{"id":983,"date":"2026-04-18T11:04:08","date_gmt":"2026-04-18T11:04:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/983\/"},"modified":"2026-04-18T11:04:08","modified_gmt":"2026-04-18T11:04:08","slug":"wortlaut-papst-bei-der-messe-am-flughafen-yaounde-ville-kamerun","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/983\/","title":{"rendered":"Wortlaut: Papst bei der Messe am Flughafen Yaound\u00e9-Ville (Kamerun)"},"content":{"rendered":"<p>Hier die amtliche \u00dcbersetzung der Predigt, die Papst Leo XIV. am 18. April 2026 bei einer Heiligen Messe am Flughafen Yaound\u00e9-Ville in Kamerun gehalten hat. Wortmeldungen der P\u00e4pste in den verschiedenen \u00dcbersetzungen und im Original finden Sie auf vatican.va.<\/p>\n<p>Liebe Br\u00fcder und Schwestern, der Friede sei mit euch! Der Friede Christi, dessen Gegenwart unseren Weg erhellt und die St\u00fcrme des Lebens bes\u00e4nftigt.<\/p>\n<p>Wir feiern diese heilige Messe am Schluss meines Besuchs in Kamerun, und ich bin euch sehr dankbar daf\u00fcr, wie ihr mich aufgenommen habt, sowie f\u00fcr die Augenblicke der Freude und des Glaubens, die wir gemeinsam erlebt haben.<\/p>\n<p>Wie wir im Evangelium geh\u00f6rt haben, bewahrt uns der Glaube nicht vor Unruhe und Bedr\u00e4ngnis, und in manchen Augenblicken mag es scheinen, dass die Angst die Oberhand gewinnt. Wir wissen jedoch, dass Jesus uns auch in solchen Momenten nicht im Stich l\u00e4sst, so wie es die J\u00fcnger auf dem See Gennesaret erfahren haben.<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" data-original=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/content\/dam\/vaticannews\/agenzie\/images\/srv\/2026\/04\/18\/2026-04-18-viaggio-apostolico-in-camerun---santa-messa-presso-la\/1776503770544.JPG\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.750.422.jpeg\" alt=\"Der Papst fuhr im Papamobil an\" title=\"Der Papst fuhr im Papamobil an\"\/><\/p>\n<p>\n   Der Papst fuhr im Papamobil an \u00a0 (@Vatican Media)\n  <\/p>\n<p>Gleich drei Evangelisten schildern die Episode, die wir gerade geh\u00f6rt haben, jeder auf seine Weise und mit einer anderen Botschaft, je nach den Lesern, an die er sich wendet. Der heilige Markus (vgl. 6,45\u201352) beschreibt, wie der Herr zu den J\u00fcngern kommt, w\u00e4hrend diese wegen des Gegenwinds nur m\u00fchsam vorankommen; doch der Wind legt sich, sobald Jesus zu ihnen ins Boot steigt. Der heilige Matth\u00e4us (vgl. 14,22-33) f\u00fcgt ein Detail hinzu: Petrus m\u00f6chte auf den Wellen zum Meister gehen. Sobald er jedoch aus dem Boot ausgestiegen ist, l\u00e4sst er sich von der Angst \u00fcberw\u00e4ltigen und beginnt unterzugehen. Christus ergreift ihn bei der Hand, rettet ihn und tadelt ihn wegen seines Kleinglaubens.<\/p>\n<p>F\u00fcrchtet euch nicht <\/p>\n<p>In der Fassung des Evangelisten Johannes, die heute verlesen worden ist (vgl. Joh 6,16\u201321), n\u00e4hert sich der Erl\u00f6ser den J\u00fcngern, indem er auf dem Wasser geht, und sagt: \u00bbIch bin es, f\u00fcrchtet euch nicht!\u00ab (V. 20), und der Evangelist betont, dass \u00bbes [\u2026] schon dunkel geworden [war]\u00ab (V. 17). In der j\u00fcdischen Tradition spielen die \u201eWasser\u201c aufgrund ihrer Tiefe und ihres Geheimnisses oft auf die Unterwelt, das Chaos, die Gefahr und den Tod an. Zusammen mit der Dunkelheit stehen sie f\u00fcr die M\u00e4chte des B\u00f6sen, die der Mensch aus eigener Kraft nicht bezwingen kann. Zugleich werden sie aber in Erinnerung an die wunderbaren Ereignisse beim Auszug aus \u00c4gypten auch als ein Ort des Durchgangs wahrgenommen, als eine Furt, durch die Gott sein Volk mit Macht aus der Knechtschaft befreit.<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" data-original=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/content\/dam\/vaticannews\/agenzie\/images\/ansa\/2026\/04\/18\/11\/1776503477932.jpg\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.750.422.jpeg\" alt=\"Eine gehbehinderte Frau wird zur Messe gefahren\" title=\"Eine gehbehinderte Frau wird zur Messe gefahren\"\/><\/p>\n<p>\n   Eine gehbehinderte Frau wird zur Messe gefahren \u00a0 (ANSA)\n  <\/p>\n<p>Die Kirche hat auf ihrem Weg durch die Jahrhunderte oft St\u00fcrme und \u201eGegenwinde\u201c erlebt, und auch wir k\u00f6nnen uns vielleicht manchmal in die Gef\u00fchle der Angst und des Zweifels hineinversetzen, die die J\u00fcnger w\u00e4hrend der \u00dcberfahrt \u00fcber den See Gennesaret empfanden. Das ist es, was wir in den Momenten empfinden, in denen wir unterzugehen scheinen, \u00fcberw\u00e4ltigt von widrigen Kr\u00e4ften, wenn alles dunkel zu sein scheint und wir uns allein und schwach f\u00fchlen. Doch es ist nicht so. Jesus ist bei uns, immer, st\u00e4rker als jede Macht des B\u00f6sen; in jedem Sturm kommt er zu uns und sagt uns erneut: \u201eIch bin hier bei dir: F\u00fcrchte dich nicht.\u201c Deshalb stehen wir nach jedem Sturz wieder auf und lassen uns von keinem Sturm aufhalten, sondern gehen stets mutig und vertrauensvoll weiter. Und dank ihm ehren, wie Papst Franziskus sagte, so \u00bbviele M\u00e4nner und Frauen [\u2026] unser Volk, [\u2026] unsere Kirche [\u2026]: stark im Voranbringen ihres Lebens, ihrer Familie, ihrer Arbeit, ihres Glaubens\u00ab (Katechese, 14. Mai 2014, 2).<\/p>\n<p>Die N\u00e4he Jesu <\/p>\n<p>Jesus ist uns nahe: Er stillt nicht sofort die St\u00fcrme, aber er kommt inmitten der Gefahren zu uns und l\u00e4dt auch uns ein, in Freuden und Leiden wie die J\u00fcnger solidarisch im selben Boot zu bleiben; nicht aus der Ferne auf die Leidenden zu sehen, sondern ihnen nahe zu sein und zusammenzustehen. Niemand darf allein gelassen werden bei der Bew\u00e4ltigung der Widrigkeiten des Lebens und jede Gemeinschaft hat zu diesem Zweck die Aufgabe, Strukturen der Solidarit\u00e4t und gegenseitigen Hilfe zu schaffen und zu unterhalten, in denen alle angesichts von Krisen \u2013 seien sie sozialer, politischer, gesundheitlicher oder wirtschaftlicher Natur \u2013 Hilfe geben und empfangen k\u00f6nnen, entsprechend ihren F\u00e4higkeiten und ihren Bed\u00fcrfnissen. Die Worte Jesu \u201eIch bin es\u201c erinnern uns daran, dass in einer Gesellschaft, die auf der Achtung der W\u00fcrde des Menschen gr\u00fcndet, der Beitrag aller wichtig ist und einen besonderen Wert hat, unabh\u00e4ngig vom Status oder der Stellung eines jeden in den Augen der Welt.<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" data-original=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/content\/dam\/vaticannews\/agenzie\/images\/srv\/2026\/04\/18\/2026-04-18-viaggio-apostolico-in-camerun---santa-messa-presso-la\/1776501364729.JPG\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.750.422.jpeg\" alt=\"Kleiner Junge gr\u00fc\u00dft in die Kamera\" title=\"Kleiner Junge gr\u00fc\u00dft in die Kamera\"\/><\/p>\n<p>\n   Kleiner Junge gr\u00fc\u00dft in die Kamera \u00a0 (@Vatican Media)\n  <\/p>\n<p>Die Aufforderung \u00bbF\u00fcrchtet euch nicht\u00ab erh\u00e4lt also eine umfassende Bedeutung, auch auf sozialer und politischer Ebene, als Ermutigung, Probleme und Herausforderungen \u2013 insbesondere jene, die mit Armut und Gerechtigkeit zusammenh\u00e4ngen \u2013 gemeinsam, mit B\u00fcrgersinn und zivilem Verantwortungsbewusstsein anzugehen. Der Glaube trennt das Geistliche nicht vom Sozialen, sondern gibt dem Christen vielmehr die Kraft, mit der Welt in Beziehung zu stehen, um auf die Bed\u00fcrfnisse der anderen, insbesondere der Schw\u00e4chsten, einzugehen. F\u00fcr das Heil einer Gemeinschaft reichen die individuellen und isolierten Bem\u00fchungen einzelner Menschen nicht aus: Es bedarf einer gemeinsamen Entscheidung, die die geistliche und ethische Dimension des Evangeliums in das Herz der Institutionen und Strukturen integriert und sie zu Werkzeugen f\u00fcr das Gemeinwohl macht statt zu Schaupl\u00e4tzen von Konflikten, Eigeninteressen oder fruchtlosen K\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>Wie die Kirche ihre erste Wachstumskrise bew\u00e4ltigte <\/p>\n<p>Davon berichtet uns die erste Lesung (vgl. Apg 6,1-7), in der wir sehen, wie die Kirche ihre erste Wachstumskrise bew\u00e4ltigt. Die rasche Zunahme der Anzahl der J\u00fcnger (V. 1) bringt f\u00fcr die Gemeinschaft neue Herausforderungen im Hinblick auf ihr karitatives Engagement mit sich, dem die Apostel allein nicht mehr gerecht werden k\u00f6nnen. Manche werden bei der Essensausgabe vernachl\u00e4ssigt, weshalb das Murren zunimmt und ein Gef\u00fchl der Ungerechtigkeit die Einheit bedroht. Der t\u00e4gliche Dienst an den Armen war eine wesentliche Praxis in der Urkirche und zielte darauf ab, die Schw\u00e4chsten zu unterst\u00fctzen, insbesondere Waisen und Witwen. Sie musste jedoch mit den ebenso dringenden Erfordernissen der Verk\u00fcndigung und der Lehre in Einklang gebracht werden, und die L\u00f6sung war nicht einfach. Die Apostel versammelten sich also, tauschten ihre Sorgen aus, beratschlagten im Lichte der Lehren Jesu und beteten gemeinsam, wodurch es ihnen gelang, Hindernisse und Missverst\u00e4ndnisse zu \u00fcberwinden, die auf den ersten Blick un\u00fcberwindbar schienen. Auf diese Weise schufen sie etwas Neues, indem sie \u00bbM\u00e4nner von gutem Ruf und voll Geist und Weisheit\u00ab (V. 3) ausw\u00e4hlten und sie durch Handauflegung zu einem praktischen Dienst bestimmten, der zugleich eine geistliche Mission war. Indem sie auf die Stimme des Heiligen Geistes h\u00f6rten und auf den Schrei der Leidenden achteten, haben sie nicht nur einen Bruch innerhalb der Gemeinschaft verhindert, sondern diese auch durch g\u00f6ttliche Inspiration mit neuen und f\u00fcr ihr Wachstum geeigneten Mitteln versehen. So verwandelten sie einen Moment der Krise in eine Gelegenheit der Bereicherung und Entwicklung f\u00fcr alle.<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" data-original=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/content\/dam\/vaticannews\/agenzie\/images\/srv\/2026\/04\/18\/2026-04-18-viaggio-apostolico-in-camerun---santa-messa-presso-la\/1776499870839.JPG\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.750.422.jpeg\" alt=\"Viele junge Leute nahmen teil\" title=\"Viele junge Leute nahmen teil\"\/><\/p>\n<p>\n   Viele junge Leute nahmen teil \u00a0 (@Vatican Media)\n  <\/p>\n<p>Manchmal erfordert das Leben einer Familie und einer Gesellschaft auch dies: den Mut, Gewohnheiten und Strukturen zu ver\u00e4ndern, damit die W\u00fcrde des Menschen stets im Mittelpunkt bleibt und Ungleichheiten und Ausgrenzungen \u00fcberwunden werden. Im \u00dcbrigen hat sich Gott, indem er Mensch wurde, mit den Geringsten identifiziert, und dies macht die vorrangige Sorge f\u00fcr die Armen zu einer grundlegenden Option unserer christlichen Identit\u00e4t, wie Papst Franziskus mehrfach betont hat (vgl. Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium, 198).<\/p>\n<p>Br\u00fcder und Schwestern, heute nehmen wir voneinander Abschied. Ein jeder kehrt zu seinen gewohnten Aufgaben zur\u00fcck, und das Schiff der Kirche setzt seine Reise zum Ziel dank der Gnade Gottes und durch das Engagement eines jeden fort. Bewahren wir eine lebendige Erinnerung an die sch\u00f6nen Momente, die wir gemeinsam erlebt haben, in unseren Herzen; und schaffen wir auch inmitten von Schwierigkeiten weiterhin Raum f\u00fcr Jesus, indem wir uns Tag f\u00fcr Tag von seiner Gegenwart erleuchten und erneuern lassen. Die Kirche in Kamerun ist lebendig, jung, reich an Gaben und Begeisterung, lebendig in ihrer Vielfalt und wundervoll in ihrer Eintracht. Lasst sie mit der Hilfe Mariens, unserer Mutter, immer weiter gedeihen, und macht auch aus den Gegenwinden, die im Leben nie fehlen, Gelegenheiten, um im freudigen Dienst an Gott und den Geschwistern voranzukommen, im Miteinanderteilen, im Zuh\u00f6ren, im Gebet und im Wunsch, gemeinsam zu wachsen.<\/p>\n<p>(vatican news)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Hier die amtliche \u00dcbersetzung der Predigt, die Papst Leo XIV. am 18. 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