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Innsbruck (Österreich) – Sie war René Benkos privates Lieblingsprojekt: die gigantische Schlossvilla (ca. 6000 Quadratmeter Gesamtfläche) in Igls bei Innsbruck. Der Größenwahn des Pleite-Milliardärs ging zu seiner Hoch-Zeit gar so weit, dass er sich die Blaue Grotte von Capri unterirdisch auf dem pompösen Anwesen nachbauen ließ. Jetzt soll der Luxusbau verkauft werden, wie heute.at berichtet.
Hintergrund: Nach dem Konkurs der Laura-Privatstiftung (rund eine Milliarde Schulden) prüfen die Insolvenzverwalter, wie die Vermögenswerte der Stiftung und deren Tochterfirmen verwertet werden können, um die Gläubiger zu befriedigen. Darunter fallen laut orf.at auch die Benko-Traumvilla in Innsbruck sowie ein Grundstück (ca. 8000 Quadratmeter) mit bester Lage in Igls bei Innsbruck.

Nach der Pleite der Laura-Privatstiftung haben die Insolvenzverwalter auch Zugriff auf Benkos Privatvermögen. Das Bild zeigt ihn bei einem Treffen mit Vertretern der Vereinigten Arabischen Emirate 2019
Foto: picture alliance/HELMUT FOHRINGER/APA/picturedesk.com
Wieso wird jetzt auch auf Benkos Privatstiftung zugegriffen? Das Internationale Schiedsgericht ICC mit Hauptsitz in Paris sprach Anfang Februar 2026 dem Staatsfonds von Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate) knapp 700 Millionen Euro zu. Mehrere Mubadala-Gesellschaften investierten seit 2018 in die Signa-Gruppe – und vereinbarten für den Fall eines Konkurses umfangreiche Garantien, wie eine Haftung der Laura-Privatstiftung. Deshalb musste auch sie im März Insolvenz anmelden.
Mehr zum ThemaGläubiger fordern über 40 Milliarden
Laut Gerhard Weinhofer von der Gläubigerschutzorganisation Creditreform sei damit erstmals ein Zugriff auf Vermögenswerte im Umfeld der großen Signa-Insolvenz möglich. „Das war das erste Mal, dass Benko die strikte Trennung zwischen Signa und eigenem Vermögen aufgegeben hat“, sagte Weinhofer dem „ORF Tirol“. Dadurch seien nun auch Vermögenswerte betroffen, die ihm zugeordnet werden können. Insgesamt fordern rund 3000 Gläubiger über 40 Milliarden Euro von dem ehemaligen Immobilien-König, der seit dem 24. Januar 2025 in Innsbruck in U-Haft sitzt.

Der prunkvolle Eingangsbereich von Benkos Villa. Er führte ein Leben im Luxus: 765.000 Euro für Möbel, 600.000 Euro für ein Entertainmentsystem, 400.000 Euro für den Weinkeller
Foto: privat

Ein Traum in Blau: Es wurden ca. 2000 Quadratmeter Kunstfelsen verbaut. Die Arbeiten an der Blauen Grotte dauerten rund zwei Jahre
Foto: Privat
Benko ließ die Blaue Grotte von Capri nachbauen
Einzigartig in der Innsbrucker-Villa war der Wunsch Benkos, dort die weltberühmte Blaue Grotte von Capri nachbauen zu lassen, wie BILD exklusiv berichtete. Dieses Werk vollbrachte dann der Kärntner Kunstfelsenbauer Hans Sima (76). Die Wahnsinns-Zahlen des Projekts: Das Bad hat eine Länge von ca. 30 Metern, die Grotte selbst besitzt eine Spannweite von 14 Metern. Es wurden über 2000 Quadratmeter Kunstfelsen verbaut! Zwei plätschernde Wasserfälle schaffen Wohlfühlatmosphäre in der künstlichen Blauen Grotte. Ein Licht-Simulator kreiert Wolkenhimmel-Bilder sowie Sonnenauf- und -untergänge. Seit seiner Verhaftung im Januar 2025 muss der ehemalige Liebling der österreichischen High Society viel kleinere Brötchen backen. Sein letzter Wunsch: Er wollte Gefängnistischler werden.
Benkos Anwalt ließ eine BILD-Anfrage bislang unbeantwortet.