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Wismar – Der bei Wismar gestrandete Wal bewegt viele Menschen. Jetzt schaltet sich auch das deutsche Staatsoberhaupt ein. Am Donnerstag will sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (70) bei einem Besuch im Ozeaneum in Stralsund mit Experten auch über das Schicksal von Timmy austauschen.
Steinmeier verlegt seinen Amtssitz regelmäßig in unterschiedliche Landesteile, um mit den Menschen vor Ort ins Gespräch zu kommen. Jetzt ist Stralsund an der Reihe. Der Bundespräsident führt seine Amtsgeschäfte diese Woche drei Tage lang von dort aus.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (70)
Foto: Christoph Schmidt/dpa
Steinmeier plant Gespräch mit Wal-Experten
Auch ein Besuch im Ozeaneum ist Teil des Programms von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Wie das Bundespräsidialamt mitteilte, war der Termin bereits seit Längerem geplant. Im Anschluss an den Rundgang durch das Ozeaneum verleiht Steinmeier engagierten Bürgern aus Mecklenburg-Vorpommern den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland. Da der Buckelwal Timmy seit 14 Tagen in der Bucht vor Poel liegt, soll auch sein Schicksal Gesprächsthema sein. Vor Ort will sich Steinmeier über den aktuellen Stand informieren.
Das Ozeaneum ist Teil der Stiftung Deutsches Meeresmuseum. Deren Experten schätzen die Lage des gestrandeten Wals ein. Sie haben auch das Gutachten zu Timmys Gesundheitszustand erstellt.
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Laut Einschätzung der Fachleute gibt es für Timmy keine Hoffnung auf Rettung und auch keine geeignete Möglichkeit zur Erlösung. „Der Wal ist schwer geschädigt und sehr geschwächt. Es wird daher empfohlen, von einer Lebendbergung abzusehen“, so die Bewertung.
Umweltminister Till Backhaus beschreibt die Lage wiederholt mit dem Bild eines Hospizes: „Der Wal wird palliativ begleitet, befeuchtet, überwacht und geschützt, aber nicht mehr aktiv behandelt oder gerettet“, sagte Backhaus zu BILD. Es gehe nicht um Rettung um jeden Preis, sondern um Begleitung eines sterbenden Tieres. Weitere Rettungsversuche sind nicht geplant, weil der Wal in so schlechtem Zustand ist. Man wolle das Tier jetzt „in Frieden gehen lassen“, so Backhaus.