber f\u00fcr den deutschen Einsatz im Nachbarland Mali ab. Der soll laut UN-Beschluss nach zehn Jahren Ende 2023 beendet werden. Die Regierung in Mali sieht die Truppen der UN-Friedenssicherungsmission MINUSMA, darunter auch die deutschen Kr\u00e4fte, als unerw\u00fcnscht an, behindert ihre Arbeit und kooperiert mittlerweile seit Jahren mit russischen Kr\u00e4ften, darunter auch der <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/wagner-soeldner-afrika-100.html\" title=\"Was wird aus den Wagner-S\u00f6ldnern in Afrika?\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">S\u00f6ldnertruppe Wagner unter der F\u00fchrung von Jewgeni Prigoschin<\/a>.<\/p>\n<p>    Mali-Abzug l\u00e4uft \u00fcber Niger<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das Problem am Putsch in Niger: Die Versorgung der etwa 900 deutschen Soldatinnen und Soldaten in Mali l\u00e4uft zum gro\u00dfen Teil \u00fcber den Flugplatz im nigrischen Niamey, dort ist der Dreh- und Angelpunkt der Mission. Und auch der Dreh- und Angelpunkt f\u00fcr den Abzug: Mensch und Material aus Mali sollten gro\u00dfteils \u00fcber das Nachbarland ausgeflogen werden. Ein Landtransport durch das feindliche Umfeld in Mali bis zur Grenze und dann ein Weg durch ein Niger, das gerade einen Milit\u00e4rputsch hinter sich hat, danach der Abflug aus der Hauptstadt &#8211; das alles erscheint momentan vorstellbar.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Verteidigungsminister Pistorius war im April in Niger &#8211; hier mit seinem Amtskollegen Alkassoum Indattou.\n                    <\/p>\n<p>    Mit einem Putsch in Niger hat wohl niemand gerechnet<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der schnelle Abzug aus Mali stellt die Bundeswehr schon ohne den Putsch in Niamey vor gro\u00dfe Probleme. Es k\u00f6nne teuer werden, hie\u00df es in den vergangenen Wochen immer. Man werde Material zur\u00fccklassen oder sogar vernichten m\u00fcssen. Dass es jetzt noch wesentlich teurer werden k\u00f6nnte, ist nur ein Teil des Problems. Die grunds\u00e4tzliche Frage, wie man es ohne den nigrischen Flughafen Niamey schaffen k\u00f6nnte, die deutschen Soldatinnen und Soldaten wohlbehalten nach Hause zu bringen, will derzeit in Berlin im Detail niemand beantworten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Denn: \u00dcber einen Putsch in Niger scheinen wenige nachgedacht zu haben, zumindest wenn man sich an die offiziellen Dokumente von Verteidigungs- und Entwicklungshilfeministerium h\u00e4lt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Milit\u00e4risch galt es als Vorzeigeland f\u00fcr erfolgreiche Kooperation: \u00dcber Jahre bildete die Bundeswehr in Tillia, in der nigrischen W\u00fcste, Spezialsoldaten im Kampf gegen den &#8222;Islamischen Staat&#8220; aus. Anfangs hie\u00df die Operation &#8222;Gazelle&#8220;, sp\u00e4ter wurde sie unter der EU-Mission EUTM weitergef\u00fchrt. Von beiden Seiten gab es nichts als Lob f\u00fcr diese Ausbildungsmission. Die erfolgreiche Bek\u00e4mpfung des IS wurde in Berlin gern mit beeindruckenden Zahlen untermauert.<\/p>\n<p>    Training nicht nur im Anti-Terrorkampf erfolgreich<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Und: Deutschland ist gerade an f\u00fchrender Stelle dabei zu helfen, in Niger ein Ausbildungszentrum zu schaffen, um das &#8222;Engagement zu verstetigen&#8220;, wie es im Regierungsdeutsch hei\u00dft.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Jetzt aber sieht es so aus, als sei die Bundeswehr zu erfolgreich mit ihrer Ausbildung gewesen: Brigadegeneral Batoure, der Chef der nigrischen Spezialkr\u00e4fte soll auf Fotos der Putschisten zu sehen sein. Das Grundproblem, dass westliches Training nicht nur im Anti-Terrorkampf erfolgreich eingesetzt werden kann, hatte die Bundeswehr \u00fcbrigens schon im Nachbarland Mali, wo man auch einige Teilnehmer der verschiedenen Putsche der vergangenen Jahre milit\u00e4risch ausgebildet hatte.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Im April besuchten Pistorius und Schulze das Land. Die Entwicklungsministerin hat den Vorsitz der Sahel-Allianz \u00fcbernommen.\n                    <\/p>\n<p>    Fragen an die deutschen Auslandsdienste<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch f\u00fcr die gro\u00dfe Linie der deutschen Entwicklungshilfepolitik ist der Putsch in Niamey ein herber R\u00fcckschlag: Erst k\u00fcrzlich hat Ministerin Svenja Schulze <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/innenpolitik\/schulze-sahel-allianz-100.html\" title=\"Schulze \u00fcbernimmt Pr\u00e4sidentschaft der Sahel-Allianz\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">den Vorsitz der sogenannten Sahel-Allianz <\/a>\u00fcbernommen, man wolle den Versuch antreten, so sagte sie im Vorfeld, zu beweisen, dass man die Region auch ohne westliche Milit\u00e4rpr\u00e4senz etwa in Mali stabilisiert bekomme.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Ministerin besuchte Niger noch im April zusammen mit Verteidigungsminister Boris Pistorius. Unn\u00f6tig zu erw\u00e4hnen, dass sie bei der Gelegenheit Niger als Land mit stabiler Regierung und positivem Arbeitsumfeld f\u00fcr deutsche Organisationen pries. Auch dieses deutsche Engagement scheint heute fraglicher als noch vor ein paar Wochen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Und: Auch der Fall Niger wird wieder die Frage aufwerfen, wie gut die deutschen Auslandsdienste eigentlich informiert sind oder wie gut sie die Regierung in Berlin informieren. Der Eindruck, den man heute gewinnen konnte, war zumindest: Kaum jemand in der deutschen Hauptstadt hatte ernsthaft mit einem Putsch in Niamey gerechnet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"analyse Stand: 27.07.2023 \u2022 16:06 Uhr Aus Sicht der Bundesregierung war Niger ein Vorzeigeland f\u00fcr eine erfolgreiche Zusammenarbeit.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":9588,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[243],"tags":[2603,309,366],"class_list":{"0":"post-9587","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-niger","8":"tag-bundeswehr","9":"tag-mali","10":"tag-niger"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116463312725143899","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9587","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9587"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9587\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/9588"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9587"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9587"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9587"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}