Nach zweijährigen Korruptionsermittlungen ist gegen die Ehefrau des spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez,
Begoña Gómez, Anklage
erhoben worden. Der 55-Jährigen werden Unterschlagung, Einflussnahme,
Korruption und Veruntreuung vorgeworfen. Das geht aus einem veröffentlichten Gerichtsdokument hervor.

Der Richter Juan Carlos Peinado hatte im April 2024 Ermittlungen gegen Gómez eingeleitet, um zu prüfen, ob die Ehefrau des Ministerpräsidenten ihre Position unrechtmäßig für private Zwecke genutzt hat. Im Fokus stand vor allem die Einrichtung eines Lehrstuhls an der Universität Complutense in Madrid, den Gómez mitleitete.

Sanchéz spricht von politisch motivierter Kampagne

Ihr wird vorgeworfen, öffentliche Mittel und Kontakte zur Förderung eigener Interessen eingesetzt zu haben. „Der Lehrstuhl diente der beschuldigten Person als
Mittel zur privaten beruflichen Weiterentwicklung“, sagte Peinado.

Gómez und Ministerpräsident Pedro Sánchez weisen die Vorwürfe zurück. Ausgelöst worden waren die Ermittlungen durch eine Anzeige der Organisation Manos Limpias (zu Deutsch: Saubere Hände), die rechtsextremen Kreisen nahestehen soll. Sánchez spricht von einer politisch motivierten Kampagne der rechten Opposition gegen seine sozialistische Regierung. Zugleich steht er wegen weiterer Korruptionsaffären in seinem engsten Umfeld unter Druck, die Opposition fordert seinen Rücktritt. 

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