Katsuhiro Otomos Manga-Klassiker Akira ist ein Meilenstein im Anime- und Cyberpunk-Bereich. Die animierte Adaption wurde vom Vorlagenautor höchstpersönlich in Angriff genommen und ist einer der besten Sci-Fi-Filme überhaupt, den ihr aktuell bei Netflix streamen könnt. Bei einem legendären Kultstatus wie diesem wundert es nicht, dass man seit jeher versucht, eine Live-Action-Adaption zu realisieren.

Mehrere Produzenten und Regisseure waren bereits am Akira-Realfilm beteiligt. Aus der Produktionshölle kam aber bisher keiner der Ansätze heraus.

Akira ist ein legendärer Sci-Fi-Titel, der sich bisher nicht als Live-Action-Film umsetzen ließ

In Akira kommt eine jugendliche Motorradgang im futuristischen Neo-Tokio mit einem geheimem Regierungsexperiment in Berührung. Als übernatürliche Kräfte im duckmäuserischen Tetsuo erwachen, wird er von Visionen eines gewissen Akira heimgesucht, der etwas mit der Atombombe zu tun hat, die vor Jahren die Metropole vernichtete. Nun droht der vor politischen Aufruhen brodelnde Kessel Neo-Tokios erneut zu explodieren. Kann Kaneda, der Anführer der Gang, seinen Kindheitsfreund noch aufhalten?

Warner Bros. erwarb die Rechte an Akira bereits im Jahr 2002 vom japanischen Verlagshaus Kodansha. Kurz darauf wurde Leonardo DiCaprios Produktionsfirma Appian Way involviert. In den Jahren darauf ging der Job der Adaption an verschiedene Regisseure. Doch Stephen Norrington (Blade), Ruairi Robinson (The Last Days on Mars), Albert Hughes (The Book of Eli), Jaume Collet-Serra (Orphan) und Jordan Peele (Get Out) stiegen aus verschiedenen Gründen, wie kreativen Differenzen oder Terminproblemen, aus. Peele entschloss sich, stattdessen Originalwerke zu drehen.

Laut IGN  kam die englischsprachige Akira-Verfilmung nicht über die Herausforderung hinweg, die Geschichte für ein westliches beziehungsweise internationales Publikum zu adaptieren. Zum einen, weil die Story inhärent japanisch ist, zum anderen, weil man sich spätestens seit dem Ghost in the Shell-Flop von 2017 der Whitewashing-Problematik bewusst gewesen ist. Ein geleaktes Drehbuch soll laut CinemaBlend  sogar versucht haben, die Atombombe in Akira auf die Anschläge des 11. September 2001 zu münzen, um die Story zu amerikanisieren.

Am weitesten brachte es Oscarpreisträger Taika Waititi (Jojo Rabbit) mit seinem Ansatz, der sogar schon ein 2021er-Startdatum hatte. Sein Plan mit Drehbuchautor Michael Golamco (Stand By Me) sah eine Adaption der gesamten Manga-Story vor (selbst der Anime-Film von 1988 setzte nur die erste Hälfte um) und hätte einen Cast aus asiatischstämmigen Amerikanern gehabt. Es kamen jedoch Thor 3: Tag der Entscheidung und die Coronapandemie dazwischen und dann stand das Projekt plötzlich vor dem Aus.

Hier ein Trailer zum Akira-Anime:

Akira – Trailer (Japanisch) HD

AbspielenAuch interessant:Das vorläufige Ende der Akira-Verfilmungspläne?

Letztes Jahr entschied sich Warner Bros. laut dem Hollywood Reporter  dagegen, die Akira-Lizenz zu verlängern, woraufhin die Rechte zurück an den japanischen Verlag Kodansha gingen. Der US-amerikanische Akira ist damit vorerst vom Tisch, was für viele Fans der Manga- und Anime-Vorlage nicht die schlimmste Nachricht aller Zeiten war. Schließlich wurden schon einige Top-Titel, von Ghost in the Shell bis Death Note, mehr schlecht als recht im Westen verheizt.

Seitdem sind die Rechte am legendären Sci-Fi-Franchise erneut zu haben und mehrere interessierte Parteien sollen sich bereits darum bemühen. Ob dabei am Ende ein Cyberpunk-Film herauskommt, der der meisterhaften Vorlage würdig ist, oder das Projekt erneut 20 Jahre in der Entwicklungshölle versinkt, wird die Zukunft zeigen.