Hobbyastronomen freuen sich in den nächsten Tagen auf eine Planetenparade. Bereits jetzt zeigen sich fünf Planeten am frühabendlichen Himmel. Am 1. März 2026 wird sich auch die Venus zu Jupiter, Uranus, Saturn, Neptun und Merkur gesellen. Wobei es hierbei zu einigen Beobachtungseinschränkungen kommt.
Der Sonnenuntergang verschiebt sich tagtäglich weiter nach hinten, wodurch die Nächte kürzer werden. Am westlichen Horizont wird damit das Beobachtungszeitfenster für einige dieser Planeten immer schmaler.
Vier Planeten am westlichen Horizont
Saturn, Neptun und Merkur kann man bereits im Februar gut erkennen. Jedoch stehen sie von Tag zu Tag etwas tiefer am frühabendlichen Himmel. Dagegen steigt die Venus in ihrer Position am Nachthimmel täglich weiter auf. Die vier Planeten zeigen sich am 1. März etwa eine Stunde nach Sonnenuntergang, dann als gemeinsamer Planetenhaufen am westlichen Horizont.
Zwar geht die Sonne an diesem Abend je nach mitteldeutschem Standort zwischen ungefähr 17:40 und 18:00 Uhr (MEZ) unter, jedoch wird ihr Licht den Himmel im März für weitere 30 bis 40 Minuten erhellen. Hinzu kommt noch das helle Mondlicht, denn der Trabant bewegt sich auf seine Vollmondphase am 3. März zu.
Uranus und Neptun: Ein Spiel mit dem Glück
Nach 19 Uhr wird der Planetenhaufen in westlicher Himmelsrichtung am Horizont verschwinden. Um die Ringe des Saturns ebenfalls zu erkennen, braucht man mindestens ein sehr gutes Fernglas. Für eine detaillierte Ansicht der Ringe ist ein Teleskop mit einer Öffnung von 100 bis 150 mm zu empfehlen. Aber auch mit den bloßen Augen kann man den Ringplaneten bereits als Punkt wahrnehmen. Das gilt eingeschränkt für Merkur (da er so tief am Horizont steht) und deutlich besser für die Venus.
Für Neptun braucht man dagegen ein Fernglas oder Teleskop. Theoretisch kann man diesen Planeten auch bei Vollmond beobachten, jedoch sollte es grundsätzlich eine ansonsten dunkle Nacht sein. Kurz nach Sonnenuntergang ist es vermutlich noch zu früh dafür. Außerdem sollte man einen Ort mit wenig künstlicher Luftverschmutzung aufsuchen. Die Beobachtungschancen sind damit gering.
Bei Uranus ist es nicht anders als bei Neptun. Jedoch steht Uranus in den kommenden Tagen weit höher am Abendhimmel. Gegen 19 Uhr befindet er sich im Südwesten, auf einer Höhe mit Jupiter, der sich zu dieser Zeit im Südosten befindet.
Jupiter als astronomischer Beobachtungstipp
Jupiter kann man mit dem bloßen Auge leicht aufspüren. Anders als bei Sternen, flackert sein oranges Licht nicht, es leuchtet konstant. Der Gasriese ist in den nächsten Monaten ohnehin der beste Kandidat für astronomische Beobachtungen.
Beim Blick durch ein Fernglas zeigen sich zudem vier kleine Punkte um den Planeten. Das sind seine galileischen Monde Io, Europa, Ganymed und Kallisto. Die charakteristischen Wolkenbänder der Jupiteratmosphäre lassen sich mit einem kleinen Teleskop mit einer Öffnung von mindestens 60 mm gut erkennen.
Der Mond hilft zudem beim Auffinden von Jupiter und Uranus. Während der zunehmende Mond am 23. Februar direkt neben Uranus steht, befindet er sich am 26. Februar rechts und am 27. Februar links von Jupiter. Wenn Sie mit den anderen Planeten in den nächsten Nächten kein Glück haben, können Sie sich einfach auf Jupiter fokussieren.
Der Mond ist auch das Ziel der Nasa-Mission Artemis II. Noch in diesem Jahr sollen eine Astronautin und drei Astronauten dorthin aufbrechen. Dabei werden vermutlich einige großartige Aufnahmen entstehen.