{"id":9896,"date":"2026-04-25T15:18:56","date_gmt":"2026-04-25T15:18:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/9896\/"},"modified":"2026-04-25T15:18:56","modified_gmt":"2026-04-25T15:18:56","slug":"sudan-konferenz-macht-druck-fuer-ende-der-humanitaeren-krise-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/9896\/","title":{"rendered":"Sudan-Konferenz macht Druck f\u00fcr Ende der humanit\u00e4ren Krise"},"content":{"rendered":"<p>&#13;<br \/>\n            Berlin. Spitzenvertreter der UN, Europas, Afrikas und der USA erh\u00f6hen drei Jahre nach Beginn des blutigen B\u00fcrgerkriegs im Sudan den Druck f\u00fcr ein Ende des Konflikts. \u201eDieser Albtraum muss enden\u201c, forderte UN-Generalsekret\u00e4r Antonio Guterres in einer Videobotschaft an die Teilnehmer der dritten internationalen Sudan-Konferenz, die das Ausw\u00e4rtige Amt in Berlin organisiert hatte. Zahlreiche Teilnehmer verlangten von den Konfliktparteien eine sofortige humanit\u00e4re Waffenruhe auf dem Weg zu einer Friedensl\u00f6sung. <\/p>\n<p>Zum Abschluss der Konferenz meldete Bundesau\u00dfenminister Johann Wadephul (CDU) einen Erfolg: Es seien Zusagen in H\u00f6he von knapp 1,5 Milliarden Euro f\u00fcr zus\u00e4tzliche humanit\u00e4re Hilfe in diesem Jahr zusammengekommen. Die Konferenz wurde nach Treffen in Paris und London von der Bundesregierung zusammen mit Gro\u00dfbritannien, Frankreich, den USA sowie der EU und Afrikanischen Union ausgerichtet. In Paris hatte es Hilfszusagen von etwa zwei Milliarden Euro und in London von etwa einer Milliarde Euro gegeben.\u00a0 <\/p>\n<p>          &#13;<br \/>\n            UN-Nothilfekoordinator: Bew\u00e4hrungsprobe f\u00fcr internationale Gemeinschaft\u00a0 <\/p>\n<p>UN-Nothilfekoordinator Tom Fletcher forderte \u201eeine klare Vision f\u00fcr die Zukunft des Sudans\u201c. Er sprach von einer Bew\u00e4hrungsprobe f\u00fcr die internationale Gemeinschaft. Das sudanesische Volk d\u00fcrfe nicht weiter im Stich gelassen werden. \u201eFriedensarbeit ist komplex und erfordert Geduld, aber sie ist keine Raketenwissenschaft.\u201c\u00a0 <\/p>\n<p><img decoding=\"async\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/UN-Nothilfekoordinator-Tom-Fletcher-sprach-von-Frustration-1285782.jpg\" title=\"Sudan-Konferenz macht Druck f\u00fcr Ende der humanit\u00e4ren Krise\" alt=\"UN-Nothilfekoordinator Tom Fletcher sprach von Frustration und Wut angesichts des andauernden Kriegs.\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p>UN-Nothilfekoordinator Tom Fletcher sprach von Frustration und Wut angesichts des andauernden Kriegs. &#13;<br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t\tFoto: Michael Kappeler\/dpa<\/p>\n<p>Mit Blick auf die Menschenrechtsverst\u00f6\u00dfe der Konfliktparteien bezeichnete Fletcher den Sudan als ein \u201eLaboratorium der Gr\u00e4ueltaten\u201c. 34 Millionen Menschen seien auf Hilfe angewiesen, 19 Millionen Menschen litten Hunger, 10 Millionen Kinder h\u00e4tten keinen Zugang zur Schule. Ein UN-Hilfsplan sehe vor, 14 Millionen Menschen zu erreichen, doch dazu seien 2,2 Milliarden Dollar n\u00f6tig.\u00a0 <\/p>\n<p>Deutschland gibt weitere mehr als 230 Millionen Euro\u00a0 <\/p>\n<p>Deutschland stockt seine Sudan-Hilfe laut Wadephul um insgesamt mehr als 230 Millionen Euro auf &#8211; darunter sind auch Mittel in H\u00f6he von 20 Millionen Euro aus dem Entwicklungsministerium von Ministerin Reem Alabali Radovan (SPD). Die Bundesrepublik gehe damit als einer der gr\u00f6\u00dften Unterst\u00fctzer der humanit\u00e4ren Hilfe f\u00fcr die Menschen im Sudan voraus.\u00a0 <\/p>\n<p><img decoding=\"async\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Bundesaussenminister-Johann-Wadephul-CDU-spricht-auf-der-1285780.jpg\" title=\"Sudan-Konferenz macht Druck f\u00fcr Ende der humanit\u00e4ren Krise\" alt=\"Bundesau\u00dfenminister Johann Wadephul (CDU) spricht auf der dritten Internationalen Sudan-Konferenz.\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p>Bundesau\u00dfenminister Johann Wadephul (CDU) spricht auf der dritten Internationalen Sudan-Konferenz. &#13;<br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t\tFoto: Michael Kappeler\/dpa<\/p>\n<p>Wadephul rief andere L\u00e4nder, Organisationen und Akteure des Privatsektors auf, sich an der Hilfe zu beteiligen. \u201eLasst uns unsere Kr\u00e4fte b\u00fcndeln, damit humanit\u00e4re Hilfe und humanit\u00e4re Diplomatie Leben retten k\u00f6nnen\u201c, sagte er. <\/p>\n<p>Die au\u00dfergew\u00f6hnliche Krise im Sudan erfordere \u201emehr als nur unsere Aufmerksamkeit, sie erfordert Handeln. Denn die Situation im Sudan wird in Zukunft weitaus schwieriger sein\u201c, sagte Wadephul. Russlands andauernder Krieg gegen die Ukraine und der Krieg im Nahen Osten versch\u00e4rften die Krise f\u00fcr die Menschen im Sudan und in der Region, \u201edie bereits unter unertr\u00e4glichen Bedingungen leben\u201c, sagte Wadephul.\u00a0 <\/p>\n<p>Versagen der internationalen Gemeinschaft angeprangert <\/p>\n<p>Der stellvertretende Leiter des Weltern\u00e4hrungsprogramms WFP, Carl Skau, der direkt aus der sudanesischen Krisenregion Darfur nach Berlin gekommen war, sprach von einem Versagen der internationalen Gemeinschaft. \u201eSie hat dabei versagt, den Ausbruch dieses schrecklichen Kriegs zu verhindern, und sie hat beim Schutz der Zivilbev\u00f6lkerung, der Frauen und Kinder, versagt.\u201c\u00a0 <\/p>\n<p>Humanit\u00e4re Organisationen seien in der Lage, Leid zu lindern &#8211; doch die Helfer m\u00fcssten in der Lage sein, sicher und ungehindert zu arbeiten. Zudem werde mehr Geld zur Finanzierung der Hilfe ben\u00f6tigt. \u201eDerzeit kann sich das WFP nicht einmal volle Rationen in Gebieten leisten, in denen Hunger herrscht.\u201c <\/p>\n<p>Krieg der Gener\u00e4le &#8211; \u201eSie zerst\u00f6ren ihr Land\u201c\u00a0 <\/p>\n<p>Der B\u00fcrgerkrieg im drittgr\u00f6\u00dften Land Afrikas begann vor genau drei Jahren &#8211; am 15. April 2023. Seitdem k\u00e4mpfen die Regierungsarmee SAF von De-facto-Machthaber Abdel-Fattah al-Burhan und die Miliz RSF unter Mohamed Hamdan Daglo um die Vorherrschaft im Land. Einst hatten sich die beiden gemeinsam an die Macht geputscht \u2013 Daglo war al-Burhans Stellvertreter. <\/p>\n<p>Der Vorsitzende der Kommission der Regionalorganisation Afrikanische Union (AU), Mahmoud Ali Youssouf, sagte: \u201eDie sudanesischen Akteure zerst\u00f6ren ihr Land. Sie verlieren ganze Generationen von Sudanesen.\u201c\u00a0 <\/p>\n<p><img decoding=\"async\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Der-Vorsitzende-der-AU-Kommission-warf-den-Konfliktpartnern-1285781.jpg\" title=\"Sudan-Konferenz macht Druck f\u00fcr Ende der humanit\u00e4ren Krise\" alt=\"Der Vorsitzende der AU-Kommission warf den Konfliktpartnern die Zerst\u00f6rung ihres Landes vor.\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p>Der Vorsitzende der AU-Kommission warf den Konfliktpartnern die Zerst\u00f6rung ihres Landes vor. &#13;<br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t\tFoto: Michael Kappeler\/dpa<\/p>\n<p> Forderung nach humanit\u00e4rer Waffenruhe\u00a0 <\/p>\n<p>Der Berater der US-Regierung f\u00fcr die afrikanischen und arabischen L\u00e4nder, Massad Boulos, forderte wie der UN-Sondergesandte f\u00fcr den Sudan, Pekka Haavisto, eine sofortige humanit\u00e4re Waffenruhe. Diese solle ohne Vorbedingungen sofort akzeptiert werden, damit man an einem politischen \u00dcbergang arbeiten k\u00f6nne, sagte Boulos.\u00a0 <\/p>\n<p>Die Rolle der sudanesischen Zivilgesellschaft <\/p>\n<p>Mehrere Konferenzteilnehmer sprachen sich f\u00fcr die Einbindung der sudanesischen Zivilgesellschaft in die Gespr\u00e4che \u00fcber die Zukunft des Landes aus &#8211; und einen demokratischen Neubeginn. Teil der Konferenz in Berlin war eine Plattform f\u00fcr Beratungen von Vertretern der Zivilgesellschaft, die einen Plan hin zu einer zivilen statt einer Milit\u00e4rregierung erarbeiten sollen.\u00a0 <\/p>\n<p>Eine Vertreterin der \u201eEmergency Response Rooms\u201c, eines Netzwerks von Freiwilligen, die im Sudan Hilfe etwa \u00fcber Nachbarschaftsk\u00fcchen organisiert, wies auf die Rolle des Sudanesinnen in der Zivilgesellschaft hin. \u201eWir Frauen leiden mehr\u201c, sagte sie mit Blick auf die massive sexuelle Gewalt vor allem durch die Miliz RSF. \u201eWir sind auch diejenigen, die am meisten reagieren. Die Frauen sind unabdingbar, um die Gesellschaft wieder aufzubauen.\u201c <\/p>\n<p><img decoding=\"async\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/19-Millionen-Menschen-im-Sudan-leiden-Hunger-doch-selbst-in-1285783.jpg\" title=\"Sudan-Konferenz macht Druck f\u00fcr Ende der humanit\u00e4ren Krise\" alt=\"19 Millionen Menschen im Sudan leiden Hunger - doch selbst in Hungergebieten mussten wegen fehlender Gelder Rationen gek\u00fcrzt werden.\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p>19 Millionen Menschen im Sudan leiden Hunger &#8211; doch selbst in Hungergebieten mussten wegen fehlender Gelder Rationen gek\u00fcrzt werden. &#13;<br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t\tFoto: Eva Krafczyk\/dpa<\/p>\n<p><img decoding=\"async\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Mehr-als-116-Millionen-Sudanesen-sind-auf-der-Flucht-1285784.jpg\" title=\"Sudan-Konferenz macht Druck f\u00fcr Ende der humanit\u00e4ren Krise\" alt=\"Mehr als 11,6 Millionen Sudanesen sind auf der Flucht\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p>Mehr als 11,6 Millionen Sudanesen sind auf der Flucht &#13;<br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t\tFoto: Eva Krafczyk\/dpa<\/p>\n<p><img decoding=\"async\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Vor-allem-in-der-sudanesischen-Region-Darfur-kommt-es-immer-1285785.jpg\" title=\"Sudan-Konferenz macht Druck f\u00fcr Ende der humanit\u00e4ren Krise\" alt=\"Vor allem in der sudanesischen Region Darfur kommt es immer wieder zu Gewalttaten gegen die Zivilbev\u00f6lkerung. \" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p>Vor allem in der sudanesischen Region Darfur kommt es immer wieder zu Gewalttaten gegen die Zivilbev\u00f6lkerung.  &#13;<br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t\tFoto: Eva Krafczyk\/dpa<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"&#13; Berlin. 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