{"id":9625,"date":"2026-04-25T05:12:08","date_gmt":"2026-04-25T05:12:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/9625\/"},"modified":"2026-04-25T05:12:08","modified_gmt":"2026-04-25T05:12:08","slug":"ruanda-schmetterlingsparadies-und-gorilla-abenteuer-im-land-des-ewigen-fruehlings","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/9625\/","title":{"rendered":"Ruanda: Schmetterlingsparadies und Gorilla-Abenteuer im Land des ewigen Fr\u00fchlings"},"content":{"rendered":"<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Im Butterfly House des Umusambi Village, ein paar Kilometer vor den Toren der ruandischen Hauptstadt Kigali gelegen, geht es in schw\u00fcler Atmosph\u00e4re rund. Es wird sich eifrig gepaart, was bei den dort lebenden Insekten Stunden dauern k\u00f6nne, wie Eric Furaha grinsend sagt.<\/p>\n<p>Der Zoologe k\u00fcmmert sich in Vollzeit um seine zarten Z\u00f6glinge, insbesondere um den Nachwuchs, die Puppen, die in einem separaten Bruthaus ihre Metamorphose von der wurstigen Raupe hin zum ansehnlichen Falter durchlaufen. Willkommen in einem der Welthauptquartiere von Lepidoptera: der Schmetterlinge.<\/p>\n<p>Die Anlage gleicht dem Treibhaus einer Tropeng\u00e4rtnerei, mit \u00fcppigem Hibiskus, Farnen, Palmen. Orangenscheiben liegen auf Tellerchen, an denen sich die Kerbtiere ebenso laben wie am Nektar der Bl\u00fcten ringsum. Rund 130 Vertreter vier ruandischer Schmetterlingsarten weilen hier gerade, wobei es laut Furaha \u201en\u00e4chste Woche schon wieder mehr als 300 sein werden\u201c, der Puppen-Nachwuchs wird zur n\u00e4chsten Generation Geflatter.<\/p>\n<p>Links sitzt ein Vertreter der Spezies Hypolimnas misippus in elegant schwarz-wei\u00dfem Fl\u00fcgelkleid; rechts eine gelbgr\u00fcne Catopsilia florella; oben gleitet die African Queen alias Danaus chrysippus in orange-wei\u00df lautlos durch die L\u00fcfte.<\/p>\n<p>Ruanda, in der Fl\u00e4che kleiner als das Bundesland Brandenburg und damit eines der Mini-L\u00e4nder <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/afrika-reisen\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/afrika-reisen\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Afrikas<\/a>, ist im Hinblick auf die Tierwelt ein Riese. \u201eBei uns gibt es mehr als 200 Schmetterlingsarten\u201c, sagt Furaha. Deren genaue Zahl ist bisher ungekl\u00e4rt, man erforscht und z\u00e4hlt sie noch im Urwald. Zu den weiteren Highlights geh\u00f6ren Menschenaffen \u2013 die man mit etwas Gl\u00fcck im Rahmen von Trekkingtouren zu Gesicht bekommt.<\/p>\n<p>Land des ewigen Fr\u00fchlings<\/p>\n<p>Neben der Tierwelt ist die Geografie der zweite Pluspunkt. Ruandas gesamtes Territorium liegt in \u00c4quatorn\u00e4he auf mehr als 1000 H\u00f6henmetern mit mildem Klima. Die Temperaturen liegen ganzj\u00e4hrig meist bei 15 bis 30 Grad, was dem seit 1962 unabh\u00e4ngigen Staat den Ruf als \u201eLand des ewigen Fr\u00fchlings\u201c eingebracht hat.<\/p>\n<p>Am Horizont ragen reihenweise Vulkankegel in den Himmel. Der imposanteste ist der Karisimbi, 4507 Meter hoch, was ann\u00e4hernd der Dufourspitze entspricht, dem Topgipfel der <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/schweiz-reisen\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/schweiz-reisen\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Schweiz<\/a>. Die Natur, Savanne im Osten, <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/regenwald\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/regenwald\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Regenwald<\/a> im Westen, strotzt vor Leben, vor allem in den Nationalparks Akagera, Volcanoes, Gishwati-Mukura sowie Nyungwe im S\u00fcdwesten.<\/p>\n<p>In Nyungwe, seit Jahrmillionen Urwald, liegt auch die kontinentale Wasserscheide. Der <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/nil\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/nil\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Nil<\/a>, der l\u00e4ngste Strom der Welt, flie\u00dft von hier zum <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/mittelmeer-urlaub\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/mittelmeer-urlaub\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mittelmeer<\/a> gen Norden, der wasserreiche <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/kongo\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/kongo\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kongo<\/a> nach Westen. Vulkanische Aktivit\u00e4t sorgt f\u00fcr fruchtbare B\u00f6den. Im ganzen Land strotzen Hirse und Mais, Bohnen und Karotten, Kartoffeln, Reis, Bananen, Kaffeeb\u00e4ume und Teestr\u00e4ucher vor Lebenslust. Mehr Gr\u00fcn geht nicht.<\/p>\n<p>Dritter Vorzug: Ruanda mit seinen 14 Millionen Einwohnern hat den Ruf, so etwas wie \u201edie Schweiz Afrikas\u201c zu sein \u2013 und das nicht nur der Berge wegen. Das Land ist sicher. Nach Angaben von Transparency International ist in Kontinentalafrika lediglich Botswana weniger korrupt. Das Stra\u00dfennetz ist gut ausgebaut, von Kigali aus ist jede Ecke des Landes in wenigen Stunden erfahrbar.<\/p>\n<p>Der \u00f6ffentliche Raum ist bemerkenswert sauber, weil es einmal im Monat hei\u00dft: Umuganda! \u2013 alle zusammen raus auf die Stra\u00dfen und B\u00fcrgersteige zum Saubermachen und M\u00fcll aufsammeln! Plastikt\u00fcten sind verboten, sie d\u00fcrfen nicht eingef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>Gleichberechtigung ist mehr als nur eine hehre Idee. Frauen haben 51 von 80 Sitzen im Parlament inne, prozentualer Weltrekord! Und fast \u00fcberall wird, bequem f\u00fcr Ausl\u00e4nder, Englisch gesprochen.<\/p>\n<p>Auch die vorkoloniale Kultur wird gepflegt. In Nyanza im S\u00fcden hatte die ruandische Monarchie ihren Sitz. Im dortigen King\u2019s Palace Museum steht der rekonstruierte \u201eHerrscherpalast\u201c, ein Areal mit Geb\u00e4uden aus Holz, Lehm und Stroh in Form baumhoher Bienenk\u00f6rbe. Zu sehen sind dort auch speziell gez\u00fcchtete Inyambo-Rinder mit gigantischen H\u00f6rnern, die fr\u00fcher bei k\u00f6niglichen Ritualen auftraten; sie waren darauf trainiert, sich zur Zeremonienmusik anmutig zu bewegen.<\/p>\n<p>Doch \u00fcber <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/ruanda-politik\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/ruanda-politik\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ruanda<\/a> lastet, trotz aller positiver Aspekte, ein dunkler Schatten, der das Land bis heute pr\u00e4gt; Reisende sollten sich dessen bewusst sein. 1994 fand ein Genozid statt, der nur mit Blick auf die Gesellschaft zu erfassen ist: Die gro\u00dfe Mehrheit der Bev\u00f6lkerung geh\u00f6rt der Ethnie der Bahutu an, die Batutsi wiederum stellten seit alter Zeit traditionell die herrschende Klasse \u2013 umgangssprachlich werden sie auf Deutsch Hutu und Tutsi genannt. Die Batwa (Twa) wiederum, ein Pygm\u00e4envolk, sind eine noch heute oft benachteiligte Minderheit.<\/p>\n<p>Ausl\u00f6ser der 100 Tage w\u00e4hrenden Gewaltorgie war der Abschuss eines Flugzeugs am Airport Kigali am 6. April 1994. An Bord befanden sich Ruandas Pr\u00e4sident, ein Hutu, und <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/burundi-politik\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/burundi-politik\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Burundis<\/a> Staatschef. Es folgte ein Massenmord an den Tutsi und an jenen Hutus, die sich weigerten, am kollektiven, von der Regierung befohlenen und koordinierten Blutbad teilzunehmen, sowie an vielen Twa.<\/p>\n<p>Der Blutrausch in dem \u00fcberwiegend christlichen Land forderte mindestens 800.000 Tote. Hinzu kamen Millionen Traumatisierte, Trauernde, Waisen, Verwitwete. Der Horror endete erst im Juli 1994 mit dem Aufschlagen der Ruandischen Patriotischen Front (RPF) unter F\u00fchrung von Paul <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/paul-kagame\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/paul-kagame\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kagame<\/a>. Der ist seitdem Staatschef und heute 68.<\/p>\n<p>Formal ist Ruanda demokratisch, de facto allerdings ein autorit\u00e4rer Ein-Parteien-Staat. Kagame wird regelm\u00e4\u00dfig im Amt best\u00e4tigt. Oppositionspolitiker und Journalisten sitzen hinter Gittern; es gibt Einsch\u00fcchterung, Folter, Mord. Ruanda hat eine der schlagkr\u00e4ftigsten Armeen in Afrika und mischt immer wieder bei blutigen K\u00e4mpfen im Osten der benachbarten Demokratischen Republik Kongo mit.<\/p>\n<p>Zugleich ist das Land wirtschaftlich au\u00dferordentlich erfolgreich. Seit dem V\u00f6lkermord betr\u00e4gt die j\u00e4hrliche Wachstumsrate im Schnitt acht Prozent. Die Lebenserwartung stieg von 49 Jahren zur Jahrtausendwende auf nunmehr 70 Jahre. Es gibt eine funktionierende Krankenversicherung f\u00fcr alle, die Kindersterblichkeit ist deutlich gesunken.<\/p>\n<p>Kigali ist nach einer konsequenten digitalen Aufr\u00fcstung heute eine IT-Hochburg. Und da man um das globale Imageproblem infolge des Genozids wei\u00df, sponserte die Regierung zeitweise weltbekannte Sportvereine wie den FC Bayern <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/muenchen-staedtereise\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/muenchen-staedtereise\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">M\u00fcnchen<\/a> und Arsenal in <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/london\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/london\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">London<\/a>, die \u201eVisit Rwanda\u201c propagierten. Voriges Jahr fragte das internationale Lifestyle-Magazin \u201eMonocle\u201c in einem siebenseitigen Feature k\u00fchn: \u201eK\u00f6nnte Ruandas Hauptstadt Afrikas <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/dubai-reisen\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/dubai-reisen\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Dubai<\/a> werden?\u201c<\/p>\n<p>Gorilla-Tracking ist hier das Big Business<\/p>\n<p>Aber zur\u00fcck zur Natur. Neben den fragilen Schmetterlingen sind es vor allem die gro\u00dfartigen Menschenaffen, insbesondere die seltenen Berggorillas, die j\u00e4hrlich 1,5 Millionen zahlungskr\u00e4ftige Touristen ins Land locken. Von denen gibt es heute gesch\u00e4tzt gut 1000 Vertreter, sie leben ausschlie\u00dflich im Dreil\u00e4ndereck von Ruanda, <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/uganda-reisen\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/uganda-reisen\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Uganda<\/a>, Kongo.<\/p>\n<p>Ruanda ist f\u00fcr abenteuerlustige G\u00e4ste dabei die erste Wahl. Das liegt zum einen am Kinofilm \u201eGorillas im Nebel\u201c von 1988, der das Leben der Primatenforscherin Dian Fossey (und ihr ungl\u00fcckliches Ende) zum Thema hatte. Zum anderen ist Ruanda dank besserer Infrastruktur das viel bequemere Reiseland.<\/p>\n<p>Im <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.volcanoesnatpark.com\/\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.volcanoesnatpark.com\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Volcanoes-Nationalpark<\/a>, 160 Quadratkilometer klein, ist Gorilla-Tracking Big Business. Die hier in freier Wildbahn lebenden Gorillaverb\u00e4nde wurden seit Jahrzehnten gezielt an Menschen gew\u00f6hnt. \u201eSie halten uns f\u00fcr eine Art Vettern\u201c, sagt Ignatius, ein Guide, was in genetischer Hinsicht \u2013 Gorilla und Mensch sind evolutionstechnisch engste Verwandte \u2013 durchaus zutrifft. In der Saison werden die familien\u00e4hnlichen Clans heute fast t\u00e4glich von Urlaubergruppen \u00e0 acht Personen besucht \u2013 oder auch, je nach Sichtweise, heimgesucht.<\/p>\n<p>So ein Dschungelabenteuer beginnt aus organisatorischen Gr\u00fcnden immer im Reception Center des Volcanoes-Nationalparks, wo morgens gegen acht Hundertschaften von Touristen in Safari-Outfits aufschlagen und gebrieft werden, was Sicherheit und Verhalten im Busch angeht.<\/p>\n<p>US-Amerikaner sind klar in der \u00dcberzahl. \u201eIn ganz Ruanda stellen Amerikaner mehr als 50 Prozent\u201c aller Touristen, sagt Jean Paul Baruhura vom Rwanda Development Board. \u201eBei den Gorillas sind es mehr als 60 Prozent.\u201c<\/p>\n<p>In der Kleingruppe geht es anschlie\u00dfend \u00fcber Felder, Stock und Stein hinein ins Dickicht des Bambus-Urwalds, steil bergauf und bergab, begleitet von mehreren Guides, einer mit Machete am G\u00fcrtel, ein anderer mit Maschinenpistole \u2013 wegen der Waldelefanten und B\u00fcffel in der N\u00e4he, bei denen man nie so recht wei\u00df, wie sie drauf sind. Es ist alles andere als ein Sonntagsspaziergang und f\u00fcr manche schon aufgrund der d\u00fcnnen Luft in der H\u00f6henlage von 2000 bis 3000 Metern k\u00f6rperlich eine Herausforderung.<\/p>\n<p>Es regnet an diesem Tag nicht. Dennoch sind die Dschungelpfade, die mit Macheten ins Wuchergr\u00fcn gehackt werden, denkbar unwegsam, versumpft und glitschig. Knietief geht es durch Matsch und Modder. Ist es mal irgendwo trocken, krabbeln bei\u00dfende Riesenameisen an Schuhen und Beinen hoch. Obenherum: M\u00fccken.<\/p>\n<p>Korrekt maskiert im Angesicht der Affen<\/p>\n<p>Im Geb\u00fcsch zu beiden Seiten gedeihen zudem mannshohe Stechdisteln der \u00fcbelsten Sorte, Urtica massaica, gegen die ihre mitteleurop\u00e4ischen Verwandten ein Schlafmittel sind. Nicht zu vergessen die Massai-Brennnessel, die durch jeden Stoff sticht und schmerzhafte Blasen auf der Haut verursacht.<\/p>\n<p>Als das Gr\u00fcppchen, die \u00e4ltere Fraktion entkr\u00e4ftet und am Rande des Nervenzusammenbruchs, nach gut zwei Stunden im Morast schlie\u00dflich auf die Gorillas trifft, hei\u00dft es: \u201eMasken auf!\u201c wie einst bei Covid. Anordnung von oben, weil sich die Tiere, wertvolle Devisenbringer f\u00fcrs Land, bei Menschen mit sonstwas anstecken k\u00f6nnten, gegen das sie keine Immunit\u00e4t haben: Viren, Bazillen, Keime aller Art.<\/p>\n<p>Korrekt maskiert stimmt Guide Ignatius einen Doppelgrunz an, ein sanftes \u201eBrrr-Brrr\u201c, das von einem gewissen Isano prompt erwidert wird. Was beiderseits so viel hei\u00dft wie: \u201eAlles gut, man kennt sich ja, nice to see you again.\u201c Isano ist Chef des Clans, ein Silberr\u00fccken und Muskelprotz von mehr als 200 Kilo, der einem m\u00fchelos Arm, Bein oder Kopf abrei\u00dfen k\u00f6nnte, wenn er wollte.<\/p>\n<p>Zum Gl\u00fcck will er nicht. Er sitzt inmitten seiner Sippschaft im Gr\u00fcn, keine drei Schritte von den Humang\u00e4sten entfernt, mampft sich durchs Pflanzenreich und ist von ausgesucht milder Gelassenheit. Was nichts daran \u00e4ndert, dass allen das Adrenalin pulsiert und das Herz flattert. Tats\u00e4chlich soll es aber, hei\u00dft es unisono bei Veranstaltern, noch nie zu T\u00e4tlichkeiten zwischen Gorilla und Mensch gekommen sein. <\/p>\n<p>Die Meinungen \u00fcber diese Art Afrika-Abenteuer gehen nach insgesamt sechs Stunden Dschungelmarsch indes auseinander. \u201eEine Zumutung\u201c, sagen die fix und fertigen \u00e4lteren Teilnehmer. Ein anderer, j\u00fcnger und fitter, spricht dagegen von \u201eeiner der zehn tollsten Erfahrungen\u201c seines Lebens.<\/p>\n<p>Sicher ist, dass so eine Expedition, begrenzt auf h\u00f6chstens 60 Minuten Pr\u00e4senz bei den Gorillas, eine finanzielle Herausforderung ist. F\u00fcr die Tour sind 1500 US-Dollar pro Person f\u00e4llig, zahlbar bei Buchung lange im Voraus, plus Trinkgelder f\u00fcr ein halbes Dutzend Guides und Tracker.<\/p>\n<p>Hinzu kommen die Kosten f\u00fcr die Unterkunft in der N\u00e4he des Nationalparks, die in den f\u00fchrenden Herbergen, etwa bei der Hotelgruppe One &amp; Only, vierstellig sind, pro Person und Nacht, versteht sich. Das muss man sich erstens leisten k\u00f6nnen und zweitens auch wollen. Am gro\u00dfen Flattern anmutiger Schmetterlinge darf man sich in Ruanda dagegen v\u00f6llig stressfrei erfreuen. Und umsonst.<\/p>\n<p>Tipps und Informationen:<\/p>\n<p>Wie kommt man hin? Die staatliche Fluggesellschaft RwandAir fliegt ab Deutschland \u00fcber London nach Kigali; Alternativen sind Brussels Airlines (\u00fcber Br\u00fcssel) oder Ethiopian Airlines (\u00fcber Addis Abeba).<\/p>\n<p>Wann reist man am besten? Ideal ist die Trockenzeit von Ende Mai bis September. Die Hauptregenzeit beginnt im Februar; auch die Monate Oktober bis Dezember sind relativ niederschlagsreich.<\/p>\n<p>Safari &amp; Trekking: Die Rwanda Tours and Travel Association (rtta.rw) vereint Dutzende Reiseveranstalter, die Touren und Safaris aller Art im Land organisieren. Gorilla-Trekking ist trotz hoher Geb\u00fchren extrem begehrt, die Zahl der t\u00e4glich verf\u00fcgbaren Pl\u00e4tze strikt begrenzt \u2013 am besten Monate im Voraus buchen. Anbieter in Deutschland: diamir.de, abendsonneafrika.de<\/p>\n<p>Wo wohnt man gut? In Kigali gibt es zahlreiche Hotels internationaler Ketten mit hohem Standard, etwa von Marriott, Radisson Blue, Serena oder Sheraton (150\u2013200 Euro). In idyllischer Lage direkt am Kiwusee im Westen liegt die kleine, feine \u201eUmurobyi Lodge\u201c, stilvoll und luxuri\u00f6s, Doppelzimmer ab umgerechnet 424 Euro inkl. Vollpension (umurobyi-lodge.com).<\/p>\n<p>Was ist zu beachten? Ein Touristenvisum wird bei Einreise am Flughafen Kigali erteilt (G\u00fcltigkeit 30 Tage, Geb\u00fchr 50 US-Dollar, zahlbar in bar oder per Kreditkarte). Malaria-Prophylaxe ist sinnvoll (tropeninstitut.de).<\/p>\n<p>Weitere Infos: Touristische Ausk\u00fcnfte: visitrwanda.com, rdb.rw; V\u00f6gel und Schmetterlinge beobachten: umusambivillage.org; Genozidmuseum in Kigali:  kgm.rw.<\/p>\n<p>Die Recherche wurde unterst\u00fctzt von VisitRwanda und dem Rwanda Development Board (RDB). Unsere Standards der Transparenz und journalistischen Unabh\u00e4ngigkeit finden Sie unter <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.axelspringer.com\/de\/was-uns-ausmacht\/downloads\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.axelspringer.com\/de\/was-uns-ausmacht\/downloads&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">go2.as\/unabhaengigkeit<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Im Butterfly House des Umusambi Village, ein paar Kilometer vor den Toren der ruandischen Hauptstadt Kigali gelegen, geht&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":9626,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[21],"tags":[29,1329,4885,4887,403,404,182,74,4888,4886],"class_list":{"0":"post-9625","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-ruanda","8":"tag-afrika","9":"tag-laenderportraets","10":"tag-menschenaffen-ks","11":"tag-parkraum-inbox","12":"tag-ruanda","13":"tag-rwanda","14":"tag-safari","15":"tag-texttospeech","16":"tag-tierwanderungen-ks","17":"tag-trekking-ks"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116463635290422103","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9625","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9625"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9625\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/9626"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9625"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9625"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9625"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}