US-Präsident Donald Trump zeigt sich im Streit mit Papst Leo XIV. unnachgiebig. Er werde den Papst nicht um Entschuldigung bitten, sagte Trump am Montag im Weißen Haus: „Er liegt falsch“. Trump bezeichnete Leo XIV. als „sehr schwach“ in Bezug auf das Vorgehen gegen „Kriminalität und andere Dinge“. „Papst Leo hat Dinge gesagt, die falsch sind. Er war sehr gegen mein Vorgehen in Bezug auf den Iran, und man kann keinen Iran mit Atomwaffen zulassen“, sagte Trump.
Leo XIV. hatte am Samstag vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs zu Frieden in der Welt aufgerufen. Der Pontifex verurteilte die „sinnlose und unmenschliche Gewalt“ im Nahen Osten und erklärte, Christen könnten nicht an der Seite jener stehen, die „heute Bomben abwerfen“. Vor Gläubigen im Petersdom sagte der Papst: „Genug des Krieges!“ Er sprach auch von „Allmachtsfantasien, die um uns herum immer unberechenbarer und aggressiver werden“.
Trump reagierte wütend auf den Aufruf des Papstes und warf ihm am Sonntag vor, sich mit einem Land gemein zu machen, „das eine Atomwaffe will“. Leo XIV. sei „eine sehr liberale Person, und er ist ein Mann, der nicht daran glaubt, Verbrechen zu stoppen“, fügte Trump hinzu. Der Papst sei „schrecklich“ in Bezug auf Außenpolitik.
Der Papst reagierte auf Trumps Kritik
Papst Leo XIV. wies Trumps Kritik an seinem Appell am Montag zurück. „Was ich sage, ist keineswegs als Angriff auf irgendjemanden gemeint“, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche auf dem Flug nach Algerien, der ersten Station einer Afrika-Reise. „Ich bin kein Politiker. Ich lade alle Menschen dazu ein, Brücken für Frieden und Versöhnung zu bauen und nach Wegen zu suchen, um Krieg zu vermeiden.“ Zugleich betonte Leo: „Ich habe keine Angst vor der Trump-Regierung.“
Weiter sagte Leo: „Die Botschaft des Evangeliums ist ganz klar: ‚Selig sind die Friedfertigen.‘ Ich werde mich nicht scheuen, die Botschaft des Evangeliums zu verkünden. Meine Botschaft auf eine Stufe mit dem zu stellen, was der Präsident hier zu tun versucht, bedeutet, die Botschaft des Evangeliums nicht zu verstehen. Und es tut mir leid, das zu hören, aber ich werde weitermachen mit dem, was ich für die Mission der Kirche halte.“
Zuvor bezeichnete der Vatikan-Offizielle Antonio Spadaro die Verbalattacke von Trump bereits als „Deklaration der Ohnmacht“.
Mehr Papst, weniger Trump Bitte positiv, bitte kritisch, bitte Fake-News kommentieren
Auch die US-Bischöfe verurteilten die Äußerungen Trumps. „Ich bin bestürzt darüber, dass der Präsident derart abfällige Worte über den Heiligen Vater gewählt hat“, hieß es in einer Mitteilung vom Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Paul Coakley.
Trump in Jesus-Pose
Kurz nach seiner Tirade postete Trump ein mutmaßlich KI-generiertes Bild, auf dem der Präsident in einem rot-weißen Gewand als Heilsbringer zu sehen ist. Das Bild wurde zahlreich in den sozialen Netzwerken aufgegriffen und kritisiert.
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Mittlerweile hat der Präsident es aber wieder gelöscht. Das Bild ging selbst eingefleischten Anhängern von Trump zu weit, es löste einen Sturm der Entrüstung unter ihnen aus.
Trump erklärte, er habe das Bild selbst veröffentlicht. Allerdings bestritt er, dass die Darstellung an Jesus Christus erinnern sollte, obwohl es klassische Elemente christlicher Bildgestaltung enthielt. Dazu zählten das Motiv der Heilung des Kranken, das wallende weiße Gewand mit rotem Umhang, das Trump auf dem Bild trug, sowie der Lichterkranz um seinen Kopf.
„Es sollte mich als Arzt darstellen, der Menschen gesund macht“, behauptete Trump. Denn er mache „Menschen sehr viel gesünder“. Das Bild habe ihn an das Rote Kreuz erinnert.
Diese Rechtfertigung sorgte in den sozialen Netzwerken für Spott. In Anspielung auf Trumps geistige Leistungsfähigkeit wurde ein Bild verbreitet, auf dem Patienten zur Identifizierung eines Arztes aufgefordert werden.
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Das Weiße Haus hatte bereits in der Vergangenheit zahlreiche KI-generierte Bilder Trumps verbreitet. Darunter war eines, das ihn als Papst zeigt.
Vance springt Trump bei
Unterstützung erhielt Trump wenig überraschend von seinem Vizepräsidenten JD Vance. Er forderte den Vatikan auf, sich aus der Politik fernzuhalten. „Ich bin durchaus der Meinung, dass es in manchen Fällen das Beste für den Vatikan wäre, sich auf moralische Fragen zu beschränken“, sagte Vance am Montag (Ortszeit) dem US-Sender Fox News. Es sollte dem US-Präsidenten überlassen bleiben, „die amerikanische Politik zu bestimmen“, fügte Vance hinzu.
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Am 28. Februar hatten die USA und Israel den Iran angegriffen, der seinerseits mit Gegenangriffen reagierte. Derzeit gilt eine Waffenruhe.
Zuletzt hatten sich die Friedensappelle des sonst zurückhaltenden Papstes vor allem mit Blick auf den Iran-Krieg verschärft. Die harschen Drohungen von Trump gegen den Iran verurteilte Leo – der erste Papst aus den USA – ungewöhnlich scharf und nannte sie „wirklich inakzeptabel“. (dpa/KNA/Tsp)