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Während eines Forschungsaufenthalts an der Universität Kopenhagen, Dänemark, erlernte das Team der Abteilung „Epidemiologie und Ökologie antimikrobieller Resistenz“ die TraDIS-Methode und legte damit den Grundstein für die aktuelle Studie.
Die Studie der HIOH-Forschenden zeigt erstmals, dass Resistenz gegen Cefiderocol direkt mit erhöhtem Krankheitspotential (Pathogenität) verknüpft sein kann. Die verstärkte Schutzschicht der Bakterien, die Kapsel, erschwert nicht nur das Eindringen des Antibiotikums, sondern schützt die Erreger gleichzeitig auch vor Angriffen des Immunsystems. Die Ergebnisse machen deutlich, dass Antibiotikaresistenzen nicht isoliert betrachtet werden sollten, sondern eng mit der biologischen Fitness und der Pathogenität von Bakterien verknüpft sind.
„Antimikrobielle Resistenzen lassen sich nur mit einem ganzheitlichen Blick kontrollieren“, betont Prof. Schaufler. „Unsere Studie zeigt, wie eng Resistenz, Virulenz und ökologische Fitness miteinander verwoben sind, und warum neue Therapiestrategien diese Zusammenhänge berücksichtigen müssen.“
Die Studie ist ein wichtiges Ergebnis der Functional Omics-Forschung am HIOH, die untersucht, welche Funktionen Gene haben und wie sie bakterielle Eigenschaften – etwa Resistenz und Pathogenität – beeinflussen. Die methodische Grundlage dafür brachten Wissenschaftler der Abteilung „Epidemiologie und Ökologie antimikrobieller Resistenz“ von einem achtwöchigen Forschungsaufenthalt an der Universität Kopenhagen mit. In der dänischen Partner-Arbeitsgruppe One Health Antimicrobial Resistance um Prof. Luca Guardabassi erlernten sie die TraDIS-Methode, entwickelten sie weiter und passten sie anschließend gezielt an die Fragestellungen ihrer Arbeit am HIOH an.