Die USA haben eigenen Angaben nach mit der Blockade iranischer Häfen in der Straße von
Hormus begonnen. Das teilte zunächst ein US-amerikanischer Regierungsbeamter der Nachrichtenagentur dpa mit. Später bestätigte auch US-Präsident Donald Trump den Beginn der Blockade vor
Reportern in Washington.
Dem Schiffsverfolgungsdienst
MarineTraffic zufolge änderten innerhalb von Minuten nach dem
Beginn der US-Seeblockade mindestens zwei Tanker während der Anfahrt auf die Straße von Hormus ihren Kurs. Einer der Tanker sei von den Vereinigten Arabischen
Emiraten aus in Richtung China unterwegs gewesen, hieß es. Zugleich verließen nach Angaben der Analysefirmen Kpler und LSEG mindestens acht Schiffe vor Beginn der Blockade die Meerenge, darunter zwei mit dem Iran verbundene Tanker mit Öl- und Dieselladung.
Der Generalsekretär der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation, Arsenio Dominguez, sagte Reportern, die US-Blockade verlängere den seit Beginn des Konflikts bestehenden Stillstand des Schiffsverkehrs in der Meerenge. Dominguez zufolge sitzen 20.000 Seeleute und rund 1.600 Schiffe im Golf fest.
US-Seeblockade war seit dem Wochenende angekündigt
Am Wochenende hatte das US-Regionalkommando für den Nahen Osten
(Centcom) zuvor angekündigt, ab diesem Montag, 10 Uhr
US-Ostküstenzeit (16 Uhr MESZ), bestimmte Schiffe an der Durchfahrt
durch die Meerenge zu hindern. Demnach sollten Schiffe blockiert werden,
die aus einem iranischen Hafen am Persischen Golf und am Golf von Oman
kämen oder einen solchen als Ziel hätten. Die Durchfahrt von Schiffen, die die Straße von Hormus ohne iranischen
Ziel- oder Startpunkt passieren wollten, solle dagegen nicht beeinträchtigt werden, teilte das US-Militär mit.
Mehr als 15 US-Kriegsschiffe beteiligten sich nach Angaben eines hochrangigen Regierungsvertreters in Washington an der Blockade. Der US-Präsident drohte darüber hinaus auch mit Angriffen auf
iranische Schnellboote. „Wenn sich eines dieser Schiffe unserer
Blockade auch nur nähert, wird es sofort eliminiert“, sagte Trump.
Iran wertet Seeblockade als Verstoß gegen die Waffenruhe
Irans Streitkräfte bezeichneten die Seeblockade
als „Akt der Piraterie“. Einschränkungen für den Schiffsverkehr in
internationalen Gewässern seien eine illegale Maßnahme, sagte ein
Sprecher der iranischen Militärführung nach Angaben der Nachrichtenagentur
Tasnim. „Die Sicherheit der Häfen im Persischen Golf und im Golf von
Oman ist entweder für alle oder für niemanden“, sagte der Sprecher demnach weiter.
© Lea Dohle
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Trumps Ankündigung sei nichts als Bluff, schrieb der Sprecher des Sicherheitsausschusses im iranischen
Parlament, Ebrahim Resaei, in der Nacht auf X. Dies würde als
Militäroperation gewertet, „und wir würden darauf reagieren“. Noch im Vorfeld des Inkrafttretens der Blockade warnte die iranische Revolutionsgarde in einer Mitteilung davor, dass sich US-Militärschiffe der Straße von Hormus nähern. Sie würden als „klarer Verstoß gegen die (seit Mittwoch)
bestehende Waffenruhe betrachtet“, hieß es in der Mitteilung.
Guterres fordert Einhaltung des Waffenstillstands
UN-Generalsekretär António Guterres forderte alle Kriegsparteien dazu auf, eine freie Schifffahrt
durch die Straße von Hormus zu gewährleisten. Im Einklang mit dem
Völkerrecht müsse „die Freiheit der Schifffahrt auch in der Straße von Hormus“ respektiert werden, sagte Guterres
laut seines Sprechers Stéphane Dujarric. Der
UN-Generalsekretär forderte außerdem ein Ende jeglicher Verstöße gegen den
geltenden Waffenstillstand und eine Fortsetzung der Verhandlungen.
Trotz der Blockade behauptete Trump zuletzt, die iranische Führung habe sich bei den USA gemeldet und sich für ein neues Friedensabkommen ausgesprochen. Zuvor waren Verhandlungen über ein Ende des Krieges zwischen den USA und dem Iran in Islamabad gescheitert. „Ich kann Ihnen sagen, dass wir von der
anderen Seite angerufen wurden“, sagte Trump. „Wir wurden
heute Morgen von den richtigen Leuten, den zuständigen Leuten angerufen,
und sie wollen eine Vereinbarung treffen.“ Wen Trump konkret mit dieser Behauptung meinte und was genau besprochen worden sein soll, sagte der US-Präsident nicht.
Irankrieg
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Iran-Verhandlungen:
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Immer wieder dieses Ziehen in der Brust
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