Morgen findet im Innovationshub START.N in Kitzbühel die zwölfte Pitch Night des Jahres statt. Moderatorin Jennifer Koller vom Innovationsnetzwerk Bezirk Kitzbühel erklärt, welchen Nutzen das Format für die regionale Wirtschaft hat.

In Innsbruck gibt es bereits eine Vielzahl verschiedener Pitch-Formate. Wieso hat sich Kitzbühel also dazu entschieden, ein eigenes Format zu etablieren?

Koller: Die Pitch Night Kitzbühel wurde bewusst als ergänzendes Format zu bestehenden urbanen Formaten entwickelt. Während in Städten wie Innsbruck häufig Start-ups und InvestorInnen im Fokus stehen, setzt Kitzbühel auf regionale Vernetzung und konkrete Zusammenarbeit. Ziel war es, eine Plattform zu schaffen, die Innovation in den ländlichen Raum bringt und gleichzeitig die Stärken der Region nutzt: ein enges Netzwerk, kurze Wege und eine hohe Umsetzungsstärke.

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Nach den Pitches ist Zeit für Austausch und Networking.

Die kommende Veranstaltung ist bereits die zwölfte Ausgabe: Welche konkreten Projekte, Kooperationen oder Unternehmensgründungen sind aus den Pitch Nights bisher hervorgegangen?

Die Pitch Nights haben bereits nachweislich Wirkung entfaltet: Unter anderem konnten zwei Unternehmensansiedelungen im Bezirk Kitzbühel verzeichnet werden, es gab zahlreiche Kooperationen zwischen regionalen Betrieben und externen Projekten sowie langfristige Vernetzungen zwischen UnternehmerInnen, Initiativen und InvestorInnen. Ein konkretes Beispiel ist die Veranstaltung „KitzBeach“, die im Rahmen der Pitch Night als Idee von Simon Varges vorgestellt wurde und anschließend mithilfe des regionalen Netzwerks erfolgreich umgesetzt wurde. Nach der erfolgreichen Durchführung 2025 geht sie 2026 in die nächste Runde. Darüber hinaus zeigt sich die Wirkung besonders in der Nachhaltigkeit des Formats: Viele Pitcher bleiben langfristig mit der Region verbunden, kehren als Gäste zurück oder präsentieren weiterentwickelte Ideen erneut auf der Bühne.

Welche Branchen oder Themen stehen aktuell besonders im Fokus der Pitch Nights?

Das Format ist bewusst branchen- und themenoffen gestaltet. Sowohl regionale als auch überregionale Unternehmen und Projekte sind eingeladen, die konkret in der Region Kitzbühel auf der Suche nach Kooperationen, Netzwerken und Partnerschaften sind. Entscheidend ist nicht die Branche oder die Herkunft, sondern der klare Wunsch nach Austausch und Zusammenarbeit vor Ort. 

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Unter den ZuhörerInnen befinden sich laut Koller auch einige „alte Hasen“, die zu einer besonderen Atmosphäre beitragen würden.

Nach welchen Kriterien werden Start-ups bzw. UnternehmerInnen für eine Teilnahme ausgewählt? 

Grundsätzlich ist bei der Pitch Night jede und jeder eingeladen, der sich in der Region vernetzen möchte, seine Idee präsentieren will und einen klaren Call-to-Action mitbringt. Entscheidend ist, dass ein echtes Interesse an der Region besteht und konkrete Anknüpfungspunkte für eine Zusammenarbeit vor Ort erkennbar sind. Gleichzeitig wird darauf geachtet, dass die präsentierten Inhalte seriös sind.

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Zur Person 

Seit 2023 ist die Brixentalerin Jennifer Koller als selbstständige Beraterin tätig und unterstützt KMUs sowie Ein-Personen-Unternehmen bei der Analyse von Geschäftsmodellen und der Entwicklung zukunftsfähiger Strategien. Aufgewachsen im elterlichen Hotel- und Gastronomiebetrieb in Brixen im Thale verbindet sie unternehmerische Praxis mit fundierter akademischer Ausbildung. Nach Stationen im Tourismus und in der Start-up-Szene sowie einem Studienaufenthalt in Liverpool schloss sie ihr Masterstudium an der FH Kufstein Tirol mit Auszeichnung ab. Heute ist sie dort sowie an der FH Salzburg als Lektorin tätig und wirkt parallel als Innovationsmanagerin im Bezirk Kitzbühel.

Koller