{"id":9774,"date":"2026-04-25T11:08:25","date_gmt":"2026-04-25T11:08:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/9774\/"},"modified":"2026-04-25T11:08:25","modified_gmt":"2026-04-25T11:08:25","slug":"schutzhaeuser-und-bildung-retten-maedchen-in-tansania-genitalverstuemmelung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/9774\/","title":{"rendered":"Schutzh\u00e4user und Bildung retten M\u00e4dchen in Tansania Genitalverst\u00fcmmelung"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Eine Reihe interessierter Zuh\u00f6rerinnen und Zuh\u00f6rer ist zum Vortrag von Franz Maise und Dagmar Keck \u00fcber die Reise nach Hale in Tansania und den Besuch bei den Menschen von Nafgem in den Pfarrsaal nach <a href=\"https:\/\/www.suedkurier.de\/hochrhein\/ort\/goerwihl\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">G\u00f6rwihl<\/a> gekommen. Nafgem, gegr\u00fcndet im Jahr 1998, steht f\u00fcr Network Against Female Genital Mutilation (Netzwerk gegen weibliche Genitalverst\u00fcmmelung). Nafgem engagiert sich gegen die weibliche Beschneidung und Kinderehen sowie f\u00fcr Bildung und Frauenrechte.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Angelika und Klaus Dahlin aus Niederwihl, die sich \u00fcber Jahre hinweg in Tansania gegen die Praxis der Genitalverst\u00fcmmelung engagiert haben, lernten Pfarrer Thomas, der heute in der Partnergemeinde von St. Wendelinus Hotzenwald lebt und arbeitet, damals als Zust\u00e4ndigen f\u00fcr Gesundheitsfragen kennen. Die Besucher, die jedes Jahr vom Hotzenwald nach Hale reisen, machen immer auch f\u00fcr einige Tage Station in den Einrichtungen von Nafgem.\n  <\/p>\n<p>            Weibliche Beschneidung trotz Verbots<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Eines der Schutzh\u00e4user von Nafgem befindet sich in Moshi in direkter Nachbarschaft zum Kilimandscharo. Die Schutzh\u00e4user sind mit Mauern und Stacheldraht gesch\u00fctzt, denn obwohl Genitalverst\u00fcmmelungen auch in Tansania verboten sind, haben sie bei den Massai eine lange Tradition. In den K\u00f6pfen der Menschen dort spuke immer noch die Ansicht herum, dass den M\u00e4dchen mit der Beschneidung etwas Gutes angetan wird, erkl\u00e4rte Klaus Dahlin, der ebenfalls zum Vortrag gekommen war. Durch dieses Ritual sollen die M\u00e4dchen zu reifen Frauen werden, vor Krankheiten gesch\u00fctzt sein und leichter schwanger werden, obwohl tats\u00e4chlich genau das Gegenteil der Fall ist, erkl\u00e4rte der Gyn\u00e4kologe.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Eine Abkehr von diesem Irrglauben gelinge nur \u00fcber Bildung, warf Franz Maise ein. Deshalb sei es so wichtig, den M\u00e4dchen, die in den Schutzh\u00e4usern unterkommen, eine solche Bildung zukommen zu lassen. Wenn sie in ihre D\u00f6rfer zur\u00fcckkehrten, h\u00e4tten sie einen ganz anderen Status erlangt und seien nicht mehr gef\u00e4hrdet. In ihrer Zeit bei Nafgem gehen sie in die Schule und schlie\u00dfen eine Ausbildung ab. Nicht selten nehmen sie ein Studium auf, werden beispielsweise Krankenschwestern oder Tierarzthelferinnen.\n  <\/p>\n<p>            Andere Perspektiven f\u00fcr Beschneiderinnen<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    In den Massaid\u00f6rfern ist das Beschneidungsritual ein richtiges Volksfest, die Beschneiderinnen genie\u00dfen hohes Ansehen. F\u00fcr sie hat diese T\u00e4tigkeit auch einen wirtschaftlichen Faktor. Deshalb versucht Nafgem auch, sie an andere T\u00e4tigkeiten heranzuf\u00fchren \u2013 etwa das Fertigen von bunten Perlenschn\u00fcren und Armb\u00e4ndern, von Seifen oder Kleidungsst\u00fccken, deren Verkaufserl\u00f6s ihre Existenz sichert.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Merken die jungen M\u00e4dchen des Dorfes, dass Vorbereitungen f\u00fcr ein Beschneidungsfest getroffen werden, dann machen sie sich bei Nacht davon. Werden sie dann von der Polizei aufgegriffen, bringt diese sie in ein Schutzhaus, und der Staat erteilt Nafgem den offiziellen Auftrag, sich um die M\u00e4dchen zu k\u00fcmmern.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Leider gebe es auch eine relativ gro\u00dfe Zahl von Kindern mit Behinderungen in den Massaigebieten, berichtete Franz Maise. Gerade weil durch die Beschneidung die Geburt oft sehr stark beeintr\u00e4chtigt sei, trete bei den Babys bei der Geburt nicht selten ein Sauerstoffmangel auf. Auch hier engagieren sich Menschen, etwa der weibliche Ableger der Rotarier im Markgr\u00e4flerland, der jedes Jahr Geld spendet, um f\u00fcr diese Kinder mit Behinderungen ein Haus zu bauen.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Deutschlandweit engagiert sich das Netzwerk Rafael, die deutsche Partnerorganisation von Nafgem, f\u00fcr die M\u00e4dchen in den Schutzh\u00e4usern, beispielsweise durch die Werbung f\u00fcr Patenschaften. Franz Maise warb abschlie\u00dfend f\u00fcr das Weiterbestehen der Verbindung der Hotzenw\u00e4lder zu Nafgem und zu Hale, auch in der neuen Pfarrei.\n  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Eine Reihe interessierter Zuh\u00f6rerinnen und Zuh\u00f6rer ist zum Vortrag von Franz Maise und Dagmar Keck \u00fcber die Reise&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":9775,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[19],"tags":[4949,1011,4953,4952,4948,4951,4954,178,179,384,4950],"class_list":{"0":"post-9774","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-tansania","8":"tag-franz-maise","9":"tag-genitalverstuemmelung","10":"tag-klaus-dahlin","11":"tag-moshi","12":"tag-nafgem","13":"tag-partnergemeinde","14":"tag-schutzhaus","15":"tag-tansania","16":"tag-tanzania","17":"tag-vortrag","18":"tag-wendelinus"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116465035041377930","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9774","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9774"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9774\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/9775"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9774"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9774"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9774"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}