{"id":9998,"date":"2026-04-25T19:24:27","date_gmt":"2026-04-25T19:24:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/9998\/"},"modified":"2026-04-25T19:24:27","modified_gmt":"2026-04-25T19:24:27","slug":"libyen-gaddafi-sohn-seif-al-islam-gestorben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/9998\/","title":{"rendered":"Libyen: Gaddafi-Sohn Seif al-Islam gestorben"},"content":{"rendered":"<p>Einer der S\u00f6hne des verstorbenen libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi, Seif al-Islam, ist tot. Sein Berater Abdullah Othman Abdurrahim erkl\u00e4rte am Dienstag im Onlinedienst Facebook, dass der 53-J\u00e4hrige gestorben sei: &#8222;Vier M\u00e4nner st\u00fcrmten das Anwesen von Seif al-Islam Gaddafi, nachdem sie die \u00dcberwachungskameras ausgeschaltet hatten&#8220;, sagte Abdurrahim. &#8222;Danach richteten sie ihn hin.&#8220;<\/p>\n<p>Al-Islams Cousin Hamid Gaddafi sagte dem Rundfunksender al-Ahrar am Telefon, dass Seif al-Islam &#8222;als M\u00e4rtyrer gefallen&#8220; sei.\u00a0<\/p>\n<p>Seif al-Islam hatte ab den 1990er-Jahren teilweise in \u00d6sterreich gelebt und in Wien studiert. Er unterhielt unter anderem enge Beziehungen zum damaligen K\u00e4rntner Landeshauptmann J\u00f6rg Haider und FP\u00d6-Funktion\u00e4ren.<\/p>\n<p>Mehreren Medien zufolge starb Seif al-Islam in der Stadt Sintan im Nordwesten Libyens. Sein Aufenthaltsort war zuletzt unbekannt gewesen. In Libyen herrschen seit dem Sturz von Machthaber Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 Chaos und Gewalt.<\/p>\n<p>Seif al-Islam galt lange als m\u00f6glicher Nachfolger seines Vaters<\/p>\n<p>Er war lange Zeit als m\u00f6glicher Nachfolger seines Vaters gehandelt worden und hatte sich vor dem Arabischen Fr\u00fchling 2011 ein moderates und reformorientiertes Image gegeben. Dieser Ruf l\u00f6ste sich auf, als er angesichts der Protestbewegungen in den nordafrikanischen L\u00e4ndern &#8222;Blutb\u00e4der&#8220; ank\u00fcndigte.<\/p>\n<p>Im November 2011 wurde er auf Grundlage eines Haftbefehls des Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) im S\u00fcden Libyens festgenommen. 2015 wurde er von einem Gericht in Tripolis in Abwesenheit wegen Verbrechen w\u00e4hrend der Revolte, die zum Sturz seines Vaters f\u00fchrte, zum Tode verurteilt. Sp\u00e4ter wurde er von einer rivalisierenden Regierung im Osten Libyens begnadigt. 2021 hatte er angek\u00fcndigt, f\u00fcr das Pr\u00e4sidentenamt kandidieren zu wollen, die Wahl fand jedoch nie statt.<\/p>\n<p>    Auswirkungen auf die Pr\u00e4sidentschaftswahl bef\u00fcrchtet<\/p>\n<p>Aus Sicht des Experten Emad Badi k\u00f6nnte der Tod von Seif al-Islam Gaddafi &#8222;ihn in den Augen eines Gro\u00dfteils der Bev\u00f6lkerung zum M\u00e4rtyrer machen&#8220;. Zugleich k\u00f6nnte sein Tod sich auf die Pr\u00e4sidentschaftswahl auswirken, da nun &#8222;ein gro\u00dfes Hindernis&#8220; daf\u00fcr aus dem Weg ger\u00e4umt sei, erkl\u00e4rte Badi im Onlinedienst X. Denn die Kandidatur des zweit\u00e4ltesten Gaddafi-Sohnes und seine Erfolgsaussichten seien &#8222;ein zentraler Streitpunkt&#8220; gewesen.<\/p>\n<p>Der ehemalige Sprecher der Gaddafi-Regierung, Mussa Ibrahim, verurteilte die Tat als &#8222;verr\u00e4terisch&#8220;. Er habe erst zwei Tage zuvor mit Seif al-Islam gesprochen. &#8222;Er wollte ein vereintes und souver\u00e4nes Libyen, das f\u00fcr alle seine Einwohner sicher ist&#8220;, schrieb er bei X. Mit dem Tod des Gaddafi-Sohnes seien nun &#8222;die Hoffnung und die Zukunft ermordet und Hass und Ressentiments ges\u00e4t&#8220; worden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Einer der S\u00f6hne des verstorbenen libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi, Seif al-Islam, ist tot. 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