{"id":9614,"date":"2026-04-25T04:54:24","date_gmt":"2026-04-25T04:54:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/9614\/"},"modified":"2026-04-25T04:54:24","modified_gmt":"2026-04-25T04:54:24","slug":"tansania-kommissionen-fordern-massenvertreibung-von-maasai-aus-dem-serengeti-oekosystem-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/9614\/","title":{"rendered":"Tansania: Kommissionen fordern Massenvertreibung von Maasai aus dem Serengeti-\u00d6kosystem"},"content":{"rendered":"<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"340\" height=\"262\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Tansania-Praesidentin-Massai.jpg\" alt=\"Tansania: Kommissionen fordern Massenvertreibung von Maasai aus dem Serengeti-\u00d6kosystem\" class=\"wp-image-37187\"  \/>Pr\u00e4sidentin Hassan nimmt bei einer offiziellen Zeremonie im M\u00e4rz 2026 einen Bericht der Pr\u00e4sidialkommissionen entgegen. \u00a9 Survival<\/p>\n<p>Zwei pr\u00e4sidiale Kommissionen haben die Massenvertreibung der Maasai aus einigen der bekanntesten Naturschutzgebieten und Touristenzielen Ostafrikas empfohlen. Die Kommissionen wurden 2024 von Tansanias Pr\u00e4sidentin Samia Suluhu Hassan eingesetzt. Sie reagierte damit auf Massenproteste der Maasai im Ngorongoro-Schutzgebiet gegen vorausgegangene Vertreibungen aus Teilen des weltber\u00fchmten Serengeti-\u00d6kosystems.<\/p>\n<p>Trotz weltweiter Kritik an den fr\u00fcheren, teils gewaltt\u00e4tigen Vertreibungen haben die beiden Kommissionen nun:<\/p>\n<p>\u2022\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 die bisherigen Vertreibungen gutgehei\u00dfen und deren Fortsetzung gefordert, auch in der UNESCO-Welterbest\u00e4tte Ngorongoro und dem benachbarten Natronsee;<\/p>\n<p>\u2022\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 die Anwesenheit der Maasai, die seit Generationen in diesen Gebieten leben, als \u201eUmweltbelastung\u201c bezeichnet, die reduziert werden m\u00fcsse;<\/p>\n<p>\u2022\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 lokale NGOs, welche die Maasai unterst\u00fctzen, bedroht und ihnen vorgeworfen, \u201eFehlinformationen oder Propaganda zu verbreiten\u201c, da diese \u201eim Widerspruch zu Regierungsinteressen\u201c st\u00fcnden;<\/p>\n<p>\u2022\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 die \u201eUmsiedlung\u201c aller \u201enicht naturschutzbezogenen Aktivit\u00e4ten\u201c \u2013 also die Pr\u00e4senz der Maasai \u2013 aus den Schutzgebieten gefordert;<\/p>\n<p>\u2022\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 empfohlen, die bestehende Anerkennung des Rechts der Maasai, im Ngorongoro-Schutzgebiet zu leben, aufzuheben.<\/p>\n<p>Eine anonyme Sprecherin der Maasai erkl\u00e4rte heute: \u201eUns wird die Zerst\u00f6rung der Umwelt vorgeworfen, w\u00e4hrend die ungebremste Ausweitung des Tourismus ignoriert wird. Zwangsumsiedlungen, als Politik getarnt, haben unserem Volk Grundrechte und seine W\u00fcrde genommen. Wir lehnen jede Fortsetzung dieser Ma\u00dfnahmen ab und verurteilen das Versagen der Kommission, die Stimmen, Realit\u00e4ten und Rechte unseres Volkes widerzuspiegeln.\u201c\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>Die tansanischen Beh\u00f6rden betonen, es handele sich um \u201efreiwillige Umsiedlungen\u201c. Die Maasai lehnen jedoch das Verlassen ihres Landes mit \u00fcberw\u00e4ltigender Mehrheit ab.<\/p>\n<p>Das Schutzgebiet Ngorongoro ist eine UNESCO-Welterbest\u00e4tte. Bei seiner Einrichtung wurde das angestammte Recht der Maasai, dort mit ihrem Vieh zu leben, ausdr\u00fccklich anerkannt. Das Welterbekomitee der UNESCO hat jedoch die sogenannten \u201efreiwilligen Umsiedlungen\u201c unterst\u00fctzt und bef\u00fcrwortet das Modell des \u201eFestungsnaturschutzes\u201c, das die tansanische Regierung verfolgt.<\/p>\n<p>Die Direktorin von Survival International, Caroline Pearce, erkl\u00e4rte heute:<\/p>\n<p>\u201eDiese Kommissionen waren eine Farce \u2013 ein Trick, welcher der gewaltsamen Verfolgung der Maasai in Tansania einen Anschein von Legitimit\u00e4t verleihen sollte. Es wurde von vielen erwartet, dass sie weitere Vertreibungen unterst\u00fctzen w\u00fcrden: Die gesamte Geschichte best\u00e4tigt lediglich, dass kolonial gepr\u00e4gter Festungsnaturschutz in Tansania weiterhin lebendig ist \u2013 und von der UNESCO aktiv unterst\u00fctzt wird.<\/p>\n<p>Diese Kommissionen geben gr\u00fcnes Licht f\u00fcr weitere Vertreibungen, in Ngorongoro und dar\u00fcber hinaus. W\u00e4hrend den Maasai Land und Lebensgrundlage gestohlen wird, k\u00f6nnen Regierung, Reiseanbieter und selbsternannte Natursch\u00fctzer*innen von einer Landschaft profitieren, die ihrer urspr\u00fcnglichen Bewohner*innen beraubt wurde.\u201c<\/p>\n<p>\u2022\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die Berichte der Kommissionen wurden bisher nicht ver\u00f6ffentlicht, ihre Ergebnisse wurden bei einer offiziellen Veranstaltung mit der Pr\u00e4sidentin vorgestellt.<\/p>\n<p>\u2022\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die erste Kommission untersuchte vorausgegangene Vertreibungen, etwa jene aus Loliondo im Jahr 2022; die zweite hatte den Auftrag, Empfehlungen zur Verbesserung von \u201eUmsiedlungen\u201c zu erarbeiten.<\/p>\n<p>\u2022\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <a href=\"https:\/\/www.survivalinternational.de\/nachrichten\/14112?utm_medium=email&amp;utm_source=engagingnetworks&amp;utm_campaign=utm_campaign&amp;utm_content=260317+PR+Tanzania+evictions+-DE\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Die deutsche Regierung und die Zoologische Gesellschaft Frankfurt unterst\u00fctzen ebenfalls Projekte<\/a> der tansanischen Regierung im Serengeti-\u00d6kosystem. Auch sie haben in der Vergangenheit die Landrechte der Maasai im Ngorongoro-Schutzgebiet in Frage gestellt und wurden von Maasai-Verteter*innen daf\u00fcr wiederholt kritisiert.<\/p>\n<p>\u2022\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Der Bericht \u201eDecolonize UNESCO\u201c von Survival International beleuchtet die Mitverantwortung der UNESCO f\u00fcr Menschenrechtsverletzungen in Schutzgebieten \u2013 unter anderem in Tansania. (Survival int.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Pr\u00e4sidentin Hassan nimmt bei einer offiziellen Zeremonie im M\u00e4rz 2026 einen Bericht der Pr\u00e4sidialkommissionen entgegen. \u00a9 Survival Zwei&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":9615,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[19],"tags":[4879,4880,178,179,3144],"class_list":{"0":"post-9614","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-tansania","8":"tag-massai","9":"tag-serengeti","10":"tag-tansania","11":"tag-tanzania","12":"tag-vertreibung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116463564379314605","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9614","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9614"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9614\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/9615"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9614"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9614"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9614"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}