Empathie für die „Eingeborenen“, wie sie damals hießen, war nicht jedermanns Sache. Stattdessen war Rassismus verbreitet. In Kuhnerts Aufzeichnungen findet sich nichts, was sich als rassistisch interpretieren ließe. Am liebsten würde er dauernd malen, aber es gilt zu marschieren und nebenher auch zu jagen. Das erbeutete Wildbret ist für viele seiner Leute nicht nur Nahrungsmittel, sondern auch ein besonderer Anreiz, mit dabei zu sein. So schießt er Nilpferde und Antilopen. Die erlegte Beute liegt ihm beim Malen Modell und darf erst danach aufgegessen werden. Tags stechen die Tsetsefliegen, nachts die Malariamücken, und der Reisende ist in dem feuchtheißen Klima stets durchgeschwitzt. Er wird sich oft genug gefragt haben, warum er sich das alles überhaupt antut. Offenbar ist es sein unstillbares Verlangen, das, was er sieht, in Kunst umzusetzen, und sein Drang, den aus europäischer Sicht unberührten Kontinent, der für seinen großen Wildreichtum berühmt ist, jagend zu durchstreifen.